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IT, D, ESP 1964
Originaltitel:Per un pugno di dollari
Alternativtitel:Fistful of Dollars
aka. För en Handfull Dollar
aka. Por un puñado de dólares
aka. For a Fistfull of Dollars
Länge:100:17 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Sergio Leone
Buch:Sergio Leone, A. Bonzzoni, Víctor Andrés Catena, Jaime Comas Gil
Kamera:Massimo Dallamano (=J.Dalmas), Federico G. Larraya
Musik:Ennio Morricone
Darsteller:Clint Eastwood, Marianne Koch, Gian Maria Volonté, Wolfgang Lukschy, Sieghardt Rupp, Joseph Egger, Antonio Prieto, José Calvo, Margarita Lozano, Daniel Martín, Benito Stefanelli, Bruno Carotenuto
Vertrieb:Tobis / Universum Film
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:22.02.2013 (Kauf)



Inhalt
Ein wortkarger Fremder kommt in das einsam gelegene Wüstenkaff San Miguel im mexikanischen Nirgendwo. Dort beherrschen und bekämpfen sich zwei rivalisierende Banden, die Baxters und die Rojos, die nebenher Schmuggelgeschäfte betreiben. Mit der Unterstützung des ansässigen Barkeepers Silvanito und dem greisen Bestatter spielt der Fremde die Banden gegeneinander aus und knöpft ihnen beiderseits das Geld ab. Nach einem brutalen Überfall der Rojos auf einen Goldtransport des Militärs entsteht eine blutige Welle der Gewalt. Doch Ramón, der Anführer der Rojos, durchschaut das falsche Spiel des Fremden, der von seinen beiden Freunden den Namen "Joe" genannt wird. Joe entkommt nur knapp dem Tode und bereitet sich auf ein Duell auf Leben und Tod vor ...

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Sehr schöner HD-Transfer, aufwendig restauriert und eine eindeutige Steigerung zur bereits sehr guten DVD-Version von Paramount. Die Farben erstrahlen kräftig und satt, schwanken aber altersbedingt etwas. Auch der gut gewählte Kontrast kann nicht immer tadellose Werte abliefern, balanciert helle und dunkle Bildbereiche aber ausgesprochen gut aus und überzeugt mit einem satten Schwarzwert, einer guten Durchzeichnung und angenehmer Plastizität. Das Filmkorn wurde intakt gelassen und die Fehler der alten DVD korrigiert, bei der die nachts spielenden Szenen auf dem Friedhof vom Dunkel-Filter befreit wurden.
Die Schärfe ist für den Klassiker ebenfalls gut, schwankt an einigen Stellen aber etwas und die Detaildarstellung fällt weitgehend sehr sehenswert aus. Die Kompression arbeitet stabil und ruhig im Hintergrund. Defekte und Verschmutzungen sind nur geringfügig vorhanden und auch wenn der Bildstand nicht immer perfekt ist, liegt uns hier eine sehr gute HD-Präsentation vor.




(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)
Alle Bilder sind Eigentum von Tobis / Universum Film

