FR, IT 1983
Originaltitel:Tumba de los muertos vivientes, La
Alternativtitel:Bloodsucking Nazi Zombies
aka. Desierto de los zombies, El
aka. Grave of the Living Dead
aka. Oase der Zombies, Die
aka. Oasis of the Living Dead, The
aka. Oasis of the Zombies
aka. Treasure of the Living Dead, The
Länge:85:45 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Jesús Franco (Jess Franco) (als A.M. Frank)
Buch:Jesús Franco, Ramón Llidó
Kamera:Juan Soler, Max Monteillet
Musik:Jesús Franco (als Pablo Villa), Daniel White
SFX:Richard Green
Darsteller:Manuel Gélin, Eduardo Fajardo, Lina Romay, Antonio Mayans, Javier Maiza, Albino Graziani, Miguel Ángel Aristu, Doris Regina, Jesus Franco, Caroline Audret, Daniel Katz, France Lomay, Jesús Franco
Vertrieb:X-Rated / VZM
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:27.03.2014 (Kauf)



Inhalt
Die Oase "Duar El Sur" ist verflucht. Seit dort Kämpfe im 2. Weltkrieg stattgefunden haben, sollen die getöteten deutschen Soldaten als Untote umherwandeln. Doch man sagt sich auch, dass seitdem ein Schatz in der Oase versteckt ist. Eine Gruppe von Jugendlichen will der Sache auf den Grund gehen und besucht die Oase. Als die Sonne untergeht, steigen, wie befürchtet, die Soldaten als Zombies aus der Erde, um sich das Fleisch der Lebenden zu holen. Es gibt kein Entkommen vor der Gier der lebenden Toten. Die Jugendlichen kämpfen nun ums blanke Überleben ...

Bild
Format1,66:1
Norm1080p / MPEG-4 AVC
 Jess Francos "Oase der Zombies" liegt mit dieser Blu-ray erstmalig in HD vor und hinterlässt einen durchaus positiven Eindruck. Augenscheinlich ließ man eine 35mm-Kopie abtasten, wodurch das Bild etwas wechselhaft ausfällt sowie durch immer wiederkehrende, teilweise starke Defekte und Schmutzpartikel in der Qualität beeinträchtigt wird. Zudem griff Franco häufig auf fremdes Filmmaterial zurück, wodurch die Bildqualität an diesen Stellen enorm abfällt, was aber nicht in der Gesamtbewertung berücksichtigt wird. Es muss betont werden, dass man den in den frühen 1980er Jahren produzierten Horrorfilm noch nie in solch einer Qualität gesehen hat. Die Schärfe ist durchaus gut, und auch im Detailbereich bietet der Transfer so manch positive Überraschung. Die Ausreißer sind dem Material und der Produktion geschuldet. Dennoch können viele Feinheiten herausgearbeitet werden, die man in den teilweise unsäglichen DVD-Auflagen nur hätte erahnen können. Der Kontrast fällt gut aus, wobei es hier auch wieder diverse Einstellungen zu bemängeln gibt, in denen helle Flächen überstrahlen. Die Farbgebung zeigt, wie erwartet, eine nicht immer optimale Sättigung, mit natürlichen Hauttönen. Eine gehobene Plastizität wird nicht erzeugt, aber wenigstens wurde nicht nachgeschärft. Gänzlich ohne Filterung überlebte das Material die Aufarbeitung bei Eurocine aber ebenfalls nicht. Der erhöhte Rauschfaktor zeigt ein, teileise etwas grobes Filmkorn und die Kompression kommt in einigen wenigen Momenten etwas ins Schleudern. Franco-Fans dürfen sich trotz kleinerer Mängel über die Qualität freuen.

