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USA 1970
Originaltitel:Man Called Horse, A
Alternativtitel:Ein Mann, den sie Pferd nannten
Länge:115:22 Minuten (US-Kinofassung)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:Elliot Silverstein
Buch:Jack DeWitt, Dorothy M. Johnson
Kamera:Robert B. Hauser
Musik:Leonard Rosenman
SFX:Tim Smyth, Federico Farfán
Darsteller:Richard Harris, Judith Anderson, Jean Gascon, Manu Tupou, Corinna Tsopei, Dub Taylor, James Gammon, William Jordan, Eddie Little Sky, Michael Baseleon, Lina Marín, Tamara Garina
Vertrieb:CBS / Paramount
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:09.06.2011 (Kauf)



Inhalt
Ein englischer Lord wird von einem Sioux-Stamm gefangen genommen. Der Häuptling schenkt ihn seiner alternden Mutter als Sklave. Nach und nach nimmt der Gefangene die Lebensweise des Stammes an und verliebt sich in die Schwester des Häuptlings. Aber bevor er als vollwertiges Mitglied in den Stamm aufgenommen werden kann, muss er den Sonnenschwur ablegen - ein grausames Ritual, das weit über die Vorstellungskraft der zivilisierten Welt hinausgeht ...

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / VC-1
 Der HD-Transfer überzeugt in fast allen Belangen, denn "Ein Mann, den sie Pferd nannten" sieht für einen Film seines Alters auf Blu-ray teilweise fantastisch aus. Im Originalformat von 2,35:1 belassen, bietet das Bild eine teilweise überragende Plastizität und Tiefenwirkung. Während das Qualität in Totalen etwas schwächelt, zeigen sich Nahaufnahmen und Halbtotale sehr detailliert und scharf. Konturen werden klar gezeichnet und auf sichtliches Nachschärfen wurde verzichtet. Der hohe Standard kann natürlich nicht durchweg gehalten werden, denn immer wieder kommen Sequenzen vor, die etwas abfallen, was unter anderem am Filmmaterial und der damaligen Kameraarbeit liegt. Ähnliches Phänomen wurde bereits im Interner Link"Dirty Harry"-Review besprochen.
Der Kontrast bietet eine gute Balance ohne Überstrahlungen oder absaufende Schwarztöne, wobei der Schwarzwert sehr satt und kräftig gewählt wurde. Dies gilt auch für die Farbgebung, die natürlich und durchweg kräftig ausfällt. Ausgewaschende Farben sind nicht ausmachen. Das permantent vorhandene Filmkorn trübt den Sehgenuss nicht. Auch Schmutz und Defekte halten sich bis auf geringe Ausnahmen in Grenzen (Bild 4). Die Kompression arbeitet tadellos.






Preview-Screenshots zur FullHD (1920 x 1080) Ansicht anklicken.

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Ton
FormateDTS-HD Master Audio 5.1 (engl.), DTS-HD Master Audio 2.0 (engl.), Dolby Digital 1.0 Mono (dt., franz.,span.)
SpracheDeutsch, Englisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Holländisch, Französisch
 Die deutsche Synchronisation liegt zwar nur in Mono vor, bietet aber eine überraschend gute Sprachverständlichkeit und klingt lediglich dem Alter entsprechend etwas gedrungener. Letzteres fällt im Bereich Musik und Nebengeräuschen auf, wobei sich weder Rauschen noch Defekte bemerkbar machen. Allgemein klingt die deutsche Monospur sehr natürlich, auch wenn die Dialogwiedergabe etwas zu leise erscheint. Dies gilt auch für den englischsprachigen Monomix, der alternativ zum englischen DTS-HD Master Audio 5.1–Upmix aufgespielt wurde. Letzteres klingt einerseits sehr voluminös, andererseits aber auch stark künstlich und unnatürlich aufgebläht. So bietet die Abmischung eine breite Front mit einem kräftigen Bass, was jedoch wenig natürlich wirkt. Auch wenn Nebengeräuschen und Musik dezent aus den Effektkanälen hallen, ist es besonders die Dialogwiedergabe, wegen der der englischsprachige Upmix nicht funktioniert. Die Dialoge sind extrem leise, teilweise dumpf und muffig. Optional gibt es deutsche Untertitel. Eine damals in der deutschen Fassung nicht vorhandene Szenen liegt im englischen Original mit deutschen Untertiteln vor.
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Extras
MediumBD-50
Extras-
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Während Bild und Ton für einen Western-Klassiker gut sind, ist das fehlende Bonusmaterial ärgerlich. Eine Special Edition mit Interviews, Trailer, Bildergalerie und Dokumentation ist denkbar und hätte machbar sein müssen.
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Fazit
"Du kannst gehen, doch deine Kopfhaut bleibt hier ..."

