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PH 1978
Originaltitel:Death Force
Alternativtitel:Fierce
aka. Fighting Mad
aka. Russell - Einer schlägt alle
Länge:110:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ungeprüft
Regie:Cirio H. Santiago
Buch:Howard R. Cohen
Kamera:Ricardo Remias
Musik:Jaime Mendoza-Nava, Eddie Villanueva
SFX:Santos Hilario, Steve Karkus
Darsteller:Carmen Argenziano, Allen Arkus, Joe Mari Avellana, Tony Carreon, Ernie Carvajal, Ramon D'Salva, Vic Diaz, Armando Federico, Elena Fortman-Waters, Ellsworth Fortman-Waters, Joonee Gamboa, Darnell Garcia
Vertrieb:Subkultur Entertainment / Media Target
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:30.06.2014 (Kauf)



Inhalt
Doug Russell, ein amerikanischer Elitesoldat, wird von seinen Freunden bitter verraten und auf offener See mit aufgeschnittener Kehle ins Meer geworfen. Doch die Haie müssen hungern, denn er strandet auf einer einsamen Südseeinsel, wird dort von zwei japanischen Soldaten aufgepeppelt und in die Kunst des Schwertkampfes eingeweiht. Nach vollständiger Genesung ist er kein einfacher Soldat der US Army mehr, sondern eine tödliche Waffe mit einer unbändigen Gier nach Rache an seinen ehemaligen Freunden. Mit dem Katana im Gepäck kehrt er in seine Heimat zurück und entfesselt einen blutigen Feldzug gegen seine Peiniger. Die Klinge seines Schwerts ist die Sterbeanzeige für die Arterien seiner Feinde und wie eine psychopathische Sense mäht sie die Köpfe derer weg, die sich ihm in den Weg stellen!

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Für die vorliegende Veröffentlichung wurde das Original-Negativ in 2k abgetastet. Leider war die Vorlage nicht zuletzt wegen der katastrophalen Produktionsumstände (Regisseur Santiago arbeitete mehr als schlampig) in einem ziemlich desolaten Zustand, wodurch das Bild mit einer Vielzahl von Defekten, Kratzern, Laufstreifen sowie Kontrast- und Farbschwankungen zu kämpfen hat. Im Rahmen der sogenannten "Grindhouse"-Veröffentlichung hinterlässt das Bild zwar den passenden Eindruck, wer aber einen sauber restaurierten HD-Transfer erwartet, dürfte enttäuscht sein. Die schwankende Qualität wird durch die erhöhte Auflösung nochmal verdeutlicht, wodurch für einige die beiliegende DVD wahrscheinlich die bessere Wahl ist. Zwar ist in vielen Szenen eine Steigerung wahrzunehmen, wie man es in unserem separaten Bildvergleich sehen kann, doch es gibt genügend Sequenzen, in denen beide Medien ziemlich gleich sind.
Neben einigen sehr ansehnlichen und teilweise auch überraschend scharfen Momenten neigt das Bild eher zu einem leicht schwammigen und nicht selten unscharfen Gesamtergebnis, bei dem der Kontrast sowohl helle Flächen überstrahlen, als auch dunkle Bildbereich absaufen lässt. Optisch lebt das Bild Grindhouse, und der Zuschauer fühlt sich an die alten Drive-In-Kinos erinnert. Blasse, leicht ausgewaschene Farben, reichlich Bildstörungen und Unruhen, ohne das Bild nachträglich bearbeitet zu haben. Dadurch bleibt die Authentizität des Materials erhalten, es wirkt nicht glattpoliert, und die Kompression arbeitet unauffällig im Hintergrund. Aus Nostalgiegründen darf man daher von einem ziemlich guten Ergebnis sprechen. Das angegeben Bildformat von 1,85:1 ist falsch, das korrekt wiedergegebene Format beträgt ein Seitenverhältnis von 1,78:1.

