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USA 1989
Originaltitel:Cyborg
Alternativtitel:Helten
aka. Masters of the Universe II: The Cyborg
Länge:82:34 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Albert Pyun
Buch:Kitty Chalmers, Albert Pyun
Kamera:Philip Alan Waters
Musik:Tony Riparetti
SFX:William Dawson
Darsteller:Jean-Claude Van Damme, Deborah Richter, Vincent Klyn, Alex Daniels, Dayle Haddon, Ralf Moeller, Terrie Batson, Jackson 'Rock' Pinckney, Janice Graser, Haley Peterson, Robert Pentz, Sharon K. Tew, Chuck Allen, Stefanos Miltsakakis, Kristina Sebastian, Thomas Barley, Dale Frye, Jophery C. Brown, Jim Creech
Vertrieb:DigiDreams
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:02.12.2013 (Kauf)



Inhalt
In völliger Anarchie versunken und von einer tödlichen Seuche bedroht, hat sich das Amerika von morgen in einen barbarischen Alptraum verwandelt. Einzig die schöne Pearl Prophet - ein Wesen halb Mensch, halb Roboter - hat das nötige Wissen um einen Impfstoff zu entwickeln. Doch während sie noch verzweifelt Daten sammelt, um das Heilmittel herstellen zu können, wird Pearl von den kannibalischen Fleisch-Piraten entführt. Sie wollen das Medikamt für sich allein - um dann die Welt zu beherrschen! Jetzt kann nur noch die furchterregende Kampfkunst des Schwertkämpfers Gibson Rickenbacker Pearl retten - und mit ihr das, was von der Zivilisation noch übrig ist.

Bild
Format2,15:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Nach hunderten von Forenbeiträgen und Fake-Rezensionen bei Amazon und Co. wollen wir die Fakten einfach mal auf den Tisch bringen und den Schleier um die "Slinger"-Veröffentlichung von DigiDreams lüften. Das vorhandene HD-Material von "Cyborg" ist qualitativ großartig. Das Bild zeigt eine nie dagewesene Schärfe, offenbart eine Menge Details und überzeugt mit kräftigen und leicht übersättigten Farben. Der Kontrast arbeitet ausgewogen, und der tiefe Schwarzwert lässt selbst in dunklen Szenen keine Details vermissen. So würde unsere Kurzbewertung zur US-Blu-ray von MGM ausfallen. Doch hier haben wir es mit dem sogenannten Director's Cut bzw. Misery Cut zu tun, den Regisseur Albert Pyun damals im Selbstvertrieb auf DVD herausbrachte ...


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Die gänzlich andere Schnittfassung zeigt die gewünschte Version des Regisseurs, die sich deutlich von der Kinofassung unterscheidet und im direkten Vergleich einige Gewaltspitzen vermissen lässt, dafür mehr Handlung und stellenweise unnötige und in die Länge gezogene Einstellungen beinhaltet. Klingt erst einmal aufregend, doch leider stand für diese Szenen nur ein abgenutztes VHS-Tape aus dem privaten Archiv Pyuns zur Verfügung. Während der Regisseur seinen Fans damals für viel Geld eine selbstgebrannte DVD des "Director's Cut" andrehte, wurden die VHS-Szenen für die Blu-ray in eine HD-Vorlage hineingeschnitten und angepasst. Somit ist die Bildqualität bei den HD-Szenen, die auch in der Kinofassung zu sehen waren, derer der MGM-Blu-ray sehr ähnlich.
Dennoch kann man sich das Resultat vorstellen: Permanente Bildwechsel von echtem HD zu VHS-Qualität. Wir sprechen nicht von wenigen Minuten, sondern davon, dass das Bild fast alle paar Sekunden hin und her springt. Vom Sehgenuss der HD-Fassung bleibt da nicht mehr das Geringste übrig, denn das hochskalierte VHS-Bild ist mehr als indiskutabel. Besser als das, was Pyun den Fans verkaufte, ist dieser Zusammenschnitt auf jeden Fall, was nicht zuletzt an dem prächtigen HD-Bild liegt. Doch der ständige Wechsel zwischen VHS und HD bereitet Kopfschmerzen, und die vielen unnötigen Einstellungen stören den Filmfluss ungemein.


