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USA 1993
Originaltitel:In the Line of Fire
Alternativtitel:Zweite Chance, Die
Länge:128:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Wolfgang Petersen
Buch:Jeff Maguire
Kamera:John Bailey
Musik:Ennio Morricone
SFX:Rocky Gehr
Darsteller:Clint Eastwood, John Malkovich, Rene Russo, Dylan McDermott, Gary Cole, Fred Dalton Thompson, John Mahoney, Gregory Alan-Williams, Jim Curley, Sally Hughes, Clyde Kusatsu, Steve Hytner
Vertrieb:Sony Pictures
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:07.08.2008 (Verleih) / 07.08.2008 (Kauf)



Inhalt
Secret Service-Agent Frank Horrigan (Clint Eastwood) hat ein Trauma: Dallas. Bis heute fühlt sich Frank, als Ex-Sicherheitsbeamter J.F. Kennedys, mitschuldig an dessen gewaltsamen Tod. Um so heftiger reagiert Frank, als ihm ein Attentäter telefonisch die Ermordung des gegenwertigen Präsidenten ankündigt. Das Weiße Haus tut Frank als Wichtigtuer ab. Doch Franks schlimmste Befürchtungen werden wahr: Der Attentäter ist eine menschliche Killer-Maschine, ausgerüstet mit modernster Technik und kaltblütiger Skrupellosigkeit ...

Bild
Format2.40:1
Norm1080p / AVC MPEG-4
 "In the Line of Fire" hat rund 16 Jahre auf dem Buckel und darf auf High Definiton einen guten Eindruck hinterlassen. Das Bild erscheint zwar in Totalen und auch Halbtotalen etwas weichgezeichnet und trotz sauberer Konturen fehlt es dem Transfer in einigen Szenen etwas an Tiefenwirkung, Nahaufnamen hingegen erscheinen gestochen scharf, plastisch und äußerst detailliert. Die Farbgebung ist recht natürlich, dürfte aber ruhig eine Spur satter und kräftiger sein. So erscheinen viele Szenen sehr blass und farbreduziert. Der Kontrast ist meist sehr ausgewogen und offenbart einen ordentlichen Schwarzwert. Auffällig ist allerdings das leichte Farbrauschen und Flimmern. Hinzu kommen leichte Bewegungsunschärfen, welche aber nur bedingt stören. Dafür ist weder Rauschen noch sichtbares Filmkorn auszumachen. Desweiteren arbeitet die Kompression fehlerfrei und lässt keine Mängel aufkommen.

