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USA 1976
Originaltitel:Enforcer, The
Alternativtitel:Dirty Harry 3 - Der Unerbittliche
aka. Dirty Harry III - Der Unerbittliche
aka. Harry el Ejecutor
Länge:96:36 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 16 Jahre
Regie:James Fargo
Buch:Gail Morgan Hickman, S.W. Schurr, Stirling Silliphant, Dean Riesner
Kamera:Charles W. Short
Musik:Jerry Fielding
SFX:Joseph A. Unsinn
Darsteller:Clint Eastwood, Tyne Daly, Harry Guardino, Bradford Dillman, John Mitchum, DeVeren Bookwalter, John Crawford, Samantha Doane, Robert F. Hoy, Jocelyn Jones, M.G. Kelly, Nick Pellegrino
Vertrieb:Warner
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:04.07.2008 (Kauf)



Inhalt
15.000 Dollar Schaden. Das ist die Bilanz einer Gangsterjagd, die Inspektor Calahan aufzuweisen hat. Er ist reif für die Versetzung in die Personalabteilung. Ein Waffenraub, der Bürgermeister wird entführt und schon kommt Dirty Harry mit seiner 44er Magnum wieder zum Einsatz. Auf der Felseninsel Alcatraz kommt es zu einem mörderischen Feuergefecht mit der Verbrecherbande.