Ein Mann wird zum Killer
Ein Mann wird zum Killer
Ein Mann wird zum Killer
Ein Mann wird zum Killer
(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateLinear PCM 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Ein gut aufgeräumter, deutscher Mono-Mix mit einer ordentlichen Sprachverständlichkeit, deren altersbedingte Mängel durchaus zu verschmerzen sind. Der geringe Rauschfaktor stört ebenso wenig wie der leicht kratzige Hochtonbereich und die etwas belegten Stimmen. Knistern und einige kleinere Tonstörungen sind dem Alter ebenfalls geschuldet und unterstreichen den Nostalgiewert. Wer einen aufwendig restaurierten Soundmix erwartet, wird enttäuscht werden, doch im Rahmen dieser Veröffentlichung ist das Ergebnis zufriedenstellend. Die englische Tonspur klingt etwas klarer, was man sehr gut im Musikbereich hört. Allerdings rauscht und knistert der Mix erheblich, und die Stimmwiedergabe fällt sehr wechselhaft aus. Während viele Sequenzen mit einer guten Sprachwiedergabe aufwarten, klingen einige Szenen sehr kratzig, blechern und übersteuern. Die damals gekürzten Szenen der deutschen Kinofassung liegen im Original vor und wurden Deutsch untertitelt. Allerdings lassen sich noch deutsche Untertitel, die auf der englischen Sprachwiedergabe basieren, für den kompletten Film hinzu schalten.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 16-seitiges Booklet
Disc 1: Blu-ray
  • Dt. Kinofassung von "Ein Mann wird zum Killer" (83:37 Min., 1080p)
  • Dokumentation "Machete Maidens Unleashed" (87:40 Min., 1080p)
  • Trailer zu "Machete Maidens Unleashed" (2:42 Min., 1080p)
  • Hi-Def exklusiv: Filipino Exploitation Trailer Reel (37:04 Min., 1080p)
  • "Grindhouse erleben" - Trailershow (13:59 Min., 1080p)
Disc 2: DVD
  • Hauptfilm in SD (106:04 Min.)
  • Dokumentation "Machete Maidens Unleashed" (84:04 Min.)
  • Trailer zu "Machete Maidens Unleashed" (2:31 Min.)
  • DVD-exklusiv: Bildergalerie (160 Bilder)
  • "Grindhouse erleben" - Trailershow (13:59 Min., 1080p)
VerpackungKeepCase mit Sammelschuber
 Das Bonusmaterial lässt mal wieder die Herzen der Filmfans höher schlagen. Auf der Blu-ray befindet sich neben der ungekürzten Version auch noch die alte Kinofassung in hochauflösender Qualität. Beide können auf Wunsch mit einer typischen, deutschsprachigen "Grindhouse"-Trailershow gestartet werden, die ebenfalls hochauflösend aufgespielt wurde und Kracher wie "Pussy Talk", Interner Link"Die Blutnacht des Teufels" und "Mad Boys in Hongkong" beinhaltet. Besonders von Letzterem wünschen wir uns eine DVD-Veröffentlichung. Der Menüpunkt "Filipino Exploitation Trailer Reel" beinhaltet nochmals über 37 Minuten an seltenen Filmausschnitten aus dem philippinischen Exploitation-Genre. Auch hier darf der eine oder andere Titel gerne den Weg nach Deutschland finden.

Machete Maidens UnleashedMachete Maidens Unleashed

Das Herzstück des Bonusmaterials ist allerdings der Dokumentarfilm "Machete Maidens Unleashed!" des australischen Musikclip-Regisseurs Mark Hartley. In Spielfilmlänge und wahlweise sogar im 5.1-Mix huldigt er dem Schaffen der philippinischen Filmindustrie zwischen den 60er und 80er Jahre. Entdeckt durch den legendären B-Movie-Regisseur Roger Corman entstanden in der Zeit äußerst kostengünstige Action- und Horror-Kracher wie am Fließband. Das Exploitation-Kino boomte, und alle wollten ein Stück vom Kuchen abhaben. Hartley versuchte, eine Vielzahl an Regisseuren und Schauspielern aus den USA und den Philippinen zu Wort kommen zu lassen, wodurch neben Legenden wie die Regisseure Cirio H. Santiago und Eddie Romereo auch Darsteller Dick Miller, Sid Haig und R. Lee Ermey vor die Kamera traten. Dies ist nur ein Bruchteil der Schauspieler, Produzenten und Regisseure, die für diese umfangreiche Dokumentation Rede und Antwort standen. Vielmehr versammelt sich das Who-is-Who des Exploitationskinos, und da dürfen Doku-Stammgäste wie Joe Dante und John Landis ebenfalls nicht fehlen.

Machete Maidens UnleashedMachete Maidens Unleashed

Neben zahlreichen Ausschnitten diverser "Meisterwerke" philippinischer Filmkunst, die beim Betrachter für eine Menge guter Laune sorgen dürften, schlägt Hartley durchaus ernste Töne an und geht auf die Ausbeutung und skrupellosen Geschäftsgebaren der amerikanischen Filmindustrie ein. Schließlich war das Leben der Philippiner nicht viel Wert, auf Sicherheitsvorkehrungen wurde teilweise ganz verzichtet, und um den schnellen Dollar zu machen, schreckte man auch nicht davor zurück, mit dem Militär zusammenzuarbeiten. Zwar hat das einen leicht bitteren Beigeschmack, doch aufgrund der teilweise ins Lächerliche gezogenen Anekdoten rücken diese Tatsachen Corman und Co. nur bedingt ins schlechte Licht. Zu surreal wirken die Erzählungen über Ausbeutung und menschenunwürdige Drehbedingungen, als dass der Zuschauer in irgendeiner Form emotional reagieren würde. "Machete Maidens Unleashed!" ist eine Anekdotensammlung und ein Rückblick auf eine der wohl am produktivsten Filmindustrien der Welt. Absolut fantastisch.