"Der Mann, den sie Pferd nannten" unter der Regie von Elliot Silverstein ("Die Meute") zeigt im Vergleich zum typischen US-Western eine etwas andere Seite der amerikanischen Ureinwohner. Der Stamm der Lakota-Sioux überfällt eine kleine Gruppe von Weißen, darunter auch der englisch Lord John Morgan. Während seine Begleiter getötet und skalpiert werden, nehmen die Indianer John Morgan gefangen und verschleppen ihn ihr Lager, nennen ihn fortan Pferd und benutzen ihn als Zwangsarbeiter, was der Film leider seinen Publikum schuldig bleibt.
So sieht man den Engländer, gespielt von Richard Harris (Interner Link"Die Wildgänse kommen") die meiste Zeit zusammengekauert vor einem Zelt bei den Hunden. Zu Beginn wird er sogar schlechter behandelt als diese. Zumindest bis zu seinem Fluchtversuch, bei dem er dem Stamm zumindest Mut beweist. Zusammen mit einem weiterem Gefangenen, der seit 5 Jahren bei den Sioux lebt und sein einziger Kommunikationspartner ist, schmiedet er den Plan, den Stamm zugehörig zu werden und die Tochter des Häuptlings zu ehelichen. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen, dass Morgan sich nicht nur in die hübsche Tochter des Häuptlings verliebt, sondern dass er bei einem Angriff der feindlichen Schoschonen auch soviel Mut und Tapferkeit beweist, dass er nach einer schmerzhaften Zeremonie im Stamm aufgenommen wird und die hübsche Yellow Hand endlich ehelichen kann.

Die Botschaft hinter "Der Mann, den sie Pferd nannten" ist eindeutig, aber niemals aufdringlich. Regisseur Silverstein versucht, den angeblich brutalen und kaltblütigen Sioux-Indianer ein Gesicht zu geben und zeigt, dass die amerikanischen Ureinwohner sich nicht anders verhalten haben als der Rest der Menschheit es heute noch tut. Sie trugen ihre Konflikte genauso aus wie es seit Menschengedenken der Fall ist, auch wenn die Art dem Zuschauer erst befremdlich erscheint. Noch heute, in durchweg medial geführten Kriegen, gibt es Soldaten, die ihre Trophäen aus der Schlacht mitbringen. Im Falle der Indianer war es nun einmal der Skalp ihrer Feinde. Aber es wird nicht nur die kriegerische Seite der Sioux gezeigt, sondern auch die friedliche und wir lernen mehr über die Sitten und Gebräuche des Stammes. Silverstein tat im übrigen gut daran, die Sprache der Indianer nicht zu übersetzten bzw. zu untertiteln. So spürt man Richard Harris' anfängliche Hilflosigkeit wesentlich intensiver und kann sich viel mehr auf das tolle Schauspiel sämtlicher Protagonisten konzentrieren.

Einzige Manko ist die Laufzeit, den mit knapp 115 Minuten ist "Der Mann, den sie Pferd nannten" noch deutlich zu kurz, um den Charaktere mehr Tiefe verleihen zu können. Es wäre schön gewesen, die monatelange Entwicklung von Morgan ausführlicher zu sehen. Hier konnte Jahre später Kevin Costner mit seinem epischen "Der mit dem Wolf tanzt" punkten. Nichtsdestotrotz ist "Der Mann, den sie Pferd nannten" ein sehenswerter Klassiker, dem CBS und Paramount eine gute, aber nicht perfekte Umsetzung spendiert. Leider veröffentlicht man hier lediglich die US-Kinofassung, während die alte deutsche Kinofassung eine gänzlich andere Schnittfassung beinhaltet, was zum Ende hin sehr deutlich wird.
Wer über diese kleinen Mankos hinwegsehen kann, wird an dieser Veröffentlichung seinen Spaß haben. Ausgeliefert wird die Blu-ray mit einem FSK-Wendecover.



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