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Obscurities Indonesia (Teil 1)

Ein kleiner Streifzug durch indonesische Horror-, Fantasy- und Exploitationfilme

Die Rache der Primitiven

Beginnen wir gleich mal mit einem Film, der relativ einfach zu ergattern ist - der irreführend betitelte "Der Todesschrei der Kannibalen" (Originaltitel: Interner Link"Primitif"). Im Zuge der italienischen Kannibalenfilmwelle der späten 70er Jahre wurde dieser indonesische Genrebeitrag gleich zwecks besseren Vermarktungschancen in die Kannibalenfilm-Kategorie einverleibt, auch wenn keine Kannibalen darin vorkommen, sondern nur 'Primitive'. Der 1978 von Sisworo Gautama Putra inszenierte Streifen beginnt in der englischsprachigen Fassung mit dem ins Ohr gehenden Primitif (Plakat 1)Song 'Wir sind die Roboter' der Kultband Kraftwerk - weiß der Geier wieso. Drei lustige Studenten machen sich im Dschungel auf die Suche nach 'some real primitives' und sind gar nicht mehr so glücklich darüber, diese dann auch tatsächlich zu finden. Zwar beinhaltet der Streifen fast alles was Kannibalenfilme eben so brauchen - eine Dschungel-Location, primitive Eingeborene, einige gorige Sequenzen und andere Unappetitlichkeiten, sowie explizite und leider reale Gewalt gegen Tiere... nur die Kannibalen glänzen durch Abwesenheit. Jedoch geben sich die Primitiven alle Mühe und mampfen in Großaufnahme lebende Eidechsen und frische Alligator-Innereien - Hut ab! Aber an Menschen trauen sie sich in Bezug auf Futteraufnahme dann doch nicht ran. Die Tatsache, dass die Eingeborenen Schürzen und Bikini-Oberteile (zumindest Primitive weiblicher Herkunft) tragen, trägt auch nicht unbedingt zum Realismus bei. Eben deswegen ist der Film eine unglaubliche Trash-Granate, die - vorausgesetzt man befindet sich in der richtigen Stimmung - zum unterhaltsamsten gehört, was das Kannibalenfilmgenre so hervorgebracht hat. Billigster Gore (ein Möchtegern-Vergewaltiger - der übrigens versucht, die angezogene (!) Hauptdarstellerin zu vergewaltigen, ohne selbst die Hosen runterzulassen (!!) - bekommt den Schwanz mit einem Stein zerschmettert; ein Mann wird von einem Speer durchbohrt und stolpert, den Speer verzweifelt und theatralisch an die blutige Wunde pressend, durch den Wald) und jede Menge ebenso billiger Ekelszenen (eine eitrige Wunde wird genussvoll abgeleckt; ein Vergifteter kotzt sich ordentlich aus; ein neugeborenes blutbedecktes Baby wird von der stolzen Mutter mit der Zunge gesäubert) tragen nicht unwesentlich zum Gelingen des Filmes bei. Nicht zu vergessen der wahnwitzige Kampf eines Primitiven gegen eine böse Riesengummischlange - eines der All-Time-Negativ-Highlights überhaupt. Seeing = Believing! Der Film ist lustig, kein Zweifel... zwar unbeabsichtigt, aber dafür umso mehr. "Primitif" wurde unter anderem in Holland und England (als "Savage Terror") auf Tape veröffentlicht; Andreas Bethmann brachte ihn unter seinem X-Rated-Label sogar auf DVD, leider in nicht gerade bestechender Bildqualität und ohne den genialen 'Wir sind die Roboter'-Song. Trotzdem uneingeschränkt sehenswert!
Primitif (Aushangfoto 1)Primitif (Plakat 2)Primitif (Aushangfoto 2)

