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D, USA 2012
Originaltitel:Robin Hood: Ghosts of Sherwood
Alternativtitel:Robin Hood: Ghosts of Sherwood 3D
Länge:115:57 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 18 Jahre
Regie:Oliver Krekel
Buch:Oliver Krekel, Seán Lee
Kamera:Kamil Hertwig, Matthias Michel
Musik:Michael Donner , Oliver Krekel (als Mr.Magoo)
SFX:Michael Krüger, Oliver Krekel, Marc Rohnstock
Darsteller:Martin Thon, Ramona Kuen, Kai Borchardt, Dennis Zachmann, Kane Hodder, Tom Savini, Claude-Oliver Rudolph, Prashant Prabhakar, Oliver Krekel, Dave Kaufmann, Erich Amerkamp, Anika Neubauer, Marc Rohnstock, Mario Zimmerschitt, Martin Hentschel
Vertrieb:VZ Handelsgesellschaft
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:07.01.2013 (Kauf)



Inhalt
Robin Hood lebt mit seinem Gefolge ein fröhliches aber auch gefährliches Leben bis er eines Tages auf Maid Marian trifft. Sie erkennen schnell, dass sie sich nicht nur in ihrer Liebe zueinander sondern auch im Hass gegen des Sheriff von Notthingham wiederfinden und so hilft Maid Marian die Burg des Sheriffs zu überfallen. Doch leider misslingt der Plan und Robin muss, um Maid Marian und seine treuen Gefährten Bruder Tuck und Will Scarlet zu retten, durch eine Hexe einen Pakt mit dem Teufel eingehen. Es erwachen untote Kreaturen, denen nicht nur nach Gold sondern auch nach Menschenfleisch gelüstet. Bewaffnet mit Zaubertränken beginnt für Maid Marian und Little John ein Wettlauf mit dem Tod um den Sherwood Forest noch vor Sonnenuntergang zu verlassen.

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MVC (3D-Version), 1080p / MPEG-4 AVC (2D-Version)
 Die Optik der 2D-Fassung erinnert etwas an TV-Serien aus England, denn das Bild wirkt sehr digitalisiert und wenig filmisch. Dafür ist das Bild durchweg sehr scharf und wartet mit einer guten Detaildarstellung auf. Lediglich in dunklen Szenen fällt die Schärfe deutlich ab und es zeigt sich ein extremes Bildrauschen, z. B. in den Aufnahmen des Hexenverstecks. Der Kontrast wurde sauber gewählt und trotz einiger stilbedingter Verfremdungen wurden helle und dunkle Bildbereiche ordentlich ausbalanciert. Zudem überzeugt das Bild mit einem satten Schwarzwert und zeigt bereits in dieser Fassung eine gute Tiefenwirkung und eine ordentliche Plastizität. Die Farben erstrahlen kräftig und natürlich. Lediglich die Kompression könnte etwas ruhiger im Hintergrund arbeiten. Insgesamt aber ein guter, wenn auch etwas zu künstlich wirkender HD-Transfer.

"Robin Hood: Ghosts of Sherwood" wurde im echten 3D-Verfahren gedreht und jede Szene wurde auf die stereoskopische Variante ausgerichtet, wodurch auf eine schnelle Schnittfolge und Kameraspielereien verzichtet werden musste. Das hat zur Folge, dass der Film in der 2D-Version etwas unspektakulär wirkt, in der 3D-Version aber sein gesamtes Potenzial entfaltet. Das Bild wirkt durchweg sehr scharf und detailliert, kränkelt allerdings auch hier in dunklen Sequenzen mit einem sichtbaren und technisch bedingten Bildrauschen. Insgesamt wirkt das Bild aufgrund der stereoskopischen Technik noch schärfer und knackiger als die 2D-Version. Der Kontrast wurde hervorragend ausbalanciert und der satte Schwarzwert sowie die frischen und kräftigen Farben lassen eine hervorragende Durchzeichnung aufkommen. Die Tiefenwirkung ist enorm und hebt sich gekonnt von anderen 3D-Produktionen ab.
Der Vergleich mit James Camerons Interner Link"Avatar" erscheint durchaus gerechtfertigt, schließlich arbeitete man mit einer ähnlichen Technik und holte sich mit Hermann Miller einen erfahrenen Mann an Bord, der die stereoskopische Produktion auf Schritt und Tritt überwachte. Die ruhigen Kameraeinstellungen sowie die schönen Waldaufnahmen eigneten sich exzellent für die aufwendige 3D-Umsetzung. Während herkömmliche 3D-Filme auf eine solide Tiefe und viel Effekthascherei setzen, werden hier die Möglichkeiten einer echten 3D-Produktion in jeder Szene perfekt genutzt, wodurch es neben einer ausgezeichneten plastischen Darstellung und einer selten gesehenen Tiefe auch dezente, aber durchaus wirkungsvolle Pop-Out-Effekte zu bewundern gibt. Dezent auftretende Ghosting-Artefakte trüben den Sehgenuss nicht und auch sonst zeigt das Bild nur geringfügige Mängel in Form von Kompressionsartefakten. Hier zeigt ein Independentfilm, wie man es richtig macht - wer weiß, wie "Robin Hood: Ghosts of Sherwood" mit einem höheren Budget ausgesehen hätte. Fakt ist: Da können sich einige Hollywood-Produktionen ein Beispiel dran nehmen!





Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

 ++++/-Wertung der 2D-Fassung
+++++-Wertung der 2D-Fassung

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1 (dt.), Dolby Digital 5.1 (dt., engl.), Dolby Digital 2.0 Stereo (dt.)
SpracheDeutsch, Englisch
Untertitel-
 Der deutsche Soundmix liegt in drei verschiedenen Fassungen vor. Da wäre die Stereo-Variante, ein Dolby Digital 5.1-Mix sowie ein weiterer Mix in DTS-HD Master Audio 5.1. Für eine Independent-Film-Produktion überrascht die Abmischung mit einem lebhaften, voluminösen Klangbild, welches den episch anmutenden Score von Michael Donner und Oliver Krekel sehr dynamisch und kraftvoll aus sämtlichen Kanälen wiedergibt.
Selbst in den zahlreichen ruhigeren Momenten, in denen viel gesprochen wird, verzichtet man nicht auf eine stimmige Musikuntermalung, die für eine unbeschwerte, mittelalterliche Atmosphäre sorgt. "Robin Hood: Ghosts of Sherwood" bietet zwar keine bombastischen Surroundeffekte, dafür erzeugen der Score und einige gut platzierte Effekte eine gute Weiträumigkeit. Besonders gezielte, direktionale Spielereien wie Stimmen aus den Rears oder Links-Rechts-Effekte unterstreichen die kraftvolle Abmischung. Der Subwoofer könnte etwas präsenter sein, unterstreicht die Actionsequenzen und den Score jedoch routiniert.

