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USA, HK 1973
Originaltitel:Enter the Dragon
Alternativtitel:Mann mit der Todeskralle, Der
aka. Adadaki Canavar
aka. Ejder Kalesi
aka. Ejderin Üç Fedaisi
aka. Deadly Three, The
aka. Operation Dragon
aka. Opération Dragon
aka. Long zheng hu dou
aka. Lung Zang Fu Dau
Länge:102:33 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:Keine Jugendfreigabe
Regie:Robert Clouse
Buch:Michael Allin
Kamera:Gil Hubbs (als Gilbert Hubbs)
Musik:Lalo Schifrin
Darsteller:Bruce Lee, John Saxon, Shih Kien, Ahna Capri, Angela Mao (als Angela Mao Ying), Jim Kelly, Robert Wall (als Bob Wall), Bolo Yeung (als Yang Sze), Betty Chung, Geoffrey Weeks, Peter Archer, Lee Yan-Ho
Vertrieb:Warner
Regionalcode:A,B,C
Blu-ray-Start:20.07.2007 (Kauf)



Inhalt
Der Shaolin-Kämpfer Lee (Bruce Lee) begibt sich auf die Inselfestung des Gangsterbosses Han (Shih Kien), der eine Martial-Arts-Schule als Tarnung für Opiumschmuggel und Prostitution benutzt. Um den Mord an seiner Schwester zu rächen, dringt Lee unerkannt in die Hochburg ein und nimmt an Hans brutalem Martial-Arts-Turnier teil ...

Bild
Format2,40:1
Norm1080p / VC-1
 Um es direkt vorweg zu nehmen: Zwar wurde "Der Mann mit der Todeskralle" in 1080p auf die blaue Scheibe gebannt, jedoch handelt es sich bei dem Widescreen-Transfer in Wirklichkeit nur um ein "künstlich" hochgerechnetes Bild im 1080-Zeilen-Interlaced-Verfahren.
Doch der Satz unseres DVD-Reviews "... präsentiert den Eastern-Klassiker in bisher nie dagewesener Bildqualität." darf auch heute noch gelten. Die Blu-ray hinterlässt einen guten Eindruck und sticht die DVD, wenn auch nur minimal aus. Jedoch wirkt der Kontrast nicht immer so ausgewogen wie man es sich erhofft hätte und oftmals werden dunkle Flächen einfach verschluckt. Die Schärfe schwankt deutlich, wobei der Grundtenor als angenehm scharf, aber nur bedingt detailliert bezeichnet werden darf. Hier fehlt es dem Transfer an einer passenden Tiefenschärfe und das teilweise sichtbare Bildrauschen raubt dem Bild zusätzlich an Brillanz. Dafür wartet die Kantenschärfe mit überwiegend guten Werten auf und hebt das Bild deutlich von der DVD-Variante ab und lässt es schön plastisch und knackig erscheinen. Hier trumpfen vor allem helle Sequenzen auf, welche saubere Konturen, sowie eine deutlich intensivere Farbgebung als auf DVD zeigen. Hinzu kommt eine steigende Detailzeichnung, die Mängel der dunklen Szenen fast wieder vergessen lässt. Es sind dann auch genau diese besagten dunklen Sequenzen, welche ein deutliches Rauschen zeigen und das Gesamtbild hin und wieder auf gehobenes DVD-Niveau katapultieren. Desweiteren fallen oftmals stehende Rauschmuster auf, welche wir bei einer Blu-ray in der Form nicht erwartet hätten und in langsamen Kameraschwenks zieht das Bild zudem etwas nach. Dennoch ein ordentlicher Transfer, obgleich wir uns erhofft hätten, dass Warner extra für die HD-Version den bereits für die DVD verwendeten Transfer nochmals etwas überarbeitet, denn auch wenn "Der Mann mit der Todeskralle" schon knapp 35 Jahre auf den Buckel hat, hätte der HD-Transfer sauberer ausfallen können.
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Ton
FormateDolby Digital 1.0 Mono, Dolby Digital 5.1 Upmix (nur engl.)
SpracheDeutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch
UntertitelDeutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte, Dänisch, Finnisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
 Ein Glück für Nostalgiker - Warner spendiert uns die deutsche Synchronisation im ursprünglichen Monoformat. Selten haben wir einen Monotrack gehört, welcher so klar und verständlich klingt wie hier und zudem noch so etwas wie Dynamik versprüht. Die Stimmen werden überraschend klar und verzerrungsfrei wiedergegeben. Es gibt kein störendes Rauschen und auch andere Defekte sucht man vergebens. Lediglich der nicht immer perfekt arbeitende Hochtonbereich lässt auf das Alter der Tonspur schließen. Einziger Wermutstropfen sind die damals fehlenden 3 Minuten an Dialogen, welche Warner damals für die DVD neu synchronisieren ließ. Leider ist dies zu einem peinlichen Unterfangen geworden, denn die Sprecher wirken unmotiviert und gelangweilt. Insgesamt wirken die drei Minuten wie von Laien gesprochen und reißen den durchaus positiven Gesamteindruck etwas runter. Hier hätte auch einfach das Untertiteln der nicht synchronisierten Szenen gereicht. Aber zum Glück hat man nicht gleich den ganzen Film neu synchronisieren lassen, wie es Universal mit Interner Link"Jaws" gemacht hatte.
Der englische 5.1-Upmix wirkt insgesamt sehr frontlastig und lediglich der Score wurde auf die Rears gelegt. Dadurch entsteht kaum Räumlichkeit und selbst in den Kämpfen kommen die Effektlautsprecher nicht zum Einsatz. Lediglich wenige Sequenzen, bei denen dann auch der Score zu hören ist, verirren sich einige Nebengeräusche in die Rears. Wenn man aber bedenkt, dass es sich hierbei nur um ein Mono-Upmix handelt, dürfen wir mit dem sauberen und gut verständlichen Klangbild recht zufrieden sein. Optional lassen sich natürlich deutsche und englische Untertitel hinzuschalten.
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Extras
MediumBD-25
Extras
  • Audiokommentar von Paul Heller
  • Blut und Stahl: Das Making of "Der Mann mit der Todeskralle" (30:11 Min., 480p)
  • Bruce Lee: Mit seinen eigenen Worten (19:19 Min., 480p)
  • Linda Lee Cardwell Interviewgalerie (16:00 Min., 480p)
  • Die Höhle des Drachen:
    • Dokumentation von 1973 (7:37 Min., 480 p)
    • Workout im Garten mit Bruce (1:52 Min., 480p)
  • Der Fluch des Drachen (87:22 Min., 480p)
  • USA-Kinotrailer:
    • Mysterious Island (3:34 Min., 480p)
    • Champion of Champions (1:11 Min., 480p)
    • The Deadly 3 (1:38 Min., 480p)
    • Island Fortrest (2:53 Min., 480p)
  • TV-Spots:
    • Roper, Williams & Lee (0:31 Min., 480p)
    • The Deadly 3 (1:01 Min., 480p)
    • The Island of Hon (1:01 Min., 480p)
    • Review Spot (1:01 Min., 480p)
    • Champion of Champions (1:02 Min., 480p)
    • Fury is Back (0:31 Min., 480p)
    • The Crow Prince of Combat (0:30 Min., 480p)
VerpackungSeastone Case
 Wie schon bei der DVD sind die Extras umfangreich ausgefallen und zudem hat einmal die Qualität über die Quantität gesiegt. Neben einen informativen Audiokommentar mit dem Produzenten Paul Heller, überzeugt vor allem das 30minütige "Making of" Blut und Stahl, welches einen schönen Mix aus Interviews, Film- und Fotomaterial vom Set und Filmausschnitten besteht. Dabei kommen unter anderem James Coburn, Peter Archer und Fred Weintraub zu Wort, welche viele Anekdoten zu den Dreharbeiten, sowie Hintergrundinformationen zum Besten geben. Zudem erzählen sie auch mehr über ihre Zusammenarbeit mit Bruce Lee.
