Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
IT 2013
Originaltitel:Hotel Inferno
Länge:77:25 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Giulio de Santi
Buch:Giulio de Santi
Kamera:Giulio de Santi
Musik:Protector101, Razzaw
SFX:David Borg Lopez, Sigma4, Giulio De Santi
Darsteller:Michael Howe, Rayner Bourton, Jessica Carroll, Wilmar Zimosa, Christian Riva, Ortaez Santiago, Riccardo Valentini, Mauro Miglorini, Mino Bonnini
Vertrieb:LFG
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:06.06.2014 (Kauf)



Inhalt
Frank Zimosa ist Auftragskiller und soll in einem ominösen Hotel ein Paar umbringen, was er per Brille mit integrierter Kamera und Computeranschluss festhalten soll. Derweil hält sich Frank jedoch nicht an die Anweisungen seines Auftraggebers, dessen Hotel die merkwürdigsten Angreifer beinhaltet ...

Bild
Format1,78:1
Norm1080i / MPEG-4 AVC
 Eins ist klar: 08/15 Film-Konsumenten werden nicht nur aufgrund der Ego-Ansicht und der deutlich an Videospielen orientierten Inszenierung ihre liebe Mühe damit haben, sich auf "Hotel Inferno" einzulassen. Auch im Bereich Bildqualität und Optik muss man sich schon mit dem sterilen, amateurhaften und stark wechselhaften Bild anfreunden, und das kann etwas schwierig werden. Der Low-Budget-Horrorfilm wurde mit digitalen HD-Kameras gedreht und von 720p auf 1080i hochgerechnet. Trotz Skalierung ist die Steigerung zur beiliegenden DVD sichtbar, aber nicht so prägnant wie erwartet. Die Schärfe erreicht nur selten hohe Werte, und selbst der Detailbereich scheint wenig ausgeprägt. Damit die Szenen allgemein nicht zu steril ausfallen, wurde etwas an den Farbreglern geschraubt, und auch der Kontrast stark nachbearbeitet, wodurch das Bild nicht selten zu Überstrahlungen neigt oder in dunklen Szenen schwarze Flächen komplett untergehen lässt. Die wackelige Kameraführung der in der Ich-Perspektive gedrehten Szenen sorgt für wenige brillante Aufnahmen. Wenn man sich auf den Stil des Films einlässt, die Ansprüche etwas zurückschraubt und "Hotel Inferno" als das akzeptiert, was er ist - eine Lowest-Budget-Produktion im Videospiel-Stil -, dann kann man zufrieden mit dem Ergebnis sein. Das leichte digitale Bildrauschen ist bei dieser Art von Produktion üblich, allerdings könnte die Kompression stellenweise etwas homogener sein, denn sie zeigt hin und wieder unschöne Blockartefakte, was besonders in farblich diffusen Szenen auffällt.

Hotel Inferno
Hotel Inferno
Hotel Inferno
Hotel Inferno
(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 +++/--

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Die HD-Mehrkanal-Tracks bieten eine gute Sprachverständlichkeit, wobei das englischsprachige Original um einiges natürlicher und weniger steril klingt. Beide Tonspuren haben das Problem, dass die Räumlichkeit für einen Film dieses Genres zu stark eingeschränkt ist und der Frontbereich zu ausgeprägt ausfällt. Die Musik verteilt sich dafür angenehm auf sämtliche Kanäle, und zeitweise verirren sich auch kleine Nebengeräusche in die Rears. Deutsche Untertitel sind nicht vorhanden.
 ++++--

Extras
MediumBD-25
Extras
  • 16-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Fun at Work (1:08 Min., 720p)
  • Special Effects (2:04 Min., 720p)
  • Ritual (0:29 Min., 720p)
  • Deutscher Trailer (1:04 Min., 576i)
Disc 2: DVD
  • Hauptfilm in Standard-Auflösung (77:25 Min.)
  • Fun at Work (1:08 Min.)
  • Special Effects (2:04 Min.)
  • Ritual (0:29 Min.)
  • Deutscher Trailer (1:04 Min.)
VerpackungMediabook
 Die Extras beschränken sich auf einen 2-minütigen Einblick in die Effekte-Aufnahmen, zeigen etwas "Spaß" während der Dreharbeiten und bieten eine 30-sekündige "Ritual"-Sequenz, bevor der deutschsprachige Trailer das kaum erwähnenswerte Bonusmaterial abschließt. Die DVD-Version des Films ist inhaltlich identisch. Das Hochglanz-Mediabook enthält ein 16-seitiges Booklet. Dieses beschränkt sich auf viele Bilder, teilweise zu "Taeter City", dem Regiedebüt von Giulio de Santi sowie einen kurzen Text zum Film. Dieser ist ein gewöhnliches Review, das "Hotel Inferno" abfeiert. Stilistisch nicht gut geschrieben, bietet es nicht einmal Hintergrundinformationen zur Produktion. Wenn man ehrlich ist, braucht man bei einem Film, den man sich gerade ins Regal gestellt hat, keine Filmbesprechung mit Werbeeffekt. Bitte in Zukunft bessere Texte schreiben lassen!
 +-----

