USA 2013
Originaltitel:Green Inferno, The
Länge:100:46 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Eli Roth
Buch:Guillermo Amoedo, Eli Roth
Kamera:Antonio Quercia
Musik:Manuel Riveiro
SFX:Rodrigo Rojas Echaiz
Darsteller:Lorenza Izzo, Ariel Levy, Daryl Sabara, Kirby Bliss Blanton, Magda Apanowicz, Sky Ferreira, Nicolás Martínez, Aaron Burns, Ignacia Allamand, Ramón Llao, Richard Burgi, Matías López
Vertrieb:Constantin Film
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:03.03.2016 (Kauf)



Inhalt
Nach einem Flugzeugabsturz muss sich eine Gruppe Studenten und Öko-Aktivisten allein durch den peruanischen Dschungel schlagen. Der Überlebenskampf in der exotischen Umgebung wird zusätzlich auf die Probe gestellt, als die Gruppe auf einen einheimischen Indio-Stamm trifft, der ganz und gar nicht begeistert von der Anwesenheit der Eindringlinge ist. Zu spät stellen diese fest, dass es sich bei dem Stamm um Kannibalen handelt ...

Bild
Format2,40:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Das erste was bei diesem HD-Bild auffällt, ist die kräftige und lebhafte Farbgebung. Das fängt bereits in den ersten Minuten an und kann sich in den Amazonasaufnahmen nochmals steigern, ohne an Natürlichkeit missen zu lassen. Egal ob die Naturaufnahmen mit ihrem satten Grün, oder dem knalligen Rot, wenn die ersten Protagonisten ihren Lebenssaft lassen müssen. Hinzu kommt eine sehr gute Plastizität und Tiefenwirkung sowie eine hervorragende Schärfe. Der Detailgrad ist enorm hoch, wenngleich Das Bild in Bewegungen etwas an Schärfe verloren geht und das Bild nicht mehr so detailliert wirkt, wie in ruhigen Nahaufnahmen der Darsteller oder Gegenständen. Der Kontrastumfang ist ebenfalls sehr gut und bietet ein satten Schwarzwert. Bildfehler gibt es keine und die Kompression arbeitet weitgehend unauffällig im Hintergrund.

Green Inferno
Green Inferno
Green Inferno

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD High Resolution 5.1, Dolby Digital 2.0 Stereo
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Beide Tonspuren liegen in DTS-HD High Resolution vor und können vollends überzeugen. Das Gesamte Szenario klingt räumlich und lebhaft. Sämtliche Kanäle werden vorbildlich genutzt und erzeugen einen dynamische Dschungelatmosphäre bei dem der Zuschauer das Gefühl suggeriert wird, sich mitten im Geschehen zu befinden. Beim Flugzeugabsturz fliegen einem die Trümmer um die Ohren und der Subwoofer sorgt für ordentlich Druck in der Magengegend. Dialoge sind dabei stets sehr gut zu verstehen. Ein großen Unterschied zwischen Synchronfassung und dem Originalton gibt es nicht. Optional lassen sich deutsche Untertitel für Hörgeschädigte hinzuschalten.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Der Dreh (1:22 Min., 1080p)
  • Die Dorfbewohner (1:21 Min., 1080p)
  • Eli Roth über THE GREEN INFERNO (1:14 Min., 1080p)
  • Lorenza Izzo über die Arbeit im Amazonas (1:11 Min., 1080p)
  • Lorenza Izzo über die Rolle der Justine (1:02 Min., 1080p)
  • DJ Ashba - Musikvideo (1:28 Min., 1080p)
  • Deutscher Trailer (1:10 Min., 1080p)
  • Englischer Trailer (1:08 Min., 1080p)
  • DVD/BR-Empfehlungen: Fack ju Göhte 2 (2:51 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Big Bad Wolves (2:17 Min., 1080p)
    • Halloween Ressurection (2:19 Min., 1080p)
    • Texas Chainsaw 3D (2:33 Min., 1080p)
    • Motel Room 13 (2:33 Min., 1080p)
    • The Sacrament (3:22 Min., 1080p)
    • Er ist wieder da (1:04 Min., 1080p)
    • Wrong Turn 1 (2:18 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial ist eigentlich zu vernachlässigen, denn die fünf Mini-Features fallen mit jeweils knapp einer Minute Laufzeit alles andere als üppig aus und sind inhaltlich zudem ziemlich rendundant. Die Disc enthält zudem noch ein Musik-Video sowie den deutschen und englischen Trailer. Alles liegt natürlich in HD vor, was auch für die Eigenwerbung in Form von einer Trailershow gilt.
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Fazit
Es brauchte dann doch einen Eli Roth für die längst nötige Revitalisierung eines Horror-Subgenres, das in den 70ern zum Sterben zurückgelassen wurde. Nötig vor allem, um eine Differenzierung zwischen Tiersnuff und dem Thema Kannibalismus auszuarbeiten. Denn obwohl sich Roth von den Klassikern stark inspiriert zeigt, verzichtet er im Rahmen neuer Tierschutzrechte nicht etwa nur auf Tiertötungsszenen, sondern gar auf deren Nachstellung durch CGI oder handgemachte Effekte. Und dass "The Green Inferno" nicht die eigenwillige, ultrarealistische Wirkung etwa des Deodato-Werkes Interner Link"Cannibal Holocaust" erreicht, liegt nicht am Fernbleiben der inakzeptablen Zutat, die einem potenziellen Meisterwerk etwas Unverzeihliches anhängen – ohne dabei zwischen Exploitation und allgemein akzeptierten Filmen wie Interner Link"Kingdom Of The Spiders" oder Interner Link"Apocalypse Now" differenzieren zu wollen.

