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AT 2013
Originaltitel:Blutgletscher
Alternativtitel:Blood Glacier
aka. Glazius
aka. Gletscherblut
aka. Station, The
Länge:97:13 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Marvin Kren
Buch:Benjamin Hessler
Kamera:Moritz Schultheiß
Musik:Marco Dreckkötter, Stefan Will
SFX:Karlo Barber
Darsteller:Gerhard Liebmann, Edita Malovcic, Brigitte Kren, Hille Beseler, Peter Knaack, Felix Römer, Wolfgang Pampel, Murathan Muslu, Michael Fuith, Adina Vetter, Coco Huemer
Vertrieb:Koch Media
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:20.03.2014 (Kauf)



Inhalt
Eine Klimaforschungsstation in den Alpen wird zum Ort unsagbarer Schrecken, als sich ein vermeintlich blutender Gletscher als Hort gefährlicher Mikroorganismen entpuppt. Diese haben nicht nur bei der dortigen Tierwelt grauenerregende Mutationen zur Folge, sondern auch beim Menschen. Und letzterer ist an der bluttriefenden Misere nicht ganz unschuldig.

Bild
Format2,40:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Der HD-Transfer dieser österreichischen Independent-Produktion bietet eine unterkühlte und etwas monotone Farbgebung, die trotz der gewählten Stilmittel in den nötigen Momenten noch natürlich und satt wiedergegeben wird. Besonders das Rot des Gletschers kommt kräftig zur Geltung. Der Kontrast kann selbst in den dunklen Sequenzen noch genügend Details offenbaren, kränkelt aber etwas an der Durchzeichnung, was unter anderem am schwachen Schwarzwert liegt, der ins Gräuliche tendiert und einen flachen Eindruck suggeriert. Die Bildschärfe nimmt in den dunklen Szenen ab, bleibt aber immer noch auf einem guten bis sehr guten Niveau. Tageslichtaufnahmen haben in puncto Schärfe und Detailwiedergabe die Nase vorne und liefern teilweise hervorragende Werte ab. Wirklich unscharf wird das auf digital gedrehte Material nie. Lediglich die wenigen computergenerierten Effekte lassen das Bild weicher wirken, während die Creature-Effects teilweise gestochen scharf ausfallen. Digitales Rauschen ist nur im geringen Maße auszumachen, und die Kompression arbeitet tadellos im Hintergrund. Alles in allem eine gelungene HD-Präsentation.

Blutgletscher
Blutgletscher
Blutgletscher
Blutgletscher

(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1, DTS 2.0 Stereo (Audiodiskreption)
SpracheDeutsch, Hörfilmfassung für Blinde
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte
 Zu Beginn ist der HD-Mehrkanalton etwas ruhig und zurückhaltend, passend zu der idyllischen Landschaft in den Alpen. Doch spätestens in den Höhlen des Blutgletschers setzt die Abmischung Akzente, bietet eine hohe Feinzeichnung und steigert sich von Minute zu Minute mehr zu einem akustischen Highlight. Der Score verteilt sich dynamisch und druckvoll auf sämtliche Kanäle, während Nebengeräusche und Effekte präzise und gut ortbar aus den Rears wiedergegeben werden. Beim Angriff des mutierten Steinbocks oder des Falken zeigt sich der Mix dann besonders druckvoll und räumlich zugleich. Selten kam aus dem deutschsprachigen Raum solch ein klanglicher Overkill, der es trotz aller Wucht und Brachialität schafft, eine nahezu perfekte Kanaltrennung zu erzeugen. Dialoge werden sehr gut wiedergegeben, sind aber nicht immer ganz verständlich, was am teilweise massiven österreichischen Dialekt einiger Darsteller liegt. Deutsche Untertitel sind aber hinzuschaltbar. Zudem enthält die Disc eine separate Tonspur für Blinde.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Creature Feature (11:44 Min., 720p)
  • Deutscher Kinotrailer (1:43 Min., 1080p)
  • Englischer Kinotrailer (1:44 Min., 1080p)
  • Trailershow:
    • We Are What We Are (2:26 Min., 1080p)
    • Lang lebe Charlie Countryman (2:37 Min., 1080p)
    • Cheap Thrill (1:00 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Als Bonus enthält die Disc lediglich ein paar Trailer sowie ein "Creature Feature". Dieses 13-minütige Making-of gewährt einen interessanten Einblick in die Entstehung der Tiermutationen. Ein Audiokommentar bzw. weitere Specials wären interessant gewesen. Ausgeliefert wird die Disc in einem blutroten KeepCase mit FSK-Wendecover.
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Fazit
In letzter Zeit schätzen Filmfreunde die Österreicher primär aufgrund ihrer ungekürzten Fassungen von Horrorfilmen härterer Gangart, doch Regisseur Marvin Kren dürfte sich nach seinem Debüt "Rammbock" und dem vorliegenden Streifen bald ebenfalls einen guten Ruf erarbeitet haben. Kren liefert mit seinem zweiten Langfilm zwar einige trashige Momente ab, doch in erster Linie baut er eine sehr intensive Atmosphäre auf, welche vor allem durch die Bergkulisse lebt. Zwischen eisiger Einsamkeit und majestätischer Rauheit erinnert die Stimmung zwar ein ums andere Mal an Interner Link"Das Ding aus einer anderen Welt", doch mithilfe einiger gelungener Luftaufnahmen, kleiner Nebeleffekte und effektiven Halbdistanzen entsteht eben jene bedrohliche Unbekannte, welche sich durch die erste halbe Stunde zieht.

