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JP 2007
Originaltitel:Bekushiru: 2077 Nihon sakoku
Länge:109:47 Minuten (ungekürzt)
Freigabe:ab 12 Jahre
Regie:Fumihiko Sori
Buch:Haruka Handa, Fumihiko Sori
Musik:Paul Oakenfold
SFX:Yi Ma
Vertrieb:I-ON New Media / Splendid
Regionalcode:B
Blu-ray-Start:27.01.2009 (Kauf)



Inhalt
Im Jahre 2067 entscheidet sich Japan aus den Vereinten Nationen auszutreten. Durch geschlossene und stark bewachte Grenzen sowie einem magnetischen Schutzschild, der das Land selbst für Satelliten uneinsehbar macht, isoliert sich Japan vollständig vom Rest der Welt. 2077 erhält die NATO einen Bericht über eine neue Superwaffe der Japaner und deren Plan, damit die Welt zu erobern. Man entsendet die Spezialeinheit SWORD in das Landesinnere, doch deren Infiltrierung endet in einer Katastrophe. Nur Vexille, die Kommandantin des Teams, überlebt den Versuch und findet sich in Tokio wieder, dessen Bevölkerung im Gegensatz zur restlichen Welt im absoluten Überfluss zu leben scheint. Als Vexille von einem Trupp Rebellen aufgenommen wird, erfährt sie aber, dass dieser Eindruck trügerisch ist ...

Bild
Format1,78:1
Norm1080p / AVC MPEG-4
 Der Transfer von "Vexille" ist sehr beeindruckend ausgefallen und einen passenderen Titel zum HD-Einstieg hätte sich I-On New Media nicht aussuchen können. Das Bild ist gestochen scharf und zeigt einen enormen 3D-Effekt mit einer sehr guten Tiefenwirkung. Die eingesetzte Stilmittel sorgen für eine etwas eigenwillige Optik, was vor allem beim Kontrast sehr stark auffällt. Dieser ist zwar durchweg auf einem guten Niveau, neigt aber dazu, helle Flächen sehr steil erscheinen zu lassen. Ein gewolltes Stilmittel, welches im Zusammenhang mit den satten und kräftigen Farben dem Film ein "besonderes" Aussehen verleiht. Von Weichzeichner über warme Farbtöne bis hin zur grandiosen Vermischung von 2D- und 3D- Animationen bietet "Vexille" ein wahres Sehvergnügen. Jedoch gibt es ein Manko, welches sich teilweise sehr auf den Sehgenuss auswirken kann. So zeigen sich sehr deutliche Banding-Effekte auf homogenen Flächen oder bei extremen Farbübergängen. Dies fällt mal mehr, mal weniger störend auf, sollte bei einem HD-Transfer aber eigentlich der Vergangenheit angehören. "Vexille" stellt zwar nicht die erste Disc mit enormen Banding-Effekten dar, jedoch sind diese Probleme mit den Farbstufen bei Animationsfilme immer schnell auszumachen. Nichtsdestotrotz ist der "Wow"-Effekt durchweg gegeben, nur wer schon bei Interner Link"10.000 B.C." aufschreit, der in puncto Banding-Effekte noch sehr harmlos ist oder bei der starken Artefaktebildung in Interner Link"My Name Is Bruce" bereits einen Nervenzusammenbruch erlitt, sollte vorgewarnt sein.


(Klickt auf die einzelnen Bilder um diese in der Originalgröße von 1920 x 1080 zu sehen.)

