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DE 2013
Originaltitel:Frau hinter der Wand, Die
Alternativtitel:Stunde des Verbrechens: Die Frau hinter der Wand, Die
aka. Whispers Behind the Wall
Länge:95:04 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Grzegorz Muskala
Buch:Robert Dannenberg, Grzegorz Muskala
Kamera:Phillip Kaminiak
Musik:Conrad Oleak
SFX:Martin Goeres
Darsteller:Vincent Redetzki, Katharina Heyer, Florian Panzner, Almut Zilcher, Ronald Nitschke, Leszek Stalewski, Niels Bormann, Robert Stadlober, Nikolai Kinski, Petra Zieser, Hanns Zischler
Vertrieb:Capelight / Al!ve
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:22.08.2014 (Kauf)



Inhalt
Voller Hoffnung verlässt der angehende Jura-Student Martin sein behütetes Elternhaus in der Provinz und zieht nach Berlin. In einem düsteren Mietshaus findet er eine heruntergekommene Wohnung, deren Vormieter spurlos verschwunden ist. Während der scheue Martin in der Uni keinen Anschluss findet, weckt die geheimnisvolle Nachbarin Simone sein Verlangen. Beide trennt nur eine dünne Wand. Martin verliert sich mehr und mehr in einer verstörenden Welt aus dunkler Sexualität und Gewalt. Und tief im Gemäuer des Hauses erwartet ihn der wahre Horror seiner ersten Liebe ...

Bild
Format1,85:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Der HD-Transfer von "Die Frau hinter der Wand", welcher im Seitenverhältnis von 1,85:1 vorliegt und in MPEG-4-AVC-codiert wurde, präsentiert sich leider etwas durchwachsen. Die Bildschärfe bewegt sich allenfalls auf mittlerem Niveau, nur in bestimmten Szenen wird eine gute HD-Qualität erreicht, in denen einzelne Haarpartien oder Hauptporen der Protagonisten zu erkennen sind. Meistens neigt das Bild jedoch zu weicheren Darstellungen, die vor allem dazu führen, das die Details im Hintergrund, wie beispielsweise Bilder an der Wand oder Bücherrücken im Regal, etwas leicht verschwommen wirken. Die Farbgestaltung und auch der Kontrastwert sind gut eingestellt, allerdings lediglich in helleren Szenen. In dunkleren Bildabschnitten, von denen es im Film eine ganze Menge gibt, neigen die Farben nämlich etwas zum Übertreiben. Auch der Kontrastwert ist in dunklen Szenen nicht ausgewogen und hätte ruhig etwas höher sein können. Dafür ist der Schwarzwert aber schön satt, was grundsätzlich zwar gut ist, allerdings sorgt dieser dafür, dass in dunklen Bereichen die Durchzeichnung nur selten optimal ist und auch hier Details verloren gehen. Natürliches Filmkorn ist beim Hauptfilm, genauso wie beim "Long Distance Call"-Kurzfilm, vorhanden. Dieses ist bei Nahaufnahmen und bei Tagesszenen weniger aufdringlich, tritt dafür aber wieder in dunkleren Szenen vermehrt auf. Störend ist das jedoch nicht, sondern unterstreicht die ohnehin beklemmende Atmosphäre des Films zusätzlich.

Die Frau hinter der Wand
Frau hinter der Wand
Die Frau hinter der Wand
Die Frau hinter der Wand

