USA 2012
Originaltitel:Creep Van
Länge:84:50 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Scott W. McKinlay
Buch:Jim Bartoo
Kamera:Michael J. Walker
Musik:Dennis Dreith
SFX:Robert Hall
Darsteller:Brian Kolodziej, Amy Wehrell, Gerald Emerick, Collin Bernsen, Tonya Kay, Mike Butler, Veronica Adkinson, Justin Kolodziej, Angelina Armani, Erik Porn, Lloyd Kaufman, Dennis Dreith
Vertrieb:Castle View / AL!VE
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:24.04.2015 (Kauf)



Inhalt
Campbell hat bereits mehrere Jobs durch, nun landet er bei einer Autowäscherei und benötigt dringend einen fahrbaren Untersatz, um seine neue Arbeitskollegin Amy auszuführen. Da stößt er per Zufall auf die Anzeige an einem arg heruntergekommenen Van, doch noch ahnt Campbell nicht, dass der Fahrer des Fahrzeugs eine Reihe tödlicher Fallen eingebaut hat, aus denen bislang noch niemand entkam ...

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Das Bild offenbart ziemlich schnell seine Low-Budget Herkunft und zeigt sich äußerst digital und amateurhaft. Farben und Kontrast gehen dabei in Ordnung, können aber keine gute Durchzeichnung erzeugen. Auch der Schwarzwert fällt nicht unbedingt optimal aus, wodurch dunkle Flächen absaufen. Die Schärfe ist solide, wirklich plastisch zeigt sich das Geschehen auf dem Bildschirm allerdings nicht, kann aber zumindest mit einer ordentlichen Detaildarstellung aufwarten. Auch die Kompression arbeitet ruhig und homogen im Hintergrund, wodurch man mit dem Ergebnis zufrieden sein kann.

Creep Van
Creep Van
Creep Van

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Vom darf nun wirklich nicht erwartet werden. Die deutsche Synchronfassung ist auf Amateurniveau und kaum zu ertragen. Die Sprecher erinnern ein wenig an Shopping-Sendungen und klingen reichlich überfordert. Hinzu kommt, dass der Mix keine wirkliche Räumlichkeit zu bieten hat, was daran liegen dürfte, dass hier in Stereo abgemischt wurde (der Mix liegt ebenfalls vor), nur um die deutsche Fassung dann auf 5.1 aufzublasen. Die Rears werden demzufolge nur geringfügig und unspektakulär genutzt. Lediglich der Subwoofer klingt zu beginn sehr brachial und untermalt den Score mit gehörig Druck. Dies klingt aber ebenfalls nicht sehr homogen und im Vergleich mit dem restlichen Klangbild fast schon fehlplatziert. Der Originalton klingt etwas natürlicher, gerade was die Balance zwischen Dialoge und Nebengeräusche angeht, doch auch hier bleibt der Mix recht frontlastig. Deutsche Untertitel sind leider Fehlanzeige.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Original-Trailer (2:08 Min., 720p)
  • Trailer: "Below Zero" (2:04 Min., 480i)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Bis auf den Original-Trailer und ein weiterer Trailer zum Filmprogramm des Labels gibt es keine Extras.
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Fazit
Diverse mysteriöse Killer auf vier Rädern düsten bereits durch die Filmgeschichte wie in Spielbergs "Duell", Carpenters "Christine" oder Silversteins "Der Teufel auf vier Rädern". Regisseur Scott W. Mckinlay schlägt mit seinem zweiten Spielfilm einen eher trashigen Weg ein, dem der Retro-Look recht gut steht, doch die Dramaturgie bleibt dabei merklich auf der Strecke. Die verwaschene Optik erinnert direkt an die billig produzierten Genrestreifen der Achtziger und auch die Handys wirken alles andere als zeitgemäß. Zudem weist die Ausstattung auf einige Gimmicks der Neunziger hin, wodurch ein leicht verwirrendes Bild zeitlicher Zuordnung entsteht. Ein Faible für Troma ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen, denn einerseits heißt der Chef der Waschanlage Kaufman und andererseits absolviert Troma-Guru Lloyd Kaufman einen kleinen Gastauftritt. So abgedreht wie einige Werke der Trash-Schmiede geht das Geschehen allerdings nicht vonstatten.

Zwar finden sich mit Campbell und Amy zwei halbwegs sympathische Protagonisten, doch die Handlung wird stets von witzig gemeinten Einlagen unterbrochen, die für sich stehend kaum Schmunzler erzeugen. Etwa, als eine Punk-Amazone einen mächtigen Schrauber plättet, ein Guru mit zwei Halbnackten im Pool meditiert oder verschiedene Sexualpraktiken im Schnelldurchlauf abgespielt werden. Viele Pointen verpuffen im Nichts, während die Aktivitäten rund um den Van und dem ominösen Fahrer zeitweilig aus dem Fokus geraten. Wenn im Fahrzeug gemordet wird, geschieht dies größtenteils einfallsreich und recht blutig, zumal die Einlagen bis auf ein, zwei Szenen handgemacht sind. Da gibt es zwei Körperteilungen, eine Antenne im Hals, ein abgetrenntes Gesicht, einen zerquetschten Schädel und einen mit Zinken gespickten Airbag. Qualitativ gehen die Gewalteinlagen in Ordnung, so dass man auf die CGI und im Kontext auch unpassend wirkenden Einlagen besser verzichtet hätte.

Darstellerisch sind indes deutliche Abstriche zu machen, denn die Mimen wirken, nicht zuletzt aufgrund der grottigen Synchro, teils so hölzern wie in vielen Pendants der Achtziger. Der Score klingt entsprechend Old School, die Kamera arbeitet zumindest phasenweise kreativ, nur der Handlung fehlt es merklich an Dynamik und der Konzentration aufs Wesentliche. Denn neben den Killeraktivitäten werden skurrile Passagen eingestreut, die kaum eine Gemütsregung erzeugen und mit dem eigentlichen Geschehen rein gar nichts zu tun haben. Spannende Momente halten sich folglich in Grenzen und lediglich die blutigen Ableben sorgen für kleine Schauwerte. Insgesamt schwankt der Unterhaltungswert arg und für eine Trash-Granate bleibt der Streifen unterm Strich viel zu harmlos.

Technisch bietet die Disc nichts besonders erwähnenswertes. Ein solides Bild, zumindest für ein Low-Budget Film, eine amateurhafte deutsche Synchronfassung und kein Bonusmaterial, lässt eine Kaufempfehlung nur schwer aussprechen. Zumindest ist die Fassung unzensiert und wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.



Screenshots



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