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USA 1956
Originaltitel:Ten Commandments, The
Alternativtitel:Zehn Gebote, Die
Länge:231:37 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Cecil B. DeMille
Buch:Æneas MacKenzie, Jesse Lasky Jr., Jack Gariss, Fredric M. Frank
Kamera:Loyal Griggs
Musik:Elmer Bernstein
SFX:William Sapp
Darsteller:Charlton Heston, Yul Brynner, Anne Baxter, Edward G. Robinson, Yvonne De Carlo, Debra Paget, John Derek, Cedric Hardwicke, Nina Foch, Martha Scott, Judith Anderson, Vincent Price
Vertrieb:Paramount
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:05.04.2012 (Kauf)



Inhalt
Der kleine Moses, der von der Pharaonentochter Nefretiri in einem Körbchen auf dem Nil schwimmend gefunden wurde und von ihr als eigenes Kind aufgezogen wird, sieht als Prinz von Ägypten das entsetzliche Elend der unterdrückten Hebräer-Sklaven. Als er schließlich durch Intrigen seine wahre Herkunft erfährt, kehrt er seinem luxuriösen Leben den Rücken und beschließt, sein Volk - die Hebräer - in die Freiheit zu führen ...

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Paramount ließ Cecil B. DeMilles Bibel-Epos aufwendig restaurieren, was den fast 60 Jahre alten Klassiker in einem neuen Glanz erstrahlen lässt. Die Schärfe ist hervorragend und die Detailwiedergabe atemberaubend. Lediglich einige Effektaufnahmen fallen deutlich ab und sind deutlich als solche zu erkennen. Dies trübt den Sehgenuss aber nicht. Weder die satten und kräftigen Farben, noch der ausgewogene, nahezu perfekte Kontrast lassen Grund zum Klagen aufkommen. Hinzu kommt eine weitgehend ausgezeichnete Plastizität und Tiefenwirkung, sowie eine sehr homogene Filmkorn-Struktur. Die Restauration verzichtete auf den Einsatz von Rauschfiltern, lediglich Defekte und Verschmutzungen wurden weitgehend beseitigt. Die Kompression arbeitet tadellos im Hintergrund. Besser sah "Die zehn Gebote" nie aus.






Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

 +++++/

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1 (engl.,), Dolby Digital 2.0 Mono
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Japanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
 Der Nachtteil bei Major-Veröffentlichungen ist, dass die deutschen Zweiggesellschaften keinen Einfluss auf die Produktion haben, welche komplett in den USA stattfinden. Dies merkt man immer wieder in den Bereichen Bonusmaterial und deutscher Ton. Während der englische Originalton aufwendig restauriert wird, muss der Endkunde bei der deutschen Tonspur entweder mit der falschen Tonhöhe leben oder wie in diesem Fall mit einem ausgeleierten, verrauschten und dumpfen Mono-Mix vorlieb nehmen. Auch wenn die deutsche Tonspur ebenfalls fast 60 Jahre alt ist, hätte man sich etwas Mühe machen können. Stattdessen muss man sich mit einer relativ dumpfen, knisternden und klanglich mangelhaften deutschen Synchronfassung auseinandersetzen, die dem brillanten Bildtransfer nicht gerecht wird. Dann doch lieber deutsche Untertitel hinzuschalten und den englischen DTS-HD Master Audio 5.1-Track genießen. Dem Alter entsprechend darf man keine Wunder erwarten, weil die Dynamikumfang etwas auf der Strecke bleibt und der Ton nicht übermäßig druckvoll oder räumlich klingt. Allerdings gelingt eine dem Alter entsprechend angenehme, räumliche Surround-Atmosphäre, welche sich nicht nur auf die Musik beschränkt. Störendes Rauschen, Verzerrungen oder andere Tonfehler wurden bei der Restauration hervorragend beseitigt. Die Dialoge klingen zudem gut verständlich und wurde sauber ausbalanciert. Der englische Ton hat 4,5 Punkte verdient.
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Extras
MediumBD-50 / BD-50
Extras-
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Ärgerlich, dass Paramount Deutschland komplett auf Bonusmaterial verzichtet. Dabei gibt es in den USA eine umfangreiche Special Edition. Auch die deutschen DVD-Versionen haben viel Zusatzmaterial. Leider scheinen die Backkatalog-Titel bei Paramount für den deutschen Markt komplett ohne Extras veröffentlicht zu werden. Das ist definitiv der falsche Weg!
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Fazit
Hollywoods "Goldene Ära" neigte sich langsam dem Ende zu, trotzdem hatten die Major-Studios in den Fünfzigern noch genügend Kohle im Keller, um reihenweise pompös ausgestattete Monumentalfilme in die Kinos zu bringen. Getreu dem Motto "nicht kleckern, sondern klotzen" lockte man die Zuschauer so in Scharen in die Lichtspielhäuser, denn auf den ersten Mini-Fernsehgeräten zuhause kamen weder das epische Breitwandformat, noch die satten Farben zur Geltung. Oft diente die Bibel als Vorlage solcher Monumentalschinken, die nicht selten die Drei-Stunden-Schallmauer durchbrachen. Einer der ersten und bekanntesten Vertreter aus dieser Epoche ist sicher Cecille B. DeMilles "Die zehn Gebote", seinerzeit ein Remake des gleichnamigen Films von 1923 vom selben Regisseur.

