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USA 1994
Originaltitel:Interview with the Vampire - The Vampire Chronicles
Alternativtitel:Interview with the Vampire
aka. Interview mit einem Vampir - Aus der Chronik der Vampire
Länge:122:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Neil Jordan
Buch:Anne Rice
Kamera:Philippe Rousselot
Musik:Elliot Goldenthal
SFX:Yves De Bono, Stan Winston Studios
Darsteller:Brad Pitt, Tom Cruise, Antonio Banderas, Kirsten Dunst, Christian Slater, Stephen Rea, Virginia McCollam, John McConnell, Mike Seelig, Bellina Logan, Thandie Newton, Indra Ové
Vertrieb:Warner
Regionalcode:A ,B, C
Blu-ray-Start:16.10.2008 (Verleih) / 16.10.2008 (Kauf)



Inhalt
In einem Hotel in San Francisco hört ein junger Reporter eine unfassbare Geschichte: Louis, ein Vampir, offenbart ihm die schaurig-grausame Wahrheit seines Lebens nach dem Tode. Er erzählt von Lestat, seinem mörderischen Lehrer und Begleiter, der ihn zu dem machte, was er heute ist, ein menschenmordender Vampir von der Kindfrau Claudia und ihre Rebellion gegen die ewige Jugend und von einer blutgetränkten Reise durch die Jahrhunderte, die mit dem heutigen Tag noch nicht zu Ende ist.

Bild
Format1,85:1
Norm1080p / VC-1
 Warner kodiert wie gewohnt in VC-1 und präsentiert "Interview mit einem Vampir" in 1,85:1. Der Transfer erweist sich zwar als sauber und frei von Schmutz oder Defekten, offenbart dafür aber mittelstarkes Filmkorn, was aber niemals störende Ausmaße annimmt. Schärfetechnisch enttäuscht der Transfer jedoch deutlich, was nicht zuletzt an der kargen, farbarmen und düsteren Optik des Film liegen dürfte. So erscheint der Transfer sehr weichgezeichnet und nur bedingt detailliert. Der Schärfegrad erreicht nie wirklich hohe Werte und lediglich in Nahaufnahmen und bei einer guten Ausleuchtung (was leider sehr selten zutrifft) steigert sich der Detailwert etwas, jedoch fehlt es dem Transfer durchweg an Plastizität und Tiefe. Ein wirkliches High-Definition-Erlebnis möchte sich nicht einstellen, dafür ist der softe Look einfach zu dominant und die wenigen detaillierteren Sequenzen können hier auch nicht mehr viel retten. Hinzu kommen teilweise sichtbare Rauschmuster in Bewegungen, weshalb das Bild nochmals etwas unschärfer und schwammig erscheint. Der Kontrast wurde absichtlich sehr dunkel gewählt, zeigt aber nur einen bedingt zufriedenstellenden Schwarzwert, der mehr ins Gräuliche tendiert, was zu Lasten der Durchzeichnung geht. Farblich bekommen wir eine sehr reduzierte und erdige Farbgebung geboten, passend zur Optik des Filmes. Auch wenn "Interview mit einem Vampir" rein bildtechnisch alles andere als in der Oberliga mitspielt, sollte die Beurteilung des Bildes nicht allzu negativ aufgefasst werden. Der gewollte Look des Filmes wird perfekt wiedergegeben, auch wenn dies für HD-Fans starke Abstriche bedeutet.
 +++/--

Ton
FormateDolby Digital 5.1
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Kastilisch, Brasilianisch, Italienisch für Hörgeschädigte
 Manchmal fragt man sich, ob man als Erstkäufer von neuen Medien lediglich als Beta-Tester gilt, welche jeden Mist kaufen, auf dem Blu-ray steht, mit der Erwartung "Bild und Ton in Perfektion" zu erleben. Auf gewollte Stilmittel beim Bild hat man selbst keinen großen Einfluss, doch es wirklich zu schaffen, den gesamten Soundmix zu versauen, verdient schon fast eine Auszeichnung. So fällt direkt zu Beginn bei der deutschen Tonspur die extrem dumpfe und blechern klingende Front auf. Während Nebengeräusche, Score und Effekte noch relativ gut miteinander harmonieren, ist der Center unnatürlich leise abgemischt und es klingt fast so, als hätte man ihn einmal um 180 Grad gedreht. Dialoge sind kaum noch zu verstehen, sämtliche Nebengeräusche dominieren die Sprachwiedergabe und die Stimmen klingen fast so wie aus einer Dose, oder direkt aus dem Kino abgefilmt. Zwar werden hier Umgebungsgeräusche und Score auf sämtliche Kanäle aufgegteilt, doch das gesamte Soundambiente ist einfach miserabel. Da ist es dann auch egal, ob der Subwoofer in einigen Szenen gut zur Geltung kommt oder vereinzelte Szenen eine ordentliche Räumlichkeit aufweisen.
Beim englischen Mix sieht es etwas besser aus - schließlich hat der Ton nichts mit einem unnatürlich dumpfen Brei gemeinsam. So harmonieren Dialoge und Musik wieder sehr gut miteinander, Umgebungsgeräusche und der eine oder andere gut platzierte Effekt dürfen ebenfalls nicht fehlen und vor allem zum Ende hin bietet der Mix einige an Kraft. Warner nutzt hier leider nicht die neuen Tonformate, für den englischen Mix wird nicht einmal auf die DTS-Spur der DVD zurückgegriffen. Stattdessen nahm man den selben fehlerhaften deutschen Ton und hat einfach nicht nachgebessert. Soetwas sollte bei einer Blu-ray einfach nicht mehr passieren.
 ++/---