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Ton
FormateDTS-HD 5.1
SpracheDeutsch, Japanisch
UntertitelDeutsch
 Der Sound ist ebenfalls sehr gut ausgefallen. I-On New Media spendiert uns einen richtigen Dolby Digital 5.1-Mix, sowie einen DTS-HD Master 5.1-Track, der nochmals einiges an Feinheiten aus den Boxen hervor lockt. Saubere Dialoge, eine Menge direktionaler Spielereien und ein kräftiger Score machen "Vexille" aus. Die gesamte Abmischung klingt sehr lebhaft und selbst kleine Nebengeräusche werden beim DTS-HD Master-Track sehr sauber ins Geschehen mit einbezogen. Es vergeht kaum eine Minute, in der die Rears nicht zum Einsatz kommen und auch wenn es der Abmischung am letzten Feinschliff fehlt und in den Actionszenen vielleicht noch etwas brachialer und differenzierter klingen dürften, überzeugt die Dynamik und der Bass durchweg. Da kann die deutsche Dolby-Variante nicht mithalten, obwohl diese schon gut ist. Der japanische Mix klingt zudem sehr dumpf und zurückhaltend und liegt ebenfalls nur in Dolby Digital 5.1 vor. Zwar werden auch hier Effekte und Musik gut über die Kanäle gejagt, jedoch wirkt alles sehr gedrungen und langweilig. Die Stimmen gehen unter und weder Effekte noch Nebengeräusche können ein wirkliches Mittendringefühl erzeugen. Hier sollte man auf jedenfall bei der deutschen Fassung bleiben. Optional gibt es deutsche Untertitel.
 ++++/-