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Ton
FormateDeutsch, Englisch, Italienisch, Thailändisch
SpracheDolby TrueHD 5.1, Dolby Digital 5.1 (thai.)
UntertitelDeutsch, Englisch, Italienisch, Thailändisch, Türkisch
 Die deutsche Dolby TrueHD-Spur kann leider nicht wirklich überzeugen und wirkt sehr monoton. Dialoge sind gut zu verstehen, wirken aber etwas betagt. Auffällig ist beim deutschen Mix der leichte Hall in Gesprächen und die Stimmen ertönen desöfteren auch aus den Rears, was ungewöhnlich für einen Mix von Sony ist. Dies klingt nicht wirklich gut und darf mitunter auch etwas nerven. Ansonsten werden die Kanäle für Umgebungsgeräusche und den Score genutzt, was wirklich gut, obgleich eine Spur zu dumpf klingt. Die Soundeffekte werden sehr dezent eingesetzt, dürfen wenn nötig aber für einige Überraschung sorgen. Auch wenn die Soundkulisse eher etwas zurückhaltend ausfällt, so wird man sich dank gut platzierter Effekte und kleineren direktionalen Spielereien über eine gute Räumlichkeit freuen können. Der englische Soundmix klingt vor allen in den Dialogen viel natürlicher und klarer, wobei der Hochtonbereich hin und wieder durch Kratzigkeit etwas ausfällt. Den Hall der deutschen Fassung gibt es nicht zu beklagen und ansonsten bietet man uns ein sehr ähnliches Klangspektrum, wobei der Score etwas leiser und dumfer erscheint als bei der deutschen Fassung.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • 4seitges Booklet
  • Audiokommentar mit Regisseur Wolfgang Petersen
  • Hinter den Kulissen mit dem Secret Service (19:57 Min., 480p)
  • Das höchste Opfer (22:14 Min., 480p)
  • Dokumentationen:
    • Making of (4:54 Min., 480p)
    • Auf der Jagd der Fälscher (5:29 Min., 480p)
  • Entfallene Szenen:
    • Piano Bar #1 (2:17 Min., 480p)
    • Hut Witz (0:41 Min., 480p)
    • Vermisst Du mich? (0:44 Min., 480p)
    • Nachrichten (0:52 Min., 480p)
    • Piano Bar #2 (0:25 Min., 480p)
  • Trailershow:
    • 8 Blickwinkel (2:32Min., 1080p)
    • 21 (2:29 Min., 1080p)
    • Men in Black (2:29 Min., 1080p)
    • Demnächst auf Blu Ray (0:32 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase
 Bis auf die hauseigenen Trailer liegen sämtliche Extras in Standard Definition vor. So auch fünf "Entfallene Szenen" und das 20minütige Featurette "Hinter den Kulissen mit dem Secret Service". Hier wird uns ein schöner Einblick in die Arbeit des echten Secret Service geboten und man lässt einige Angestellte, sowie die Filmemacher und Darsteller zu Wort kommen. "Das höchste Opfer" ist ein weiteres Filmchen, diesmal über die Arbeit der Bodyguards der Präsidenten und was es heißt, sich für ihn in die Schlusslinie zu stellen. Hier kommen dann auch echte Leibwächter und erneut die Filmemacher zu Wort. Nun folgen zwei Dokumentationen. Zum einen gibt es ein 5minütiges "Making of" bei dem wir lediglich einen kurzen Einblicke in die Special Effects-Arbeit gewährt bekommen und "Auf der Jagd der Fälscher" gibt in weiteren 5 Minuten einen Blick hinter die Arbeit echter Fahnder von Fälschern. Alles ja ganz nett, aber wo bleibt ein richtiges Making of zum Film? Dafür gibt es einen deutsch untertitelten Audiokommentar mit Wolfgang Petersen, welcher sehr ausführlich über die Entstehung des Films zu berichten weiß. Insgesamt dennoch ein enttäuschendes Zusatzmaterial, dafür wurde das Blu-ray-Menü wieder topp animiert und sämtliche Extras deutsch untertitelt. Wie alle Sony-Blu-rays beinhaltet auch diese eine Bookmark-Funktion für einzelne Szenen. Zudem liegt der Disc noch ein 4seitiges Booklet mit Informationen und Fotos zum Film bei.
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Fazit
Ein Spätwerk vom Feinsten für den alternden Actionheld. "In the Line of Fire" ist lupenreines Thrilleractionkino mit Anspruch, dafür garantieren schon eine erstklassige Besetzung, ungeheure Spiellaune, ein Regisseur im Aufwind und eine klug konstruierte Story, die auch in ruhigen Szenen jederzeit bei Laune hält. Natürlich konnte Eastwood jenseits des 60. Lebensjahrs nicht mehr den Interner Link"Dirty Harry" raushängen lassen, also was lag da näher, als das Altern selbst zum Thema zu machen, mit der eigenen Ikone immer wieder ironisch zu brechen und mit den Möglichkeiten angemessen zu haushalten. Und so fällt es dann auch kaum mal auf, dass hier keine Spitzenwerte des Actionkinos erreicht werden, deliziös ist es allemal.
Die Story gönnt sämtlichen Charakteren reichlich Zeit zum Entfalten. Nach einer heftigen Startsequenz, die mehr durch Routine als durch Überraschungen glänzt, kann man sich mitsamt des ältesten Personenschützers und Ex-Präsidentenleibwächters bequem entspannen. Eastwood spielt seine Vorliebe für Jazz aus, schäkert mit Rene Russo und gönnt sich einen flotten Spruch nach dem anderen. Als Zuckerguss noch ein leises Trauma, den Mord an Kennedy nicht verhindert zu haben. Diametral gegenüber ein diabolischer John Malkovich, dessen potentieller Attentäter zu einer kaltblütigen und superraffinierten Killermaschine heranwächst, gnadenlos alles aus dem Weg räumend, was sich seinem Plan in den Weg stellt und doch menschlich genug, sich ein geschliffenes Rededuell mit dem Helden am Telefon zu liefern, als dessen direkter Gegner er sich sieht. Während der Zuschauer gepflegt rätseln darf, wie Malkovich seinen komplizierten Plan umsetzen will, kommt es zu den gewohnten Stilelementen, der erfrischend aufgepeppt werden. Mehrfach wird der Täter beinahe entlarvt, eine Verfolgungsjagd endet mit einem ausgepumpten Helden, später noch sogar mit einem toten Partner. Malkovich verwandelt sich immer mehr in ein hüllenwechselndes Chamäleon, der überall und nirgends zu sein scheint. Derweil dreht sich die Spannungsschraube immer mehr zu, unterbrochen von ein paar amourösen Intermezzi und dem beruflichen Bankrott des alten Hengstes, bis dieser natürlich im langen, aber ansteigend dramatischen Showdown als einziger den richtigen Riecher hat. Im Herzschlagfinale kann dann auch das Trauma endlich zu den Akten gelegt werden.
"Die zweite Chance" enthält eine ganze Reihe denkwürdiger Szenen, die nicht nur rund unterhaltend gespielt sind, sondern auch optisch erlesen. Neben dem Attentat selbst, das in Schnitt und Gegenschnitt die Bemühungen beider Seiten parallel präsentiert, fallen mir noch andere ein, die immer wieder schön anzusehen sind, wie das Eisessen mit Russo unter dem Lincoln-Denkmal in Washington, dem angeblichen Herzinfarkt Eastwoods, einer Sexszene mit reichlich zu entkleidendem Waffen- und Schutzmaterial, dem Mord Malkovichs an zwei Jägern im Schilf, einer dramatischen Szene während einer Wahlkampfveranstaltung und Eastwood, der einer Pinnwand voll seiner eigenen Vergangenheit gegenübersteht, die der Täter zurückgelassen hat. Den Oscar hatte Eastwood da schon für "Erbarmungslos" kassiert, doch seine verschmitzte Leistung in diesem Film, ruhig, volltönend und souverän knorrig ist eine echte Offenbarung für Fans, unterstützt von einem Regisseur wie Petersen, der hier mal absolut alles richtig machte.

Grundsolide Umsetzung auf Blu-ray, der mehr Bounsmaterial sicherlich gut getan hätte. So dürfen wir uns lediglich über eine gute, aber nicht überragende Bildqualität freuen, sowie einen soliden Tonmix.



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