Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover
USA 2006
Originaltitel:Lonely Hearts
Länge:107:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Todd Robinson
Buch:Todd Robinson
Kamera:Peter Levy
Musik:Mychael Danna
SFX:Robert Vazquez
Darsteller:John Travolta, James Gandolfini, Salma Hayek, Jared Leto, Laura Dern, Scott Caan, Chele André, Dan Byrd, Christa Campbell, Heather Dawn, John Doman, Dagmara Dominczyk
Vertrieb:e-m-s
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:17.07.2008 (Verleih) / 17.07.2008 (Kauf)



Inhalt
Als wären sie in der Hölle füreinander ausgesucht worden: In dem Moment, in dem sich der Kleinbetrüger Ray Fernandez und die Schönheit Martha Beck erstmals küssen, besiegelt sich ihr Schicksal. Gemeinsam täuschen sie einsame Frauen und nehmen sie nach Strich und Faden aus. Bald schon schrecken sie auch vor brutalem Mord nicht zurück. Ihre mit dem Blut Unschuldiger erkaufte Freiheit kann nicht von Dauer sein, denn die beiden Cops Elmer Robinson und Charles Hildebrandt sind dem mörderischen Paar längst auf der Spur ...

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / VC-1
 "Lonely Hearts Killers" unterliegt einer Vielzahl von gewollten Stilmitteln, welche es dem Bild selbst auf Blu-ray nicht leicht machen, eine höhere Wertung als 4 Punkte zu bekommen. So wirkt der Kontrast meist etwas flau und wurde deutlich an die Epoche angepasst, in der der Film spielen soll. Zudem tendiert die Farbgebung in vielen Aufnahmen deutlich ins Grünliche, zeigt sich dennoch meist sehr natürlich und kräftig. Der Schwarzwert zeigt ein sattes Schwarz, wobei Details immer wieder absaufen, denn gerade in Tageslichtaufnahmen überstrahlen helle Flächen und Schwarz erscheint zu hart und unnatürlich. Hinzu kommt eine starke Körnung und sichtbare Bewegungunschärfe. Dies alles geht zu Lasten der Schärfe. So erscheint der Widescreen-Transfer zwar angenehm plastisch und erzeugt eine gute Tiefenwirkung, doch der Wow-Effekt möchte nicht aufkommen. Details sind gut zu erkennen, aufgrund der bereits erwähnten stilistischen Veränderungen gibt es aber genügend Sequenzen, welche deutlich unschärfer ausgefallen sind und sobald Bewegungen ins Spiel kommt, kann die angenehme Schärfe selbst in Close-Ups nicht kontinuierlich zu gefallen wissen. Es fällt zudem auf, dass das Bild nachgeschärft wurde, was anhand der teilweise überstrahlenden Konturen belegt werden kann. Insgesamt eine gute Umsetzung, mit vielen schwachen Einstellungen, welche zwar immer noch besser als auf DVD ausschauen, aber nicht mit der Qualität vieler anderer HD-Veröffentlichungen mithalten können. Anderseits gibt es aber auch viele wirklich tolle und plastische Szenen, die wirklich Spaß bereiten. Die Kompression arbeitet tadellos.
 ++++--

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheDeutsch, Englisch
UntertitelDeutsch
 "Lonely Hearts Killers" ist ein eher ruhiger Vertreter und beschränkt sich vornehmlich auf die Wiedergabe von Dialogen und Nebengeräuschen. Diese werden fehlerfrei dargestellt und die wenigen Soundeffekte dürfen zumindest mit viel Dynamik aufwarten. Beide Tonspuren liegen in DTS-HD Master Audio 5.1 vor und toppen die DVD-Variante um Längen. So werden kleinere Details sehr präzise wiedergegeben und auch der Score verteilt sich sehr schön auf alle Kanäle, wobei der Fokus hier immer noch deutlich auf dem Frontbereich liegt. Das Verhältnis von Dialogen und Musik stimmt ebenfalls, wobei die Stimmen der deutschen Sprachfassung im Hochtonbereich etwas zu wünschen übrig lassen. Die Originalfassung hat dieses Problem nicht und klingt harmonischer im Klang. So dürfen Stimmen und Nebengeräusche besser zusammenarbeiten als beim deutschen Pendant. Ansonsten unterscheiden sich beide Varianten nicht sonderlich voneinander. Englische Untertitel lassen sich optional hinzuschalten.
 ++++--

Extras
MediumBD-25
Extras
  • Trailershow: (in 1080p):
    • The Contract (1:45 Min.)
    • Highlander V (1:51 Min.)
    • The Machinist (0:56 Min.)
    • Monster (2:33 Min.)
    • Revenge of the Warrior (3:01 Min.)
    • Running Scared (2:25 Min.)
    • Sky Fighters (1:51 Min.)
    • Until Death (2:08 Min.)
    • Lady Vengeance (1:58 Min.)
    • Born to Fight (1:52 Min.)
    • Oldboy (2:10 Min.)
    • New Police Story (1:56 Min.)
    • Lonely Hearts Killers (1:40 Min.)
VerpackungSeastoneCase
 Kein Bonusmaterial - dies ist im Moment die Politik, mit der e-m-s ihre Backprogammtitel auf Blu-ray presst. Im Falle von "Lonely Hearts Killers" noch zu verkraften, da die Extras der DVD sowieso mager waren, aber dann doch bitte wenigstens die Trailershow in voller Größe wiedergeben und nicht die ätzenden Mini-Fenster. Dann bitte lieber ganz weg lassen.
 ------

