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UK 1967
Originaltitel:Mummy's Shroud, The
Alternativtitel:Fluch der Mumie, Der
Länge:90:26 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:John Gilling
Buch:John Gilling, Anthony Hinds
Kamera:Arthur Grant
Musik:Don Banks
SFX:Les Bowie
Darsteller:André Morell, John Phillips, David Buck, Elizabeth Sellars, Maggie Kimberly, Michael Ripper, Tim Barrett, Richard Warner, Roger Delgado, Catherine Lacey, Dickie Owen, Bruno Barnabe, Toni Gilpin, Toolsie Persaud, Eddie Powell, Peter Cushing (Offtext-Sprecher im Original)
Vertrieb:Anolis
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:30.05.2014 (Kauf)



Inhalt
Im Jahr 1920 entdeckt Sir Basil Walden zusammen mit seinem Expeditions-Team das Grab des Kind-Königs Kah-To-Bey. Allen Warnungen zum Trotz sucht das Expeditions-Team fieberhaft nach der Königs-Mumie. Als endlich der Körper von Kah-To-Bey gefunden ist und im Museum ausgestellt werden kann, beginnen die mysteriösen Vorkommnisse: Das Leichentuch des Königs und die Mumie seines Wächters verschwinden spurlos. Die Teilnehmer der Expedition werden auf grausamste Weise ermordet. Der Fluch nimmt seinen Lauf ...

Bild
Format1,66:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Der neue HD-Transfer sticht die alte DVD aus der Hammer Edition mit Leichtigkeit aus. Als letzter Film, der unter den familiären Studiobedingungen der Hammer-Familie entstand, dürfen wir uns über ein größtenteils sehr sauberes und knackiges Bild freuen, welches mit einer beachtlichen Schärfe und guten Detaildarstellung aufwarten kann. Die wenigen weicheren bzw. leicht unscharfen Einstellungen sind auf produktionstechnische Mängeln zurückzuführen oder in Außenaufnahmen zu finden, die man jedoch an einer Hand abzählen kann. Der Kontrast wird wunderbar ausbalanciert und offenbart eine sehr schöne Durchzeichnung, einen kräftigen Schwarzwert und satte wie natürliche Farben. Nur in wenigen Sequenzen neigt das Bild zu leichten Überstrahlungen auf weißen Flächen. Die natürliche Kornstruktur scheint zudem unangetastet und nimmt keine prägnanten Ausmaße an. Die sauber gezeichneten Konturen hinterlassen keine Anzeichen einer Nachschärfung. Verschmutzungen und Bildunruhen sind ebenso wenig zu finden wie Kompressionsartefakte. Ein vorbildlicher HD-Transfer aus dem Hause Hammer.

Der Fluch der Mumie
Der Fluch der Mumie
Der Fluch der Mumie
Der Fluch der Mumie

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die Mono-Spur beider Sprachfassungen wurde auf die Frontlautsprecher gelegt. Besonders die deutsche Synchronfassung weist eine gute Verständlichkeit auf. Altersbedingtes Rauschen ist nicht von der Hand zu weisen, und an einigen Stellen klingen die Stimmen etwas zu kratzig und neigen zu leichten Verzerrungen. Musik und Nebengeräusche werden dafür natürlich wiedergegeben, wodurch die Abmischung aufgeräumt und angenehm klingt. Das kann man vom Originalton nicht behaupten. Dieser leidet unter einem dumpfen Klangbild und einer gedrungenen und weitgehend unnatürlichen Sprachwiedergabe. Deutsche Untertitel sind optional.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 32-seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz
  • The Beat Goes On: The Making of "The Mummy's Shroud" (21:59 Min., 1080p)
  • Remembering David Buck (5:36 Min., 1080p)
  • Interview mit Eddie Powell (50:10 Min., 1080p)
  • Trailer:
    • Britischer Trailer (2:49 Min., 1080p)
    • Amerikanischer Double-Feature Trailer (1:56 Min., 1080p)
    • Amerikanischer TV-Spot [s/w] (1:00 Min., 1080p)
    • Amerikanischer TV-Spot [s/w] (0:20 Min., 1080p)
  • Deutscher Werberatschlag (2:40 Min., 1080p)
  • Britischer Werbeflyer (0:30 Min., 1080p)
  • Comic (15:33 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (3:59 Min., 1080p)
VerpackungMediabook
 Das auf 500 Stück limitierte Mediabook wurde grafisch hochwertig umgesetzt und mit einem 32-seitigen Booklet ausgestattet. Reichlich bebildert, befinden sich hierin lesenswerte Texte von Uwe Huber, Uwe Sommerlad und Dr. Rolf Giesen. Herr Giesen spricht auch den Audiokommentar zusammen mit Volker Konz ein. Dieser mehr als nur interessante Kommentar wird nicht nur zur Analyse des Films genutzt, sondern ist eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Hammer Studios.
"The Beat Goes On" ist ein 22-minütiges Making-of, in dem Filmhistoriker und Archäologen eine kleine Retrospektive über die Entstehung und Hintergründe zu "Der Fluch der Mumie" halten. Trotz einer relativ kurzen Laufzeit wird dem Zuschauer eine Fülle an Informationen geboten, u. a. seltenes Bildmaterial. 1998 führte Stephan Laws beim "Festival of Fantastic Films" in Manchester ein 50-minütiges, vergnügliches wie interessantes Interview mit "Mumien"-Darsteller Eddie Powell. Powell, der auch Stunt-Double von Christoper Lee war, schwelgt in Erinnerungen und liefert ein Feuerwerk an Anekdoten ab, wodurch er das Publikum und Laws nach wenigen Minuten in seinen Bann ziehen kann. "Remembering David Buck" ist dagegen schon fast lächerlich kurz. Seine Ehefrau und Schauspielerin Madeline Smith (Interner Link"Wie schmeckt das Blut von Dracula", Interner Link"Gruft der Vampire", Interner Link"Frankenstein Höllenmonster") erinnert sich an ihren geliebten Ehemann und gibt einen kleinen Einblick in dessen Karriere. Nach 5 Minuten ist die Reise in die Vergangenheit auch schon wieder vorbei. Schade, sie hätte noch lange weiter erzählen können. Abgeschlossen wird das Bonusmaterial mit einer umfangreichen Bildergalerie, einem Comic, Werberatschlag, Flyer sowie diversen Trailern und TV-Spots zu "Der Fluch der Mumie". Die Extras liegen komplett in hochauflösender Qualität vor und wurden, wenn nötig, deutsch untertitelt. Die Frontseite des Mediabooks ist "Flatschen" frei. Anolis überdeckt dies mit einem Beiblatt, auf dem das Cover mit FSK-Logo abgebildet ist. Auf der Rückseite wirbt das Label mit Interner Link"Der Fluch des Siniestro" und Interner Link"Hände voller Blut".
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Fazit
John Gilling, der Hammer-Fans durch seine beiden Back-to-Back gedrehten Klassiker Interner Link"Das schwarze Reptil" und Interner Link"Nächte des Grauens" bekannt sein dürfte, inszenierte "Der Fluch der Mumie" und schrieb zusammen mit Anthony Hinds das Drehbuch. Dieses weist allerdings eine Vielzahl von Mängeln auf, so dass selbst Gilling im Nachhinein nur wenig angetan von seinem Film war. Im Endeffekt ist der dritte von insgesamt vier "Mumien"-Filmen der Hammer Studios ein solider Beitrag zum Mullbinden-Horror der späten 1960er Jahre geworden. Leider konnte er nicht an die Qualität von z. B. Universals "Die Mumie" und Hammers Ableger Interner Link"Die Rache des Pharao" anknüpfen. Man merkte, dass sich die Hammer-Ära dem Ende zuneigte und das Studio mit vielen Änderungen zu kämpfen hatte, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. So wurde "Der Fluch der Mumie" 1966 zum letzten Mal in der intimen und familiären Atmosphäre der Bray-Studios gedreht. Kulissen und Kameraarbeit sind zwar wie gehabt liebevoll und detailverliebt, doch der Versuch, die Erhabenheit Ägyptens anhand von Requisiten in die kleinen Studioräume zu zwängen, scheiterte kläglich. Zudem hat Gillings unmotivierte und durch Alkoholabhängigkeit geprägte Regie nur wenige spannende Momente zu bieten.