Bild
Format2,35:1
Norm1080p / VC-1
 "Der Unerbittliche" toppt seine beiden Vorgänger nochmals um Längen und die immer wieder auftauchenden, stilmittelbedingten Unschärfen gehören hier nahezu der Vergangenheit an, denn nur selten fällt der enorm hohe Schärfegrad dieser in VC-1 codierten Blu-ray ins Mittelfeld ab. Überwiegend wird uns ein pures High Definition-Erlebnis geboten und für einen Film aus dem Jahre 1976 sieht "Der Unerbittliche" einfach fantastisch aus. Die Tiefenwirkung ist sehr gut und der Transfer erscheint meist sehr plastisch und detailliert. Selbst in Totalen bleibt das Bild sehr brillant und in Nahaufnahmen, sowie Halbtotalen lassen sich sogar Textilfasern sehr detailliert erkennen. Dieser gehobene Standard kann zwar nicht immer gehalten werden, vor allem in Bewegungen lässt die Schärfe etwas nach und das vorhandene Filmkorn geht ebenfalls zu Lasten der Detailwiedergabe, stört aber höchstens auf homogenen Flächen. Der Kontrast ist ausgezeichnet und sehr hoch ausgefallen. Hinzu kommt ein überwiegend guter Schwarzwert, wobei schwarze Flächen desöfteren Details verschlucken. Desweiteren überzeugen die satten und kräftigen Farben, welche überwiegend sehr frisch erscheinen. Auffällig ist aber vor allem das etwas zu kräftige Rot, wobei der Transfer nicht übermäßig rotstichig erscheint. Defekte und Verschmutzungen sind ebenfalls kaum vorhanden, der Bildstand ist ausgezeichnet und die Kompression arbeitet absolut sauber. Für einen 25 Jahre alten Film ist das ein wirklich überzeugender Transfer.
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Ton
FormateDolby TrueHD 5.1 (Engl.), Dolby Digital 5.1 (Engl.) Dolby Digital 1.0 Mono (Dt., Engl., Kast., Port., Frz., Spa.)
SpracheDeutsch, Englisch, Kastilisch, Portugiesisch, Französisch, Spanisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch, Kastilisch, Brasilianisch, Italienisch für Hörgeschädigte
 Der deutsche Mono-Mix klingt gut verständlich und sehr sauber, obgleich im Hintergrund deutliches Rauschen wahrzunehmen ist. Altersbedingt ist der Hochtonbereich nicht optimal und hin und wieder verzerren die Stimmen etwas. Dafür klingen diese nicht dumpf oder blechern und die Musik wird ebenfalls angenehm und weitgehend frei von Fehlern wiedergegeben. Mit dem englischen, restaurierten Originalton kann die deutsche Tonspur allerdings nicht mithalten. Hier fällt vor allem auf, dass der deutsche Track eine Menge feine Nebengeräusche vermissen lässt und die komplette 5.1-Neuabmischung macht klangtechnisch sowieso einiges her. Neben sauberen und klaren Dialogen, feinen Nebengeräuschen und einen guten Rear-Einsatz für Umgebungsgeräusche und gelegentliche Surroundeffekte, überzeugt der Originalmix vor allem im Dynamikbereich. Selbst der Subwoofer darf sich in einigen Szenen gut einbringen. Schade nur, dass so etwas nicht für Deutschland ohne eine komplette Neusynchronisation möglich gewesen wäre, doch Letzteres kommt für einen Filmliebhaber einfach nicht in Frage. Dann schon lieber zum Originalton greifen, dessen Räumlichkeit dank eines gut abgemischten Scores, gut platzierter Effekten und vieler Umgebungsgeräusche als überraschend bezeichnet werden kann. Der vorhandene englische TrueHD-Mix klingt hier sogar noch einmal etwas präziser. Optional gibt es noch weitere Tonspuren in Mono und diverse Untertitel.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Audiokommentar von James Fargo
  • Der geschäftliche Aspekt: Gewalt im Kino (30:09 Min., 480p)
  • Clint Eastwood und sein alter Ego: Dirty Harry (6:01 Min., 480p)
  • Dirty Harry Trailershow:
    • Dirty Harry (3:28 Min., 480p)
    • Calahan (2:21 Min., 480p)
    • Der Unerbittliche (2:17 Min., 480p)
    • Dirty Harry kommt zurück (1:29 Min., 480p)
    • Dirty Harry 5 - Das Todesspiel (1:29 Min., 480p)
VerpackungSeastoneCase