Extras
MediumBD-50
Extras
  • Kommentar des Regisseurs (42:30 Min., 576p)
  • Making of (61:24 Min., 576p)
  • Herstellung der CGI (2:29 Min., 576p)
  • Roboter Design (0:51 Min., 576p)
  • 3D-Liveanimation (1:30 Min., 576p)
  • Making of 'The Jags' (1:58 Min., 576p)
  • Trailershow:
    • Shinobi (2:02 Min., 576p)
    • The District (1:12 Min., 576p)
    • Memories of Matsuko (1:55 Min., 576p)
    • Tough Luck (1:36 Min., 576p)
    • To Catch A Virgin Ghost (1:07 Min., 576p)
    • Six Ways to Sunday (1:53 Min., 576p)
    • Save the Green Planet (2:21 Min., 576p)
    • Dummy (1:55 Min., 576p)
    • Cutie Honey (2:05 Min., 576p)
    • Steal it if you can (1:56 Min., 576p)
    • Vexille (2:12 Min., 576p)
VerpackungSeastoneCase mit FSK-Wendecover
 Das Zusatzmaterial liegt leider nur komplett in Standard Definition vor und beim Trailer zum Hauptfilm wird erst einmal der extreme Unterschied in der Qualität zwischen SD und HD deutlich. Das 61minütige Making of ist ein wahres Highlight und stellt eine sehr umfangreiche Dokumentation über die Entstehung von "Vexille" dar, bei der uns Regisseur Sori alle Aspekte der Produktion näher bringt und wir somit einen tollen Einblick in die aufwendigen Erschaffung eins solchen Projektes bekommen. Zudem dürfen wir dem Regisseur bei der Europapremiere beim Internationalen Filmfestival von Locarno in der Schweiz über die Schultern schauen. Hier war "Vexille" 2008 der Eröffnungsfilm auf einer großen Freilichtleinwand und wir sehen den Regisseur bei der Pressekonferenz und der eigentlichen Vorführung, wie er unheimlich nervös auf die Reaktion des Publikums wartete. Er hatte dabei vor allem Angst davor, dass seine Botschaft nicht verstanden werden würde. In weiteren Interviews mit japanischen Zuschauern stellt sich die Angst aber mehr als unbegründet dar. Eine tolles 'Making of', absolut sehenswert.
Die nächsten 42 Minuten sind aber nicht weniger interessant und lassen nochmals den Regisseur zu kommen. Zwar denkt man bei dem Titel "Kommentar des Regisseurs" erst an einen Audiokommentar, doch was uns hier geboten wird, ist um einiges besser. Sehr ausführlich durchleuchtet der Regisseur und Drehbuchautor Fumihiko Sori die Hintergründe zur Entstehung seines Science Fiction-Spektakels und geht sehr ausführlich auf diverse Fragen ein. Das Interview ist höchst interessant, vor allem wenn er auf das "Was wäre wenn" der Handlung eingeht. Untermauert werden seine Kommentare immer wieder mit Ausschnitten aus dem Film.
Gegen diese beiden insgesamt fast 2stündigen Features ist der Rest fast schon kaum der Rede wert. Knapp 2 Minuten bekommen wir einen Einblick in die Herstellung der CGI-Effekte. So etwas sollte schon etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen. Auch die 3D-Liveanimationen oder das Feature "Die Entstehung der JAGS" ist mit jeweils etwas über eine Minuten sehr knapp ausgefallen und bietet jeweils kleinere Einblicke in Produktion zu "Vexille". Erschreckend ist auf jedenfall der knapp einminütige Animations Hand-Test mit dem Titel "Roboter Design". Dieser "Test" sieht verdammt realistisch und beeindruckend aus. Zum Schluss gibt es noch eine ganze Menge an Trailer weiterer I-On New Media-Titel.
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Fazit
Regisseur Fumihiko Sori vermischt realistische Hintergründe bzw. 2D-Animationen mit einem neu entwickelten Cellshading-Verfahren, wodurch die computergenerierten Figuren den typischen Anime-Charme beibehalten. Zu Beginn wird man der neuen Animationstechnik etwas zwiegespalten gegenüber stehen und es bedarf einiger Minuten der Eingewöhnung. Doch dann wird man vom Gezeigten nur noch fasziniert sein, auch wenn es den Anschein macht, man würde sich eine überlange Zwischensequenz eines Videospiels anschauen. Daran muss der Zuschauer sich erst gewöhnen, doch gerade die Actionszenen sind atemberaubend, täuschen aber nicht vor der leider sehr schwachen Charakterzeichnung der einzelnen Figuren hinweg. Vor allem die Titel gebende Hauptfigur wirkt sehr blass und wird nur oberflächlich charakterisiert. Eigentlich schade, denn Sori vermischt hier stylische Action mit sozialkritischem Inhalt.
Sonst sind es immer gern die Amerikaner, die Kritik an anderen Ländern üben. Hier ist es ein Japaner, der auf Missstände und dem überzogenen Nationalismus in seinem eigenen Land aufmerksam macht. Desweiteren ist Sori Gegner der reinen Kommunikation per Internet, denn er legt sehr viel Wert auf den Erhalt der zwischenmenschlichen Kontakte und Beziehungen und der Menschlichkeit an sich, welche immer mehr von großen Konzernen unterdrückt wird. So verliert in seinem Film Japan nicht nur die Kommunikation nach außen und wird von einem machthungrigen Konzern unterjocht, sondern verliert sogar jeden einzelnen Menschen. Diese werden durch ein Virus und dem angeblichen Impfstoff zu seelenlosen Maschinen, die als Waffe eingesetzt werden können. Regisseur Sori verzichtet dabei auf einen ironischen Unterton und stellt sein Land bewusst als "Bösewicht" dar, welches von der NATO aufgehalten werden muss. Man merkt dem Regisseur an, dass ihm die ständige Weiterentwicklung von Robotern in menschenähnliche Form beängstigt und warnt vor den möglichen Konsequenzen. Das ist zwar nicht neu und wurde bereits in vielen Sci-Fi Filmen zum Thema gemacht, jedoch war die Botschaft dahinter einem Regisseur noch nie so wichtig, was man sehr gut in diversen Interviews sehen konnte.
"Vexille" ist optisch auf einem hohen Level, inhaltlich bemüht sich der Regisseur, seine Zuschauer etwas zu sensibilisieren, nur ob dies gelingt bleibt die Frage. Die Story hätte noch detaillierter ausgearbeitet werden können und Sori hätte mehr Wert auf Charakterzeichnung legen müssen. Ob das der Anime-Fan sehen möchte, sei einmal dahingestellt. Nicht umsonst möchte Sori gern einen realistischeren Science Fiction-Film drehen, doch fehlt ihm "noch" das nötige Budget für solch eine Produktion.

Das auf asiatische Titel spezialisierte Kölner Label I-On New Media liefert mit "Vexille" ihre erste Blu-ray ab und veröffentlicht diese direkt als Wendecover mit einer "Flatschen" freien Version. Leider ist das Bonusmaterial nur in Standard Definition und das starke Banding des ansonsten grandiosen Bildes trübt den Sehgenuss etwas.



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