Suzzanna, die Königin der Schwarzen Magie

Etwas schwieriger auszuspüren (um nicht zu sagen, es ist fast schon unmöglich, eine vernünftige Version in die Finger zu bekommen) ist da schon Interner Link"Ratu Ilmu Hitam"! Aber wenn dies jemandem gelingt, dann wird er/sie auch ordentlich für Queen Of Black Magic (Video-CD-Cover)die Mühe belohnt. "Queen Of Black Magic" (1981; Regie: Liliek Sudjio) geistert unter diversen Alternativtiteln durch die Filmgeschichte, wie beispielsweise "Black Magic Terror" oder "Black Magic III" (in Anlehnung an die tollen Shaw Brothers-Spektakel Interner Link"Black Magic" (1975) und "Black Magic Part 2" (1976; aka "Revenge Of The Zombies"). Nachdem in einem kleinen Dorf einige unerklärliche Dinge passieren (beispielsweise sieht eine Frau Schlangen von der Decke baumeln, und der örtliche Medizinmann segnet auf recht absurde Weise das Zeitliche), wird kurzerhand Murni (gespielt von der hübschen und faszinierenden Suzzanna, zweifelsfrei der alles überstrahlende Star dieses Trash-Epos) für diese Übeltaten beschuldigt. Ein wildgewordener Mob unter der Führung ihres Ex-Geliebten (der sie einst entjungfert und dann verlassen hat) fackelt ihre Hütte ab, während die Mutter noch drinnen ist, schlägt Murni zusammen und wirft sie in eine Schlucht. Doch wundersamerweise überlebt sie und wird von einem geheimnisvollen Einsiedler gesund gepflegt, der sie alsbald davon überzeugt, dass Rache die einzig richtige Antwort ist. In einem Crash-Kurs schult er sie in die Geheimnisse der Schwarzen Magie ein, und so wird Murni die titelgebende Queen of Black Magic ...
Der recht kurze Film (78 Minuten) legt von Beginn weg ein gehöriges Tempo vor und fasziniert vor allem durch einige heftige aber originelle Gewaltexzesse. Ein Mann wird von Bienen zu Tode gestochen, einem anderen platzen die Adern auf Händen und Gesicht, und ein dritter versinkt in knöcheltiefem Wasser, während er gleichzeitig von Würmern angeknabbert wird. Doch der bizarre Höhepunkt ist sicherlich die Szene, als sich Murnis Ex-Lover in einem imponierenden Kraftakt selbst den Kopf vom blutsprudelnden Rumpf reißt! Dieser (der Kopf, nicht der Ex-Lover) überlebt jedoch dank Schwarzer Magie und fliegt munter umher, um Fleischstücke aus hilflosen Dorfbewohnern zu beißen. Als 'gut' kann man wohl auch diesen Film nicht unbedingt bezeichnen, aber er sorgt für tolle und gorige Unterhaltung, und die klassische Rächerstory wird schnörkellos bis zum bitteren Ende erzählt. Suzzanna gibt eine tolle Vorstellung als zwischen Liebe und Hass hin- und hergerissene Murni, die im Grunde für einen teuflischen Plan missbraucht wird und nur ein Werkzeug in den manipulierenden Händen eines anderen ist. Doch der Böse wird die Rechnung auch noch präsentiert bekommen, das ist so sicher wie das 'Amen' im Gebet. Obwohl Suzzanna bereits in einigen Filmen zu sehen war, so kann man zweifelsfrei "Queen Of Black Magic" als den Knackpunkt in ihrer Karriere bezeichnen. Innerhalb kürzester Zeit stieg sie nämlich zur 'Queen of Indonesian Horror' auf und schmückte unzählige Produktionen im Horror- und Fantasybereich durch ihre Anwesenheit. Sie war DER weibliche Horrorfilmstar Indonesiens.
Queen Of Black Magic (Plakat 1)Queen Of Black Magic (Plakat 2)Queen Of Black Magic (Plakat 3)

