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USA 2012
Originaltitel:Jack Reacher
Alternativtitel:One Shot
Länge:130:24 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Christopher McQuarrie
Buch:Christopher McQuarrie
Kamera:Caleb Deschanel
Musik:Joe Kraemer
SFX:Michael Perdriel
Darsteller:Tom Cruise, Rosamund Pike, Robert Duvall, Jai Courtney, Richard Jenkins, Werner Herzog, James Martin Kelly, David Oyelowo, Alexia Fast, Michael Raymond-James, Kristen Dalton, Christopher Stadulis
Vertrieb:Paramount
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:06.05.2013 (Kauf)



Inhalt
Jack Reacher, ehemaliger Militärpolizist und Einzelgänger, gerät in einen komplizierten Fall, als ihn ausgerechnet ein Mann um Hilfe bittet, den er selbst einmal gejagt hat. Der Scharfschütze, vor Jahren noch für Verbrechen im Irak von der Politik in Schutz genommen, wird für ein neuerliches Massaker verantwortlich gemacht. Die Indizien sprechen gegen ihn. Reacher versucht mit einer jungen Anwältin und altem Kriegsveteran die Verschwörung auf zu klären.

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Der HD-Transfer kratzt an der Höchstnote und könnte lediglich einen etwas konstanteren Schwarzwert gebrauchen. Es gibt leider immer wieder ein paar weich wirkende Aufnahmen, wobei der Rest des Bildes gestochen scharf ist und mit einer sehr guten Detailzeichnung aufwartet. Der Kontrast arbeitet ausgewogen und nur in einigen dunklen Sequenzen saufen schwarze Flächen etwas ab. Somit kann die Tiefenwirkung auch nicht gänzlich überzeugen, obwohl Plastizität und Bildtiefe meist auf einem hohen Niveau sind. Die Farbwiedergabe ist sehr natürlich, aber leicht übersättigt. Das dezente Filmkorn trübt den Sehgenuss in keiner Minute und die Kompression arbeitet sauber und ruhig im Hintergrund.




(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

 +++++/

Ton
FormateDolby Digital 5.1 (dt., ital. span., fanz.), DTS-HD Master Audio 7.1 (engl.)
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch
UntertitelDeutsch, Deutsch (Audiokommentar), Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Holländisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Dänisch, Schwedisch, Norwegisch, Finnisch
 Die deutsche Tonspur liegt unverständlicherweise mal wieder nur in Dolby Digital 5.1-Codierung mit 640 kbps vor und hat gegenüber dem DTS-HD Master Audio 7.1-Mix der englischen Sprachfassung keine Chance, klingt aber trotzdem alles andere als schlecht. Die Abmischung der deutschen Tonspur trumpft mit einer gelungenen Surround-Atmosphäre auf, wobei sich dies meist auf die Actionsequenzen beschränkt. In den ruhigen Momenten fällt der Mix erschreckend frontlastig aus, während die actionlastigen Sequenzen sich einer kräftigen, präzisen Abmischung mit vielen direktionalen und gut platzierten Effekten erfreuen. Der Subwoofer wird sehr gut eingesetzt und die Balance zwischen Dialogen und Nebengeräuschen ist vorbildlich.
Die englische Tonspur ist etwas präziser und wartet mit einem höheren Dynamikumfang auf. Die Balance zwischen Effekten und Nebengeräuschen ist zudem um einigen besser. Aber selbst wenn sich die englische Ton-Fassung auf Referenzniveau befindet, welches die deutsche Fassung nicht mal ansatzweise erreicht, ist diese alles andere als enttäuschend. Untertitel sind optional.
 +++++/

Extras
MediumBD-50
Extras
  • Audiokommentar mit Tom Cruise und Regisseur Christopher McQuarrie
  • Audiokommentar mit Komponisten Joe Joe Kraemer
  • Wenn der Mann auftaucht (26:49 Min., 1080p)
  • Niemand verarscht Jack Reacher: Kampf & Waffen (10:27 Min., 1080p)
  • Das Reacher-Phänomen (11:11 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Das Herzstück des Bonusmaterials sind die deutsch untertitelten Audiokommentare. Nummer eins mit Tom Cruise und Regisseur Christopher McQuarrie deckt nicht nur viele Aspekte der Produktion ab, sondern liefert auch jede Menge mit Humor vorgetragene Anekdoten. Der zweite Audiokommentar stammt von Komponist Joe Kramer und besteht weitgehend aus dem isolierten Soundtrack. Die 27minütige Dokumentation mit dem Titel "Wenn Mann auftaucht" stellt ein typisches Making of dar, welches vom ersten Entwurf bis zum fertigen Film sehr ausführlich auf die Entstehung von "Jack Reacher" eingeht. Zudem enthält die Dokumentation überraschend gute Interview-Clips u.a. mit Tom Cruise.
Interessant ist auch das 10 Minuten lange "Niemand verarscht Jack Reacher: Kampf & Waffen", das sich ausführlicher mit der Umsetzung der Action-Sequenzen beschäftigt. Wer mehr über die Roman-Reihe erfahren möchte schaut sich "Das Reacher-Phänomen" an, in dem Autor Lee Child zu Wort kommt und auf die Leinwand-Umsetzung eingeht. Das gesamte Bonusmaterial wurde deutsch untertitelt und liegt in HD vor. Leider wurde wie so oft auf Trailer zum Hauptfilm verzichtet.
 ++++/-