Oase der ZombiesOase der Zombies
Oase der ZombiesOase der Zombies
Oase der Zombies
(Klickt auf die einzelnen Bilder, um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateLinear PCM 2.0 Stereo
SpracheDeutsch, Französisch
UntertitelDeutsch
 Beide Sprachfassungen liegen im PCM-Stereo-Mix vor, unterscheiden sich jedoch hörbar voneinander. Die deutsche Tonspur lässt ein deutliches Knistern und Rauschen wahrnehmen, welches im französischen Mix nicht zu hören ist. Dieser klingt aufgeräumter und harmonischer im Klangverhältnis. So passt die Balance zwischen Dialogen und Nebengeräuschen besser als im deutschen Pendant, welches wiederum keine Verzerrungen oder Kratzen in den Stimmen hat. Ein Vorteil der aktuelleren Synchronisation, die allerdings Geschmackssache ist und etwas steril und zu sehr nach Studio klingt. Auch wirken einige Sprecher etwas hölzern, was bei der darstellerischen Leistung aber keinesfalls negativ zu bewerten wäre. Demnach können beide Sprachfassungen empfohlen werden. Wer den Originalton bevorzugt, wird sich über optionale deutsche Untertitel freuen. Diese ließen sich aber nicht immer wie gewünscht hinzuschalten.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Trailer (2:55 Min., 1080p)
  • US-Vorspann (1:18 Min., 1080p)
  • Interview Antonio Mayans (2:19 Min., 1080p)
VerpackungKeepCase mit FSK-Wendecover
 Als Bonus enthält die Disc einen Trailer, den US-Vorspann sowie ein 2-minütiges Interview mit Darsteller Antonio Mayans. Dieses wurde während der Dreharbeiten zu Andreas Bethmanns Grusler Interner Link"Help me I am Dead" produziert und deutsch untertitelt. Es ist leider nur wenig ergiebig, da sich Mayans kaum noch an die Produktion erinnert und den Film selbst nie gesehen hat. Demzufolge knapp fallen seine Kommentare aus. Das Bonusmaterial wurde in hochauflösender Qualität aufgespielt und das Blu-ray-Menü gut designt. Ausgeliefert wird die Disc mit einem FSK-Wendecover. Für Sammler erschienen auch diverse Sonderauflagen.

Oase der ZombiesOase der Zombies
Oase der ZombiesOase der Zombies

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Fazit
"Wir machen Molotovcocktails, wie in der Schule."

Unsere treuen Leser und Kenner des europäischen Exploitationfilms werden genau wissen, auf was sie sich einlassen, wenn der der Name Jess Franco fällt. Beim Zombie-Schlodder aus dem Jahre 1982 darf man mit gutem Gewissen von einem der schlechteren Filme des Kultregisseurs sprechen, zumindest aus seiner Hochzeit. Ein Zombiefilm ungekürzt mit einer Freigabe ab 16 Jahren ist heutzutage keine Seltenheit mehr, im Falle von "Oase der Zombies" wäre jedoch eine noch geringere Freigabe nicht unangebracht gewesen, weil das Gezeigte weder brutal noch blutig anmutet. Die Zombies stehen sogar jeder blutigen Möglichkeit wortwörtlich in der Quere und wurden mehr als kostengünstig geschminkt. Im schlimmsten Fall wurden einfach billige Puppen in die Kamera gehalten. Um die Kosten weiter zu senken, kopierte Franco munter Aufnahmen und Kriegsszenen aus anderen Filmen in "Oase der Zombies" hinein, ohne diese auch nur annähernd seinem Film anzupassen. Von Dramaturgie und filmischer Raffinesse ist Franco meilenweit entfernt.

Dabei hätte die Mischung aus Horror und Sex unterhaltsam werden können. Doch leider bleiben weder gute Dialoge noch spannende Handlungsstränge in Erinnerung. Das Gezeigte langweilt, beschämt und trägt zu keiner Filmminute die Handschrift Francos. Man mag es nicht glauben, dass er von demselben Mann stammt, der den Exploitation-Fans mit Meisterwerken wie Interner Link"Die Jungfrau und die Peitsche", Interner Link"Der Hexentöter von Blackmoor", Interner Link"Die Marquise von Sade" oder Interner LinkJack the Ripper mit Klaus Kinski beglückte. Was ist hier passiert? Wo ist Francos Feuer hin? Wo sein Gespür für Sleaze und abseitige Filmkunst? Es ist schon eine Meisterleistung, einen Zombiefilm in nahezu allen Belangen gegen die Wand zu fahren. Besonders was die Inszenierung angeht, ist nichts mehr von dem obsessiven Filmemacher übrig. Vielmehr ist "Oase der Zombies" ein seelenloser Beitrag und selbst für Franco-Liebhaber wie mich eine harte Nummer. Da waren viele seiner subversiven Spätwerke aufregender und vor allem kunstvoller als diese gescheiterte Auftragsarbeit - eine Mischung aus Interner Link"Woodoo" und Interner Link"Zombie Lake" in der Wüste. Franco selbst hat einen Kurzauftritt als Zombie, und seine Frau Lina Romay ist an der Seite von Eduardo Fajardo und Manuel Gélin zu sehen.

Zugreifen werden Franco-Fans aber ohnehin - sollten sie auch, denn die Blu-ray von "X-Rated bietet den Film erstmals in einer wirklich ansprechenden Qualität. Wer abgesehen von der technischen Seite der Disc einen ersten sanften Kontakt mit dem leider verstorbenen Kultregisseur wagen möchte, dem sei "Oase der Zombies" jedoch nicht als erste Wahl empfohlen.



Screenshots



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