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1 (nur engl.), DTS-HD Master Audio 2.0 Mono
SpracheDeutsch (alte Kinofassung), Deutsch (Wiederaufführungssynchronisation), Englisch
UntertitelDeutsch, Englisch
 Beide Monospuren wurden für die Blu-ray auf DTS-HD-2.0 aufgepumpt und vorab etwas aufgefrischt. Sie überzeugen mit einem weitgehend rauscharmen Klangbild. Die deutsche Tonspur bietet einen ordentlichen und überraschend frischen Klang und vermischt Dialoge und Nebengeräusche sehr natürlich und homogen miteinander. Altersbedingt neigen die Stimmen immer wieder dazu etwas kratzig zu klingen, insgesamt ist die deutsche Tonspur im Bereich Dialoge wesentlich besser als der englische Mono-Mix.
Dieser wurde zudem als 5.1-Upmix auf die Disc gebannt und klingt wesentlich weiträumiger und fällt vor allem durch den aktiven Einsatz von Musik in den Rears auf, wodurch etwas Räumlichkeit vorgetäuscht wird. Desweiteren liegt die deutsche Fassung einmal in der ursprünglichen Kinosynchronisation vor, sowie in der Wiederaufführungs-Synchronisation von Rainer Brandt. Deutsche und Englische Untertitel sind optional.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Audiokommentar von Sir Christopher Frayling
  • Dokumentationen und Interviews:
    • Ein Held neuer Art (21:19 Min., 576i)
    • Für ein paar Wochen in Spanien (7:57 Min., 576i)
    • Tre Voci (Drei Stimmen) (10:30 Min., 576i)
    • Drehortvergleiche in Spanien (4:52 Min., 576i)
  • Die Drehorte:
    • Golden City (Hoyo de Manzanares, Madrid) (4:39 Min., 576i)
    • Casa de Campo (Madrid) (0:51 Min., 576i)
    • Rio Alberche (Aldea del Fresno, Madrid) (1:59 Min., 576i)
    • Rambla del Cautivo (Almeria) (0:33 Min., 576i)
    • Rambla Indalecio (Almeria) (1:18 Min., 576i)
    • Da Los Albaricoques a Golden City (2:00 Min., 576i)
    • Cortijo El Sotillo (San José, Almeria) (3:12 Min., 576i)
  • Interview mit Ennio Morricone (13:40 Min., 1080i)
  • Die Restauration (17:31 Min., 576i)
  • Die US-TV-Fassung:
    • Nicht geeignet zur besten Sendezeit (5:49 Min., 576i)
    • "The Network Prologue" (7:10 Min., 576i)
  • Werbematerialien:
    • Deutscher Kinotrailer (Constantin) (3:29 Min., 1080i)
    • Deutscher Wiederaufführungstrailer (Tobis) (3:28 Min., 1080p)
    • US-Kinotrailer (2:18 Min., 576i)
    • "Double Bill" Trailer (1:55 Min., 576i)
    • Italienischer Trailer (3:33 Min., 1080i)
    • Radio-Werbespots (10 Spots, jeweils 0:55 Min., 1080i)
  • Trailershow:
    • Für ein paar Dollar mehr (3:23 Min., 1080i)
    • Mein Name ist Nobody (3:48 Min., 1080i)
    • Nobody ist der Größte (4:29 Min., 1080i)
    • Renegade (2:08 Min., 1080i)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial ist nahezu identisch zur alten DVD-Special-Edition und wurde um zwei Kleinigkeiten ergänzt, zum Beispiel dem neu produzierten Interview mit Komponistenlegende Ennio Morricone, der etwas über die Entstehung der Filmmusik und sein Verhältnis zu Sergio Leone preisgibt. Weiterhin neu sind Drehortvergleiche mit Aufnahmen von damals und heute, die einen Audiokommentar eines italienischen Filmgelehrten beigestellt bekommen haben.
Ein Höhepunkt der Extras ist der Audiokommentar von Leone-Biograph Sir Christopher Frayling, der dem Zuhörer jede Menge Hintergrundinformationen bietet, seien sie noch so detailreich. In seinen Anekdoten über Drehorte, Zensurmaßnahmen und Probleme am Set gelingt es ihm, den Zuschauer zu fesseln. Damit gehört dieser Kommentar zu den wohl besten, wie man sie in diesem Umfang nur aus Deutschland von Szenekennern wie Christian Kessler, Jörg Buttgereit oder Rolf Giesen kennt.
"Ein Held neuer Art" ist eine 20minütige Dokumentation, bei der Frayling abermals auf die wichtigsten Aspekte der Produktion eingeht. In "Für ein paar Wochen in Spanien", einem 8minütigen Ausschnitt aus einem Clint Eastwood Interview, spricht dieser über seine Zusammenarbeit mit Sergio Leone und erinnert sich wohlwollend an die Dreharbeiten zu "Für eine Handvoll Dollar" zurück.
Im 10-minütigen "Tre Voci" sprechen Produzent Alberto Grimaldi, Drehbuchautor Sergio Donati und Synchro-Experte Mickey Knox über ihren Freund Sergio Leone und ihre Zusammenarbeit mit ihm. In Restauration wird in knapp 17 Minuten die aufwendige Restaurationsarbeit von "Für eine Handvoll Dollar" anhand von Texttafeln und Ausschnitten demonstriert. Unter US-TV-Fassung befindet sich zwei wahre Raritäten. Einmal der für das amerikanische Fernsehen in den 1970ern produzierte Prolog zu "Für eine Handvoll Dollar" von Monte Hellman. Dieser Prolog wurde damals nur einmal ausgestrahlt und galt bislang als verschollen, wurde damals aber zum Glück von einem Fan aufgezeichnet. Man kann sich den Prolog sowohl einzeln als auch mit einem Vorwort von Hellman und dem Fan anschauen. In Drehorte spricht Western-Film-Historiker Carlo Gaberseck in sieben Segmenten über die einzelnen Drehorte im Film. Abschließend gibt es noch diverse Trailer und Radio-Spots, sowie eine Trailershow weiterer Universum Film-Titel. Die Extras wurde deutsch und englisch untertitelt und liegen bis auf einige Trailer und das Ennio Morricone-Interview lediglich in Standard Definition vor.
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Fazit
Ein Fremder kommt in ein mexikanisches Kaff - und spielt zwei Banden gegeneinander aus. Dies ist die einfache Story von "Für eine Handvoll Dollar", der Geburtsstunde des Italo-Westerns, einem Subgenre, das in den folgenden Jahren erst seine größten Erfolge feiern sollte, ebenfalls unter der Regie von Sergio Leone. Vielleicht brauchte der Meister selbst über die Jahre hinweg noch ein wenig Übung, denn "A Fistful Of Dollars" ist zwar bedeutungsschwanger wie sonstwas, lässt aber deutliche handwerkliche Unerfahrenheit erkennen.