Fazit
Um es vorweg zu nehmen: Wer bei "Jack Reacher" einen zweiten Ethan Hunt oder Jason Bourne erwartet, wird enttäuscht sein, denn die Verfilmung der bekannten Roman-Figur ist ein Krimi mit leichtem Actionanteil anstatt einer Baller- und Actionorgie. Tom Cruise' minimalistisches Spiel wertet den Film nicht ab, obwohl er für die Rolle des Jack Reacher eine absolute Fehlbesetzung ist. Lee Childs Romanfigur ist ein eher bulliger bzw. stattlicher Kerl, während Cruise sportlich und agil wirkt. Zumindest bleibt man sich der Linie der Romane treu und lässt den Film nicht zu einem reinen Actionfilm verkommen, was sich gleichzeitig als Schwachpunkt von "Jack Reacher" herausstellt: zuviel Leerlauf. Die Geschichte ist äußerst konventionell und kommt kaum über das Mittelmaß hinweg. Die Besucherzahlen von "Jack Reacher" waren demnach nur mäßig, was beweist, dass Tom Cruise allein lange kein Kassenmagnet mehr ist.
Dem Kenner der Romane wird sicherlich so einiges sauer aufstoßen, während andere solide unterhalten werden dürften. Die geheimnisvolle Figur des Jack Reacher wird von Cruise gut, wenn auch mit wenig Substanz und Tiefe verkörpert. Beispielsweise die Schlägerei vor der Kneipe oder als Reacher sich Zutritt in ein Haus verschafft und von zwei trotteligen Typen, die er zuvor in der Kneipe vermöbelt hat, überrascht wird, sind gut inszeniert, wobei letzteres schon satirische und groteske Ausmaße annimmt. Der Humor passt absolut nicht in den Film, soll die etwas zähe und wenig glaubwürdige Geschichte auflockern, wirkt aber meist nur deplatziert und albern.

Regisseur Christopher McQuarrie muss zu Gute heißen, dass er "Jack Reacher" sehr "altbacken" inszenierte. Vieles erinnert an Thriller der 1960er und 1970er Jahre, auf rasante Schnitte wurde verzichtet und stattdessen auf handgemachte Action mit einer übersichtlichen Kameraführung gesetzt. Das ist man heute fast schon nicht mehr gewohnt, weshalb man sich erst einmal an diesen "Retro"-Stil gewöhnen muss. Aber gerade dieser Stil ist das Beste am Film, der mit deutlichen Längen und zähen Momenten zu kämpfen hat. 130 Minuten sind zu lang, weil man bereits nach der Hälfte das Interesse an der Story zu verlieren droht. Da hilft auch die tolle Autoverfolgungsjagd nicht weiter, auch wenn diese an Steve McQueens "Bullit" erinnert und ein absolutes Highlight darstellt.

Die weitere Besetzung ist gut, jedoch hätte Rosamund Pike mehr Haut zeigen dürfen. Sie spielt ihre Rolle als Anwältin, die vom Drehbuch als äußerst naive und sprunghafte Person charakterisiert wird, nicht schlecht. Das nimmt man ihr vor allem im dritten Akt nicht mehr ab. Richard Jenkis und Robert Duval spielen ebenfalls sehr überzeugend, doch werden beide, ebenso wie Cruise von dem kurzen, intensiven Auftritt eines Werner Herzog überschattet. Der Regisseur aus Filmen wie "Nosferatu - Phantom der Nacht" und "Fitzcarraldo", der zudem noch Klaus Kinski als "liebsten Feind" hatte, liefert eine unvergessliche Performance ab und synchronisiert sich in der deutschen Fassung selbst. Allein für diese Momente lohnt sich eine Sichtung des Films.
Ansonsten ist "Jack Reacher" kein besonders guter, aber auch kein besonders schlechter Film. Mit 130 Minuten deutlich zu lang, gelingt es nicht, den Spannungsbogen über die gesamte Laufzeit zu halten und verliert ab der Hälfte immer mehr das Interesse des Publikum. Ein zweiter Teil scheint deswegen ziemlich unwahrscheinlich ...

Die deutsche Blu-ray bietet mehr als interessantes Bonusmaterial, wird mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert und trumpft im Bildbereich mit einem teilweise gestochen scharfem HD-Bild auf. Der englische Ton ist auf Referenz-Niveau und die einfache 5.1-Spur der deutschen Fassung ebenfalls äußerst ansprechend.



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