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UK 1971
Originaltitel:Twins of Evil
Alternativtitel:Evil Twins, The
aka. Gemini Twins, The
aka. Twins of Dracula
aka. Virgin Vampires, The
Länge:87:18 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Hough
Buch:Tudor Gates
Kamera:Dick Bush
Musik:Harry Robinson
SFX:Bert Luxford, Jack Mills
Darsteller:Peter Cushing, Dennis Price, Mary Collinson, Madeleine Collinson, Isobel Black, Kathleen Byron, Damien Thomas, David Warbeck, Harvey Hall, Katya Wyeth, Alex Scott, Judy Matheson
Vertrieb:Anolis / Koch Media
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:07.03.2014 (Kauf)



Inhalt
Ausgerechnet Weils blutjunge Nichten, die hübschen Zwillinge Frieda und Maria, geraten in den Bann des Schlossherrn von Karnstein. Der Graf zelebriert schwarze Messen, und für Frieda gibt es schon bald keine Rettung mehr. Der junge Lehrer Anton, der der Zwillingsschwester Maria verfallen ist, muss seine Geliebte sowohl aus den Fängen des Vampirs befreien, als auch vor ihrem fanatischen Onkel schützen. Denn dieser kennt mit Vampiren keine Gnade, und die Zwillings- schwestern gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Alles läuft auf einen blutigen Showdown hinaus ...

Bild
Format1,66:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 In Zusammenarbeit mit Koch Media veröffentlicht Anolis mit "Draculas Hexenjagd" einen weiteren Hammer Film-Klassiker auf Blu-ray und bekam für diese Veröffentlichung das HD-Master direkt vom Lizenzgeber gestellt, welches bereits bei der US-Disc von Synapse Film erfolgreich zum Einsatz kam.
Das AVC kodierte Bild liegt im Seitenverhältnis von 1,66:1 vor und zeigt sich auf den ersten Blick ansprechend und durchaus scharf. Allerdings ist das Bild nicht mit einem Titel wie Interner Link"Das grüne Blut der Dämonen" zu vergleichen, den Anolis zuvor veröffentlichte. Dies liegt vor allem an der Restauration seitens des britischen Senders ITV-Network, das mittlerweile am Fließband HD-Master erstellen lässt, worunter die Qualität sichtbar leidet. Dabei ist das Ausgangsmaterial sauber und zeigt kaum Verschmutzungen oder Defekte. Allerdings wurde etwas nachbearbeitet und das Bild blieb nicht von Rauschfiltern verschont (Bild #1). Zwar ist alles noch im Rahmen des Erträglichen, doch es zeigen sich immer wieder digitale Rauschmuster, und das natürliche Filmkorn arbeitet nicht mehr homogen im Hintergrund, sondern zeigt sich sehr wechselhaft und unausgewogen. Wieso ITV den Einsatz von Filtern so inkonsequent durchzog, wird deren Geheimnis bleiben. Stören wird es den Sehgenuss nur bedingt. Weitgehend darf man sich über ein angenehmes HD-Bild freuen, welches nicht sichtbar nachgeschärft wurde und mit sauberen Texturen und einer überdurchschnittlichen Detailzeichnung aufwarten kann. Zwar werden Feinheiten selbst in Nahaufnahmen nicht immer gut dargestellt, doch im Großen und Ganzen bekommen wir es mit einem guten HD-Bild zu tun. Kontrast und Farbsättigung arbeiten sehr einladend, und besonders die natürlichen und frischen Farben sowie der satte Schwarzwert heben die Qualität des Bilds deutlich an. Allerdings gibt es immer wieder sichtbar unscharfe Einstellungen bzw. Sequenzen, bei denen Details in dunklen Szenen ertrinken. Alters- und produktionsbedingte Mängel lassen wir dabei einmal außer Acht, denn die teilweise auftretenden, überleuchtenden weißen Flächen (Bild #5) bzw. die sichtbaren Geisterbilder (Bild #6) halten sich in Grenzen und scheinen der Produktion geschuldet.




