Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
UK 1971
Originaltitel:Hands of the Ripper
Länge:85:09 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Sasdy
Buch:L.W. Davidson
Kamera:Kenneth Talbot
Musik:Christopher Gunning
SFX:Cliff Culley
Darsteller:Eric Porter, Angharad Rees, Jane Merrow, Keith Bell, Derek Godfrey, Dora Bryan, Marjorie Rhodes, Lynda Baron, Marjie Lawrence, Margaret Rawlings
Vertrieb:Anolis
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:31.10.2014 (Kauf)



Inhalt
Anna, die Tochter von Jack the Ripper, lebt nach dem Tod ihrer Eltern bei einer Tante, die sie bei einer Auseinandersetzung ermordet. Sie kommt in die Obhut des Freud-Schülers Dr. John Pritchard. Alles scheint friedlich, bis Anna bei den Vorbereitungen zu der Hochzeit von Dr. Pritchards Sohn eine Zofe auf blutige Weise abschlachtet, die ihr eine Medaillon umhängen wollte.

Bild
Format1,66:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Der für diese Veröffentlichung genutzte HD-Transfer kam im letzten Jahr bereits bei der Synapse-Disc in den USA zum Einsatz und basiert auf einer neuen Abtastung der ITV-Studios. Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Filmkorn ist durchaus sichtbar, wirkt stellenweise aber leicht bröselig, was auf einen dezenten Filtereinsatz schließen lässt. Leider neigt ITV gerne mal dazu, bei ihren Restaurationen verstärkt mit Rauschfiltern zu arbeiten, was bei "Die Hände voller Blut" zum Glück nur dezent geschehen ist. Die Schärfe fällt zwar ansprechend aus, es offenbaren sich sogar einige Details in Nahaufnahmen, doch allgemein betrachtet wirkt das Bild etwas flach. Die teilweise auftauchende Unschärfe ist weitgehend produktionsbedingter Natur, wobei die Nachbearbeitung ebenfalls Details gekostet hat. Dafür zeigt das Bild natürliche Konturen, ohne Anzeichen einer künstlichen Nachschärfung.
Während die Farben natürlich wirken, liefert der Kontrast lediglich solide Werte ab. Helle Flächen neigen zu Überstrahlungen, und Details gehen oftmals in dunklen Szenen unter. Bis auf wenige Ausnahmen ist das MPEG-4 kodierte Bild sauber und zeigt keine nennenswerten Defekte. Lediglich leichtes Flimmern, eine Handvoll Banding-Artefakte sowie etwas Aliasing zeigen sich hin und wieder. Ungeachtet dessen, darf man von einem angenehmen HD-Transfer sprechen, der einen die DVD-Version schnell vergessen lässt.

Hände voller Blut
Hände voller Blut
Hände voller Blut
Hände voller Blut

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 ++++--

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beide Monospuren bieten einen ordentlich Klang ohne nennenswerte Verzerrungen. Der englische Mix klingt etwas frischer als die deutsche Synchronisation, und die Soundkulissen passen sich harmonischer den Dialogen an. Letztere neigen in beiden Sprachfassungen zu leichten Hochtonproblemen, was aber altersbedingt völlig normal ist und keine störenden Ausmaße annimmt. Hintergrundrauschen hält sich angenehm zurück, und die Tonspuren klingen weder dumpf noch blechern. Deutsche Untertitel sind optional.
 +++---

Extras
MediumBD-50
Extras
  • 24-seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Ivo Scheloske
  • Audiokommentar mit Angharad Rees, Stephen Jones und Kim Newmann
  • Dokumentation "The devil's bloody playground" (28:20 Min., 1080p)
  • ABC TV Replacement (7:42 Min., 1080p)
  • Interview mit Peter Sadsy (19:40 Min., 1080p)
  • Trailer:
    • UK-Trailer (2:04 Min., 1080p)
    • US-Trailer (1:57 Min., 1080p)
    • US TV-Spots:
      • US-TV-Spot 30 Sek. (0:26 Min., 1080p)
      • US-TV-Spot 15 Sek. (0:16 Min., 1080p)
      • US-TV-Spot 10 Sek. (0:10 Min., 1080p)
  • Deutscher Werberatschlag (1:56 Min., 1080p)
  • Presseheft (2:34 Min., 1080p)
  • Rank PR Sheet (0:41 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (1:35 Min., 1080p)
VerpackungMediabook
 Neben diversen Trailern, Bildergalerien und einem informativen Buchteil von Uwe Sommerlad enthält die Disc eine 28-minütige Dokumentation mit dem Titel "The devil's bloody playground". Dieser Einblick in die Entstehung eines der kontroversesten Hammer-Filme lässt Filmhistoriker, Regisseur Peter Sasdy, Schauspielerin Jane Merrorw und Bewunderer wie Joe Dante zu Wort kommen. Neben zahlreichen Anekdoten wird auch auf die Zensur und die massiven Schwierigkeiten, einen Weltvertrieb für "Hände voller Blut" zu finden, eingegangen.
Hinter "ABC TV Replacement" verbirgt sich eine knapp 8-minütige Audiospur der ursprünglichen ABC-Ausstrahlung von "Hände voller Blut". Für die amerikanische TV-Version aus dem Jahre 1977 wurde der Film stark gekürzt, und man ließ einen neuen Anfang und ein anderes Ende erstellen. Leider existiert kein Bildmaterial mehr. Es wird vermutet, dass das Filmmaterial beim großen Brand des Universal-Geländes im Jahre 2008 vernichtet wurde. Die Audiospur bietet zumindest einen kleinen Eindruck davon, was der amerikanische Zuschauer Ende der 70er Jahre zu Gesicht bekommen hat. Exklusiv für diese Edition ließ Anolis Entertainment noch ein aktuelles Interview mit Regisseur Peter Sasdy produzieren. In den 20 Minuten spricht der sympathische Regisseur über seinen persönlichen Lieblings-Hammer-Film und gewährt dem Zuschauer einen sehr tiefen Einblick in die Entstehung mit zahlreichen Anekdoten.
Abgerundet werden die Extras durch einen informativen Audiokommentar mit Angharad Rees, Stephen Jones und Kim Newmann sowie einem deutschen Kommentar mit Dr. Rolf Giesen und Ivo Scheloske von Anolis. Beide Kommentare sind auf ihre Art sehr hörenswert und interessant. Das Bonusmaterial wurde, wenn nötig, deutsch untertitelt und liegt in High Definition vor.

