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USA 1994
Originaltitel:In the Mouth of Madness
Alternativtitel:Antre de la folie, L'
aka. Az orület torkában
aka. John Carpenter's In the Mouth of Madness
aka. John Carpenters Die Mächte des Wahnsinns
Länge:95:22 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:John Carpenter
Buch:Michael De Luca
Kamera:Gary B. Kibbe
Musik:Jim Lang, John Carpenter
SFX:KNB EFX Group
Darsteller:Sam Neill, Julie Carmen, Jürgen Prochnow, David Warner, John Glover, Bernie Casey, Peter Jason, Charlton Heston, Frances Bay, Wilhelm von Homburg, Kevin Rushton, Gene Mack
Vertrieb:Warner
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:25.10.2013 (Kauf)



Inhalt
John Trent ist Versicherungsdetektiv, ein Meister im Aufspüren von Fälschungen und Betrügereien. Eines Tages wird er beauftragt, den vermissten Horror-Schriftsteller Sutter Cane zu suchen. Trent wittert sofort einen Versicherungsbetrug, denn der smarte Verleger Jackson Harglow und seine hübsche Lektorin Linda profitieren mächtig vom Verschwinden ihres Starautors: Es bringt Cannes, noch unvollendetem Roman "Die Mächte des Wahnsinns", der von Millionen Fans mit Spannung erwartet wird, noch zusätzliche Publicity ein. Trents Selbstsicherheit wird erstmals erschüttert, als er Canes Romane liest und schreckliche Alpträume bekommt. Als ihn die Suche nach Cane in die Kleinstadt Hobb's End führt, die auf keiner Landkarte verzeichnet ist, lernt er den Ort des Grauens kennen. Danach ist nichts so, wie es vorher war ...

Bild
Format2,40:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Für "Die Mächte des Wahnsinns" wurde ein neuer HD-Transfer erstellt. Es wird gemunkelt, dass es sich dabei sogar um einen 4K-Transfer handeln würde. Wie dem auch sei, das Ergebnis ist weit über dem, was man normalerweise bei Backkatalogtiteln geboten bekommt. Die Schärfe ist enorm, und der Detailbereich zeichnet selbst kleine Muster sehr fein und detailliert. Die wenigen weicheren Einstellungen beschränken sich weitgehend auf ein paar dunkle Szenen, trüben den Gesamteindruck aber in keiner Minute. Die Farbsättigung ist ebenfalls im oberen Bereich anzusiedeln und gibt sich sehr lebhaft und kräftig, ohne ins Unnatürliche abzurutschen, wobei die Farben in einigen Sequenzen gewollt etwas verfremdet wirken. Der Kontrast arbeitet fast durchweg sauber, wirkt an wenigen Stelle etwas zu hart, und der Schwarzwert ist eine Spur zu wechselhaft, wodurch in einigen Szenen das ein oder andere Detail verschluckt wird. Abgesehen davon, wird dem Zuschauer ein hervorragendes HD-Bild mit sauberen Konturen, klar differenzierten Details und kräftigen Farben geboten. Schmutz oder Defekte spielen hierbei ebenso wenig eine Rolle wie schlechte Kompression. Letztere arbeitet sauber und unauffällig im Hintergrund. So soll es auch sein!





(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)


 +++++-

Ton
FormateDolby Digital 2.0 Stereo (dt., franz., ital., span.), DTS-HD Master Audio 5.1 (engl.)
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch
UntertitelDeutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Italienisch für Hörgeschädigte, Französisch, Spanisch
 Warner liefert zum Glück die Original-Abmischung in Stereo und greift nicht zum alten DVD-Ton, der zwar in Dolby Digital 5.1 vorlag, klanglich aber eine mittelschwere Katastrophe darstellte (u. a. vertauschte Frontkanäle) und nur wenig homogen klang. Der hier vorliegende Stereo-Mix offeriert eine breite Front und sehr gut verständliche Dialoge. Die Balance zwischen Dialogen und Nebengeräuschen arbeitet nicht immer optimal, und manche Effekte klingen etwas künstlich und passen nicht zum restlichen Klangbild. Die Musik wird kräftig und natürlich auf den Frontkanälen wiedergegeben, wodurch trotz kleinerer Mängel eine sehr stimmige Tonspur entsteht. Die englischsprachige DTS-HD-Master-Audio-5.1-Spur bietet ein weiträumiges Klangspektrum mit gehobenem Dynamikumfang und wenn nötig satten und kräftigen Bässen. Die Balance zwischen den einzelnen Elementen ist vorbildlich und erzeugt eine stimmige Atmosphäre. Es gibt immer wieder gut platzierte Effektschübe, und der Score erstreckt sich ebenfalls lebhaft auf sämtliche Kanäle. Es gibt noch weitere Sprachfassungen sowie diverse Untertitel, die man zuschalten kann.
 +++/--

