UK 1971
Originaltitel:Countess Dracula
Alternativtitel:Komtesse des Grauens
Länge:93:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Peter Sasdy
Buch:Jeremy Paul, Alexander Paal
Kamera:Kenneth Talbot
Musik:Harry Robertson
SFX:Bert Luxford
Darsteller:Ingrid Pitt, Nigel Green, Lesley-Anne Down, Maurice Denham, Patience Collier, Sandot Elès, Peter Jeffrey, Leon Lissek, Jessie Evans, Andrea Lawrence, Susan Brodrick, Ian Trigger, Nike Arrighi, Peter May, John Moore, Joan Haythorne, Marianne Stone, Charles Farrell
Vertrieb:Anolis
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:17.12.2014 (Kauf)



Inhalt
Als die alte Gräfin Elisabeth Bathory die Entdeckung macht, dass das Blut eines Dienstmädchens ihre Haut jünger werden lässt, bringt sie sie um und erscheint einige Zeit später mit jugendlicher Frische und einer strahlenden Schönheit. Gegenüber Nicht-Eingeweihten gibt sie sich als ihre eigene Tochter Ilona aus und beginnt ein Liebesverhältnis mit dem erst kürzlich angereisten Imre Toth - trotz ihres bereits bestehenden Verhältnisses mit Captain Dobi, der ihre richtige Tochter entführt hat und gefangen hält, damit der Schwindel nicht auffliegt. Aber ihre Schönheit ist nur von kurzer Dauer, denn von einer Minute auf die andere ist sie wieder älter und dabei auch hässlicher geworden. Also verlangt sie nach weiteren Mädchen, um ihre Jugend und Schönheit wiederzuerlangen, die ihr zum wiederholten Male Captain Dobi besorgen soll. Doch diesmal verlangt sie ausdrücklich nach Jungfrauen ...

Bild
Format1,66:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Das vorliegende HD-Master von "Comtesse des Grauens" stammt - wie bereits diverse anderen Hammer-Titel - von den ITV-Studios, wodurch Anolis Zugriff auf dasselbe Bildmaster hatte wie Synapse Films vor einigen Monaten. ITV ist dafür bekannt, bei der Restauration und Abtastung durchaus gute, aber nicht perfekte Arbeit zu leisten. So zeigt sich das im Format von 1,66:1 vorliegende Bild weitgehend frei von Schmutz und Defekten, doch waren hier merklich Auto-Cleaner am Werk. Das Resultat ist ein nicht immer homogenes Filmkorn, mit sichtbarem digitalen Bildrauschen. Der Rauschfaktor schwankt zudem extrem: Von dezentem und angenehmem Filmkorn, über starke Bildunruhen sowie stehende Rauschmuster ist alles dabei. Auch leichtes Bildflimmern ist hin und wieder auszumachen. Insgesamt überwiegt allerdings eine angenehm filmische Optik mit einer ansprechenden Schärfe und einem gehobenen Detailgrad. Gerade das Make-up von Ingrid Pitt kommt durch die höhere Auflösung sehr gut zur Geltung und zeigt die tolle Arbeit der Maskenbildner. Der Kontrast wurde gut gewählt, Konturen sauber gezeichnet, und auch die Farbdarstellung wirkt altersbedingt natürlich, aber nicht übermäßig satt und kräftig. Schlussendlich darf man mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein, gerade wenn man produktions- und altersbedingte Mängel ausblendet. Die Kompression arbeitet ruhig im Hintergrund, und der Bildstand fällt ebenfalls ruhig aus.