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch
UntertitelEnglisch, Spanisch
 Bei der deutschen Produktion, die im März vergangenen Jahres in der ZDF-Reihe "Kleines Fernsehspiel" zu sehen war, gibt es ausschließlich den deutschen Ton, diesen allerdings in verlustfreiem DTS-HD Master Audio 5.1. Wie von der Geschichte nicht anders zu erwarten war, gibt es bei diesem zwar kein Effektfeuerwerk, das soll aber nicht heißen, dass die Abmischung nicht gelungen ist. Im Gegenteil: Der Surround-Mix klingt sogar sehr natürlich, wovon sehr viele Szenen enorm profitieren. Als Beispiel möchten wir hier das Badezimmer anführen, in welchem Martin (Vincent Redetzki) seine Vermieterin Simone (Katharina Heyer) beim Masturbieren belauscht. Aber auch die übrige Geräuschkulisse, die sich in der gegenüberliegenden Wohnung abspielt, wurde überzeugend eingefangen und wird sehr authentisch über sämtliche Kanäle wiedergegeben. Die nur selten eingesetzte Musik von Conrad Oleak fügt sich zudem perfekt ins Geschehen ein und sorgt für eine ansprechende Atmosphäre. Auch die Balance zwischen den Dialogen ist sehr ausgewogen, denn diese werden zu jeder Zeit klar und deutlich wiedergegeben. Allerdings mit Ausnahme von Darstellerin Katharina Heyer, die in einigen Szenen manchmal etwas nuschelt und deswegen etwas schwieriger zu verstehen ist. Dem ansonsten gelungenen Gesamtbild tut dies aber keinen Abbruch. Wer möchte, hat obendrein auch die Möglichkeit, den Film optional mit englischen oder spanischen Untertiteln zu sehen.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Enemy (2:06 Min., 1080p)
    • Hotel Desire (1:24 Min., 1080p)
  • Entfallene Szenen: (Optional mit Regiekommentar)
    • Horns Keller (1:56 Min., 1080p)
    • Post von Sebastian? (1:15 Min., 1080p)
    • Verfolgt (0:32 Min., 1080p)
  • Kurzfilm "Long Distance Call" (19:59 Min., 1080p)
  • Deutscher Trailer (2:06 Min., 1080p)
  • Englischer Trailer (2:06 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • Kiss of the Damned (2:27 Min., 1080p)
    • Sleeping Beauty (1:36 Min., 1080p)
    • Sweet Desire (1:46 Min., 1080i)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Allzu viele Extras bietet die Blu-ray leider nicht und beschränkt sich überwiegend auf Eigenwerbung. Unter "Filmtipps" befinden sich fünf Vorschauen zu diversen Filmen von Capelight, die allesamt in deutscher Sprache und in HD vorliegen. Die einzigen Extras zum eigentlichen Film bestehen aus einem deutschen Trailer, der optional auch mit englischen Untertiteln abgespielt werden kann, sowie drei "Entfallene Szenen". Diese teilen sich auf in "Horns Keller", "Post von Sebastian" sowie "Verfolgt", von denen vor allem die erste überaus sehenswert ist und eine wichtige Lücke im Film schließt. Erwähnenswert ist zudem, dass sich die entfallenen Szenen wahlweise mit deutschem Filmton oder einem deutschsprachigen Audiokommentar des Regisseurs abspielen lassen. Das Sahnestückchen des gesamten Bonusmaterials ist aber "Long Distance Call", ein deutscher Kurzfilm von Regisseur Grzegorz Muskala. Dieser wurde von der deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin gefördert und erzählt die spannende Geschichte von Henry (Arno Frisch), der seine Frau Claire (Eva Bay) im Urlaub telefonisch bei einem Seitensprung erwischt. Der Vollständigkeit halber möchten wir noch erwähnen, dass die Blu-ray ein Wendecover enthält, sämtliche Extras in HD vorliegen und deutschen Ton in Stereo LPCM bieten.
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Fazit
"Die Frau hinter der Wand" des doch eher unbekannten Regisseurs Grzegorz Muskala gehört ganz klar zu den Geheimtipps des vergangenen Jahres und wurde zurecht beim Nürnberg Film-Festival als auch beim Oldenburg Film-Festival als bester Film nominiert. Die Geschichte um den jungen Jurastudent Martin, der hier in seiner Berliner-Mietswohnung immer mehr und mehr seiner lüsternen Vermieterin Simone verfällt, die obendrein ein gefährliches Spiel mit ihrem gewalttätigen Freund Sebastian (Florian Panzner) treibt, hat es wahrlich in sich. Der Film ist spannend erzählt und versprüht dank der überragenden Darstellung von Katharina Heyer, eine Magie, der man sich nur schwer entziehen kann. Wie sie den unerfahrenen und schüchternen Martin um den Finger wickelt und er ihr hörig wird, ist ganz großes Kino. Aber nicht nur Katharina Heyer überzeugt in ihrer Rolle als Femme Fatale, auch die anderen Darsteller, allen voran Martin (Vincent Redetzki), der dem jungen Quentin Tarantino zum Verwechseln ähnlich sieht, verleiht seiner Figur die nötige Tiefe. Etwas enttäuschend war allerdings das Ende, das irgendwie vorhersehbar war und auch zu viele Fragen ungeklärt lässt. Welche zentrale Rolle im Film spielt Hausmeister Horn (Ronald Nitschke) wirklich und vor allem, wieso denkt Frau Schaffrat (Almut Zilcher) zunächst, das Martin der verschollene Vormieter Robert (Robert Stadlober) ist? Antworten darauf liefert der eigentliche Hauptfilm nicht, aber zumindest bekommt man bei den entfallenen Szenen einen etwas tieferen Einblick in die kranken Vorlieben des Hausmeisters.

Die technische Umsetzung wird der hohen Qualität des Films leider nicht in allen Punkten gerecht, vor allem bei der Bildqualität, die nur mittelmäßig ist, müssen Abstriche gemacht werden. Dafür punktet der Titel aber mit einem starken deutschen HD-Sound, der einen noch tiefer in das Geschehen eintauchen lässt. Etwas schade hingegen ist, dass es – bis auf drei geschnittene Szenen und einen Trailer, sonst keine weiteren Extras zur eigentlichen Produktion gibt. Darüber hinweg trösten aber der tolle Kurzfilm, das beiliegende Wendecover und der anspruchsvolle Film selbst, den man in dieser Form, vor allem im deutschen Fernsehen, nicht allzu oft sieht.



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