Extras
MediumBD-25
Extras
  • USA-Kinotrailer (1:47 Min., 480i)
  • Audiokommentar von Regisseur John Carpenter und Kameramann Gary B. Kibbe
VerpackungSeastoneCase
 Das Bonusmaterial ist nicht sonderlich umfangreich, und auf ein FSK-Wendecover wurde ebenfalls verzichtet. Doch während man lediglich einen Trailer zum Hauptfilm anwählen kann, gibt es noch einen schönen Audiokommentar mit Regisseur John Carpenter und Kameramann Gary B. Kibbe. Beide gehen sehr ausführliche aus diverse Aspekte der Produktion ein und geizen weder mit Hintergrundinformationen noch mit netten Anekdoten. Leider verzichtet Warner auf eine deutsche Untertitelung des Kommentars.
 +/----

Fazit
Es hat zwar verdammt lange gedauert, aber hier ist er endlich, der Carpenter für die Neunziger, auch wenn das so richtig niemand mehr glauben mag. Nach dem Kreativschub mit Interner Link"Die Fürsten der Dunkelheit" wieder in einem dunklen Loch verschwunden, was "Jagd auf einen Unsichtbaren" (ungeheuer misslungen) und Interner Link"Das Dorf der Verdammten" (zu stark kopiert) beweisen. Aber hiermit versucht sich Carpenter auf Lovecrafts Terrain. Und wo alle anderen scheiterten, kommt Carpenter durch und liefert gleichzeitig noch eine beachtliche Mediensatire ab.

Carpenter unterteilt seinen Film in mehrere Segmente, die die Wirkung der Geschichte wesentlich erhöhen. Nach dem Prolog in der Irrenanstalt folgt die Nacherzählung der Ereignisse in der realen Welt um den Suchauftrag und die Manie, ja beinahe Hysterie um den Schriftsteller. Böse Vorzeichen mehren sich. Der mittlere Teil gehört dem Aufenthalt in der unheimlichen Stadt, während das Ende wieder auf Mediensatire mit Weltuntergangsstimmung blendet.
Die Handhabung dieser verschiedenen Segmente ist außerordentich riskant, denn Humor und Horror vertragen sich schlecht, selbst wenn es schwarzer Humor ist. Dem Zuschauer wird ein hohes Maß an geistiger Mitarbeit abgefordert, und so manchem mag das atmosphärische kosmische Grauen Lovecrafts nicht zu dem Axtmörder, der Horrorfans mit ihrem neuesten Lieblingsbuch beim Verlassen des Buchladens niedermetzelt, passen, doch die Unausweichlichkeit und Vorbestimmung des Geschehens lässt erahnen, wie gut ausgearbeitet der Film war.
Wahre Meisterschaft beweist Carpenter in den Szenen in der unheimlichen Kleinstadt aus der es kein Entkommen gibt: Tentakelmonster im Gartenhaus, dezent angedeutet, ein langsam monsterhaft mutierendes Bild, vom Bösen gelenkte Kinder und eine mächtige, der Dunkelheit geweihte Kirche, in der das Werk des Grauens zu Ende geschrieben wird. Über all dem hängt der Hauch des absolut Bösen und Unwirklichen, dessen Darstellung schon immer Spezialität des Regisseurs war.

In diesem Fall wurde er zwar des Öfteren angefeindet, wegen der angeblichen Glibber- und Schleimmonster, doch tatsächlich hat er diese Effekte sehr sparsam eingesetzt, macht sie nur kurz sichtbar oder in so schnellen Schnitten, dass auch hier der Großteil der Phantasie des Zuschauers überlassen wird. Schauspielerisch gibt Sam Neill eine beeindruckende Vorstellung als Detektiv, der bis kurz vor Schluss an einen gut inszenierten Schwindel glaubt. Prochnow wird erst im letzten Drittel und dann nur sparsam eingesetzt, doch seine Präsenz ist ungebrochen. Julie Carmen sorgte für eine solide Vorstellung und Charlton Heston gibt einen launigen Gastauftritt als Verleger.

Atmosphärischer Horror mit zeitgemäßen Bezügen und einigen Schmunzlern, intelligent geschrieben. Gibt's leider viel zu selten. Die Blu-ray von Warner wartet mit einem exzellenten Bild und brauchbaren Ton auf. Das Bonusmaterial ist etwas mager, doch dafür gibt es ein informativen Audiokommentar. In Zukunft aber bitte wieder deutsch untertiteln, und ein FSK-Wendecover wäre auch nicht schlecht.



Screenshots




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