Comtesse des Grauens
Comtesse des Grauens
Comtesse des Grauens
Comtesse des Grauens

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beide Tonspuren liegen im Mono-Format vor und können in Anbetracht des Alters überzeugen. Sowohl der deutsche als auch der englische Mix bieten eine gute Dialogwiedergabe, wobei die deutsche Tonspur im Vergleich zum Original etwas dumpfer und kraftloser klingt. Grobe Verzerrungen oder ein blecherner Klang sind bei beiden Fassungen nicht auszumachen, und auch Defekte sind nicht wahrzunehmen. Lediglich leichtes Hintergrundrauschen ist herauszuhören, stört aber nicht weiter. Optional gibt es deutsche Untertitel.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 24-seitige Booklet
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Ivo Scheloske
  • Audiokommentar mit Ingrid Pitt, Stephen Jones und Kim Newman
  • Interview mit Peter Sasdy [2013] (21:10 Min., 1080p)
  • Interview mit Ingrid Pitt [1994] (28:27 Min., 1080p)
  • Britischer Trailer (3:04 Min., 1080p)
  • Double Feature Trailer (2:20 Min., 1080p)
  • Deutsche Titelsequenz (1:51 Min., 1080p)
  • Deutscher Werberatschlag (0:46 Min., 1080p)
  • US Pressbook (3:41 Min., 1080p)
  • Hammer Christmas Folder (0:24 Min., 1080p)
  • Rank Folder (2:21 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (3:18 Min., 1080p)
VerpackungMediabook
 Beim Bonusmaterial gab sich Anolis abermals sehr viel Mühe. Neben zwei Trailern zum Film, einer umfangreichen Bildergalerie, der deutschen Titelsequenz und diversen Werberatschlägen enthält die Disc Pressematerialien und zwei informative Audiokommentare. Den Anfang macht ein brandneuer Kommentar mit Dr. Rolf Giesen und Ivo Scheloske von Anolis selbst. Beide wirken sehr gut aufeinander eingespielt und bieten dem Zuhörer eine Fülle an Informationen. Sie sprechen über die Produktion genauso ausführlich wie über Historisches im Bezug auf die "wahre" Blutgräfin. Zudem betrachten sie "Comtesse des Grauens" mit kritischen Augen und arbeiten sowohl positive, als auch negative Elemente sehr gut heraus. Das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Diesmal findet auch der 2006 aufgenommene Audiokommentar mit Ingrid Pitt, Stephen Jones und Kim Newman einen Platz auf der Disc. Dieser fehlte bei der damaligen DVD-Erstauflage und liegt hier deutsch untertitelt vor. Er ist nicht nur hörenswert und bietet reichlich Anekdoten und Hintergrundinformationen zur Produktion, sondern auch drei gut aufgelegte Sprecher. Vor allem Ingrid Pitt redet sehr offen über ihre Rolle und die Dreharbeiten und weiß nicht nur Schönes zu berichten. Allerdings hielt sie sich beim Thema "Comtesse des Grauens" noch nie wirklich zurück, so auch nicht im ebenfalls auf der Disc befindlichen Interview, welches 1994 beim "Festival of Fantastic Films" in Manchester aufgezeichnet wurde.

Ingrid Pitt erweist sich auch hier als sehr sympathische und redefreudige Person. Stets gut gelaunt, gibt sie einige Anekdoten über "Comtesse des Grauens" zum Besten und gewährt uns einen kurzen Einblick in ihre Karriere als Schauspielerin und Privatperson. 2013 entstand auch ein 21-minütiges Interview mit Regisseur Peter Sasdy, der ebenfalls sehr offen und ehrlich über die Produktion spricht und eine ganz klare Aussage zum Thema Ingrid Pitt trifft. Ob man Sasdys Art als sympathisch empfindet, muss jeder selbst entscheiden; interessant ist es allemal, auch einmal die andere Seite zu hören. Allerdings merkt man schnell, dass er sich sehr bedacht und diplomatisch ausdrückt. Hier heißt es also, zwischen den Zeilen zu lesen. Beide Interviews wurden deutsch untertitelt.