Fazit
Eine tolle Besetzung hat schon so manchen Film aufgewertet - so wieder einmal geschehen im Fall von "Lonely Hearts Killers", einem Serienkillerkrimi, der in den späten 40ern spielt - und ohne die A-Besetzung sicherlich nur als DVD-Veröffentlichung deutsche Lande erfreut hätte.
Ein typischer Fall von "viel gewollt - wenig erreicht" könnte man da gleich anfügen, denn das Hauptproblem dieses ordentlich ausgestatteten, in solidem Tempo dahinstreichenden und generell unterhaltsamen Films ist seine ausgeprägte Formlosigkeit. Ein gewaltiges Problem bei einem relativ persönlichen Film, noch dazu über einen realen historischen Fall, denn Ray Fernandez und Martha Beck hat es tatsächlich gegeben. Dementsprechend ein Ansporn für Regisseur Todd Robinson, die Story zu verfilmen, war doch sein Großvater der Polizist, der das Pärchen schließlich überführte und der hier von John Travolta gespielt wird. Das macht verständlich, warum der Film in erster Linie um ein Familienrätsel herum aufgebaut ist, nämlich den Selbstmord von Elmer Robinsons Frau, dessen Gründe nie aufgeklärt wurden. Folglich sind die Autoren bemüht, das Psychogramm eines Polizisten zu zeichnen, der die Fragen über den Tod seiner Frau nie beantworten konnte und somit seine Anstrengungen in einem scheinbaren Selbstmord (diesmal mit Abschiedsbrief) verdoppelt und verdreifacht.
Die psychologische Parallele bleibt aber leider recht unterentwickelt, weil man sich genötigt sah, daraus auch einerseits einen typischen zeitgenössischen Krimi zu machen und andererseits noch die entgegengesetzte Seite zu bedienen, nämlich das Soziopathenpärchen stofflich erscheinen zu lassen. Für diese drei Elemente ist das Skript jedoch zu rudimentär und Robinson einfach nicht talentiert genug. Also konzentriert er sich bei seiner bemühten, aber leider nur beschaulichen Regie damit, den Film zwischen diesen Polen pendeln zu lassen. Das bringt aber zwiespältige Ergebnisse. Als reiner historischer Krimi ist der Stoff zu abgenutzt und unspektakulär, als Film über einen Polizisten steckt zu wenig Tiefe darin. Travolta etwa spult die emotional motivierte Rolle relativ routiniert runter, hat aber nichts von dem Biss oder der Gefahr, die sonst bisweilen von ihm ausgeht. James Gandolfini als sein Partner spielt dagegen fachgerecht den Durchschnittscop und die Bequemlichkeitsantipode, ist Stichwortgeber und Witzemacher, um die drögen Ermittlungen etwas aufzuwerten. Nebenbei führt Gandolfini die Zuschauer auch durch die erzählerische Klammer Off-Kommentar, was nun so gar nicht in die Figurenanlage passen will und auch keine Entsprechung in dem karg auf die Hauptelemente angelegten Film passt, der einfach keinen Platz für romatisch-epischen Atem lässt.
Dagegen müssen Jared Leto und Salma Hayek ein durchgeknalltes Killerpärchen spielen, das aber durch den berühmten "The Honeymoon Killers" von 1970 von Anfang im Schatten seiner Vorgänger steht. Um den devot-hörigen Ramirez zu spielen, flüchtet sich Leto in Overacting, während Hayek ihre Martha lasziv anlegt - offenbar Grund genug, die Psychogramme der beiden eher zum Ausbeuten als zum Analysieren zu benutzen.
So sorgen die beiden dann auch durch ihre Handlungen für abstrusen Humor in einem See von Grausamkeiten, denn mit graphischer Gewalt und Blut spart Robinson weiß Gott nicht. Wann immer man den Figuren jedoch auf die Pelle rückt, wird es widersprüchlich - da will Martha einmal nach einem Mord eine Mutter sein und ein Kind und er will mitmachen, doch in der Folge versucht man sich erneut an einer Betrügerei bei alleinstehender Mutter und Kind, die nur Eifersucht und Mord seitens Martha provoziert, die die Vorstellung plötzlich haßt. Da die Charaktere jedoch nie richtig aufgeschlüsselt werden, ergeht sich der Zuschauer nur in Mutmaßungen und Spekulationen, erhält aber kein vollständiges Bild.
Den Schlusspunkt setzt eine Doppelhinrichtung, die zwar einen Schlusspunkt hinter die Geschichte, aber kein Ausrufezeichen hinter die Figuren setzt, ein sonderbarer Mischmasch aus Fakten und Fiktionen, dem sich Robinson entzieht, indem er seinen Großvater aus dem Beruf aussteigen lässt, eine zwar wahre, aber ungelenk inszenierte Variante. So ist "Lonely Heart Killers" nicht wirklich schlecht, aber streckenweise so unausgegoren, dass man ihn eher als Zwischendurchunterhaltung ohne wirkliches Sodbrennen oder Sättigungsgefühl genießen kann, so wie ein normaler Vanillepudding auf einem Tisch zwischen Wassereis und Mousse au chocolat.



Screenshots




Druckbare Version
IMDb.com OFDb.de



Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.