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USA 1979
Originaltitel:Escape From Alcatraz
Alternativtitel:Flucht von Alcatraz, Die
Länge:111:55 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Don Siegel
Buch:Richard Tuggle
Kamera:Bruce Surtees
Musik:Jerry Fielding
Darsteller:Clint Eastwood, Patrick McGoohan, Roberts Blossom, Jack Thibeau, Fred Ward, Paul Benjamin, Larry Hankin, Bruce M. Fischer, Frank Ronzio, Fred Stuthman, David Cryer, Madison Arnold
Vertrieb:Paramount
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:03.01.2013 (Kauf)



Inhalt
Anfang der 60er Jahre kommt Frank Morris (Clint Eastwood) nach Alcatraz. Der verschlossene und wortkarge Häftling ist nicht gerade der Liebling des selbstverliebten, frömmlerischen Direktors, der ein strenges, menschenverachtendes Regiment führt. Als Freunde von Morris ihren Lebensmut verlieren und einer sich selbst verstümmelt, wächst der Gedanke an eine Flucht, die noch niemandem gelungen ist. Doch da kommt der Knast selbst Morris entgegen. Die feuchte Seeluft hat die Mauern mürbe gemacht. Mittels einiger Löffel fängt er an einen Tunnel zu graben und Mithäftlinge folgen seinem Beispiel. Dann kommt die große Nacht des Ausbruchs ...

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Altersbedingt solider HD-Transfer, der wenigstens nicht durch einen extremen Einsatz von Rauschfiltern weichgezeichnet wurde. So erreicht die Schärfe ordentliche Werte und auch der Detailbereich darf als weitgehend gut bezeichnet werden. Besonders in Nahaufnahmen offenbaren sich viele Details, die man bei der DVD-Umsetzung hätte nur erahnen können. Konturen wurden sauber gezeichnet und auch wenn das Bild nicht sonderlich plastisch wirkt und weitgehend auf eine Nachschärfung verzichtet wurde, ist das HD-Bild als solches zu erkennen. Das Filmkorn ist intakt und zeigt eine konstante, aber nicht sonderlich penetrante Körnung. In dunklen Szenen zeigt sich ein stärkeres Bildrauschen, aber nur selten unschönes Digitalrauschen. Der Kontrast arbeitet solide und balanciert helle und dunkle Bildbereiche gut aus, wobei in dunklen Bildbereichen immer wieder Details verloren gehen. Die Farben wirken etwas ausgewaschen, aber natürlich, und Defekte, sowie Verschmutzungen sind kaum auszumachen. Alles in allem in Ordnung und besser als die alte DVD-Umsetzung.





Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

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Ton
FormateDolby Digital 2.0 Mono (dt., span., franz., port.), Dolby TrueHD 5.1 (engl.)
SpracheDeutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Französisch, Portugiesisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
 Der deutsche Monoton klingt reichlich dünn und im direkten Vergleich zum englischen Original gehen viele Nebengeräusche verloren. Dafür sind die Stimmen gut zu verstehen, verzerren kaum im Hochtonbereich und der Mix klingt nicht so dumpf wie erwartet. Der englische Dolby TrueHD-Mix klingt hingegen etwas offener, spielt sich aber ebenfalls weitgehend im Frontbereich ab, bietet eine etwas klarere Soundkulisse und kann feinere Nebengeräusche überraschend präzise wiedergeben. Dynamik und Effekte sind nicht nur wegen des hohen Altes nicht zu erwarten. Optional gibt es diverse Untertitel.
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Extras
MediumBD-50
Extras-
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Die Disc muss leider gänzlich ohne Bonusmaterial auskommen.
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Fazit
"Escape from Alcatraz" ist die letzte Zusammenarbeit des Dream-Team Eastwood / Siegel und sicherlich einer der besten Gefängnisfilme aller Zeiten, sei es in punkto Härte oder auch Realismus.
Das Drehbuch hält sich dabei weitestgehend an die Fakten des realen Falles rund um den Ausbruch von Frank Morris 1962, den man, ebenso wie seine zwei Mitausbrecher, nie gefunden oder gefangen hat. Obwohl hier nicht angedeutet, geht man heutzutage jedoch davon aus, dass sie ertrunken sind. Dabei wird die Symbiose aus historischen Tatsachen und dem Unterhaltungspotential geschaffen, die tunlichst vermeidet, Morris zu heroisieren oder freundlicher zu zeichnen, wie es z.B. bei "Der Gefangene von Alcatraz" geschah. Morris ist und bleibt hier offensichtlich ein Gewohnheitsverbrecher mit beachtlichem Intellekt und das Drehbuch gibt auch nur wenig Rückschlüsse auf einen Mann, über den wenig bekannt ist, das man hätte verwenden können. So erscheint Eastwoods Morris als ein Mann mit einer bewegten Vergangenheit, der in vielen Gefängnissen gesessen hat, aber nichts davon preisgibt, was zu Eastwoods knorriger, wortkarger Art passt. Morris ist und war hier kein Rebell, sondern ein Häftling, der stets bemüht war, aus einem Gefängnis auszubrechen, obwohl das in Alcatraz praktizierte System recht deutlich in Frage gestellt wird, weil es die Psyche und die wenigen Freuden seiner Insassen zerbricht. Das zeigt sich anschaulich und wenig plakativ über McGoohans Gefängnisdirektor, der das Gefängnis aus seiner persönlichen Weltanschauung heraus führt, eine menschenverachtende allerdings.
Siegel teilt den Film in zwei Hälften, wobei die erste die Figuren und ihre Beziehungen untereinander einführt und definiert, sowie die Lebensumstände auf Alcatraz portraitiert, während die zweite Hälfte fast völlig dem Ausbruch gewidmet ist. Detailreich geschildert, geht dem Film am Ende beim spannenden, aber beinahe überlangen Ausbruch leider ein wenig die Puste aus, wenn das straffe Konstrukt der ersten zwei Drittel durchzuhängen beginnt. Spannungsreichster Moment ist signifikanterweise dann auch die Selbstverstümmelung des Malers Doc, der suspensereich und einfallsreich aufgebaut ist.
Auf Gewaltorgien verzichtet der Film dankbarerweise, auch wenn Eastwoods Anwesenheit das vermuten lassen würde, sondern beschränkt sich auf das menschliche Drama und die unwürdigen Umstände. Siegel fängt das in realistisch-kühle, aber attraktive Bilder ein und reduziert alles auf den winzigkleinen Raum der Gefängnisinsel. Mit Ausnahme von einigen Szenen auf dem Transportboot am Anfang (mehr aus Morris' Sicht, mit dem einzigen Ausblick des erleuchteten Alcatraz) und der Schlussszene auf Angel Island, spielt der Film durchgängig auf der Insel (und innen im Gefängnisbereich), ein Konzentrationsprozess, der sich lohnt.

"Escape from Alcatraz" war Eastwoods Abgesang auf die für ihn äußerst erfolgreichen 70er und führte ihn die zunächst noch kommerziell ertragreichen 80er, die allerdings qualitativ sicherlich den Tiefpunkt seiner Karriere bildeten, ehe er mit seinem Alterswerk der 90er zu alten Stärken zurückfand. Der Film ist zweifelsohne zeitlos, ein Knastdrama von klassischer Nüchternheit, das kaum Kritikpunkte zulässt.
Die Blu-ray-Präsentation ist bild- und tontechnisch keine Offenbarung, aber durchaus eine Steigerung zur DVD. Vorallem bildtechnisch überrascht der HD-Transfer positiv. Das Fehlen von Extras ist wie immer ärgerlich. Dafür gibt es aber ein FSK-Wendecover.



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