Etwas radikal Neues war das 1964 natürlich schon. Das Publikum war die amerikanischen Western mit Abenteuercharme und aufrichtigen Helden vom Schlag eines John Wayne gewohnt, die alle den amerikanischen Traum lebten. Da war Leones Film ein Tritt in die Magengrube, was gleich bei der Hauptfigur deutlich wird. Zum ersten Mal überhaupt dürfte es in einem Western einen "namenlosen Fremden" als vermeintlichen Helden gegeben haben, von dem man nicht weiß, woher er kommt, was er will, was er als nächstes tut und noch wichtiger: der genau gegensätzlich aller Gewohnheiten handelt.
Eiskalt, ohne eine Mine zu verziehen stapft Clint Eastwood durch den Film, auf seinen eigenen Vorteil bedacht, zynisch und mit der nötigen Härte vorgehend. Er schlägt sogar eine schöne Frau, wenn auch aus Versehen. Da wirkt der Satz "Ich kann einfach keine Ungerechtigkeit vertragen", den er im späteren Verlauf einmal von sich gibt, eher wie ein beschämter Versuch einer Wiedergutmachung seitens Leone. Kritiker warfen Eastwood zu dieser Zeit mangelnde Schauspielkunst vor. Fakt ist, dass er mit dieser Rolle in den Westernolymp gehievt wurde und auf einmal in einem Atemzug mit Genregrößen wie Gary Cooper, John Wayne und James Stewart genannt werden musste. Neben Interner Link"Dirty Harry" ist das noch heute seine Paraderolle.

War hier also der Held schon dreckig, legten die Bösen noch einen drauf: Angeführt von Ramon (Gian Maria Volonté) scheuen sie keine Grausamkeiten und knallen wenn nötig sogar Frauen eiskalt ab. Selbst wenn grafisch wenig zu erkennen ist, die Brutalität ist hier elementar und blitzt an einigen Stellen ungewohnt grausam hervor. Das Verprügeln Eastwoods oder die ewig in die Länge gezogene Schießerei zwischen den beiden Banden vor einem brennenden Haus (nebenbei atmosphärischer Höhepunkt, der schon fast surreale Ausmaße annimmt), untermalt von einem von Clints unverkennbaren Sprüchen ("Ich will es genießen, wenn sie sich abschlachten") bleiben dauerhaft im Gedächtnis.
Unvermeidlich läuft das auf das finale Duell hinaus, das bereits spätere Ansätze erkennen lässt, aber im Vergleich wenig ausgereift ist. Eastwoods entscheidender Trick wurde dennoch Legende, ebenso wie sein Auftreten aus einer riesigen Staubwolke heraus. Ein oft zitiertes Finale, zu dem Ennio Morricone die passende Musik gefunden hat, später aus den Leone-Western nicht mehr wegzudenken.

Es waren also genug Novitäten vorhanden, um Mitte der 60er ein breites Publikum zu finden. Man muss sich heute stets darüber im Klaren sein, dass "Für eine Handvoll Dollar" einer der stilprägendsten Werke für die Filmindustrie überhaupt war, heute allerdings ungewöhnlich spannungs- und handlungsarm daherkommt und niemals die epischen Ausmaße späterer Leone-Western annimmt. Im Grunde genommen hat man keine Sekunde Spaß, aber hier kommt es eben auf die Atmosphäre an. Die ist trotz glühender Hitze eiskalt, dank eines zynischen (Anti-)Helden und diverser makabrer Gewalteinlagen. Legendär auf alle Fälle, dadurch ein cineastisches Schmankerl für all diejenigen, denen ein unbeschwerter Erzählfluss nicht unbedingt das Wichtigste an einem Film ist.
Die deutsche Blu-ray wartet nicht nur mit einer guten Bild- und Tonqualität auf, sondern überzeugt mit vielen interessanten Extras. Zudem nutzt Tobis das originale Kinomotiv als Cover und veröffentlicht die Disc mit einem Wendecover ohne lästiges FSK-Logo.



Screenshots




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Fistful of Dollars, A
For a few Dollars more
Für ein paar Dollar mehr
Für eine Handvoll Dollar
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