ISR 2013
Originaltitel:Big Bad Wolves
Länge:109:59 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Aharon Keshales, Navot Papushado
Buch:Aharon Keshales, Navot Papushado
Kamera:Giora Bejach
Musik:Haim Frank Ilfman (als Frank Ilfman)
SFX:Dani Cohen
Darsteller:Lior Ashkenazi, Tzahi Grad, Doval'e Glickman, Rotem Keinan
Vertrieb:Constantin Film
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:27.11.2014 (Kauf)



Inhalt
Eine grausame Mordserie an jungen Mädchen hält eine Kleinstadt in Atem. Als Hauptverdächtiger gilt der unscheinbare Religionslehrer Dror (Rotem Keinan), der allerdings aus Mangel an Beweisen wieder auf freien Fuß gesetzt wird. Polizist Miki (Lior Louie Ashkenazi) hofft, ein Geständnis aus dem Verdächtigen rausprügeln zu können. Die Aktion mit den bezahlten Schlägern geht aber nach hinten los, denn sie landet als Video zum Thema Polizeigewalt in den israelischen Medien und Miki wird gefeuert. Weder er noch der rachsüchtige Vater des letzten Opfers haben nun noch etwas zu verlieren. Bei der geplanten Entführung und Folterung des Hauptverdächtigen bleibt schließlich nur die Frage, ob Dror es wirklich war und wenn ja, wie weit Selbstjustiz gehen kann ...

Bild
Format2.40:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 "Big Bad Wolves" liegt im Seitenverhältnis von 2,40:1 vor und wurde in MPEG-4 AVC codiert. Die Bildschärfe ist durchweg auf einem hohen Niveau und lässt auch in Nahaufnahmen beinahe jedes noch so kleine Detail erkennen. Selbst Feinheiten wie das Muster auf Drors Jackett zeichnen sich korrekt ab und werden mit einer überzeugenden Bildruhe dargestellt. Auch der durchweg knackige Kontrast und die natürlichen Farben präsentieren sich - ganz gleich ob das Geschehen nun im Wald oder in Gidis spärlich ausgeleuchtetem Folterkeller stattfindet - stets ausgewogen. Erwähnenswert ist zudem, dass selbst in dunklen Szenen keinerlei Bildinhalte verloren gehen. Die Kompression arbeitet einwandfrei. Lediglich einige Bereiche im Hintergrund wirken etwas schwammig. Unterm Strich ein ordentlicher Transfer, an dem es nicht viel auszusetzen gibt.