(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

Man könnte mit dieser Schnittfassung als Ergänzung zur Kinofassung sehr gut leben, doch leider hat DigiDreams nur die Rechte am Director's Cut, weshalb man die Kinofassung nicht veröffentlichen durfte. Als Einzelveröffentlichung ist Pyuns Version sehr anstrengend und dürfte jeden Kunden erst einmal abschrecken, schließlich sieht eine alte VHS-Kopie auf High Definition hochskaliert nicht sonderlich einladend aus. Um den Unterschied zwischen beiden Fassungen etwas zu relativieren, wurde das HD-Bild zusätzlich gefiltert. Ein unnötiger Schritt, der im direkten Vergleich zur US-Version, die augenscheinlich als Vorlage diente, zu einem sichtbaren Absinken des Detailbereichs sorgt. Zwar artet der DNR-Filter nicht so heftig aus wie z. B. bei Interner Link"Black Eagle", doch die natürliche Kornstruktur weicht einem teilweise sichtbaren digitalen Brei. Haare und feinere Poren verlieren an Schärfe, und Details gehen verloren. Besonders auffällig ist dies zum Ende hin, wenn der Kampf zwischen Gibson und Vender im Regen stattfindet. Hier zeigt sich im direkten Vergleich zur US-Disc, dass in der deutschen Fassung keine Regentropfen mehr zu erkennen sind. Zwar sieht das in bewegten Bildern nicht so schlimm aus wie auf den Screenshots, doch leider ist der Detailverlust nicht wegzudiskutieren. Hartnäckigen DNR-Hasser dürfte diese Nachricht kaum ein müdes Lächeln abringen, denn auch ohne DNR bleibt die Qualität insgesamt kaum erträglich. Bei allen Betrachtungsflächen über 42 Zoll und einem geringen Sitzabstand dürfte der Griff zur DVD-Version bzw. zur durchgängigen Version in VHS-Qualität sinnvoller sein, als diese permanent wechselnde Schnittfassung, die noch dazu ein Ruckeln in schnellen Kameraschwenks offenbart. Das Bild wurde im Übrigen von 1,85:1 auf 2,15:1 gemattet, da Pyuns Fassung teilweise Timecode-Aufnahmen beinhaltete. Die Endsequenz liegt sogar in 2,35:1 vor und enthält neues Filmmaterial, welches nicht zum Film passen mag.



(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo (dt., engl.), Dolby Digital 5.1 Upmix (dt.), Dolby Digital 5.1 splitted Upmix (engl.)
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 Für "Slinger" musste DigiDreams eine komplett neue Synchronisation erstellen lassen, da die Rechte der alten Synchronfassung zu "Cyborg" weiterhin bei MGM liegen. Das Label scheute keine Kosten und Mühen, und hat die bekannte "Van-Damme-Stimme" Charles Rettinghausen bekomen. Die Synchronisatoin ist gut gelungen, obwohl die restlichen Stimmen unmotiviert klingen und die elektronisch vertiefte Stimme von Fender an alte Amateurfilm-Zeiten erinnert. Im Allgemeinen klingt der Soundmix an die Zeit von Interner Link"Mutation" und Co. angelehnt. Dabei klingt der 5.1-Mix sogar etwas räumlich und bietet eine solide Breite. Dialoge werden nicht über die Rears wiedergegeben, fallen dafür aber etwas dumpf aus. Nervig ist der sich ständig wiederholende neue Soundtrack, der einem bereits nach 5 Minuten an den Rande des Wahnsinns treibt. Auch zum Ende hin nervt das ständige Samplen von Fenders Schreien, selbst wenn er gar nicht schreit.

