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MEX 2010
Originaltitel:Somos lo que hay
Alternativtitel:We Are What We Are
aka. Wir sind was wir sind - Die Kannibalen von Mexiko City
Länge:89:00 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Jorge Michel Grau
Buch:Jorge Michel Grau
Kamera:Santiago Sanchez
Musik:Enrico Chapela
SFX:Alejandro Vázquez
Darsteller:Francisco Barreiro, Paulina Gaitan, Daniel Giménez Cacho, Humberto Yáñez, Alan Chávez, Carmen Beato, Jorge Zárate, Esteban Soberanes, Juan Carlos Colombo, Daniel Gimenez-Cacho
Vertrieb:Alamode Film / Universum Film
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:28.10.2011 (Kauf)



Inhalt
Nach dem plötzlichen Tod des Vaters müssen sich die Mutter und ihre drei Teenager-Kinder um den Familienunterhalt kümmern. Dass sie Kannibalen sind und ohne menschliches Fleisch nicht leben können, macht die Sache nicht gerade einfacher. Keiner fühlt sich bereit, den Platz des Vaters einzunehmen. Doch einer muss die Verantwortung tragen und das Los fällt auf den ältesten Bruder. Er muss sich um den Nahrungsnachschub kümmern. Bei den Außenseitern der Gesellschaft probiert er sein Glück: Straßenkinder, Prostituierte, Homosexuelle. Doch er hat keinen Erfolg und als die Lage immer prekärer wird, droht der Familie der sichere Hungertod.

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Ein Film wie "Wir sind was wir sind" vermutet man nicht auf Blu-ray, allein weil die Stilistik des Films nicht nach hochauflösenden Bildern verlangt. Diese bekommt man letztlich auch nicht. Zwar sieht das Bild nicht hochgezoomt aus, besitzt demnach eine natürlich aussehende Schärfe, die allerdings noch ein wenig unterentwickelt ist. HD-trächtige Momente fehlen, denn die von diesem Standard ausgehende Brillanz erreicht der Film nur selten. Details bleiben trotzdem nicht auf der Strecke und das Rauschen fällt auch in dunklen Szenen nur gering aus. Die Vielzahl an düsteren Innenaufnahmen tränken die Farben vor allem in bräunliche und gelbliche Tönungen. Das Bild bleibt etwas dunkel und deswegen trüb, eine Anpassung des Kontrastes ließ das Ausgangsmaterial vermutlich nicht zu. Ein paar hauchfeine Kratzer befinden sich auf dem Bild. Die Kompression verhält sich dafür ruhig.


