UK 1964
Originaltitel:Evil of Frankenstein, The
Länge:86:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Freddie Francis
Buch:Anthony Hinds (als John Elder)
Kamera:John Wilcox
Musik:Don Banks
SFX:Les Bowie
Darsteller:Peter Cushing, Peter Woodthorpe, Duncan Lamont, Sandor Elès, Katy Wild, David Hutcheson, James Maxwell, Howard Goorney, Anthony Blackshaw, David Conville, Caron Gardner, Kiwi Kingston
Vertrieb:Anolis
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:29.05.2015 (Kauf)



Inhalt
Baron von Frankensteins unorthodoxe Arbeitsmethoden haben die Dorfbewohner gegen ihn aufgebracht. Gemeinsam mit seinem Assistenten muss er nach Karlsbad fliehen, als sein Labor zerstört wird. Im Exil entdeckt Frankenstein, dass sein Ungeheuer noch am Leben ist - gefroren im Eis. Doch Zoltan, ein mysteriöser Hypnotiseur, der das Gehirn des Ungeheuers reaktivieren soll, will das Monster für seine eigenen Zwecke missbrauchen und setzt damit eine Reihe blutiger Geschehnisse in Gang.

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Bereits die Koch Media-DVD konnte mit einer sehr guten Bildqualität aufwarten, und so verwundert es nicht, dass die vorliegende HD-Version ähnliche Attribute innehält, in puncto Schärfe und Detaildarstellung aber noch einmal eine Schippe drauf legen kann. Besonders in Nahaufnahmen können Details gut herausgearbeitet werden. Das Bildformat der Blu-ray beträgt 1,78:1, während die DVD noch in 1,85:1 daherkam. Auch hier hat die Anolis-Disc einen Vorteil gegenüber der Standard-Definition-Version und offenbart etwas mehr Bildinformationen. Da beide von derselben Quelle stammen, gibt es auch keinen Unterschied im Bereich der Farbgebung und der Kontrastwerte. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn die satten und kräftigen Farben überzeugen ebenso wie der ausgewogene Kontrast, der zudem mit einem ordentlichen Schwarzwert daherkommt. Selbst in dunklen Szenen gehen hier keine Details verloren, und die gute Durchzeichnung sorgt für eine angenehme Plastizität. Sicherlich gibt es altersbedingt ein paar unschärfere Sequenzen bzw. Szenen, die deutlich weicher wirken. Den Sehgenuss trübt dies nicht weiter, und die wenigen Drop-Outs und Verunreinigungen fallen nicht negativ ins Gewicht. Die Kompression arbeitet sauber und ruhig im Hintergrund.

Frankensteins Ungeheuer
Frankensteins Ungeheuer
Frankensteins Ungeheuer

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Altersbedingte Schwächen bei der deutschen Tonspur sind ganz normal, doch insgesamt bietet der unkomprimierte Mono-Mix eine gute Sprachwiedergabe und einen sauberen, fast fehlerfreien Klang. Zudem klingt die deutsche Fassung nicht mehr so dumpf wie die alte DVD. Rauschen und gelegentliches Knacksen bleibt zwar nicht aus, nimmt aber niemals störende Ausmaße an. Der Originalton hinterlässt einen etwas natürlicheren und klareren Eindruck, rauscht jedoch auch hörbar. Dafür sind Nebengeräusche deutlicher wahrzunehmen. Optional gibt es deutsche Untertitel.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 28-seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz
  • Making Of "The Evil of Frankenstein" (28:25 Min., 1080p)
  • Uwe Sommerlad im Gespräch mit Caron Gardner (38:13 Min., 1080p)
  • Caron Gardner über ihre Karriere (2:22 Min., 1080p)
  • US-Trailer (2:17 Min., 1080p)
  • Zusätzliche Szenen der amerikanischen TV-Fassung (12:59 Min., 1080p)
  • Deutscher Werberatschlag (4:22 Min., 1080p)
  • US-Werberatschlag (6:55 Min., 1080p)
  • Filmprogramm (0:56 Min., 1080p)
  • Bildergalerie #1 (2:08 Min., 1080p)
  • Bildergalerie #2 (5:00 Min., 1080p)
VerpackungMediabook
 Neben umfangreichen Bildergalerien mit Aushangfotos, Plakaten, Pressebildern, einem Filmprogram und Werberatschlägen, enthält die Disc noch über 12 Minuten an "zusätzlichen Szenen" der amerikanischen TV-Fassung, die nett anzusehen sind, aber nicht wirklich zum Film passen. Das 28-minütige Making-of "The Evil of Frankenstein" entpuppt sich als sehr schöne Dokumentation über die Entstehung des Films, bei dem nicht nur Filmhistoriker, sondern auch Schauspieler und Filmemacher zu Wort kommen.