Bei der vorliegenden Verfilmung hielt sich DeMille weitgehend an die biblische Erzählung und bringt den Stoff so auf die Leinwand, wie man ihn aus dem Religionsunterricht im Grundschulalter kennt. Somit ist "Die zehn Gebote" eher vorlagengetreu statt kontrovers und bedient im Grunde einmal mehr die Sehnsucht der Zuschauer nach strahlenden, von Fehlern befreiten Helden zu befriedigen. Moses verzichtet auf den Pharaonenthron, sondern arbeitet lieber als hebräischer Sklave in Lehm und Dreck bei den Seinen, um diese später aus der Knechtschaft zu befreien. Sieht sich eine alte Frau Gefahr ausgesetzt, springt auch schon Moses ins Bild und bereinigt die Situation. Lediglich später im Film, als Moses das Vorhaben Gottes, alle ägyptischen Erstgeborenen sterben zu lassen, toleriert, wird die Figur immerhin ein bisschen ambivalent.

Dass Moses ausgerechnet von Charlton Heston dargestellt wird, der im Film sein Schicksal voll und ganz in die Hände einer übergeordneten Macht legt und auch sein Handeln danach ausrichtet, macht einen bei der politischen Einstellung Hestons aus heutiger Sicht leider nachdenklich. An seinem schier unglaublichen Charisma ändert sich freilich nichts, weshalb Heston für die Titelrolle in breit ausgewalzten Historienfilmen wie geschaffen ist. Im Fall von "Die zehn Gebote" steht sein Widerpart Yul Brynner (spielt Prinz Ramses) ihm in Sachen Leinwandpräsenz in nichts nach: Ein Duell zweier Hollywoodlegenden auf Augenhöhe, wobei Brynner seinen obligatorischen Colt gegen den Stab des Pharaos eintauscht. Sitzfleisch ist dabei freilich gefragt, denn DeMille nimmt sich für seine Erzählung satte dreieinhalb Stunden Zeit, was fast zwangsläufig zu dem einen oder anderen Durchhänger führt. Gehen die ersten zwei Stunden vor allem aufgrund der Intrigen am ägyptischen Hof und der ständigen Spannungen zwischen Prinz Ramses und Moses wie im Flug vorbei, fällt der Film mit der Verbannung Hestons in die Wüste in ein kleines Loch. In der letzten halben Stunde geht DeMille dann noch einmal in die Vollen und reiht fast schon inflationär Höhepunkt an Höhepunkt: Der Auszug der Hebräer aus Ägypten in einer schier erdrückenden Massenszene, die Teilung des Roten Meeres, die Entstehung der zehn Gebote - das gewaltige Budget sieht man zum Schluss in jeder Szene.

Natürlich nagt der Zahn der Zeit auch an diesem Film. Nicht, weil die Effekte veraltet wären (sie sehen tatsächlich nicht viel schlechter aus als in mancher CGI-überfrachteter Comicverfilmung der letzten Jahre), aber manche Szene wirkt aus heutiger Sicht recht naiv. Um Beispiele zu nennen: Der Tanz um das goldene Kalb zeigt eine ausschweifende Orgie genauso, wie man das in den ultraprüden Fünfziger Jahren erwartet hätte und der brennende Dornbusch, aus dem Gott wie Darth Vader zu Luke spricht, machen alles andere als einen zeitgemäßen Eindruck. Nichtsdestotrotz hat DeMilles Film seinen TV-Sendeplatz am Karfreitag seit einer gefühlten Ewigkeit zu recht sicher: Ein vor Bombast fast schon überlaufendes Bibelepos vor prächtiger Kulisse, mit verschwenderischer Ausstattung und Statisten, soweit das Auge reicht. Die Messlatte übersprang aber nur drei Jahre später William Wyler mit "Ben Hur" - erneut ein Remake, erneut mit Heston in der Hauptrolle ...

Paramount lässt den Film als 4K-Digital-Restauration Bild für Bild in einem neuen Glanz erstrahlen und auch der Originalton wurde komplett restauriert. Lediglich die deutsche Monospur und das komplette Fehlen des umfangreichen Bonusmaterials der US-Disc trüben den ansonsten hervorragenden Gesamteindruck. Wer auf die deutsche Synchronisation verzichten kann, greift am besten zur amerikanischen Veröffentlichung, ansonsten bleibt nur noch zu sagen, dass das deutsche 2-Disc-Set mit eine FSK-Wendecover ausgeliefert wird.



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