(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 ++++/-

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Die deutsche Mono-Spur klingt aufgeräumt und rauscharm. Störungen sind keine mehr auszumachen, weshalb man davon ausgehen darf, dass im Vergleich zur DVD-Version nochmal nachgebessert wurde. Dialoge sind gut zu verstehen, neigen im Hochtonbereich aber zu Übersteuerungen, was zu einem Zischen führt. Nebengeräusche werden gut wiedergegeben, wobei im direkten Vergleich zur Originalfassung einiges an Details durch die Synchronisation verloren geht. Die englische Tonspur klingt demzufolge homogener und offenbart mehr Feinheiten als das deutsche Pendant. Dialoge werden ohne nennenswerte Störungen wiedergegeben und verzerren nur selten im Hochtonbereich. Auch der Score passt sich dem restlichen Klanggebilde besser an und dominiert das Geschehen nicht so wie in der deutschen Sprachfassung. Optional sind deutsche Untertitel verfügbar.
 +++/--

Extras
MediumBD-50
Extras
  • 28-seitiges Booklet
  • Audiokommentar mit Dr. Rolf Gießen und Uwe Sommerlad
  • Dokumentation "The Flesh and the Fury: Exposing Twins of Evil" (84:26 Min., 1080p)
  • Interview mit John Hough (21:45 Min., 1080p)
  • Interview mit Damien Thomas (47:11 Min., 1080p)
  • Entfernte Szenen (1:09 Min., 1080p)
  • Super8-Fassung (9:40 Min., 1080p)
  • Comic-Adaption (19:40 Min., 1080p)
  • Trailer:
    • Britischer Trailer (2:24 Min., 1080p)
    • Amerikanischer Trailer (2:30 Min., 1080p)
    • Double Feature Trailer (2:39 Min., 1080p)
    • Amerikanische TV-Spots (1:02 Min., 1080p)
  • Filmprogramm (1:11 Min., 1080p)
  • Bildergalerie (3:32 Min., 1080p)
VerpackungMediabook
 Im Bonussektor werden dem Käufer eine Menge toller Extras geboten. Den Anfang macht ein Audiokommentar mit Dr. Rolf Gießen und Uwe Sommerlad, die beide viel Wissenswertes über die Hammer Studios der 1970er Jahre zu berichten wissen. Teilweise wird sogar zu viel auf Hintergründe zu Darstellern und Produzenten etc. eingegangen, so dass der eigentliche Film ein wenig vernachlässigt wird. Außerdem geht die Grundstimmung des Kommentars etwas ins Negative: Man bekommt ein wenig den Eindruck, dass beide dem Horror-Genre überdrüssig sind. Dennoch ist der Kommentar voller nützlicher Infos.
"The Flesh And The Fury: Exposing Twins Of Evil" ist eine fantastische Dokumentation in Spielfilmlänge, welche den Zuschauer in die Welt der Hammer Studios der 1970er Jahre entführt. Filmemacher, Kritiker und Historiker sprechen über den Sexploitation-Ausflug der Studios und gehen speziell auf "Twins of Evil" ein. Dabei kommen leider nur wenige Darsteller des Films zu Wort, und ausgerechnet die Collinson-Zwillingen werden komplett außen vorgelassen. Dennoch ist es eine sehenswerte Dokumentation - nicht nur für Fans der Studios. Das nachfolgende 23-minütige Interview mit Regisseur John Hough wurde von Anolis im September 2013 geführt und bietet einen ausführlichen Einblick in die Karriere eines Mannes, der fast Arzt oder Börsen-Makler geworden wäre. In den nächsten 47 Minuten gewährt ein weiteres exklusives Interview einen Blick auf das Schaffen von Damien Thomas, der sich als sehr sympathischer und spaßiger Mensch herausstellt und die Fragen seines Interviewpartners mit viel Freude und Enthusiasmus beantwortet. Des Weiteren enthält die Disc diverse Trailer des Hauptfilms, geschnittene Szenen, eine Super-8-Filmfassung sowie Bildergalerien, einen Werberatschlag und einen Comic zu "Draculas Hexenjagd. Im Mediabook befindet sich zudem ein 28-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen zum Film. Alle Extras liegen in High Definition vor und wurden deutsch untertitelt.
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Fazit
Die Zeit hat die Hammer Studios in den 1970er Jahren schon längst eingeholt, und man musste Umschwenken, um mit dem modernisierten Horrorfilm mithalten zu können. Dennoch sollte die Handschrift des Studios spürbar sein, schließlich bot kaum jemand mehr optische Erhabenheit als die legendären britischen Hammer Film-Studios. Im Fall von "Draculas Hexenjagd", ein Teil der "Karnstein"-Trilogie, wurde verstärkt auf offenherzig gekleidete Frauen sowie einen deutlich erhöhten Härtegrad gesetzt. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass es "Draculas Hexenjagd" nicht gelingt, den biederen Vampirfilm, den Hammer etablierte, mit Würde in die 1970er Jahre zu retten. Zwar stimmen Optik und Kostüme, doch John Hough kann Joseph Sheridan Le Fanus Karnstein-Erzählung nicht in würdigem Maß umsetzen. Zu wenig bleibt von der ursprünglichen Geschichte Le Fanus übrig, und der viel zu große Leerlauf im Mittelteil machen das Gezeigte etwas zäh. Da helfen die einen oder anderen Möpse und blutigen Sequenzen nicht weiter.