Die Blu-ray enthält zudem noch den Trailer zur Dokumentation. Allerdings ist es sehr schade, dass die umfangreiche Bildergalerie nur auf der beiliegenden DVD-Version zu finden ist. Diese beinhaltet ebenfalls die Dokumentation samt Trailer und Grindhouse-Trailershow. Die Kinofassung und das "Filipino Exploitation Trailer Reel" fehlen hier wiederum. Bei beiden Discs wurde auf ein Kapitelmenü verzichtet. Nicht vergessen darf man das 16-seitige Booklet von Pelle Felsch mit einem lesenswerten Essay über "Ein Mann wird zum Killer" und dem Grindhouse-Genre.

"Ein Mann wird zum Killer" wird von Subkultur als erster Titel der Grindhouse Collection Vol. 2 in einem Keepcase mit O-Card-Schuber ausgeliefert. Das Cover wurde nur auf dem Schuber gedruckt, während der Einleger beim KeepCase ein alternatives Motiv im Querformat zeigt. Die erste Veröffentlichung beinhaltet noch eine stabile Sammlerbox, die Platz für 9 weitere Titel aus der Reihe bietet. Die Edition ist zwar laut Hersteller auf 1000 Stück limitiert, enthält aber keine Limitierungsnummer. Für die kommenden Veröffentlichungen ist zudem geplant, eine Aufkleber-Serie beizulegen, welche komplettiert den Erhalt eines besonderen Bonus berechtigt. Bei dem vorliegenden Film wurde dies versäumt, der Sticker wird aber der zweiten Veröffentlichung beigelegt.

Machete Maidens Unleashed
 ++++/-

Fazit
Cirio H. Santiago ("Vampire Hookers", "Stryker") hat ein halbes Leben lang das philippinische Exploitation-Genre bedient und ist frühzeitig mit "TNT Jackson" auf den Blaxploitation-Zug aufgesprungen. Sein 1978 entstandener "Ein Mann wird zum Killer" vermischt dieses Genre mit dem japanischen Samurai-Film und überrascht gleichzeitig mit handwerklicher Raffinesse, welche über dem Durchschnitt des Genres angesiedelt ist.
Im Mittelpunkt steht Afroträger Russell, der von seinen Army-Kumpels bei einem Deal hintergangen und schwer verletzt ins Meer geworfen wird. Gestrandet auf einer Insel, wird er von zwei japanischen Weltkriegskämpfern wieder hochgepäppelt, welche von der Zeit vergessen worden sind. Während Russell also Kunst des Schwertkampfs gelehrt wird, mausern sich seine ehemaligen Kollegen zuhause zu Gangstern, die es dank rabiater Umgangsformen bald zu Unterweltbossen bringen. Die erste Filmhälfte wechselt in kurzen Abständen zwischen den brutalen Methoden der Gangster in Los Angeles und den (nicht weniger interessanten) Szenen in der Wildnis. Zusätzlich brisant wird die Lage für Russell, weil seine Frau daheim immer mehr von dessen ehemaligen Freunden bedrängt wird, von denen einer ein besonderes Auge auf sie geworfen hat.
An Tempo mangelt es "Ein Mann wird zum Killer" schon zuvor nicht, aber richtig in Fahrt gerät er erst, als Russell von der Insel entkommen kann und dann in Los Angeles aufräumt. Seine beeindruckende Physis und der für einen Nicht-Japaner geübte Umgang mit dem Schwert sorgen für blutige, für diese Zeit harte, allerdings nicht ausartende Todesarten, bei denen auch mal eine Hand oder ein Bein abgeschlagen wird. Zwar hat Santiago-Bewunderer Quentin Tarantino das Rachethema später noch wilder auf die Interner Linkgroße Leinwand bringen können, den Reiz dieses Films schmälert es aber nicht. Zumal James Monroe Iglehart in seiner Rolle als besonnener Kämpfer eine überraschend gute, sympathische Figur macht, die im richtigen Verhältnis zu seinen miesen Gegenspielern steht. Auch die vergleichsweise lange Laufzeit von 100 Minuten stören nicht, weil immer wieder unterhaltsame und abwechslungsreiche Momente eingebaut werden.

Subkultur gelingt eine sehr schöne Weiterführung der seit langem ausverkauften ersten "Grindhouse Collection" und liefert qualitativ wieder hochwertige Arbeit ab. Film und Dokumentation wurden Deutsch untertitelt, das Bonusmaterial liegt bis auf die Bildergalerie in HD vor, und die Verpackung passt ebenfalls. Für die zweite Veröffentlichung wünschen wir uns aber auf jeden Fall wieder einen Audiokommentar. So etwas muss einfach sein.



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