UK 2015
Originaltitel:Howl
Länge:92:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Paul Hyett
Buch:Mark Huckerby, Nick Ostler
Kamera:Adam Biddle
Musik:Paul E. Francis
Darsteller:Ed Speleers, Holly Weston, Shauna MacDonald, Sam Gittins, Rosie Day, Ahmet Shah, Elliot Cowan und Sean Pertwee
Vertrieb:Capelight
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:08.04.2016 (Kauf)



Inhalt
In einer stürmischen, dunklen Nacht: Ein spärlich besetzter letzter Zug in die Vororte verlässt den Londoner Bahnhof, der junge Schaffner Joe freut sich auf seinen Feierabend. Die Hoffnung auf eine ruhige Schicht wird jedoch jäh zunichte gemacht, als der Zug auf offener Strecke mitten im Wald zum Halten kommt. Eines ist bald klar: Dort draußen im Dunkeln lauert etwas! Als immer mehr Fahrgäste den Attacken mannsgroßer pelziger Kreaturen zum Opfer fallen, organisiert Joe den bewaffneten Widerstand. In den Trümmern des letzten Waggons entscheidet sich der ungleiche Kampf zwischen Mensch und Monster.

Bild
Format2,40:1
NormMPEG-4 /AVC
 Das MPEG-4 kodierte Bild hinterlässt einen sehr guten Gesamteindruck mit einer ausgezeichneten Schärfe und einer hohen Detailwiedergabe. Das Bild wirkt meist sehr plastisch, und trotz der digitalen Herkunft bleibt das Geschehen auf dem Bildschirm filmisch. Diese Filmoptik wird natürlich auch durch diverse Kontrast- und Farbkorrekturen erzeugt. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Werte hier hervorragend, und vor allem der Kontrast und Schwarzwert wurden vorbildlich gewählt. Die Farbdarstellung ist natürlich, aufgrund der Atmosphäre allerdings auch etwas kühl. Abgesehen von wenigen Sequenzen im Dunklen gibt es kein Bildrauschen oder andere Unruhen. Die Kompression arbeitet meist ruhig im Hintergrund.