Ein weiteres Schmackerl ist das 19minütige Interview, welche noch in schwarzweiß gedreht wurde und in der Bruce Lee auf seine Kampfkunst und die Philosophie dahinter eingeht. Das Interview wird mit selten Bild- und Filmmaterial aus Lees Privatleben angereichert. Danach dürfen wir uns über eine neu produzierte, zehnteilige Interviewgalerie mit seiner Ex-Frau Linda Lee Cadwell freuen. In zehn Kapitel unterteilt, handeln diese Interview-Blöcke in insgesamt knapp 19 Minuten diverse Themen ab und bieten selbst eingefleischten Lee.Fans noch reichlich Infomaterial.
"Die Höhle des Drachen" ist ein zweiteiliges Feature unterteilt und hat eine Gesamtlaufzeit von gut 10 Minuten. Hier sehen wir unter anderem seltene Schwarzweißaufnahmen, welche Bruce Lee beim beim Training im heimischen Garten zeigen. Das längere von den beiden Featurettes zeigt ein knapp 8minütiges "Making of" aus dem Jahre 1973.
Ein wahres Highlight ist allerdings die rund 88minütige Dokumentation "Bruce Lee: Der Fluch des Drachen" aus dem Jahre 1993. Die bereits auf VHS und auf DVD erschienen Doku zeigt einen wundervollen Einblick in die Welt von Bruce Lee und den Einfluss, den er und seine Kampfkunst auf die Martial-Arts Welt auch 20 Jahre nach seinem Tod noch ausübt. Dabei lässt man seine Familie, Freunde und Kollegen zu Wort kommen. So darf sich neben Chuck Norris, Bob Wall, James Coburn und Kareem Abddul-Jabbar auch sein Sohn Brandon Lee zu Wort melden. Leider war dies eins der letzten Interviews seines Sohnes, der ebenfalls viel zu früh, bei einem Unfall am Set von Interner Link"The Crow" verstarb. Desweiteren gibt es massig Privataufnahmen von seinen Tunierauftritten, dem Training mit seinen Schülern und schlussendlich seiner Beerdigung zu sehen. Eine wirklich umfangreiche und ebenso traurig stimmende Dokumentation, die man einfach gesehen haben muss.
Nun fehlt leider ein entscheidender Teil der Extras von der DVD Special Edition. "Bruce Lee: Der Flch des Drachen" aus dem Jahre 2000 fand aus welchen Gründen auch immer weder den Weg auf HD DVD noch auf die hier vorliegende Blu-ray. Schade, denn diese knapp 100minütige Dokumentation stand der vorherigen in nichts nach. Dafür enthält die Disc vier amerikanische Trailer und sieben TV-Spots. Leider nur ein geringer Trost, denn für all diejenigen, die dachten, sie könnten die DVD abstoßen und sich dafür die Blu-ray oder HD DVD-Variante zulegen, müssen entweder auf die Doku verzichten, beide Editionen behalten oder eine Sicherungskopie der Dokumentation erstellen. Letzteres ist natürlich weder legal noch eine zufriedenstellende Lösung. Desweiteren bleibt nur noch zu sagen, dass bis auf den Audiokommentar sämtliche Extras deutsch untertitelt wurden und Warner uns mit einem gut funktionierenden Pop-Up-Menü beglückt, welches einen schnellen Zugriff aller elementaren Bereiche der Disc gewährleistet.
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Fazit
Der berühmt-berüchtigte "Enter the Dragon" ist sicherlich Bruce Lees bekanntester Film und eine brauchbare Vermengung von amerikanischen und asiatischen Motiven. Genauer gesagt ist es eigentlich eine Mischung aus Kung Fu-Wettstreit und James-Bond-Motiven, was dann später in der Interner Link"Kentucky Fried Movie"-Sequenz noch dicker herausgearbeitet wurde. Trotzdem funktioniert die Vermengung der Motive relativ problemlos. Lee als Kampfkunstmeister reist zum Wettkampf auf Hans mysteriöse Insel, wo er mit den Amerikanern Roper und Williams den Mädchenhändler-Rauschgift-Mörder-Ring sprengt. Die dünne Storyline muss allerdings stark gestreckt werden, um über die volle Distanz zu kommen. So sind die Ausflüge bei Nacht, um die Schule zu erkunden, stark bemüht und lang gezogen, während der Zuschauer schon mehr zu wissen glaubt.