Die deutsche Stereo-Variante klingt noch steriler als die 5.1-Abmischung, und der englische 5.1-Mix schießt förmlich den Vogel ab. Dieser ist ein aufgetrennter Upmix, bei dem Dialoge einfach aus allem Kanälen wiedergegeben werden und permanent nach Hall klingen. Beim Stereo-Mix ist der Hall-Effekt im Frontbereich vorhanden und lässt auch diese Tonspur durchweg unnatürlich klingen, was abermals bei Fenders Stimme sehr auffällig wird. Auch bietet die englische Fassung hörbare Qualitätswechsel. Von Dynamik und Tiefenbass ist in beiden Fassungen nicht viel zu erwarten. Hörbar sind beide auf jeden Fall, aber nur wenig zufriedenstellend. Optional gibt es deutsche Untertitel mit dem einen oder anderen Rechtschreibfehler.
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Extras
MediumBD-50 / DVD-9
Extras
  • 8-seitiges Bookelt
  • PCE-Sammelkarte
Disc 1: (Blu-ray)
  • Trailer (2:03 Min., 576i)
  • Behind the Scenes Gallery (2:46 Min., 576i)
  • Making of Synchro (3:18 Min., 576i)
  • Artwork Gallery (3:36 Min., 576i)
  • Slideshow (3:58 Min., 576i)
  • Koreanisches Presseheft (0:31 Min., 576i)
  • Werberatschlag (1:54 Min., 1080i)
  • Kino-Aushangfotos (2:27 Min., 576i)
  • Pressebilder (1:39 Min., 576i)
  • Programmheft (1:24 Min., 1080p)
  • Comic-Galerie (5:23 Min., 1080p)
  • Unbearbeitete Originalversion (82:24 Min., 1080p)
Disc 2: (DVD)
  • Audiokommentar von Albert Pyun (106:06 Min.)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover und Schuber
 Das Cover suggeriert 209 Minuten Bonusmaterial, zu denen der Audiokommentar von Albert Pyun genauso mitgezählt wurde wie die unbearbeitete Fassung des Films, welche ebenfalls auf der Blu-ray als Bonus zu finden ist. Diese Version ist teilweise sogar brauchbarer als die HD/VHS-Version, weil man nicht dem ständigen Wechsel ausgesetzt ist. Zudem lässt sich bei ihr ein nostalgischer Mehrwert nicht von der Hand weisen. Der Audiokommentar, bei dem Albert Pyun auf einer gesonderten DVD über seine Filmfassung spricht, ist sehr interessant und läuft knapp 20 Minuten länger als der eigentliche Film. Dies ist vermutlich der Grund, warum eine DVD beigelegt wurde. Der Kommentar wurde deutsch untertitelt, was teilweise sehr groteske und lustige Ausmaße annimmt, da sich viele peinliche Übersetzungsfehler eingeschlichen haben. Neben diversen Bildergalerien enthält die Disc noch einen Trailer sowie ein 3-minütiges Making of der deutschen Synchronfassung, bei der man nur einen sehr oberflächlichen Einblick in die Arbeit bekommt. Ein richtiges Interview mit Charles Rettinghausen wäre interessanter gewesen. Zudem enthält die Veröffentlichung ein 8-seitiges Booklet mit Hintergrundinformationen.
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Fazit
Ende der 1980er Jahre sollte Regisseur Albert Pyun gleich zwei ambitionierte Filmprojekte für Cannon umsetzten. Die Rede war von einem "Spider-Man"-Film und einer Fortsetzung zu Interner Link"Masters of the Universe". Da man bei Cannon auf Sparkurs war, sollten beide Filme zeitgleich inszeniert werden. Leider platzen die Schecks an Marvel und Martel, wodurch die Projekte niemals zustanden kamen. Cannon hatte keine finanziellen Mittel mehr, dafür aber bereits 2 Millionen Dollar für Kostüme und einige Sets verpulvert. Man wollte die vorhandenen Materialien aber nicht ungenutzt lassen, und so sollte Albert Pyun die schnell runter geschriebene Geschichte namens "Slinger" für knapp 500.000 Dollar inszenieren. Pyun wollte eigentlich Chuck Norris für die Hauptrolle, Cannon sah aber eher Jean-Claude Van Damme in der Rolle von Gibson. Auch wollte Pyun eine Metal-Oper, gänzlich ohne Dialoge und zudem noch in schwarzweiß drehen. Die Idee für solch ein ambitioniertes Projekt schien großartig, doch wollte Cannon Geld verdienen, nicht noch mehr vernichten. Puyns Idee schien nicht realisierbar. Übrigens ist im jetzigen Director's Cut noch der ursprünglichen Soundtrack zu hören, während die musikalische Untermalung der Kinofassung komplett anders war.

Die von Cannon geforderte Fassung fand bei den ersten Testscreenings aber nur einer bei einer von hundert Gästen positiven Anklang, was die Alarmglocken beim Studio schrillen ließ. Um das Projekt zu retten, kehrte Van Damme nach den Dreharbeiten zu Interner Link"Kickboxer" aus Thailand zurück und erstellte selbst eine neue Schnittfassung des Films. Und zwar kostenlos. Der Rest ist Geschichte ...
Glücklich schien Pyun nie mit der Fassung zu sein. Als 2011 im Archiv des ursprünglichen Komponisten die letzte Schnittfassung auf einer VHS wiedergefunden wurde, kündigte der Regisseur an, diese für Fans zu veröffentlichen. Leider bekommt man auch hier nicht die letzte Schnittfassung zu sehen, da Pyun den Film nochmal bearbeitete, wodurch aus 88 Minuten gerade mal 82 Minuten wurden. Für Albert Pyun stellt dies jedoch seinen favorisierter Director's Cut dar, den er damals für viel Geld als gebrannte DVD an seine Fans verkaufte.
Gerade bei der vorliegenden HD-Version fällt es aufgrund des sichtbaren Bildwechsels erst einmal auf, wie unnötig und langgezogen diese "Mystery"-Fassung eigentlich ist. Pyun war noch nie ein guter Cutter und stellt das hier auch leider unter Beweis. Holperige Schnitte, unnötig in die Länge gezogene Szenen und viel unfreiwillig komisch wirkende Momente machen den Film zwar zu einer netten Ergänzung für Komplettisten, aber ein guter Film ist "Slinger" nicht. Die Musik schlägt rockige Töne, die Hintergrundgeschichte ist komplett geändert, wodurch man jetzt nicht mehr nach einem Heilmittel gegen die Pest sucht, sondern versucht, den Strom wieder herzustellen, um die "Technologie" zurückzubringen. Hinzu kommen viele Off-Dialoge und ein Fender, der nicht mehr beängstigend, sondern nervig wirkt. Das braucht man alles nicht. Die bekannte Kinofassung reicht allemal. Wer dennoch einen Blick riskieren will, greift lieber zu dieser Disc, statt sich die überteuerte DVD-R vom Regisseur schicken zu lassen.

Die Erstauflage erscheint in einem Prägeschuber, und das FSK-Logo befindet sich auf der Verpackungsfolie. Das Cover selbst ist ein FSK-Wendecover mit einem alternativen Artwork. Zudem liegt der Disc eine PCE-Sammelkarte bei: Beim Sammeln von 10 Filmen aus der Reihe ist der 11. gratis.



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Cyborg
News"Cyborg": Pyuns Directors Cut kommt!
Cyborg
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