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USA 2012
Originaltitel:Kiss of the Damned
Länge:95:23 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Xan Cassavetes
Buch:Xan Cassavetes
Kamera:Tobias Datum
Musik:Steven Hufsteter
SFX:Method Studios
Darsteller:Joséphine de La Baume, Milo Ventimiglia, Roxane Mesquida, Anna Mouglalis, Michael Rapaport, Riley Keough, Ching Valdes-Aran
Vertrieb:Capelight Pictures
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:25.04.2014 (Kauf)



Inhalt
Djuna ist ebenso schön wie gefährlich – und ein Vampir. Als sie dem charmanten und gut aussehenden Drehbuchautor Paolo begegnet, kann sie ihm nicht widerstehen: Beim entfesselten Liebesspiel verwandelt sie ihn mit einem Biss in einen Untoten. Es ist der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre, bis Djunas unkontrollierbare Vampirschwester Mimi auftaucht. Sie bedroht nicht nur die Liebe von Djuna und Paolo, sondern bringt auch die gesamte Vampirgemeinschaft in höchste Gefahr.

Bild
Format2,40:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Die 2012er Produktion wurde auf 35mm gedreht und liegt in einer hervorragenden Bildqualität auf dieser Blu-ray vor. Das Bildformat von 2,35:1 steht den melancholisch angehauchten Bildern und der ruhigen Kameraarbeit von Tobias Datum sehr gut. Die Schärfe ist auf einem hohen Niveau und offenbart viele Feinheiten, was sich nicht nur auf Close-Ups von Gesichtern beschränkt. Der Kontrastumfang ist ausgezeichnet, und helle als auch dunkle Bildbereiche werden perfekt ausgeleuchtet, wodurch selbst in den sehr dunkel gehaltenen Bildkompositionen keine Details verloren gehen. Auch der Schwarzwert fällt satt aus, wodurch eine angenehme Plastizität entsteht und ein natürliches HD-Gefühl erzeugt wird. Nachgeschärft wurde hier nicht. Auch wenn Filmkorn kaum sichtbar wird, kann man sagen, dass kein DNR zum Einsatz kam, zumindest gibt es keine Anzeichen dafür. Das Encoding und die Kompression arbeiten sauber und ruhig im Hintergrund, und selbst Banding-Artefakte sind nicht auszumachen. Die stellenweise weichen bzw. leicht unscharfen Einstellungen gehen deswegen zu Lasten der Produktion und der eingesetzten Stilmittel. Dabei wurde die Farbgebung trotz aller Verfremdungen natürlich gewählt und bleibt stets gut gesättigt. Das Spiel mit diversen Farbfiltern im Zusammenhang mit der stimmigen Fotografie hebt den visuellen Gesamteindruck von "Kiss of the Damned" an und verspricht dem Zuschauer visuellen Hochgenuss in High Definition.