Abschließend sei noch das 24-seitige Booklet empfohlen, welches in das Mediabook eingeklebt wurde. Dieses enthält einen von der Erstauflage bekannten Text aus der Feder von Uwe Sommerlad sowie ein neues Essay von Dr. Rolf Giesen. Das Booklet ist wie immer hübsch gestaltet und beinhaltet noch eine Auflistung der Alternativtitel, Credits und weitere Informationen zum Film. Das Mediabook selbst ist hochwertig verarbeitet und liegt in einer matten Lederoptik vor. Trotz Limitierung verzichtet Anolis auf eine Durchnummerierung auf dem Mediabook.
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Fazit
"Mirror mirror on the wall, who's the ugliest of them all?" - Trailer-Zitat

Mit "Comtesse des Grauens" widmeten sich die legendären Hammer Studios in den frühen 70er Jahren der Legende um die ungarische Blutgräfin Erzsébeth Nadasdy, geborene Báthory. 1611 wurde sie als Serienmörderin verurteilt und starb 1614 in ihrer Zelle. Fortan verschmelzen Mythen und Fakten miteinander: Sie gilt u. a. als Opfer politischer Intrigen, nicht unschuldig, doch sicherlich kein Monstrum, das sich im Blut toter Mädchen badete. Heute kann nur vermutet werden, wie viele Leichen auf das Konto der Gräfin gehen. Bis zu 650 Mädchen soll sie, teilweise auf sadistische Art und Weise, umgebracht haben. Von diesem Sadismus ist in "Comtesse des Grauens" nichts mehr zu spüren. Vielmehr zeigt Regisseur Peter Sasdy die innere Zerrissenheit und die pure Angst vor dem Altern. Grausamkeiten und Gräueltaten, die ihr angedichtet wurden, weichen einem Historiendrama mit reichlich Liebesschnulze. Selbst das legendäre "Blutbad" lässt vielmehr ein Schmunzeln über die Lippen des Betrachters wandern, statt Schrecken zu erzeugen, und wurde selbst von Hauptdarstellerin Ingritt Pitt im Interview stark kritisiert, da sie hier nur mit ein paar Tropfen Kunstblut ihren schönen Körper einseifen durfte und nichts von einem Blutbad zu sehen war. Zudem mussten auf Anraten der Studios Szenen nachgedreht werden, damit der Film nicht gänzlich zu einem Drama verkommt. Doch genau das war es, was Peter Sasdys wollte: ein historisches Drama. Denn mit Horror konnte er nicht viel anfangen. Für die Chefetage der Hammer Studios war dies natürlich unvorstellbar, doch die wenigen nachgedrehten Szenen konnten den Film als solches nicht mehr retten.

"Comtesse des Grauens" erinnert kaum an die typischen Hammer-Produktionen, und das liegt nicht nur am fehlenden Horror-Anteil oder den äußerst flachen Kulissen und Kostümen. Es scheint teilweise so, als würde das Filmteam gegeneinander arbeiten - vornweg Hauptdarstellerin Ingritt Pitt und Regisseur Peter Sasdys. Während Ingritt Pitt in ihrer ersten großen Rolle wirklich alles geben wollte, bremste Sasdy sie förmlich aus, und das merkt man in nahezu jeder Szene. Es ist immer schlecht, wenn Schauspieler und Regie aneinander vorbei arbeiten und persönliche Differenzen der Filmproduktion schaden. Der Regisseur hatte nicht viel übrig für die hübsche Polin und ließ am Ende sogar ihren osteuropäischen Akzent und somit auch ihre erotische Stimme von einer anderen Schauspielerin nachsynchronisieren. Mehr kann man die Arbeit von jemandem kaum missbilligen. Ingritt Pitt, die dies erst im Nachhinein erfuhr, klagte im Übrigen vergebens gegen diese Veränderung. Was übrig bleibt, ist eine solide, aber viel zu zahme Verfilmung der Báthory-Story mit einer bezaubernden und gut spielenden Ingritt Pitt und Nigel Green in den Hauptrollen.

Mit "Comtesse des Grauens" liefert Anolis das sechste Mediabook aus der Hammer-Reihe ab und kann den hohen Qualitätsstandard problemlos halten. Fans und Sammler von Hammer Film-Produktionen dürfen hier wieder zugreifen. Wie bei allen Mediabooks der Reihe heißt es: Schnell sein, denn aufgrund der Limitierung wird es das Mediabook nicht lange geben. Wer keinen großen Wert auf die Verpackung legt, kann sich allerdings auch eine KeepCase-Variante mit anderem Cover-Motiv und ohne Booklet zulegen.



Screenshots



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