Uwe Sommerlad hatte das Vergnügen, Schauspielerin Caron Gardner zu interviewen. Das Interview fällt mit knapp 40 Minuten auch äußerst lang aus und bietet einen umfangreichen Einblick in die Karriere der sympathischen Darstellerin. Da wird das 2-minütige, etwas ältere Interview mit ihr schon fast überflüssig. Abschließend gibt es noch den US-Trailer. Und wer noch mehr Infos haben möchte, kann während des Hauptfilms einen deutschsprachigen Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz zuschalten. Ein sehr angenehm zu hörender Kommentar in gewohnt guter Qualität, bei dem beide Gesprächspartner nicht nur auf Hintergründe zur Entstehung von "Frankensteins Ungeheuer" eingehen, sondern auch auf die Crew vor und hinter der Kamera. Dr. Rolf Giesen beleuchtet dabei immer wieder ein paar filmhistorische Aspekte. Das Bonusmaterial auf der Disc liegt in HD vor und wurde bei Bedarf deutsch untertitelt. Das Mediabook enthält ein 28-seitiges Booklet – reichlich bebildert – mit Texten von Uwe Sommerlad und Dr. Rolf Giesen.

Frankensteins Ungeheuer
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Fazit
Nach der bereits sehr guten DVD-Version von Koch Media veröffentlicht Anolis in ihrer Hammer-Reihe "Frankensteins Ungeheuer" erstmals in HD. Bild und Ton sind zwar etwas besser als die DVD-Version, doch die größte Rechtfertigung eines Neukaufes liegt auf jeden Fall beim umfangreichen Bonusmaterial und dem tollen Buchteil der Mediabooks. Wie immer veröffentlicht das Kultlabel den Titel in zwei streng limitierten Mediabooks sowie einer Standard-Edition. Alle drei Cover-Varianten sind ein Blickfang und dürften die Kaufentscheidung erschweren. FSK-Logo und technische Infos wurden für das Mediabook auf ein separates Deckblatt gedruckt, dessen Rückseite Werbung für den nächsten Titel enthält. Die KeepCase-Edition hat standardmäßig ein FSK-Wendecover, aber kein Booklet.

Auch wenn "Frankensteins Ungeheuer" zu den schwächeren Filmen der Studios gehört und durch viele Änderungen nicht in das Gesamtbild anderer "Frankenstein"-Verfilmungen passen will, so bieten Freddie Francis (Interner Link"Die Todeskarten des Dr. Schreck") noch genügend Spannung, um sein Publikum nicht zu langweilen. Die Änderungen sind weitgehend im Design des Monsters zu finden. Zwar durften sich die Hammer-Studios dank einer Kooperation mit Universal am klassischen Karloff-Design orientieren, doch gut sieht das Monster nicht aus. Man könnte es auch regelrecht misslungen nennen, denn was nach über 110 Änderungen entstand, erinnert an liebloses Pappmaché, unter dem der neuseeländische Wrestler Kiwi Kingston kaum zur Geltung kommt. Der Universal-Deal war ein großer Fehler, und Hammer unterlag strengen Richtlinien.

Produzent und Drehbuchautor Anthony Hinds versteifte sich von daher stark auf Aspekte alter Universal-Titel und so lies man auch hier das Monster im Eis einfrieren (Interner Link"Frankenstein meets the Wolf Man", 1942). Der Baron bekommt diesmal Hilfe eines stummen Bettlermädchens und eines Hypnotiseurs, gespielt von Peter Woodthorpe, der das Monster aber für seine eigenen Pläne missbrauchen will. Die Sets gehören zu den aufwendigsten der gesamten Hammer-Frankenstein-Ära und sehen wirklich fantastisch aus. Peter Cushing spielt erneut den Baron und das mit Bravour, wobei sein Charakter diesmal stark von dem ursprünglichen Baron Frankenstein abweicht. Hier ist nicht mehr viel übrig von dem skrupellosen Wissenschaftler, der für seine Ziele über Leichen geht. Vielmehr stellt man ihn als missverstandenes Genie dar, einen Mensch, der seine Wissenschaft leben und die Medizin revolutionieren möchte. Vor Jahren von seinem Schloss vertrieben, versucht er anderorts, seine Experimente fortzusetzen - ohne Erfolg. Er ist heimatlos, immer auf der Flucht und versucht, sich in "Frankensteins Ungeheuer" sein Eigentum zurück zu holen, welches mittlerweile der Bürgermeister des Dorfes sein Eigen nennt.

"Frankensteins Ungeheuer" ist ein zwiespältiges Stück Hammer-Ära, will einfach nicht ins Gesamtbild der restlichen Produktionen passen und lässt sich weder inhaltlich noch chronologisch mit den anderen Werken unter der Regie von Terence Fisher verbinden. Dennoch gehört der Film in jede gut sortierte Sammlung von Klassikern. Allein Peter Cushings Darbietung macht sämtliche Mängel der Produktion wieder wett. Im feurigen Finale zog sich Cushing im Übrigen Verbrennungen dritten Grades zu, da er wie immer seine Stunts unbedingt selbst machen wollte.



Screenshots



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