Meine Name ist Sembung ... Jaka Sembung

Ein kurzer Flashback, um zum nächsten Film überzuleiten. Wir schrieben das Jahr 1978 als ein junger indonesischer Schauspieler erstmals ins Rampenlicht der Filmkameras trat. Der Film: "Primitif". Der Schauspieler: Barry Jaka Sembung (Video-CD-Cover)Prima. Drei Jahre später spielte er sich von Null auf Superstar als Jaka Sembung im gleichnamigen Interner Link"Jaka Sembung" ("Jaka der Rebell", 1981, international bekannt als "The Warrior"), eine Rolle, die unter Fans unumstritten Kult ist. Sollte euch das Glück hold sein und euch ein Screen Power-Tape mit Namen "Tales Of Shaolin 5 - The Warrior" in die Hände fallen, dann zögert bloß nicht und schlagt zu. Denn da isser tatsächlich drin, der legendäre Jaka! Die fesselnde Geschichte des indonesischen Freiheitskämpfers Jaka Sembung wurde wiederum von Sisworo Gautama Putra (der in den 1980er Jahren eine Arbeitswut an den Tag legte, die fast schon mit Takashi Miikes Produktivität heutzutage vergleichbar ist) eindrucksvoll in Szene gesetzt. Und Mann, hat der dazugelernt seit "Primitif" (oder hatte er doch nur einen Glückstreffer? Wir werden sehen.)! Da die indonesische Bevölkerung von den sie regierenden Holländern (der Film spielt zur Kolonialzeit im 19. Jahrhundert) aufs Blutigste unterdrückt wird und sie in ärmlichsten Verhältnissen leben muss, braucht es jemanden, der sich gegen deren grausame Herrschaft auflehnt. Dieser Jemand ist selbstverständlich Jaka Sembung, ein Held wie er im Buche steht, noch dazu mit leicht übernatürlichen Kräften ausgestattet.
"Jaka Sembung" ist der beste indonesische Film, den ich bis dato das Vergnügen hatte zu sehen. Angefangen von der gekonnten Regie bis zu wunderbar atmosphärischen Bildern, schöner Ausleuchtung und origineller Musik (u.a. mit Flöten und Trompeten), bei diesem Film stimmt einfach alles. Sogar die Schauspieler fügen sich perfekt ein, obwohl einige zum Jaka Sembung (Szenenfoto 1)Overacting neigen, aber das stört überhaupt nicht. Und Barry ist einfach prima als Jaka (dieses Wortspiel bietet sich einfach an!). Zum Drüberstreuen fasziniert der Film mit einem Ideenreichtum, der einfach sagenhaft ist. Da wird Jaka von einem bösen Magier in ein Schwein verwandelt und von den eigenen Leuten beinahe zu Tode geprügelt; ein kopfloser Untoter stapft durch die Gegend auf der Suche nach seinem Schädel; und einem Kämpfer werden ohne Erfolg Arme, Beine und sogar der Kopf abgeschlagen, da diese immer wieder anwachsen, sobald sie den Boden berühren! Für Gorehounds ist der Film wie ein feuchter Traum: da werden Leute durchbohrt, Gliedmaßen abgetrennt, Augen zerstochen, Köpfe abgeschlagen und Körper zweigeteilt. Nicht zu vergessen die wohl blutigste und gleichzeitig bizarrste Augentransplantation der Filmgeschichte! Am Ende führt Jaka seine Leute in einen blutigen aber siegreichen Aufstand gegen die (äußerst unsympathisch portraitierten, sage ich mal vorsichtig) Holländer, auch wenn das Finale mit durchaus tragischen Untertönen aufwartet. Schöne Landschaften, eine düstere, brutale und fast schon hoffnungslose Grundstimmung, und bizarre - ja, fast schon surreale Szenen runden diesen herausragenden Film eindrucksvoll ab. Ein Ereignis, das man fast nicht in Worte fassen kann. Sehen und staunen!
Jaka Sembung (VHS-Cover 1)Jaka Sembung (Szenenfoto 2)Jaka Sembung (VHS-Cover 2)

Macht Platz für Si Buta!