Man versuchte, die Härte im Film anzuheben und die Morde vielseitiger zu gestalten, was für einige ungewöhnlich fiese Momente sorgte. Heute sind diese Gewaltspitzen harmlos genug, um den Film ab 12 Jahren freizugeben. In den eher unfreiwillig komischen Momenten wird einer Person der Kopf an einer Wand zerquetscht (das Blut ist klebt schon vorher an der Wand) und einer anderen Säure ins Gesicht geschüttet. Dies hört sich heftiger an als es eigentlich ist. Einzig die Szene, als sich die Mumie ein Opfer schnappt, es in ein Laken einwickelt und aus dem Fenster wirft, ähnelt in ihrer Gnadenlosigkeit an die Morde späterer Slasherfilme. Mumien-Darsteller Eddie Powell erinnert in jeder Bewegung an die Ikonen der modernen Slasher. Powell bewegt sich nicht wie ein Zombie, sondern agiert wie eine Maschine. Dies passt nicht unbedingt zu einem Mumienfilm, im Kontext mit der Pre-Slasher-Ära stellt es aber eine sehr interessante Herangehensweise dar und macht den in nur sechs Wochen herunter gekurbelten Streifen zu etwas Besonderem.

"Der Fluch der Mumie" hat seine Schwächen und zählt bestimmt nicht in den Top-10 der Hammer-Film-Produktionen, doch er ist der Abschluss einer ganzen Ära großartiger Filme, die in den Bray-Studios entstanden. Ein Kompromiss des Studios und eine unangenehme Arbeit Gillings, der gezwungen war, einen Ensemblefilm zu drehen, bei dem es kein Budget für große Namen gab. Den wenigsten wird es aufgefallen sein, dass einzig Peter Cushing als Berühmtheit die Rolle des Erzählers zu Beginn des Films hat. Ansonsten machen die Darsteller ihre Arbeit gut, wobei die weiblichen Rollen nur als Raumdekoration dienen.
Trotz der Tatsache, dass niemand wirklich mit dem Ergebnis zufrieden war, fasziniert die Produktion auf eine verschrobene Art und Weise. "Der Fluch der Mumie" versprüht pure Nostalgie und Naivität. Zudem macht es Spaß, in die Welt der Hammerfilme einzutauchen, um sich von den Kulissen und dem Zauber klassischer Filmkunst berieseln zu lassen.

Anolis' dritter HD-Beitrag in der neuen Hammer-Edition besticht abermals durch eine sorgfältige Umsetzung, tolles Bonusmaterial und eine hochwertigen Verpackung in Form eines auf 500 Stück limitierten Mediabooks. Alternativ gibt es eine KeepCase-Variante, die auf 1000 Stück limitiert ist. Hammer-Fans dürfen blind zugreifen.



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Fluch der Mumie, Der (Hammer Edition #13)
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Fluch der Mumie, Der
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