USA 1963
Originaltitel:X
Alternativtitel:X: The Man with the X-Ray Eyes
Länge:79:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Roger Corman
Buch:Robert Dillon, Ray Russell
Kamera:Floyd Crosby
Musik:Les Baxter
Darsteller:Ray Milland, Diana Van der Vlis, Harold J. Stone, John Hoyt, Don Rickles, Morris Ankrum, George DeNormand, John Dierkes, Kathryn Hart, Jonathan Haze, Vicki Lee, Mathew McCue
Vertrieb:Anolis
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:16.10.2015 (Kauf)



Inhalt
Der Wissenschaftler Dr. James Xavier ist überzeugt, dass die Leistungsfähigkeit des menschlichen Auges noch nicht aus geschöpft ist. Seine Experimente geben ihm Recht, denn als er ein neues Serum an sich selbst testet, kann er plötzlich durch Dinge hindurch sehen. So erkennt er Krankheiten und Verletzungen im menschlichen Körper besser als es mit einen Röntgengerät möglich wäre. Doch Xavier ist besessen davon, seine neuen Fähigkeiten zu steigern. Während er sich mehr und mehr in seinem Experiment verliert, versucht seine Kollegin Diana, ihn zum Aufhören zu bewegen. Ohne Erfolg. Nachdem ein Mensch zu Tode gekommen ist, muss Xavier untertauchen und beginnt eine Reise, deren Ende nicht abzusehen ist ...

Bild
Format1,85:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Ausgenommen ein paar Kratzer und Schmutzpartikel ist die Vorlage in einem sehr guten Zustand. Der Bildstand ist ruhig und die Farben erstrahlen kraftvoll und satt. Ein weiterer Pluspunkt ist die sehr gute Schärfe. Das MPEG-4 kodierte Bild zeigt sich überwiegend sehr knackig und detailliert. Ein paar weichere Einstellungen sind der Produktions geschuldet und fallen nicht weiter ins Gewicht. In Anbetracht dessen, dass Roger Corman den Film auf kostengünstigen Material gedreht hat, braucht sich das Bild nicht hinter anderen Produktionen aus der Zeit zu verstecken. Neben der ausgezeichneten Detailzeichnung, die sich nicht nur auf Nahaufnahmen beschränkt, überzeugen Konturen und Kontrast ebenfalls fast durchgehend. Im Hintergrund zeigt sich ein homogen arbeitendes Filmkorn, welches nicht gefiltert wurde. Die Kompression arbeitet unauffällig. Eine sehr schöne HD-Präsentation dieses Corman-Klassikers.

Der Mann mit den Röntgenaugen
Der Mann mit den Röntgenaugen
Der Mann mit den Röntgenaugen
Der Mann mit den Röntgenaugen