 Auch der dritte Teil bietet einen sehr aufschlussreichen, aber mal wieder nicht deutsch untertitelten Audiokommentar mit dem Regisseur James Fargo. Ärgerlich ist es auch, dass mal wieder kein Kommentar von Eastwood vorhanden ist. Dafür gibt es eine 30minütige Dokumentation über "Gewalt im Kino". Hier kommen wieder all die üblichen Verdächtigen der Dokumentationen aus den anderen "Dirty Harry"-Filmen zu Wort und wir sehen Filmausschnitten aus diversen Produktionen der letzten 70 Jahre. Hier geht es u.a. um Sinn und Unsinn von Gewaltdarstellung in Filmen. Die Frage nach dem Einfluss von Gewalt in Filmen auf den normalen Alltag wird aufgestellt, kann aber auch hier nicht geklärt werden. Dies scheint aber auch nicht der Sinn dieser Doku zu sein, denn jeder der Interviewten hat mehr oder weniger eine andere Meinung zum Thema. Die einen finden, dass der Regisseur die Verantwortung tragen muss für das, was er seinem Publikum zumutet, die anderen finden es wichtig, wenn der jeweilige Filmemacher sein "Kind" nicht zugunsten weniger Gewalt verfälscht. Hier gibt es viele unterschiedliche Meinungen und Ansichten und genau das macht diese Dokumentation so interessant. Auch die Aussage, dass die Prüfung und Alterseinstufung durch die unsägliche MPAA besser ist als durch Washington D.C. oder aber diversen religiösen Gruppen, ist ein netter Ansatz. Im Vergleich mit anderen Ländern liegt man hier sicherlich gar nicht mal so verkehrt.
Nach einer aktuellen Doku liegt uns mit "Clint Eastwood und sein alter Ego: Dirty Harry" wieder ein 6minütiges Featurette aus dem Jahre 1976 vor, welches als Werbung für "The Enforcer" produziert wurde. Neben Aufnahmen vom Set gibt es immer wieder Filmausschnitten zu sehen, welche von einem Sprecher dokumentiert werden. Nett anzusehen, vor allem wegen den Aufnahmen, welche hinter den Kulissen stattfanden. Davon hätten wir gerne mehr gesehen. Zum Schluss gibt es wieder die obligatorische Dirty Harry Trailershow. Die Featurettes wurden deutsch untertitelt und liegen in Standard Definition vor.
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Fazit
Drei Jahre nach dem zweiten "Dirty Harry"-Film Interner Link"Calahan" folgte Streich Nummer drei. "Der Unerbittliche" ist jedoch meilenweit von den ersten beiden Filmen entfernt und bietet simpelste Polizei-Action mit schon fast anachronistischem Touch. Das hielt den Film nicht davon ab, ein Erfolg zu werden; bezogen aber auf die Reihe an sich war das der bis dato schlechteste Teil (Teil 4 wurde dann noch einmal einen Hauch besser, während der fünfte ein Totalausfall war).
Anachronistisch ist sicherlich die Wahl der Widersacher: irgendeine mäßig interessante und insgesamt eher lächerliche Gruppe von Anarchisten/Terroristen/Entführern/Erpressern unter der Führung eines durchgeknallten Ex-Zuhälters und Veteranen. Abgesehen von dem sind denn auch die übrigen weder Fisch noch Fleisch, allesamt keine richtigen Gegner, sondern allenfalls Bodycount. Dabei hat man sie noch nicht mal richtig böse gezeichnet, sondern eher als verwirrte Anhänger eines durchgeknallten Führers. Der ganze Aufbau riecht ein wenig nach Hippie-Zeit und Charles Manson, aber das Gefahrenpotential kommt nur durch den Raub von ein paar überdimensionalen Waffen und Raketen zustande.
Was Callahan betrifft, so kämpft er sich mal wieder durch Einsätze und Versetzungen, landet in der Personalabteilung und gerät mehr zwischen emanzipatorische Mühlen, da es hauptsächlich darum geht, Frauen verstärkt im Dienst einzusetzen. Natürlich steht Callahan dem abschätzend gegenüber, verweist auf Gefahren und Erfahrung, scheitert aber an der Bürokratie. Das ist alles so vereinfacht, dass man selbst nur den Kopf schütteln kann, wenn Tyne Daly (die spätere Lacy aus "Cagney und Lacy") ohne jegliche Erfahrung im Außendienst offenbar zur Inspektorin gemacht und ihm zur Seite gestellt wird.
Natürlich kann Harrys Meinung geläutert werden und natürlich wird solch bürokratische Kurzsichtigkeit bestraft und zwar mit dem Tode. Das Finale auf der Gefängnisinsel Alcatraz ist dann auch bemüht knalliger Höhepunkt, doch Spannung will im ganzen Film nicht aufkommen, da es keinen wirklichen Gegner für Callahan gibt. So lebt der Film nur von Eastwoods knorrig-knurriger Präsenz und seinem eisigen Charakter. Als Polizeifilm ist "The Enforcer" immer noch gutes Mittelmaß, aber es ist deutlich, dass Eastwood von da an für sieben Jahre einweckte und erst wiederkam, als die eisgraue Eminenz selbst zum lebenden Anachronismus wurde.

Die bisher beste Blu-ray der Reihe überzeugt mit einem überwiegend ausgezeichneten Bild und einem überraschenden englischen Originalton, der aufwendig restauriert wurde, was man von der deutschen Spur leider nicht sagen kann. Die Extras sind dafür wieder einmal sehenswert, so dass auch "Der Unerbittliche" in keiner "Dirty Harry"-Sammlung fehlen sollte - schon gar nicht auf Blu-ray.



Screenshots




Druckbare Version
Callahan (Dirty Harry Collection)
Dirty Harry (Dirty Harry Collection)
Dirty Harry kommt zurück (Dirty Harry Collection)
Todesspiel, Das (Dirty Harry Collection)
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