Hände voller Blut
 +++++-

Fazit
Ein kleines Glanzlicht aus der späten Hammer-Phase, als man Experimenten nicht mehr abgeneigt war, um das schwindende Zuschauerinteresse wieder zu entfachen. Zwar erzählerisch banal und vorhersehbar, zeigt der Film optisch doch einige ansehnliche Qualitäten. So kann man Regisseur Peter Sasdy das Kompliment machen, einen kostengünstigen und dennoch sehr treffenden Film aus der viktorianischen Epoche Londons gestaltet zu haben. Ausstattung und Set Design der 1890er sind ausgezeichnet, geschmackvoll und stilsicher inszeniert. Kenneth Talbots Kameraarbeit ist beachtlich. Ihm gelingt es, die biedere Geschichte mit einer innovativen Kameraführung aufzupeppen.

Was hinten und vorne nicht stimmt, ist leider die Story. Jack the Rippers Töchterlein, die nach dem Muttermord ein mörderisches Trauma angehängt bekommen hat und Väterlein nun bisweilen im Inneren sprechen hört (nachdem dieser schlichterdings aus der Geschichte vor 15 Jahren verschwunden ist), ist schon ein harter Tobak. Dass dem Ganzen dann aber von einem Wissenschaftler mit Tiefenpsychologie und Freud'schen Methoden entgegengetreten wird, ist höchst unglaubwürdig. Vor allem, weil der Gelehrte munter an seiner Methode festhält, obwohl das Mädel so ziemlich jeden in seiner Umgebung weghäckselt, der ihr ein Schmuckstück umhängen oder sie in den Arm nehmen will. Auf die Idee, sich zu wehren, kommt dann auch keines der Opfer, weswegen Dr. Freud am Ende selbst ins Messer läuft, nachdem er die übrigen Morde schon ignoriert hat (naja, Betrügerin, Hausmädchen, Nutte, Medium, halt alles nichts elementar Unverzichtbares).

Wäre die Aufklärung denn nun wenigstens ein Geheimnis gewesen, hätte man sich vielleicht noch damit anfreunden können, doch der Prolog informiert uns bereits über alles Wissenswerte dieses Traumas, so dass wir nur noch wissen wollen, wie es ausgeht, und das bitte recht schnell. Auch die Tatsache, dass unser Prä-Psychiater nicht einen Schritt vorankommt und ein Medium zur schnellen Komplettaufklärung benötigt, erfreut keinen Logiker. Erfreuen kann einen aber der kleine Showdown, der dramatisch und fotografisch erfreulich gut inszeniert wird und zwar in der Flüstergalerie von St. Pauls.
Ebenso überraschend ist auch der Härtegrad der Mordszenen, die sogar für Hammer-Standard recht derbe sind. Ob es sich nun um Kehlenschnitte, große Nadeln ins Auge oder das Durchbohren per Schürhaken (gleich noch durch die Tür) handelt, die Kamera hält voll drauf, und die Details sind reichlich. Eigentlich wäre dies Sache der Italiener gewesen, denn das sind schon fast Giallo-Qualitäten. Das versöhnt dann halbwegs mit dem Unfug, der sich hier Plot nennt und macht die Sache genießbar.

Abermals eine sehr schöne Umsetzung eines Klassikers aus der Hammer-Reihe. Das Mediabook ist wie immer hochwertig verarbeitet und streng limitiert. Diesmal hat sich Anolis Entertainment wieder für 2 Covervarianten entschieden. Alternativ gibt es noch eine Amaray-Version mit einem dritten Artwork.



Screenshots




Druckbare Version
  
Hände voller Blut (British Horror Classics #03)
NewsExklusive Hammer Steelbooks von Wicked-Vision
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.