Zwei Jahre gingen ins Land, ehe "Jaka Sembung" mit einem ersten Sequel geadelt wurde. Regisseur der äußerst gelungenen Fortsetzung ist Dasri Yakob Jaka Sembung vs. Si Buta (Video-CD-Cover 1), der wohl deshalb zum Zug kam, da Sisworo Gautama Putra gerade fleißig an den Interner Link"Sundelbolong"-Filmen bastelte und wenig Zeit hatte. Wie auch immer: Dasri Yakob machte seinen Job mehr als nur großartig, und das Ergebnis ist ein beeindruckender Film, der nur unwesentlich gegenüber dem Original absinkt. Interner Link"Jaka Sembung vs. Si Buta" ("The Warrior Against The Blind Swordsman", auch "The Warrior And The Blind Swordsman" bzw. "Warrior 2") beginnt mit den bösen Holländern, die mal eben ein indonesisches Dorf dem Erdboden gleichmachen. Doch Jaka schreitet rechtzeitig ein und beendet das drohende Gemetzel. Daraufhin ermitteln die verschlagenen Holländer mit Hilfe eines Turniers den besten und stärksten Kämpfer und hetzen ihn auf Jaka. Überraschenderweise gewinnt ein geheimnisvoller blinder Mann namens Si Buta das Turnier (Si Buta wurde 1968 für ein Comic erfunden und erwies sich sehr bald als äußerst populär; unter anderem folgten auch einige Filme mit dem mysteriösen blinden Schwertkämpfer) und für das gebotenen Gold zögert er auch nicht und serviert den staunenden Dutchmen Jakas abgetrennten Kopf. Doch es ist nicht alles wie es scheint ...
"Jaka Sembung vs. Si Buta" ist weniger ein Sequel als vielmehr ein neues Abenteuer mit Jaka Sembung, das mit dem Original nur wenig gemein hat. Die Fortsetzung ist bei weitem nicht mehr so düster, und außerdem wurde der Fantasy-Aspekt deutlicher herausgearbeitet, wenn Magier, bizarre Gedankenkraftduelle und explodierende Amazonen fast schon für Märchenstimmung sorgen. Ein Märchen mag es sein, jungendfrei ist es aber keineswegs, da die Splatterszenen denen des Originals nur unwesentlich nachstehen. Neben den explodierenden Amazonen und Jaka Sembungs Köpfung ist es vor allem eine Szene im ersten Viertel des Filmes, die auf besonderes Interesse seitens der Splatterfraktion stoßen könnte: Jaka Sembung vs. Si Buta (Szenenfoto 1)da zeigt Si Buta seine Qualitäten und entbeint und enthauptet zwei unglückliche Gegner mit einem gewaltigen Schwertstreich. Nicht schlecht für einen blinden Mann! Jakas Tötung ist natürlich nur eine Illusion um die Holländer zu täuschen (weswegen der Alternativtitel "The Warrior And The Blind Swordsman" deutlich zutreffender ist) und die beiden Helden verbünden sich, um gemeinsam gegen das abscheuliche Gesocks vorzugehen. Neben den Holländern ist das vor allem eine nachtragende Hexe und ihr Amazonenheer (Si Buta hat die liebeshungrige Frau verschmäht) und der 'Lord of Darkness' selbst. Den langen Showdown (fast 20 Minuten) kann man am besten mit explosiv umschreiben. Ein wahrhaft fantastisches, unterhaltsames und darüber hinaus blutiges Fantasyabenteuer, das ich Fans des etwas anderen Films nicht genug ans Herz legen kann. Nach Deutschland hat es der zweite Teil der JAKA-Trilogie leider nicht geschafft, und die ausländischen Videoveröffentlichungen sind schon lange out-of-print (und manche zudem noch gekürzt). Am leichtesten kann man wohl eine malaysische VCD aufspüren, die eine annehmbare Bildqualität aufweist und vollkommen unzensiert erscheint. Leider ist diese nicht untertitelt, aber man kann halt nicht alles haben. Wie auch immer: alle zur Verfügung stehenden Daumen zeigen gen Himmel für dieses gelungene Spektakel.
Jaka Sembung vs. Si Buta (Szenenfoto 2)Jaka Sembung vs. Si Buta (Video-CD-Cover 2)Jaka Sembung vs. Si Buta (Szenenfoto 3)