Kiss of the Damned
Kiss of the Damned
Kiss of the Damned

Kiss of the Damned

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Beide DTS-Mehrkanal-Abmischungen klingen sehr ähnlich, wobei die hochwertige Feinakustik des Originaltons bei der deutschen Sprachfassung verloren geht. Richtig warm möchte man mit der deutschen Synchronisation nicht werden: Zu unmotiviert klingen die Stimmen und zu steril der deutsche Mix. In jeder Szene ist die Studio-Herkunft herauszuhören, und die zu dominant abgemischten Dialoge bleiben zwar gut zu verstehen, könnten allerdings etwas sauberer und vor allem besser ausbalanciert wiedergegeben werden. Das gesamte Klangbild der deutschen Fassung möchte nicht so recht harmonieren, und es gehen viele Feinheiten verloren.
"Kiss of the Damned" lebt von Dialogen sowie einem experimentellen Soundtrack, der mit einem soliden Dynamikumfang auf sämtliche Kanäle gelegt wurde, während Stimmen und Nebengeräusche weitgehend im Frontbereich verweilen, dabei nicht einmal eine gute Stereo-Separation erzeugen können. Das kann der Originalton einfach besser. Im Grunde basieren beide zwar auf demselben Mix, jedoch fällt die Harmonie zwischen Dialogen und Geräuschkulisse im Originalton nahezu perfekt aus. Trotz vieler ruhiger Momente wurden selbst kleine Nebengeräusche mit einer Detailgenauigkeit wiedergegeben, dass es die helle Freude ist. Stimmen passen sich perfekt ins Klangbild ein und wirken weder künstlich noch dominant, wobei der Hochtonbereich stellenweise etwas überfordert scheint und kleinere Hochtonspitzen die ansonsten hervorragende Akustik einschränken.
Die nötige Räumlichkeit wird durch den Score erzeugt, dessen Dynamikumfang und Subwoofer-Einsatz als gelungen bezeichnet werden können. Die teilweise brachialen tiefen Töne erschüttern den Raum, ohne dabei der Balance zu schaden oder die melancholische Atmosphäre von "Kiss of the Damned" zu benachteiligen. Das schafft der deutsche Mix nur bedingt. Dort klingt der Bass zu aufgesetzt und die Dynamik beschnitten. Wer keinen großen Wert auf eine deutsche Synchronisation legt, sollte deswegen direkt beim Originalton bleiben. Deutsche Untertitel sind verfügbar.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Trailer bei Disc-Start:
    • Combustion (2:06 Min., 1080p)
    • Sweet Desire (1:46 Min., 1080p)
  • Audiokommentar von Regisseurin Xan Cassavetes
  • Deutscher Kinotrailer (2:27 Min., 1080p)
  • Interviews:
    • Xan Cassavetes (Autorin und Regiesseurin) (7:49 Min., 1080i)
    • Josephine De La Baume (Djuna) (9:50 Min., 1080i)
    • Roxane Mesquida (Mimi) (7:13 Min., 1080i)
    • Roxane Mesquida (Mimi) TV-Interview (6:47 Min., 1080i)
    • Milo Ventimiglia (Paolo) (5:16 Min., 1080i)
  • Trailershow:
    • Highspeed - Leben am Limit (2:06 Min., 1080p)
    • Sweet Desire (1:46 Min., 1080i)
    • Violet & Daisy (1:57 Min., 1080p)
    • Room in Rome (2:04 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Der Audiokommentar mit der Regisseurin Xan Cassavetes wurde leider nicht deutsch untertitelt. Sie spricht aber auch nicht viel, denn es gibt einiges an Leerlauf während des Films. Sie geht auf einzelne Szenen ein und erzählt während der jeweiligen Szenen etwas über die Hintergründe der Dreharbeiten. Alles nicht uninteressant, aber mit einem Gesprächspartner wäre der Kommentar deutlich spannender geworden. Ansonsten enthält die Disc nur noch längere Interviews mit den Darstellern. Diese gelten zwar der Promotion, doch einige Darsteller haben eine Menge zu erzählen und sprechen über ihre Charaktere im Film und ihre Erlebnisse am Set. Neben einer Trailershow mit Filmausschnitten aus dem Capelight-Programm enthält die Disc noch den deutschen Kinotrailer zu "Kiss of the Damned". Das Bonusmaterial liegt komplett in HD vor und wurde bei den Interviews deutsch untertitelt.
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Fazit
Der Titel, das psychedelische Cover (im Original), der experimentell angehauchte Soundtrack und die ganze Aufmachung von "Kiss of the Damned" erinnern stark an die 70er Jahre und vergleichbare Genrebeiträge im Vampir- und Trashhorror-Segment. Und tatsächlich nutzen schon die ersten atmosphärischen Bilder einige dieser Aspekte. Man wird auch von der Stimmung, den langsamen Kamerafahrten, der Klaviermusik und nicht zufälligen Bildausschnitten her an Filme von Argento und Rollins erinnert. "Kiss of the Damned" ist somit kein moderner Vampirfilm mit CGI-Gewittern, sondern eher für Old-School-Fans mit Hang zu ruhigen und stimmungsvollen Bildern.