Big Bad Wolves
Big Bad Wolves
Big Bad Wolves
Big Bad Wolves

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD High Resolution 5.1, Dolby Digital 2.0 Stereo (nur dt.)
SpracheDeutsch, Hebräisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Der deutsche Ton als auch der hebräische Originalton liegen in DTS-HD High Resolution 5.1 vor und nutzen jeweils die Surround-Kanäle für einige nette Effekte: Zum Beispiel knarzt der Dielenboden in Gidis Waldhaus sehr authentisch. Man hört im Folterkeller das Wasser tropfen. Auch als der vom Dienst suspendierte Polizist Miki (Lior Louie Ashkenazi) dem vermeintlichen Kindesmörder Dror (Rotem Keinan) den ersten Finger bricht, wird das sehr überzeugend abgemischt. Auffällig an beiden sehr homogen klingenden DTS-HD-Abmischungen ist, dass die Surround-Kanäle überwiegend für die Musikuntermalung des Scores von Frank Ilfman genutzt werden und die Stimmwiedergabe sehr frontlastig ausgefallen ist. Dies wird umso deutlicher, wenn man zur ebenfalls enthaltenen deutschen Dolby Digital Stereo-Tonspur wechselt, die deutlich kraftvoller klingt. Nicht nur, dass bei dieser die Stimmen der Darsteller voluminöser klingen, auch das Knacken von Drors Knochen oder das Zuknallen der Kellertür wird hörbar kraftvoller wiedergegeben. Weil die Dialoge, die in der deutschen Fassung sehr überzeugend vertont wurden, das Geschehen dominieren, empfiehlt es sich, dem Stereo-Ton den Vorzug zu geben. Wer möchte, hat zudem die Möglichkeit, das Werk der Regisseure Navot Papushado und Aharon Kashales im hebräischen Originalton zu hören, zu welchem sich optional deutsche Untertitel schalten lassen. Selbiges gilt selbstverständlich auch für die beiden anderen Tonspuren.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Trailer bei Disc-Start: "Pompeii" (2:23 Min., 1080p)
  • Hinter den Kulissen (16:18 Min., 1080i)
  • Deutscher Trailer (2:17 Min., 1080p)
  • Original-Trailer (2:17 Min., 1080p)
  • DVD/BD-Empfehlung: "The Sacrament" (3:31 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • The Green Inferno (1:14 Min., 1080p)
    • Halloween Resurrection (2:19 Min., 1080p)
    • Texas Chainsaw 3D (2:33 Min., 1080p)
    • Motel Room 13 (2:32 Min., 1080p)
    • Need for Speed (1:32 Min., 1080p)
    • Life of Crime (1:48 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Viele Extras bietet die Blu-ray leider nicht. Das einzige Bonusmaterial zur Produktion besteht aus dem deutschen beziehungsweise hebräischen Filmtrailer sowie einer kurzen Hinter den Kulissen-Doku auf Hebräisch. In dieser äußern sich nahezu alle an der Produktion beteiligten Personen zu ihre Rollen und den Film, und auch die Regisseure Navot Papushado und Aharon Kashales kommen auf ihr Werk zu sprechen. Den Beitrag muss man nicht unbedingt gesehen haben, aber wer etwas mehr über die Produktion in Erfahrung bringen möchte, der wird sich über die hinzuschaltbaren deutschen Untertitel freuen. Zwei weitere nette Extras sind ein innenliegender Flyer mit Kapitelinformationen sowie ein Wendecover ohne Altersfreigabe-Hinweis.
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Fazit
Der Film von Navot Papushado und Aharon Kashales, der eine Laufzeit von ca. 110 Minuten hat, braucht etwas Zeit, bis er Fahrt aufnimmt. Langweilig oder nicht spannend genug erzählt ist er zwar nicht, ein höheres Erzähltempo wäre aber dennoch nicht verkehrt gewesen. Der beste Film des Jahres, wie er von Quentin Tarantino höchstpersönlich bezeichnet wird, ist er folglich nicht. Dennoch: Die Geschichte über den Religionslehrer Dror, der angeblich ein Kinderschänder und Mörder ist und bei der Polizei als Hauptverdächtiger gilt, wird sehr gut erzählt. Hinzu kommt, dass die Rolle des Opfers mit Rotem Keinan perfekt besetzt ist, der hier eine wahrlich glaubwürdige Performance abliefert. Auch die weiteren Darsteller überzeugen in ihren Rollen. Allen voran der rachsüchtige Gidi (Tzahi Grad), der den Vater des letzten Opfers spielt, das mit runtergelassenem Höschen und ohne Kopf auf einem Stuhl im Wald gefunden wurde. Die Folterszenen im Film sind zwar nicht so hart wie erwartet, aber trotzdem hinterlassen diese ein flaues Gefühl in der Magengrube. Schuld daran ist die Kamera, welche die meiste Zeit überall voll drauf hält, ganz gleich, ob nun ein Finger gebrochen, ein Zehennagel gezogen oder das Opfer mit einem Bunsenbrenner bearbeitet wird. Ja, richtig gehört: "Big Bad Wolves" ist hart, weshalb Zartbesaitete einen großen Bogen um diesen Film machen sollten.

Wer hingegen etwas für Rachethriller mit harten Gewaltszenen übrig hat, der liegt hier goldrichtig, vor allem auch, weil die technische Umsetzung des Films sehr gelungen ist. Das Bild leistet sich keine nennenswerten Schwächen, und auch der deutsche Ton ist sehr überzeugend. Der einzige Schwachpunkt ist die etwas magere Bonusausstattung, aber die macht Constantin zumindest mit dem beiliegenden Wendecover ohne störendes FSK-Logo wieder einigermaßen wett.



Screenshots



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