Auch an einem charismatischen Vampir fehlt es der Geschichte. Konnte ein Christopher Lee noch jede hanebüchene Geschichte überspielen, kann Damien Thomas als Graf Karnstein so gar nicht überzeugen. Wie gerne hätte man ein Finale zwischen Lee und Cushing gesehen. Auch das Ende, samt der Todesszene des fanatischen Inquisitors, wirkt unfreiwillig komisch und das, obwohl Cushing eine bemerkenswerten Auftritt absolviert. Hier wäre es eine Sache des Regisseurs gewesen, diesem Beitrag zum Vampir-Genre, welches erst im letzten Drittel überhaupt so richtig zum Zuge kommt, einen würdigeren Abschluss zu bieten. Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch das Spiel des sehr jungen David Warbecks, den die meisten aus Lucio Fulcis Interner Link"Geisterstadt der Zombies" kennen werden. Als Lehrer Anton performt Warwick sehr gut, kann aber neben einer Größe wie Cushing kaum das Publikum auf sich ziehen. Die beiden Playmate-Zwillinge Madeleine und Mary Collinson zeigen sich freizügig, doch in Erinnerungen bleiben sie auch nicht.

Vieles hätte man allein durch imposantere Bilder und einer dichteren Erzählstruktur wett machen können, schließlich verzaubert die gotische Optik der Hammer-Filme noch heute. Doch alles scheint bemüht, dem aufstrebenden, amerikanischen Horrorfilm Parolie zu bieten. Kaum zu denken, was gewesen wäre, hätte Cushing die Rolle damals nicht angenommen. Dann gäbe es kaum noch einen Grund, weshalb sich "Draculas Hexenjagd" lohnen würde. Die aus der Bluse hüpfenden Hupen und der spritzende rote Saft reichen einfach nicht.


Mit "Draculas Hexenjagd" spendiert Anolis den Käufern ein gewohnt hohes Maß an Qualität. Dass der HD-Transfer aufgrund des zur Verfügung stehenden Materials nicht ganz so optimal ist, bleibt verschmerzbar, denn in einer besseren Qualität sah man diesen Klassiker bisher noch nicht. Das Bonusmaterial ist umfangreich und teilweise exklusiv für diese Edition produziert. Ausgeliefert wird "Draculas Hexenjagd" einmal als KeepCase mit FSK-Wendecover für die Elektrofachmärkte, allerdings ohne Booklet. Sammler greifen zu einem der zwei Mediabooks, die sehr wertig verarbeitet wurden und mit zwei interessanten Cover-Motiven aufwarten können. Das FSK-Logo befindet sich bei den Mediabooks auf ein Deckblatt. Eine Pflichtanschaffung für jeden Hammer Film- und Anolis-Fan.



Screenshots




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Draculas Hexenjagd
NewsExklusive Hammer Steelbooks von Wicked-Vision
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