Howl
Howl
Howl

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 +++++/

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beide Sprachfassungen wurden in verlustfreiem DTS-HD Master Audio 5.1 abgemischt, wobei der Originalton homogener und vor allem wuchtiger klingt als das deutschen Pendant. Beide Tonspuren klingen allerdings recht frontlastig, können aber hin und wieder mit ein paar gut platzierten Effekten aufwarten. Insgesamt kann man von einer soliden Räumlichkeit sprechen, die jedoch ein atmosphärisches Mittendrin-Gefühl missen lässt. Dialoge sind in beiden Fassungen sehr gut zu verstehen und klingen selbst in lauteren Actionszenen sauber und gut verständlich. Optional gibt es deutsche Untertitel.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 24-seitiges Booklet mit einem Interview mit dem Regisseur des Films
Disc 1: Blu-ray
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Attack the Block (2:33 Min., 1080p)
    • Die Leiche der Anna Fritz (1:31 Min., 1080p)
  • Paul Hyett beim Fantasy Filmfestival in Stuttgart (11:38 Min., 1080i)
  • Making of (26:57 Min., 1080i)
  • Deutscher Trailer (2:12 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Attack the Block (2:26 Min., 1080p)
    • Die Leiche der Anna Fritz (1:31 Min., 1080p)
    • Infini (2:00 Min., 1080p)
    • Cottage Country (2:24 Min., 1080p)
Disc 2: DVD
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Attack the Block (2:26 Min.)
    • Die Leiche der Anna Fritz (1:27 Min.)
  • Hauptfilm in SD (88:40 Min.)
  • Paul Hyett beim Fantasy Filmfestival in Stuttgart (11:38 Min.)
  • Making of (26:57 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:07 Min.)
  • Trailershow:
    • Attack the Block (2:26 Min.)
    • Die Leiche der Anna Fritz (1:27 Min.)
    • Infini (1:55 Min.)
    • Cottage Country (2:18 Min.)
VerpackungMediabook
 Neben einer Trailershow und dem deutschsprachigen Trailer zum Hauptfilm enthält die Disc ein 11-minütiges Interview inklusive Impressionen vom Fantasy Filmfestival in Stuttgart, wo Regisseur Paul Hyett zu Gast war. Hyett geht in diesem Interview näher auf die Entstehung des Films ein sowie auf die Darsteller und die Effekte. Das Herzstück des Bonusmaterials ist allerdings das 27-minütige Making-of, bei dem Darsteller, Produzenten, Ton-Designer, Regie und die Effektkünstler zu Wort kommen. Unterteilt in verschiedene Segmente wird sehr ausführlich auf einzelne Bereiche der Produktion eingegangen, womit der Zuschauer einen sehr schönen Einblick in die Entstehung von "Howl" bekommt. Das Deutsch untertitelte Bonusmaterial liegt in HD vor, wenngleich die beiden Features lediglich interlaced sind. Die DVD-Version unterscheidet sich inhaltlich nicht von der Blu-ray. Das 24-seitiges Booklet des Mediabooks enthält ein informatives Interview, welches von der Deadline geführt wurde. Zudem ist es reichlich bebildert, u. a. mit Fotos von den Creature-Effekten.
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Fazit
Der Werwolf-Film ist eines dieser Subgenres, das eine extrem hohe Rate an "Hit and Miss" aufweist. Auf jeden Interner Link"American Werewolf" kommen etwa 20 Filme der Marke "Räudiger 8bit-Köter mit Flöhen". Kurzum: Einen guten Werwolf-Film zu erwischen, ist in etwa so selten, wie den Hauptgewinn in einer Tombola zu ziehen. Von daher beäuge ich neue Vertreter des Genres auch immer recht argwöhnisch, insbesondere dann, wenn sie auf dem Fantasy Film Fest gezeigt werden. Nach 23 Jahren FFF habe ich gelernt, dass man nur etwa jede vierte Anpreisung im Programmheft auch für wahre Münze nehmen kann. Und deshalb freut es mich umso mehr, sagen zu können, dass "Howl" zu diesem positiven Viertel gehört, denn – der Film ist gut, wenngleich er storytechnisch beileibe keine Bäume ausreißt.
Das Skript besteht aus Versatzstücken anderer Horrorfilme, und die Charaktere bieten auch keine allzu großen Überraschungen. Aber – man nimmt dem Film sowohl seine Geschichte, als auch seine Figuren ab. Egal, ob der Zugbegleiter Joe oder die Geschäftsfrau Kate, keiner der Charaktere ist überstilisiert oder ein Zerrbild, wie es sehr häufig vor allem in amerikanischen Filmen vorkommt. Was natürlich auch ein Verdienst der Darsteller ist. Und hier trumpft das Zweitwerk von Regisseur Paul Hyett groß auf – mit unter anderem Ed Speleers (Interner Link"Eragon", Shauna MacDonald (Interner Link"The Descent"), Rosie Day (Interner Link"The Seasoning House") und dem wunderbaren Sean Pertwee (Interner Link"Dog Soldiers"), denen man quer durch die Bank ihre Figuren abnimmt.

Im inszenatorischen Bereich ist "Howl" auch absolut nichts vorzuwerfen. Hyett, der mit seinem Erstlingswerk Interner Link"The Seasoning House" für einigen Wirbel gesorgt hat, inszeniert seine Geschichte mit einem geschickten Händchen für Atmosphäre, und einem Gefühl für Spezial-Effekte. Kein Wunder, war der Mann doch bis vor ein paar Jahren einer der besten Effektleute der Insel, der unter anderem die Filme Neil Marshalls (Interner LinkDoomsday") mit Blut und Eingeweiden versorgte. Hyett findet eine gute Balance zwischen "zeigen" und "nicht zeigen", zwischen CGI und praktischen Effekten, und meistert auch die Gratwanderung zwischen Humor und Horror, ohne ins Camp abzudriften. Ein Gag hier, ein wenig Blut da, und schon schmeckt es dem geneigten Fan.

Ist "Howl" also die beste Erfindung seit geschnittenem Brot? Nein, das nicht wirklich. Aber er ist definitiv einer der besten Werwolf-Filme des 21. Jahrhunderts und kann durchaus in einem Atemzug mit Filmen wie Interner Link"Dog Soldiers" und "Late Phases" genannt werden. Er bietet knapp 90 Minuten lang sehr gute Unterhaltung, die sich und den Zuschauer ernst nimmt und absolut sehenswert ist. Kurzum: ein Werwolf-Film, der einen nicht mit einem pelzigen Gefühl auf der Zunge zurücklässt.

Capelight Pictures veröffentlicht "Howl" nicht nur als Single-Disc, sondern auch als 2-Disc Mediabook-Edition, die unserem Test vorlag. Wie gehabt in Hochglanz und sehr hochwertig verarbeitet, offenbart sich nach dem Entfernen der Onsert-Karte (mit FSK-Logo und technische Angaben) ein wunderschönes Artwork, was an den 80er-Jahre-Horrorfilm erinnert. Technisch gibt es an der Disc kaum etwas auszusetzen, weshalb man eine Kaufempfehlung aussprechen kann, egal für welche Edition man sich schlussendlich entscheidet.



Screenshots



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