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USA 2010
Originaltitel:I'm Still Here
Alternativtitel:Joaquin Phoenix: I'm Still Here
Länge:107:03 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Casey Affleck
Buch:Casey Affleck, Joaquin Phoenix
Kamera:Magdalena Gorka, Casey Affleck
Musik:Marty Fogg
Darsteller:Joaquin Phoenix, Antony Langdon, Carey Perloff, Larry McHale, Casey Affleck, Jack Nicholson, Billy Crystal, Danny Glover, Bruce Willis, Robin Wright, Danny DeVito, Jerry Penacoli, Susan Patricola, Patrick Whitesell, Nicole Acacio, Matt Maher, Amanda Demme, Mos Def, Christine Spines, David Grutman, Sean 'P. Diddy' Combs, Jamie Foxx, Ben Stiller, Edward James Olmos, David Letterman, Natalie Portman, Johnny Moreno, Conan O'Brien, Barack Obama, Cenk Uygur, Peter Coffin, Sean Penn
Vertrieb:Koch Media
Regionalcode:B



Inhalt
Im Herbst 2008 kündigt der Schauspieler und Golden-Globe-Preisträger Joaquin Phoenix seinen Rückzug aus dem Filmgeschäft an, um sich als Hip-Hop-Musiker neu zu erfinden. Ein Jahr wird er von der Kamera begleitet, die sein turbulentes Leben dokumentiert: grandios scheiternde Liveauftritte, entsetzte Agenten, irritierte Kollegen, Ben Stiller, der Phoenix zu einer Rolle in "Greenberg" überreden will, ein grotesker Versuch, P. Diddy als Produzenten zu gewinnen, Phoenix beim Koksen und mit Prostituierten. Ein verdammt komisches Panorama der Entgleisungen, Fehltritte, größerer und kleinerer Schnitzer. Casey Affleck dokumentierte den imaginären Abstieg des Hollywoodstars als bösen Kommentar zu den Fiktionen des Alltags im guten alten Hollywood.

Bild
Format1,85:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Als Dokumentarfilm darf man vom MPEG-4-Bild nicht viel erwarten, denn es zeigt sich sehr wechselhaft und schwankt stark im Schärfe- und Detailbereich. Die Farbgebung ist durchweg ordentlich und natürlich, dafür variieren Kontrast und Schwarzwert sehr stark je nach Szene und Ausleuchtung, denn es wurde kein Beleuchter eingestellt, sondern einfach wild drauflos gefilmt. Die Kamera verfolgt Joaquin Phoenix auf Schritt und tritt, selbst beim Kotzen auf der Toilette. Teilweise ist das Bild extrem verrauscht und unscharf, dann wieder solide und angenehm, aber niemals auf einem HD-tauglichem Niveau. Trotz allem darf der Zuschauer mit dem Ergebnis zufrieden sein, auch wenn die Abgrenzung zur DVD eher marginal ausfällt, aber zumindest mit einer sauberen und unauffällig arbeitenden Kompression auskommt.





Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

 +++/--

Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1
SpracheEnglisch
UntertitelDeutsch
 Beim Ton verhält es sich ähnlich. Zwar liegt die Abmischung im englischsprachigen Original mit deutschen Untertiteln und in DTS-HD Master Audio 5.1 vor, doch ein guter Stereoton hätte es auch getan. Schließlich wird der Sound der Kameraaufnahmen genommen und auf die Kanäle verteilt, woraus eine weitgehend frontlastige Abmischung entsteht, die relativ selten, meist nur beim Musikeinsatz, etwas Räumlichkeit bietet. Dialoge sind gut zu verstehen, dies wechselt aber je nach Szenario und Umgebung in der sich die Protagonisten befinden. Beim Rap-Auftritt von Joaquin Phoenix im letzten Drittel des Films überzeugt der Mix mit einer klaren Sound und Musikuntermalung und kann sogar durchs Publikum etwas an Räumlichkeit gewinnen, was eine Nachbearbeitung vermuten lässt. Die deutschen Untertitel lassen sich auf Wunsch auch ausschalten.
 +++/--

