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USA 1953
Originaltitel:House of Wax
Alternativtitel:Kabinett des Professor Bondi, Das
Länge:88:21 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:André De Toth
Buch:Charles Belden, Crane Wilbur
Kamera:Bert Glennon, J. Peverell Marley, Robert Burks
Musik:David Buttolph
SFX:Julian Gunzburg
Darsteller:Vincent Price, Frank Lovejoy, Phyllis Kirk, Carolyn Jones, Paul Picerni, Roy Roberts, Angela Clarke, Paul Cavanagh, Dabbs Greer, Charles Bronson, Reggie Rymal, Oliver Blake
Vertrieb:Warner
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:04.10.2013 (Kauf)



Inhalt
Beim Brand seines historischen Wachsfigurenkabinetts wird das gesamte Werk des Bildhauers Bondi zerstört, er selbst entkommt knapp dem Flammentod. Fortan hat der grausam entstellte Bondi nur ein Zeil: blutige Rache an den Brandstiftern, seinem ehemaligen Geschäftspartner und dessen Braut, zu nehmen. Er ersinnt einen neuen - und mörderischen - Weg, sein Wachsfigurenkabinett wieder zu erneuern ...

Bild
Format1,37:1
Norm1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
 "House of Wax" liegt in 2D als auch als 3D-Version auf der Disc vor. Die 3D-Fassung ist sogar im echten stereoskopischen Format gedreht und gilt als eine der ersten 3D-Filme auf der Welt. Weiterhin gilt er als der erste 3D-Film, der von einem großen Hollywood-Studio produziert wurde. Obwohl André De Toths Klassiker mehr als 63 Jahre alt ist, ist das 3D-Erlebnis durchaus gegeben und macht vielen aktuelleren Produktionen einiges vor.
Das HD-Bild zeichnet eine überraschende Räumlichkeit mit gezielt platzierten 3D-Effekten, die ihre Wirkung niemals verlieren. Man merkt schnell, dass der Regisseur sich durchaus Gedanken über eine stereoskopische Umsetzung gemacht hat und die Möglichkeiten im vollen Umfang ausnutzt. Während das Bild in puncto Tiefe und Plastizität sehr homogene Werte abliefert, fällt der Transfer im Bereich der Schärfe deutlich ab. Leider gibt es Material bedingt sehr viele weiche, sogar unscharfe Einstellungen, die nicht weg zu diskutieren sind. Somit zeigt sich das Bild zwar, bis auf wenige, etwas flacher wirkende Aufnahmen, sehr räumlich, kann im Detailbereich aber nur durchschnittliche Werte abliefern. Der Kontrast und die Farbdarstellung könnten hingegen kaum besser sein. Selbst der Schwarzwert hinterlässt einen guten Eindruck. Die Kompression arbeitet sauber im Hintergrund. Altersbedingte Verschmutzungen sind kaum wahrzunehmen, und das Filmkorn scheint unangetastet und zeigt eine natürliche, stellenweise sehr ausgeprägte Kornstruktur. Ghosting-Artefakte treten zum Glück nur sehr gering auf.

Wer "House of Wax" nicht in der stereoskopischen Fassung sehen möchte, kann im Menü auch die 2D-Version anwählen, der es aber am Schauwert der 3D-Fassung fehlt. Das Bild zeigt sich ähnlich der stereoskopischen Version, wirkt allerdings deutlich flacher und bei weitem nicht mehr so plastisch und tief wie in der 3D-Fassung. Kontrast und Farbwerte sind auch hier sehr gut, allerdings neigen die Konturen deutlicher zum Überstrahlen, welches altersbedingte Ursachen hat und stellenweise für bläulich schimmernden Auren um Personen und Objekte sorgt. Die Schärfe schwankt auch deutlich und zeigt viele weiche bzw. unscharfe Einstellungen, welche den Sehgenuss minimal trüben. Auch hier zeigt sich eine prägnante Kornstruktur, die zum Glück nicht gefiltert wurde. Defekte und Verschmutzungen stellen kein Problem dar, und selbst die Kompression arbeitet ruhig und ausgewogen im Hintergrund. In Anbetracht des Alters sind beide Fassungen sehr ansehnlich.