Mit kräftigen Farbfiltern und grellen Splattereffekten versteht sich "The Green Inferno", nicht umsonst nach einem Film-im-Film aus Interner Link"Cannibal Holocaust" benannt, als metafilmische Betrachtung auf sein Sujet. Die gar nicht so dumme Konstellation, dass ausgerechnet eine Gruppe von Aktivisten zu Opfern eines Stammes wird, den sie eigentlich beschützen wollten, hebt sich angenehm vom üblichen Vergeltungsprinzip des Horrorfilms ab und ist Zeichen von Originalität eines Filmes, der momentan völlig alleine dasteht - in einer Zeit, da der vor über zehn Jahren gestartete Zombie-Boom längst begonnen hat, sich selbst zu verschlingen.

In der Aktivistengruppe finden sich keinerlei Typen, die sich nicht auch bequem in einen Slasher verirren könnten, genauso wie der Ablauf ihrer Dezimierung kaum von jenem abweicht, das von Einzeltätern wie Jason, Michael & Co. bestimmt wird. Ramón Llao und Antonieta Pari spielen auf der Gegenseite in einem Meer aus rot gefärbten Statisten wiederum die einzigen Individualisten, deren Kostüm und Maske karnevalistisch übertriebene Züge bis hin zu Jack Sparrow aufweisen und die mit ihrem schrillen Auftreten sicher auch Höhepunkte für ein modernes Publikum bieten. Thematisch jedoch kann Roth aus dem Vollen schöpfen, ohne sich mit anderen aktuellen Filmen zu überschneiden, und weiß oft gar nicht, wohin mit all den Möglichkeiten. Den gemächlichen Aufbau scheint er regelrecht auszukosten, um relativ unverhofft das Gore-Inferno einzuläuten, stets abgesetzt gegen das wunderschöne Grün des Dschungels, das die Reinheit der unberührten peruanischen Wildnis spiegelt. Strukturell interessant wird es dadurch, dass die Gefangennahme durch die Kannibalen nicht einfach eine Abfolge vorhersehbarer Abschlachtungen einläutet, sondern dass Humorspitzen eingebaut werden, dass einige Dinge offscreen geschehen und so zu späteren Überraschungen führen, dass auch immer wieder Verweise auf menschliche Grundbedürfnisse gesetzt werden, die manch unsicheren Zuschauer dazu bringt, das Gesehene als lächerlich einzuordnen, um es auf diese Weise verarbeiten zu können.

Gerade weil "The Green Inferno" die alten Filme und deren Wirkung nicht imitiert und weil er Fortführungspotenzial zeigt (nicht zuletzt durch die Andeutung einer Fortsetzung), weil er sich nicht zu schade ist, mit fragwürdigen Szenen zu experimentieren und weil er dennoch Tiersnuff außen vor lässt, ist er durchaus härter, spannender, subversiver, unterhaltsamer, eben besser als sein Ruf. Technisch eine einwandfreie Umsetzung mit leider mäßigen Extras. Die Disc enthält ein FSK-Wendecover ohne FSK-Flatschen und die vorliegende Fassung ist völlig unzensiert.



Screenshots



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