Extras
MediumBD-50
Extras
  • Audiokommentar mit Cast & Crew
  • Audiokommentar mit dem Regisseur Casey Affleck
  • Alternatives Ende mit optionalem Regiekommentar (6:27 Min., 576p)
  • Interview mit Joaquin Phoenix (8:52 Min., 1080p)
  • Gespräch (nur Audio) mit Joaquin Phoenix, Casey Affleck und Jerry Penacoli (10:40 Min., 1080p)
  • Gespräch (nur Audio) mit Joaquin Phoenix, Casey Affleck und Christine Spines (Professorin für Journalistik) (27:30 Min., 1080p)
  • Original Teaser (0:56 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • Super (2:09 Min., 576p)
    • Trust (2:04 Min., 576p)
    • Afterlife (1:56 Min., 1080p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Das Bonusmaterial kann sich sehen lassen. Es gibt zwei Audiokommentare: einer mit Regisseur Cassey Affleck und der zweite wird von Crew-Mitgliedern eingesprochen. Deutsche Untertitel wären allerdings nötig gewesen, denn Affleck spricht alles andere als deutlich. Abgesehen davon sind beide Kommentare wirklich mehr als gelungen, rauben dem Film aber etwas seiner Illusion. Wir erfahren viele Hintergründe der Produktion, u.a. auch dass Mos Def und Sean Combs eingeweiht waren, oder dass die beiden Frauen im Hotelzimmer befreundete Schauspielerinnen waren.
Desweiteren gibt es über 40 Minuten Gespräche mit dem Hauptdarsteller, dem Regisseur Cassey Affleck, sowie Jerry Penacoli und Christine Spines (Professorin für Journalistik) zu sichten. Diese liegen allerdings nur in Audioform mit deutschen Untertiteln vor. Hinzu kommt ein 8minütiges Interview mit Joaquin Phoenix, welches erstellt wurde kurz bevor der Audiokommentar eingesprochen wird. Ein sehr lockeres Gespräch zwischen Tür und Angel, aber dafür auch stark zurechtgeschnitten. Ansonsten gibt es noch ein Trailer und eine Trailershow weiterer Koch Media-Titel, sowie ein alternatives Ende mit optionalem Kommentar des Regisseurs. Das Bonusmaterial liegt leider nicht komplett in High Defintion vor. Bis auf die Audiokommentare sind die Extras deutsch untertitelt. Die Disc wird zudem mit einem FSK-Wendecover ausgeliefert.
 ++++/-

Fazit
Was machen erfolgreiche Schauspieler, wenn sie alles erreicht haben, was man so als Schauspieler erreichen kann? Sie ziehen sich zurück, oder versuchen ganz neue Dinge. Manche fangen an zu malen, andere schreiben Kinderbücher. Joaquin Phoenix, erfolgreicher Darsteller, Golden Globe-Gewinner und bekannt aus Filmen wie Interner Link"Gladiator" oder der Johnny Cash-Biografie Interner Link"Walk The Line" trat im Jahr 2008 vor die Öffentlichkeit, und verkündete, er würde sich nun fortan seiner Karriere als Rapper und Hip Hop-Musiker widmen, und die Schauspielerei an den Nagel hängen. Begleitet würde er von seinem Freund, Schwager und Kollegen Casey Affleck, der damit nach vielen guten Filmen als Darsteller sein Regiedebüt abliefert.
Was der Zuschauer in dem vorliegenden Dokumentarfilm geboten bekommt ist, ist faszinierend einzigartig! Man beobachtet hautnah den geistigen und körperlichen Verfall des bekannten Darstellers, begleitet ihn bei misslungenen Liveauftritten, beim Drogenkonsum, dem unglaublich schrägen Versuch, P. Diddy als Produzenten zu gewinnen, oder dem mittlerweile legendären Auftritt in der "Letterman–Show".

Selbst als später durch Regisseur und Hauptdarsteller deutlich gemacht wurde, dass es sich hier um eine Inszenierung handele, und man den Film als eine Mockumentary sehen könne, war klar, dass dies weit mehr war. Phoenix widmete diesem Projekt rund zwei Jahre seines Lebens, in dem er nicht auf einem Set eine Rolle verkörperte, sondern sein Leben diese Rolle war! Dies gelang ihm so überzeugend, dass er alle ihn umgebenden Menschen täuschte, da kaum einer eingeweiht war. Man sieht, wie ihn seine Freunde, Agenten und Fans erst erstaunt und amüsiert beobachten, später jedoch immer sorgenvoller seinen Werdegang verfolgen. Intensiv und hautnah bleibt die Kamera sowohl an den wirren, teils aggressiven Momenten kleben, als auch an denen, in welchen sich der Künstler in Selbstzweifeln und Einsamkeit windet. Seine Haare werden länger, der Bart struppiger, und der Körpergeruch scheint einem förmlich durch den Bildschirm entgegen zu kommen. "I'm Still Here" ist sowohl ein gnadenloser Blick auf die Traumfabrik Hollywood und ihre Mechanismen, aber auch ein Spiegel des Zuschauers, der gerne Zeuge dieser Selbstdemontage ist, und dem Gezeigten schnell auf den Leim geht.

Koch Media veröffentlicht dieses faszinierende und interessante Experiment auf einer gelungenen Blu-ray und DVD im Original mit deutschen Untertiteln und reichlich Bonusmaterial. Selten wurde ein Projekt so konsequent und ohne Rücksicht auf das eigene Befinden durchgezogen, wurde Schein und Sein so wie die Oberflächlichkeit und innere Leere herausgearbeitet und dargestellt, wie in dem vorliegenden "I'm Still Here".



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