Überhaupt werden B-Movie-Veteran John Saxon und der schwarze Jim Kelly in der ersten Hälfte verstärkt eingesetzt, vermutlich um die amerikanischen Zuschauer auch einen nicht-asiatischen Helden zu präsentieren. Lee beschränkt sich nach Annahme des Auftrags auf einen Beobachterposten, während er kampftechnisch erst in der zweiten Hälfte aktiv wird. Ein echtes Fest jedoch die Kampfsequenzen im Hof, hart und gnadenlos bisweilen, sogar tödlich im weiteren Verlauf. Ohne ins optisch Detail gehen zu müssen, schwingt stets eine bedrohliche Brutalität mit. Saxon hält sich vergleichsweise prima in den Kampfsequenzen, auch wenn er charaktertechnisch Serien wie "I Spy" oder "The Avengers" entliehen scheint. Kelly ist mehr Hulk-ähnlich und schauspielerisch von begrenzter Kapazität. So wird gesichert, dass Lee relativ hoch über dem Film thront, ohne dass er darauf extra hinweisen muss. Lee, eh das Musterbeispiel des Kampfsportlers des denkenden Menschen, hat nicht nur Ausstrahlung, sondern wirkt auch durch seine bloße Mimik. Die wahre Größe kommt natürlich erst im Kampfmodus hervor.
Sehr unterhaltsam die Plakativität des Films, wenn Han als Bond-artiger Bösewicht Lee oder Saxon durch sein Verbrechernest führt, im Gefühl der völligen Überlegenheit. Die Idee mit der künstlichen Hand ist zusätzlich sehr nett (und auch wieder von Bond geklaut) und lässt vergessen, dass in punkto Kampf Kien Shih doch sehr bieder wirkt und gerade die Sequenz, in der er Kelly ausschaltet, brav zurechtgeschnitten wirkt. Zum guten Schluss gibt's Gemetzel und auf die Fresse pur, weswegen der Film wohl auch so unheimlich beliebt ist. Leider macht da die reichlich laue Synchronisation viel kaputt. Saxon hat man die Stimme von Brett Sinclair aus Interner Link"Die Zwei" verpasst, womit das intellektuelle Niveau auch in etwa schon festgemacht wäre. Es wird zwar nicht zu viel geblödelt, aber trotzdem wirkt die deutsche Sprache hier wie ein Sakrileg.

"Der Mann mit der Todeskralle" ist ein beachtliches Star-Vehikel (für einen zur Premiere schon toten Star) mit buntem B-Movie-Charakter, dem von der Synchro leider ein entscheidendes Bein gestellt bekommt. Und nicht wirklich bedeutsam, liebe Kampfkünstler. Die Blu-ray bietet eine ordentliche, obgleich nicht perfekte Bildqualität und einen überraschend guten deutschen Monotrack. Die Extras sind umfangreich und können einen viele Stunden vor den Bildschirm fesseln. Leider fehlt mit "Der Weg eines Kämpfers" eine wirklich tolle Dokumentation, was für den Fan einen Neukauf erschwert, da man seine "alte" DVD nicht einfach so abstoßen möchte. Wer den Film bisher noch nicht sein Eigen nennt, hat nun die Qual der Wahl - oder aber stellt sich gleich beide ins Regal. Denn zumindest die Doppel-DVD ist mittlerweile zu einem günstigen Preis von unter zehn Euro zu ergattern.



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Mann mit der Todeskralle, Der (Special Edition)
Mann mit der Todeskralle, Der
Mann mit der Todeskralle, Der
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