Fazit
Das italienische Label Necrostorm hat es sich zur Aufgabe gemacht, blutigen Horror mit einer Mischung aus Handgemachtem und CGI auf den Markt zu bringen. Außerdem entwickeln sie Spiele der eher unorthodoxen Art. Eine Mixtur davon bietet die zweite Regiearbeit von Giulio de Santi, nämlich ein Splatter-Adventure aus der Egosicht. Einen roten Faden sucht man bei dieser Geschichte vergebens, und auch der Hintergrund ist äußerst vage, da man sich recht bald in einer Art Parallelwelt mit zahlreichen Monstern und Mutationen befindet, was stark an einige Horrorspiele erinnert. Hinzu kommt die dauerhafte Sicht von Frank, den man nie zu Gesicht bekommt. Man sieht zwar mal Beine oder Arme, doch ansonsten nimmt man ausnahmslos die Position des Protagonisten bei diesem kleinen Splatterfest ein. Und bei diesem geht es direkt mit der ersten Szene zur Sache, als jemand durch einen Kehlenschnitt getötet wird. Nach einigen Instruktionen geht es im Hotel direkt weiter, wobei zahlreiche Schädel geplättet, zerschossen oder gespalten werden, es fallen zahlreiche Kopfschüsse, Arme werden gebrochen, man sticht und schlitzt mit Ästen und lässt Körper per Handgranate zerfetzen, was alles in allem recht ordentlich gestaltet wurde und nur selten aufgrund übertriebener Computereffekte negativ auffällt.

Nur leider ergibt das Ganze wenig Sinn, denn während Frank durch Zimmer und Flure hastet, einen kurzen Trip zum angrenzenden Gelände unternimmt und dabei stets im Kontakt mit dem Initiator der Chose steht, kann man sich keinen Reim drauf machen, mit welchem Ziel diverse Monster losgelassen werden, warum eine giftgrüne Substanz unregelmäßig zum Einsatz kommt und wer oder was sich hinter der Macht versteckt hält. Entsprechend enttäuschend fällt das abrupte Ende aus, denn es lässt nicht nur ein wenig ratlos zurück, sondern schwächelt innerhalb des kompletten Showdowns aufgrund mangelnder Spannung. Mal abgesehen von der Egosicht erinnert die Inszenierung deutlich an die schlichten Splatterfilme der Achtziger, wozu auch der minimalistisch gehaltene Score beiträgt, der nicht von ungefähr an Werke von Goblin und Konsorten erinnert. Auch der billige Look, der nicht nur aus der einfachen Kamera resultiert, unterstreicht diesen Eindruck, zumal die Latexeffekte und das schräge Make-up just aus dieser Zeit stammen könnten.

"Hotel Inferno" liefert letztendlich eine kleine Splatterorgie für Gorehounds, bleibt innerhalb der vagen Story jedoch weit hinter den Erwartungen zurück, da etwaige Hintergründe allenfalls angedeutet werden und das wenig erfreuliche Ende kaum zufrieden stellen kann. Wer einem First Person Shooter etwas abgewinnen kann und bei der zeitweiligen Passivität des Protagonisten nicht zuweilen ein wenig leidet, könnte mit dem 77 Minuten kurzen Gewaltgang glücklich werden. Wer eine fundierte Geschichte mit Hintergrund bevorzugt, bleibt allerdings deutlich unbefriedigt zurück.

Die Ego-Perspektive ist nicht jedermanns Sache, weswegen man "Hotel Inferno" zumindest vorher irgendwo antesten sollte. Das Mediabook ist auf 2000 Stück limitiert und stellt den dritten Film der sogenannten "Hard-Art Collection" des Labels LFG dar. Optisch ist es ein schickes Teil. Bitte in Zukunft aber etwas auf das Booklet-Design und dessen Inhalt achten und falls möglich, mehr Bonusmaterial beipacken.



Screenshots




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.