Ein Ninja zu Besuch

Im selben Jahr noch (sprich 1983) nahm sich H. Tjut Djalil. (nur echt mit Punkt) der Jaka-Sembung-Thematik The Warrior And The Ninja (Plakat)an. Dieser begabte Regisseur hatte zuvor mit dem großartigen "Mystics In Bali" auf sich aufmerksam gemacht, und Jahre später sollte er die indonesische Zensurbehörde zur Weisglut treiben mit seinem unglaublich gewalttätigen "Lady Terminator". Seine "Jaka Sembung"-Variante ist ebenfalls sehr gelungen, doch mit den beiden Vorgängern kann der Film leider nicht mehr mithalten. Aber dafür ist ein Ninja mit dabei, das ist doch auch was! Interner Link"The Warrior And The Ninja" heißt dann auch folgerichtig der internationale Titel dieses Abenteuers, das aber auch als "Jaka Sembung & Bergola Ijo", "Jaka Sembung & Bajing Ireng" und "Warrior 3" (mehr oder weniger) bekannt ist. Zurück zu den Wurzeln, schien das Motto dieses Mal zu lauten, da die übernatürlichen Elemente des zweiten Teils deutlich zurückgeschraubt wurden, und man sich wieder mehr dem düsteren Aspekt der Geschichte widmete. Viel hat sich seit Jaka Sembungs erstem Auftritt nicht geändert. Die Holländer herrschen über ihre Kolonie Indonesien mit harter Hand, unterdrücken die arme Bevölkerung und beuten sie aus, wo es nur geht. Es gibt Verräter in den eigenen Reihen (wie ein reicher Politiker, der mit den Holländern paktiert), aber auch ein verkrüppelter Zauberer steht den (nicht besonders vorteilhaft portraitierten) Holländern mit Rat und Tat zur Seite. Doch des Nachts geht ein Ninja um und bestiehlt die Reichen, um es den Armen zu geben (Jawohl! Dieser Ninja hat sich eindeutig Robin Hood zum Vorbild genommen). Als der Ninja jedoch von den Soldaten in die Enge getrieben wird, schreitet Jaka Sembung dezent ein und sorgt so für ein Entkommen des schwarzgekleideten Unbekannten, der sich - Überraschung - als weiblichen Geschlechts entpuppt! Wie nicht anders zu erwarten verbünden sich die beiden und kämpfen Seite an Seite gegen die Unterdrücker. Erwähnt werden sollte noch der Subplot um einen 'Iron Man', der einst von Jakas Meister besiegt wurde und nun auf Rache sinnt. Außerdem ist eine alte Hexe mit von der Partie, die wohl zuviel in Jungfrauenblut gebadet hat, da ihrem Äußeren ihr Alter nicht anzusehen ist.
"The Warrior And The Ninja" erreicht zwar niemals die Klasse der Vorgänger, aber für tolle, actionreiche Unterhaltung reicht es allemal. Denn nach den ersten zwanzig Minuten, in denen sich erstaunlich wenig tut, geht es The Warrior And The Ninja (Szenenfoto 1)ordentlich zur Sache und es wird gekämpft, was das Zeug hält. Die Actionchoreographie ist durchaus beachtenswert, wenn auch nicht sonderlich realistisch. Am überzeugendsten kommt da noch die Ninja daher, die schöne Kung-Fu-Akrobatik zum Besten gibt. Aber keine Angst: Wurfsterne gehören natürlich auch zu ihrem Repertoire. Auch der Blutfluss wird zurückgeschraubt: zwar geht es auch hier keinesfalls zimperlich zu, aber auf detailliertes Abtrennen von Gliedmaßen wurde dieses Mal verzichtet. Höhepunkt für Gorefreunde ist eine phantasievolle Sequenz, in der einer Schurkin das Gesicht heruntergerissen wird und die Äuglein aus den Höhlen baumeln. Unfreiwillige Komik mischt sich hier und da ins Geschehen, vor allem Barry Primas Grimassen sind manchmal zum Schreien! Alles in allem eine nette Ergänzung zur Jaka Sembung-Reihe. Den Film gab es sogar mal auf deutschem Tape, doch ich habe leider keine Ahnung ob unzensiert oder nicht. Die malaysische VCD bietet ein katastrophal schlechtes (Voll-)Bild, ist aber noch um einen Hauch besser als das griechische Tape. Es fällt schwer, hier eine bestimmte Fassung zu empfehlen. Aber vielleicht gibt es ja mal ein digitalisiertes Wiedersehen auf DVD!? Wer weiß?
The Warrior And The Ninja (Szenenfoto 2)The Warrior And The Ninja (Video-CD-Cover)The Warrior And The Ninja (Szenenfoto 3)

Thank you, Mr. Tombs, thank you very much!