(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 ++++--Wertung der 2D-Fassung
++++/-Wertung der 2D-Fassung

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 2.0 Surround (engl.), Dolby Digital 1.0 (dt., franz., ital., span.)
SpracheEnglisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Kastillisch
 Die alte deutsche Synchronisation liegt in Mono vor, während der Originalton als Stereo-Spur aufgespielt wurde. Beide Sprachfassungen klingen angestaubt und leicht dumpf, bleiben aber durchweg verständlich. Die einzelnen Tonelemente in der Originalfassung klingen besser erhalten und natürlicher als beim deutschen Pendant. Die deutsche Synchronfassung wirkt aber weder kratzig noch blechern, kann ihr hohes Alter jedoch nicht verbergen. Die Synchronisation selbst ist gut, wobei man Vincent Price im Originalton hören sollte. Deutsche Untertitel sind optional.
 ++/---

Extras
MediumBD-50
Extras
  • Audiokommentar von David Del Valle und Constantine Nasr
  • Das Kabinett des Professor Bondi: Das haben sie noch nie gesehen (48:23 Min., 1080p)
  • Die "Round the Clock"-Premiere (2:16 Min., 576i)
  • US-Kinotrailer (2:05 Min., 576i)
  • "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" - Originalfilm von 1933 (77:23 Min., 576i)
VerpackungSeastoneCase
 Der Audiokommentar mit den Film-Historikern David del Valle und Constantine Nasr fällt sehr informativ aus. Beide gehen ausführlich auf diverse Aspekte der Produktion ein und warten mit vielen Anekdoten auf, die sie von Vincent Price persönlich in vielen Interviews erfahren haben. Leider gibt es keine deutschen Untertitel. In der 48minütige Dokumentation "Das haben Sie noch nie gesehen!" spricht man nicht nur über die Geschichte des 3D-Kinos, welches damals noch in den Kinderschuhen steckte, sondern auch über den Einfluss, den "House of Wax" aus filmhistorischer Sicht ausübte. Dabei kommen u. a. Hollywood-Legenden, wie Martin Scorsese, zu Wort. Während diese Doku in HD vorliegt, sind die anderen Extras alle in Standard-Auflösung enthalten. Weiterhin gibt es den US-Kinotrailer, einen Wochenschaubericht von der Premiere des Films sowie den lange als verschollen geglaubten Originalfilm "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" aus dem Jahre 1933. Dieser liegt in englischer Sprache vor. Untertitel sind bis auf den Audiokommentar in verschiedenen Sprachen verfügbar.
 ++++/-

Fazit
"House of Wax" (oder besser: "Das Kabinett des Professor Bondi") machte Vincent Price zum Superstar und Ikone einer ganzen Generation von Horrorfilm-Begeisterten. Dabei ist "Das Kabinett des Professor Bondi" lediglich ein Remake des damals als verschollen geltenden "Das Geheimnis des Wachsfigurenkabinetts" aus dem Jahre 1933. Regisseur André De Toth konnte mit seiner Verfilmung allerdings die erste 3D-Produktion eines großen Hollywood-Studios inszenieren, was aufgrund des Umstandes, dass er lediglich ein Auge besitzt, sehr zynisch und etwas grotesk wirkt. Trotzdem legt der Regisseur sehr viel Wert auf eine beklemmende Atmosphäre und verliert sich bei seiner Inszenierung niemals in unnötigen Spielereien, welche die stereoskopischen Möglichkeiten mit sich gebracht haben.
Vielmehr scheinen jedes Details und jede Einstellung perfekt durchdacht zu sein. Die 3D-Effekte wurde in Zusammenarbeit mit drei Kameramännern so unglaublich präzise in Szene gesetzt, dass sich noch 60 Jahre später Blockbuster eine Scheibe von den Bildkompositionen abschneiden können. Man darf bemängeln, dass die 3D-Effekte etwas zu lange am Stück gezeigt werden, insgesamt den Sehfluss aber nicht beeinträchtigen.

Inhaltlich wie inszenatorisch beeinflusste "House of Wax" nicht nur den Horrorfilm maßgeblich, sondern inspirierte ganze Generationen von Filmemachern, wie z. B. Martin Scorsese. Die Make-Up-Effekte waren ebenfalls großartig, wobei Vincent Price selbst ohne Maske eine herausragende Performance ablieferte, die nachhaltig zur morbiden Grundstimmung des Films beitrug. Heute könnte man von einer "One-Man-Show" sprechen, denn die anderen Darsteller (darunter auch ein junger Charles Bronson als Igor) können dem Horror-Altmeister nicht das Wasser reichen. "House of Wax" hat nach all den Jahrzehnten weder an Spannung noch an Atmosphäre eingebüßt und darf sich zu den Kultfilmen des Genres zählen.

Dank Warner kann man den Film so sehen, wie er damals im Kino zu sehen war und wird überrascht sein, wie effektiv die 3D-Version ist. Technisch eine rundum gelungene Veröffentlichung. Nur ist es schade, dass die Disc nicht mit einem FSK-Wendecover erscheint. Trotzdem eine Pflichtanschaffung, nicht nur aus filmhistorischer Sicht.



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