Experten für Fangzahn-Vehikel werden es verstehen, wenn wir die Bezeichnung "klassische Genrebeiträge" im Zusammenhang mit "Kiss of the Damned" wählen und diesen mit Interner Link"So finster die Nacht" vergleichen. Auch hier sind die Blutsauger keine mutierten Superhelden wie z. B. in Interner Link"Blade", sondern "normale Menschen", die mit ihrem Schicksal hadern, alle möglichen Schwächen haben und zur Unsterblichkeit verdammt sind. Betont wird die romantische Seite dieser Filmgattung, was im Vergleich zu den vielen technisierten Neuerscheinungen der letzten Jahre recht gut tut. Für Freunde des actionorientierten Vampirkinos wird der melancholisch angelegte "Kiss of the Damned" ein eher langweiliges, gar unerträgliches Vampir-Drama sein.
Klassische Reliquien des Genres, wie Knoblauch, Spiegel, Wasser usw., werden kaum betont. Es gibt keine großen Blutfontainen oder grobschlächtige Gore-Sequenzen, selbst wilde Beißorgien und Verfolgungsjagden oder die üblichen dramaturgischen Spannungsbögen sucht man vergebens. Nur am Ende setzt Xan Cassavetes Regiedebüt kurz, recht blutig, eine kleine explizite Gewaltspitze. Die Vampire haben sich in die vorhandene, menschliche Gesellschaft und das dazugehörige Sozial- und Geschäftsleben integriert. Recht ausführlich ist die Betonung der wilden und lustvollen, erotischen Komponente des Vampirseins, was durch die offenherzige und stimmungsvolle und nie billig wirkende, sexuelle Zweier- und Dreierkonstellation in der Geschichte visualisiert wird.
Die Grenze des Expliziten wird nicht überschritten, wäre aber eine denkbare Option gewesen, ohne die Atmosphäre des Films zu gefährden. Die Story ist recht überschaubar und dreht sich um Vampirin Djuna, die Paolo kennen und lieben lernt und ihn auf seinen Wunsch in Ihresgleichen verwandelt. Für ewiges Glück wäre also gesorgt, aber ganz so einfach ist es leider nicht.
Die Dialoge zwischen den Vampiren geben eine gute psychologische und soziologische Innenansicht der Vampirwelt wieder. Die Ausstattung ist stets hochwertig und alles perfekt aufeinander abgestimmt. Das gilt für die solide bis sehr gute Performance der Darsteller bis hin zu dem sehr abwechslungsreichen Soundtrack. Dieser ist mal klassisch, mal pulsierend elektronisch oder psychedelisch angehaucht. Wir hören Akkorde von Psychedelic Rock wie bei "Goblin" im Kontext des Giallokinos, bis hin zu experimentellen und industrial-artigen Klängen sowie einen deutschen Beitrag der Horror-Punk-Band "Der Fluch".
Für das Erstlingswerk von Regisseurin Xan Cassavetes fällt "Kiss of the Damned" sehr erwachsen, stimmungsvoll und dem Genre verschrieben aus. Eine klare Empfehlung für diesen Geheimtipp, auch wenn wir hier sicherlich eine Außenseitermeinung für einen auf Kunst getrimmten Horrorfilm vertreten.

Die deutsche Blu-ray bietet eine überaus gelungene technische Seite, auch wenn der deutsche Ton nicht ganz mit dem Originalmix mithalten kann. Beim Bonusmaterial wäre etwas mehr an Extras wünschenswert gewesen, und es ist wie immer ärgerlich, dass mal wieder auf die Untertitelung eines Audiokommentares verzichtet wurde. Ausgeliefert wird der Film in einem schwarzen KeepCase mit FSK-Wendecover. Schade, dass Capelight nicht das klassische Kinomotiv gewählt hat, zumindest für die Wendecover-Variante. Aber zumindest ist das jetzige Cover-Design nicht so schlimm wie jenes der englischen Blu-ray.



Screenshots




Druckbare Version
News"Kiss Of The Damned" – Blutsauger aus dem Hause Capelight
IMDb.com OFDb.de



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