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beim deutschen Ton schien man auf eine sehr gute Quelle zurückgreifen zu können. Der Mono-Mix klingt weder dumpf noch neigen Stimmen dazu im Hochtonbereich zu verzerren. Ganz im Gegenteil: Die Abmischung überrascht mit einer klaren und sauberen Wiedergabe. Dabei ist es egal, ob Stimmen, Musik oder Nebengeräusche. Man merkt, dass die sehr gute Synchronisation noch gar nicht so alt ist, feierte der Film doch 1979 seine Deutschlandpremiere im TV. Der Originalton bietet ebenfalls eine gute Dialogverständlichkeit, kann jedoch sein Alter nicht verbergen. Es gibt zwar kein hörbares Rauschen, dafür klingt die Abmischung etwas zu dumpf und leicht blechern. Musik und Nebengeräusche werden natürlich wiedergegeben und Defekte sind in beiden Sprachfassungen nicht auszumachen. Der deutsche Ton hat hier allerdings die Nase vorn, da der Originalton im direkten Vergleich deutlich zu dumpf ausfällt. Optional lassen sich deutsch Untertitel zuschalten.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Deutscher Trailer (2:16 Min., 1080p)
  • US-Trailer (2:16 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (28 Bilder, 1080p)
  • Orion-Werbeflyer (1:06 Min, 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Ärgerlich dass Anolis immer noch daran festhält, ihre HD-Versionen der alten "Galerie des Grauens"-Titel als Vanilla-Discs zu veröffentlichen. Das soll den Käufern der DVD-Version einen Gewissen Grad an Exklusivität gewährleisten, doch Neukunden schauen in die Röhre. Es gibt reichlich tolles Bonusmaterial für den Film, doch leider enthält die Disc nur den deutschen und amerikanischen Trailer, eine Bildergalerie und einen alten Werbeflyer. Es wäre toll, wenn man diese herangehensweise für die Zukunft überdenken würde, bei den Hammer-Editionen funktioniert das auch wunderbar. Zudem wäre der Film in einem Anolis-Mediabook ein Blickfang gewesen.
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Fazit
Ein blutiger Augapfel blickt uns starr entgegen, dann hypnotische Farbwirbel hinter den Vortiteln: hier ist Roger Corman am Werk. Und er schenkt uns einen echten B-Film-Klassiker der kostengünstigen Art, denn der Mann konnte durchaus Regie führen, wenn er denn wollte. Corman inszeniert den Film wie einen Trip: mittels Kameralinsen wirken die Blicke Millands auf die Welt wie das beste LSD-Umwelt, das man sich vorstellen kann: Farben, Wirbel,Schlieren, Negativbilder. Zwischendurch guckt er sehr kontrolliert durch alles durch, was nötig ist: eine Tumorpatientin, die Wände, eine Krawatte, Spielkarten. Auf einer Party (ja, das musste sein) kann er plötzlich durch sämtliche Klamotten sehen und die heiße, Twist tanzende Menge, hottet nach FKK-Manier. Natürlich sieht man die Damen alle von hinten und südlich der Schultern und nördlich der Knie wird eh nicht gezeigt, aber Milland sieht das alles leicht amüsiert und selbst die wackere Doktorin wird hier nicht züchtig, als sie gewahr wird, dass sie bloßgestellt ist.

Der Film sonst ist wie ein Negativbeispiel für ein Moralstück: Milland experimentiert ungebrochen weiter, kippt das Zeug in seine Augen und kriegt zunehmend keine Ruhe mehr. Seine Mitmenschen sehen ihn wahlweise als Heiler oder als Satan, wollen ihn ausnutzen oder verdammen, jedoch erkennt niemand die Möglichkeiten, die Xavier aus durchaus guten Absichten aber auch nicht gut genug verkaufen kann. Als Arzt stößt er versehentlich seinen Freund aus dem Fenster, auf einem Rummelplatz wird sogar er zum Ausgestoßenen und die polizeiliche Verfolgung macht auch nichts besser. Selbst die Flucht in eine höhere Wahrheit (Religion) bringt ihm am Ende keinerlei Erlösung, da er das Gefüge des Universums schon durchdrungen hat und bis zum Kern vorgestoßen ist: seine Auge haben sich in eine schwarz glitzernde Substanz verwandelt, die lovecraftsche Anleihen zu nehmen scheint. Natürlich hinkt der Film an seinem dramaturgisch unebenen, aber moralisch schön ambivalenten Skript und den Budgetbeschränkungen, aber Milland ist in Höchstform, stets zwischen Sympath und Unsympath pendelnd.

Die Schlusseinstellung schließlich soll in den 60ern den Leuten die Schuhe ausgezogen haben und tatsächlich ist so gefilmt, dass sie immer noch heftig wirkt, doch ist Cormans Film nie vordergründig nur auf den Effekt bedacht. Hier wäre wirklich mal ein gutes Remake fällig, denn die Technik hat die Ansprüche des Stoffes inzwischen eingeholt.
"Der Mann mit den Röntgenaugen" liegt hier in einer hervorragende HD-Umsetzung vor. Nur das fehlen des Bonusmaterials der DVD-Erstauflage ist ein erheblicher Wermutstropfen, zumindest für Liebhaber von Audiokommentare etc. Das schwarze KeepCase wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.



Screenshots



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