Janek entpuppt sich zwar als kleiner Säufer, doch im Ernstfall behält er einen klaren Kopf und trifft weitgehend kluge Entscheidungen, während sich die Ministerin als resolute Kämpferin herauskristallisiert. Ein wenig Drama und Zwischenmenschliches wird zwar beiläufig angerissen, doch im Fokus steht die Bedrohung durch die unbekannten Mutationen, auch wenn damit ein paar hanebüchene Evolutionstheorien einhergehen, denn mit wahnwitzigen DNA-Kreuzungen entstehen letztlich so bizarre Viecher wie ein Falke mit Skorpionstachel, welche sich über die Meute hermachen. Glücklicherweise verzichtet Kren weitgehend auf Computereffekte, denn die Mutanten sind größtenteils Puppen, wobei einige Tiertrainer ebenfalls ein wenig zu tun hatten. Kreaturen wie eine Riesenassel, ein bulliger Steinbock oder der Skorpionfalke sorgen für kleinere Bluteinlagen, während das Make-up und einige Maskeneffekte durchaus gelungen sind. Auch der Score erweist sich als effektiv, denn in seiner Zurückhaltung unterstreicht er die leicht klaustrophobische Stimmung adäquat.

So klingen unheimliche Geräusche aus einer Höhle, ein Stich im Nacken hat ungeahnte Folgen, ein Bodyguard ist auch nicht immer verlässlich, vorm Pinkeln sollte man grundlegend auf den Boden blicken und ein Satellitentelefon stets in Reichweite sein. Natürlich gewinnt das Drehbuch keinen Innovationspreis, und es könnte durchaus etwas actionreicher zur Sache gehen, doch demgegenüber performen die meisten Mimen weitgehend glaubwürdig und auch handwerklich schaut der Streifen kaum wie eine Independent-Produktion aus.

Die Mischung aus Tierhorror und Alpen-Klaustrophobie, gepaart mit etwas Interner Link"Alien" und einem Hauch Öko-Kritik leistet sich kaum Durchhänger, punktet mit einer über weite Teile dichten Atmosphäre und liefert einen deutschsprachigen Beitrag, der sich hinter ähnlich gelagerten Produktionen aus Übersee definitiv nicht verstecken muss.

Technisch überraschend gute Umsetzung der deutschen Blu-ray. Lediglich beim Bonusmaterial hätte Koch Media etwas mehr in Auftrag geben können. Einen Blick sollte man bei "Blutgletscher" auf jeden Fall riskieren. Es wird sich lohnen.



Screenshots




Druckbare Version
News"Blutgletscher": Alpine Mutationen von Koch Media
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