Extras
MediumBD-50
Extras
  • Vorwort (1:04 Min., 480p)
  • Audiokommentar mit Regisseur Neil Jordan
  • US Kinotrailer zum Film (2:29 Min., 480p)
  • Dokumentation: "Im Schatten des Vampirs" (29:43 Min., 480p)
VerpackungSeastoneCase
 Der leider nicht deutsch untertitelte Audiokommentar von Regisseur Neil Jordan ist wirklich hörenswert, denn er geht sehr ausführlich auf die wichtigsten Aspekte der Produktion ein, spricht über seine Erfahrungen mit den Darstellern, erläutert die Gründe weshalb Autorin Anne Rice anfänglich Probleme mit der Umsetzung ihres Buches hatte und gibt sich dabei sehr viel Mühe, die einzelnen Szenen zu dokumentieren. So erfahren wir auch, dass ursprünglich River Phoenix die Rolle des Reporters übernehmen sollte und erst nach seinem Tod entschied man sich für Christian Slater. Auch Tom Cruise war nicht die erste Wahl für die Rolle des Lestate. Anne Rice hat die Rolle damals auf Rutger Hauer zugeschnitten, der für den Film aber deutlich zu alt war und durch Cruise ersetzt werden musste Ein sehr informativer Kommentar, bei dem wir mehr über die Änderungen zur Romanvorlage erfahren. Außerdem geht Jordan auf die damals noch sehr selten vorkommenden CGI-Effekte ein, erzählt mehr über das Setdesign und hält sich dabei auch nie mit Anekdoten zurück.
"Im Schatten des Vampirs" ist zum Glück kein reiner Promotionclip geworden, sondern eine 30minütige, durchaus sehenswerte Dokumentation über die Entstehung des Filmes. Zwar gibt es neben den Statements der Darsteller, des Regisseurs und der Autorin nur Filmausschnitte und leider kein Behind-the-Scenes-Material, jedoch kann man sich in den 30 Minuten ein paar nützliche Informationen abholen, wobei der Kommentar einfach die bessere Wahl wäre. Die Dokumentation wurde optional deutsch untertitelt. Zum Schluss gibt es noch einen Trailer, sowie eine Einleitung der Macher bei Disc-Start. Schade, dass es weder richtiges Behind-the-Scenes-Material, noch "entfernte Szenen" zu sehen gibt. Zudem liegen die Extras nur in Standard Definition vor. Zumindest ein HD-Trailer hätte drin sein müssen. Die Menügestaltung ist wieder sehr schlicht ausgefallen, bleibt aber leicht zu navigieren. Das normale Menübild liegt komischerweise nur in 1080i vor, anstelle 1080p.
 ++----

Fazit
Der größte Fehler, den man machen kann, ist, "Interview mit einem Vampir" als klassischen Horrorfilm zu sehen. Der Film beschäftigt sich nämlich nicht damit, wie die unsterblichen Blutsauger den Menschen das Leben zur Hölle machen, sondern ist eher ein stilles Drama über das traurige Dasein dreier Vampire, verteilt auf zwei Jahrhunderte und zwei Kontinente. Am meisten Augenmerk legte man dabei auf die Ausstattung, die wirklich kongenial ist und die Welt von vor 200 Jahren wieder zum Leben erweckt. Ob prunkvolle Ballsäle, dunkle Gassen im New York von heute oder von früher, verrottete Kanalisationen, vernebelte Sümpfe oder ein gigantisches Theater - alles wurde akribisch und detailversessen inszeniert, sodass man sich über mangelnde Atmosphäre wirklich nicht beklagen kann.
So gut wie sein Ruf ist "Interview mit einem Vampir" trotzdem bei weitem nicht. Wenn man sich für den Mythos Vampir interessiert, erhält man zwar einen wunderbaren Blick auf die Schattenseiten dieses Daseins, falls dies nicht der Fall sein sollte, wirken viele Dialoge dünn wie Papier, obwohl sie den Anschein von Tiefsinnigkeit vermitteln. Langweilige Stellen gibt es zuhauf, die ganz dicken Überraschungen bleiben leider ebenso aus, obwohl die letzte Szene wunderbar ironisch gelungen ist. So richtig ernst nimmt sich der Film übrigens nicht, die Einführung Claudias in die Regeln der Vampirwelt ist beispielsweise recht amüsant.
Die Besetzung ist durch die Bank prominent, obwohl es damals zum größten Teil noch keine Top-Stars waren. Cruise kommt wie üblich sehr arrogant rüber, Pitt guckt dagegen zu beleidigt aus der Wäsche. Richtig gut gefallen hat uns der furchterregende und geheimnisvoll wirkende Antonio Banderas, leider kommt dessen Auftritt sehr spät. Bemerkenswert professionell spielt die damals noch blutjunge Kirsten Dunst, die vor Leinwandenergie nur so sprüht.
Fans des stilvollen und ruhigen Horrorfilms können beruhigt zugreifen und sich an schön gelungenen Sets satt sehen, alle anderen erwartet ein zweifellos gelungenes, aber über weite Strecken langatmiges Blutsaugerdrama, das seinem Ruf nicht ganz gerecht werden will.

Die vorliegende Blu-ray ist leider eine herbe Enttäuschung, weil bildtechnisch nicht wirklich auf hohem Niveau und der deutsche Ton ist eine Katastrophe. Lediglich die wenigen Extras sind sehenswert, aber auch bereits auf DVD vorhanden. In der Form lohnt ein Upgrade nicht. Sehr schade.



Screenshots




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NewsWarner Deutschland kündigt Blu-ray Backprogramm Titel im Oktober an.
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