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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Spanisch
UntertitelDeutsch
 Jene Szenen, in denen sich aus dem Stereoton ein Raumklang entwickelt, kann man an einer Hand abzählen. Im Wesentlichen besteht die 5.1-Untermalung aus sich dynamisch aufbauenden Musikstücken und einer Discothekenszene, in der der Bass zwar etwas schwach bleibt, man aber zumindest vom sonst sehr ruhigen Klang abgelenkt wird. Selbst in Dialogszenen ist der Klang schlicht, obwohl die deutsche Synchro sehr sauber erarbeitet wurde. Aber es fehlt an kurzen Momenten, die aufhorchen lassen, und an Umgebungsgeräuschen. Erst mit Einsatz der Abschlussmusik wird man etwas wachgerüttelt. Der Originalton, ebenfalls DTS-HD 5.1, verhält sich kaum anders und kann deutsch untertitelt werden.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Kurzfilm "Mi Hermano" (9:06 Min., 576i)
  • Making Of (28:30 Min., 576i)
  • Behind The Scenes (8:27 Min., 576i)
  • Kinotrailer (1:37 Min., 1080i)
  • Trailer:
    • Dog Pound (2:16 Min., 1080i)
    • Das Hausmädchen (1:10 Min., 1080i)
    • Snowtown (2:09 Min., 1080p)
    • Tödliche Bekenntnisse (1:44 Min., 576i)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Die Disc enthält neben den Trailern drei wesentliche Extras: Der Kurzfilm "Mi Hermano" von Jorge Michel Grau erzählt von zwei ungleichen Brüdern, die sich in eine gefährliche Situation begeben. Die Sets des Kurzfilmes erinnern an die des späteren "Wir sind was wir sind". Das Making Of besteht aus spärlich kommentierten, aber deutsch untertitelten Eindrücken vom Set, die sehr vielschichtig sind und interessant zusammengefügt sind. Die "Behind The Scenes" ist eine vermutlich fürs mexikanische TV entstandene Kurzdoku, in der der Regisseur und seine Hauptdarsteller etwas über die Geschichte und den Dreh plaudern. Auch diese Extras sind im Originalton mit deutschen Untertiteln gehalten.
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Fazit
Das Leben in einer mexikanischen Großstadt ist nicht leicht. Darum ist es ein Schock, als der Familienvater plötzlich in einer Einkaufspassage stirbt, und nun die verbleibende Mutter, ihre Tochter und die zwei Söhne sich um den Familienunterhalt zu kümmern haben. Das alleine wäre unter den gegeben tristen Lebensumständen schon schwierig genug, aber da es sich hier um eine Kannibalen-Familie handelt, die menschliches Fleisch zum Überleben benötigen, erschwert die Situation ungemein. Keines der Familienmitglieder möchte die Verantwortung und Position des Vaters übernehmen, dazu kommen die Vorbehalte und moralischen Bedenken der dominanten Mutter, dass es kein Fleisch von Prostituierten zu sein habe. Das Los fällt auf den ältesten Sohn, der sein Glück nun bei Straßenkindern und letztendlich doch den Prostituierten sucht. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, zumal im Magen des toten Vaters bei der Obduktion ein unverdauter Finger gefunden wurde, der nun die örtlichen Ermittler auf den Plan ruft.

"Wir sind was wir sind", das Regiedebüt von Jorge Michael Grau, wirkt bei oberflächlicher Betrachtung wie ein weiterer künstlerischer, trist gehaltener, visuell aber verspielter Arthouse-Vertreter, welcher das Leben in der sozialen und finanziellen Unterschicht filmisch thematisiert. Zu Beginn nur bruchstückhaft, später dann jedoch vermehrt, fließen immer mehr Elemente des Horrorgenres ein, ohne jedoch auch nur ansatzweise den Film damit in das entsprechende Genre zu drängen. "Wir sind was wir sind" ist und bleibt immer eher dem Sozialdrama zugehörig als dem klassischen Horrorfilm. Hier ähnelt er ansatzweise dem thematisch zwar völlig anders gehaltenen, stilistisch aber ähnlichen Interner Link"So finster die Nacht".

Für einen Debütfilm gelingt es dem Regisseur auf beachtliche Weise, seine doch eher krude, stellenweise deprimierende Geschichte zu bebildern. Hervorragende und charismatische Darsteller spielen ihre Rollen dabei eindrucksvoll, so dass der Film aus dieser Sicht voll überzeugen kann. Das Manko liegt eher im Drehbuch, welches seine Story zwar stimmungsvoll und stringent aufbaut, aber einen durchgehenden Spannungsbogen vermissen lässt. Auf Humor wurde in der Geschichte bis auf einige kleine Ausreißer komplett verzichtet, der vorhandene ist jedoch einer der schwärzesten Art, und somit auch nur von Zuschauern bemerkbar, die dieser Form frönen.

"Wir sind was wir sind" ist trotz der kruden Geschichte ein poetisch erzählter, aber sehr düsterer Film, der teils distanziert und gefühlskalt auf die Erlebnisse seiner Protagonisten schaut. Trotzdem, oder gerade deswegen, bleibt er lange in Erinnerung!



Screenshots




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Wir sind was wir sind
We Are What We Are
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