Die deutsche Synchronisation ist gut geworden und kann viele schauspielerische Defizite mit bekannten Sprechern kaschieren. Das klappt zwar nicht immer, dafür wurden die Dialoge aber gut ausbalanciert und passen sich, bis auf einen leichten Hall-Effekt in einigen Sequenzen, sehr sauber dem restlichen Klangbild an. Die DTS-HD Master-Spur klingt lediglich etwas lauter und voluminöser und der Stereo-Mix bietet ein stimmiges Stereo-Ambiente mit einigen sauber gesetzten Links-Rechts-Effekten. Der englische 5.1-Mix klingt der deutschen Version sehr ähnlich, allerdings wirkt die englischsprachige Synchronisation bei einigen Sprechern sehr holprig und unmotiviert. Dabei wurde die Fassung komplett in den Staaten eingesprochen. Das zeigt wieder, dass die Deutschen einfach wesentlich besser synchronisieren können. Deutsche Untertitel, z. B. für Hörgeschädigte, gibt es leider nicht.
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Extras
MediumBD-50
Extras
  • Trailer:
    • 3D-Trailer Deutsch (1:39 Min., 1080p)
    • 3D-Trailer Englisch (1:39 Min., 1080p)
    • 2D-Trailer Deutsch (2:23 Min., 1080p)
  • Hinter den Kulissen (6:41 Min., 1080p)
  • Pleiten, Pech und Pannen (9:29 Min., 1080p)
  • Impressionen der Premiere (10:34 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Die Bonus-Features fallen leider etwas spärlich aus. Es gibt einen deutschen und englischen Trailer im stereoskopischen 3D, sowie den deutschen Trailer in 2D. Hinzu kommt ein 6-minütiger und unkommentierter Blick hinter die Kulissen, der einige Impressionen der Dreharbeiten zeigt. In "Pleiten, Pech und Pannen" bekommt der Zuschauer knapp 9 Minuten lang einen Eindruck davon, was alles während der Dreharbeiten schief gelaufen ist und zeigt, dass selbst Kane Hodder für jeden Spaß zu haben war.
Abschließend gibt es noch 10 Minuten an Impressionen der Deutschlandpremiere, bei denen ein gut gelaunter und sympathischer Oliver Krekel zu Wort kommt und die zahlreichen Gäste begrüßt. Zu dem Zeitpunkt der Premiere war der Film allerdings noch nicht zu 100 Prozent fertig. Das gesamte Bonusmaterial liegt in Full-HD vor. Ausgeliefert wird die Disc mit einem FSK-Wendecover.
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Fazit
"Robin Hood: Ghosts of Sherwood" ist besser als sein Ruf und wartet mit einer ambitionierten Regiearbeit Krekels auf, der im Vorfeld ordentlich die Werbetrommel für sein Projekt rührte. Dass dies von vielen Internet-Usern nur belächelt und mit Spott belegt wurde, ohne dass auch nur eine Szene aus dem Film angeschaut werden konnte, zeigt, wie sehr der Regisseur auch heute noch polarisiert und dass einige anscheinend keine anderen Hobbys haben, als eine massive Hetze gegen den Mann zu betreiben, der Mitte der 1990er Jahre mit seinem Label Astro Records & Filmworks ein Pionier der deutschen Horrorfilmszene war.
Egal, wie man zu der Person Oliver Krekel steht, inszenierte dieser ein Werk mit Herzblut, welches nach einer Gewissen Eingewöhnungsphase Spaß macht, auch wenn das Drehbuch Schwächen hat: Die Geschichte wird zu banal erzählt und die erste halbe Stunde ist viel zu zäh und dialoglastig. Damit ist das größte Problem von "Robin Hood: Ghosts of Sherwood" gefunden: Seine knapp 2 Stunden Laufzeit ziehen sich immer wieder, weil der Film unterwegs ordentlich an Tempo verliert. 30 Minuten Kürzung hätte dem Film gut getan. Und das, obwohl dem Zuschauer gut gefilmte Momente geboten werden und man merkt, dass die Macher inszenatorisch ihr Handwerk verstehen. Besser wäre es gewesen, die schönen Mittelalter-Aufnahmen und glaubwürdige Kulissen in den Vordergrund zu heben, anstatt sich an den viel zu lang geratenen Dialogen festzubeißen.
Die Darsteller agieren dafür gut, nur leider haben Tom Savini, Kane Hodder und Claude-Oliver Rudolph insgesamt zu wenig Spielzeit. Mit Martin Thon als Robin Hood und Ramona Kuen als Marien bietet der Film zwei talentierte Newcomer, von denen man hoffentlich noch oft etwas sehen wird.

Die breite Masse wird mit "Robin Hood: Ghosts of Sherwood" sicherlich seine Probleme haben. Wenn man sich aber auf die Semiprofessionalität des Films einlässt, wird man durchweg gut unterhalten. Lediglich die blutigen, aber nicht ausschweifenden Zombiesequenzen zum Ende hin wirken deplatziert, weil billig in ihrer Machart. Doch Regisseur Oliver Krekel beweist Mut, die "Robin Hood"-Geschichte einmal gänzlich anders zu erzählen - und das macht den Film wiederum so interessant.
Trotz einer professionellen Optik und Aufnahmetechnik, merkt man Krekels Film sein niedriges Budget an, was ihm aber einen gewissen Flair verleiht und ihn optisch sehr an TV-Produktionen aus England erinnern lässt, was erst einmal nicht schlecht ist. Die Kostüme wirken aber etwas zu "sauber" und haben auf den Zuschauer die Wirkung, sie beobachteten ein Rollenspiel auf dem Mittelaltermarkt.
Die 3D-Technik macht viele der Mängel wett und man vergisst schnell jegliche Längen, während man sich von den homogenen und tollen Effekten verzaubern lässt. Der Score von Michael Donner ist zudem für einen Independent-Film äußerst professionell, erinnert an die musikalische Untermalung von Interner Link"Herr der Ringe" und unterstreicht die abenteuerliche Atmosphäre des Films perfekt.

Mit "Robin Hood: Ghosts of Sherwood" zeigt sich Oliver Krekel als Regisseur deutlich gereift. Trotz aller Widrigkeiten während der Dreharbeiten stemmte das Team ein ambitioniertes, wenn auch etwas zu lang geratenes Projekt.
Die deutsche Blu-ray ist ungekürzt und wartet mit einer sehr guten Bild- und Tonqualität auf. Die Extras sind etwas mager und lassen auf eine Special Edition hoffen. Übrigens gibt es noch eine um alle Gewaltszenen gekürzte "Abenteuer-Fassung", die separat erhältlich ist und eine Freigabe ab 12 Jahren erhielt.



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