Im selben Jahr wie "Jaka Sembung" entstand auch der grandiose Interner Link"Mystics In Bali", den übrigens ein jeder sein Eigen nennen kann (falls der Wunsch danach besteht), da der Film vor einiger Zeit auf Pete Tombs herausragendem Label Mondo Macabro das Licht der digitalen Welt erblickte. Der Originaltitel dieses fernöstlichen Fantasykrachers ist "Leák", das Regie-Zepter schwingt H. Tjut Djalil. (der schreibt sich wirklich mit Punkt am Ende!) und die zugrundeliegende Story basiert angeblich auf einer wahren Geschichte. Die hübsche Amerikanerin Catherine (Cathy) Kean möchte die Geheimnisse der Leak, der indonesischen Schwarzen Magie, ergründen. Diese ist Mystics In Bali (Plakat) angeblich die primitivste aber auch die gefährlichste Magie auf Erden und selbst Voodoo haushoch überlegen. Zusammen mit dem Einheimischen Mahendra nimmt sie Kontakt mit einer alten Frau auf, die ihnen weiterhelfen soll. Und wie sie ihnen weiterhilft! Sie ist nämlich eine Hexe, die Leak Queen, Großmeisterin der schwarzen Magie. Nachdem sie mit ihrer langen Zunge (!) einige magische Zeichen in Cathys Schenkel ritzt und später eine seltsame Zeremonie durchführt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf. "This is turning into the most horrible nightmare", meint Cathy, und sie hat nicht unrecht. Nachts löst sich ihr Kopf vom Körper, wobei die Wirbelsäule samt innerer Organe unten am Kopf dranbleiben, und geht (sorry; ich meine schwebt) auf Blutsuche. Erstes Opfer ist eine Schwangere, der der Kopf mal eben zwischen die Beine fliegt und das ungeborene Baby wegsaugt. Aber das ist erst der Anfang, denn die alte Hexe will jung und unsterblich werden, und dazu benötigt sie die Hilfe vom Penanggalan (Fachausdruck für den fliegenden Kopf, was soviel bedeutet wie 'Head with dancing intestines').
"Mystics In Bali" ist nicht nur ein Highlight indonesischen Filmschaffens, sondern auch ein absoluter Höhepunkt im Genre des Fantasyfilms. Selten zuvor fügten sich die stimmungsvolle Inszenierung, die mitreißende Geschichte und die surrealen Spezialeffekte zu einem so perfekten Ganzen zusammen. Ihr wollt Menschen die sich in Schweine und Schlangen verwandeln? Eine Frau die lebende Mäuse kotzt? Animiertes Feuer? Fliegende Baumstämme, schwebende Magier und lange Zungen? Ein weibliches kickboxendes Schweine-Mensch-Monster (komplett mit Brüsten)? Nicht zu vergessen den Penanggalan? Ja? Dann schaut euch den Film unbedingt an! "Be Warned - You've never seen a Film like this before!!!" meint das Backcover der DVD. Und dies ist ausnahmsweise mal kein leeres Versprechen. "Mysticas In Bali" gehört zu den besten Fantasystreifen aller Zeiten, sowohl vom visuellen (tolle Kamera) und akustischen (traditionelle Musikuntermalung) Aspekt als auch vom schier unglaublichen Ideenreichtum und der surrealen Umsetzung. Ein durch und durch wunderbarer Film!
Mystics In Bali (Szenenfoto 1)Mystics In Bali (Szenenfoto 2)Mystics In Bali (Szenenfoto 3)

Auf den Spuren von Bruce Lee

Indonesiens Antwort auf Bruce Lee und Sonny Chiba ist - wie könnte es auch anders sein - Barry Prima. Und die indonesische Antwort auf "Fist Of Fury" oder Interner Link"Streetfighter" Jampang (Video-CD-Cover 1)heißt Interner Link"Jampang", ein exzellenter Martial Arts-Film, der sich vor den zuvor genannten Klassikern keineswegs zu verstecken braucht. Da mir nur die indonesische Original-VCD vorlag, blieb mir dank fehlender Untertitel leider einiges der Handlung verborgen. Und trotzdem besitzt dieser 1983 enstandene Streifen Klasse. Schon in der Pre-Credit-Sequenz wird ein alter Mann von zwei Wegelagerern überfallen, doch flugs taucht Barry Prima auf (Jampang ist sein Rollenname), komplett mit langer Haarmähne und Stirnband, und schickt die beiden mit seinen Kung Fu- bzw. Karateschlägen und -kicks ins Jenseits. Bald darauf gesellt sich ein etwas nervender Freund zu ihm, der mit seiner speziellen Kampftechnik für etwas Humor sorgt und mehr als nur ein bisschen an Jackie Chan erinnert. Gott sei Dank liegt das Hauptaugenmerk auf den Kämpfen von Barry Prima, der seine Künste eindrucksvoll zur Schau stellt. Der Mann kämpft als hätte er nie etwas anderes getan! Meine Hochachtung vor dem Fight-Choreographen, denn die Kampfszenen stehen denen in zeitgenössischen Hongkong-Filmen in nichts nach. Doch weiter mit der Handlung: Jampang verliebt sich in eine hübsche Frau, doch das Dorf, wo die beiden wohnen, steht unter der Tyrannei von Soldaten (eventuell - wie in "Jaka Sembung" - Holländer!?). Im Kampf wird Jampang verwundet, doch überraschenderweise lässt ihn der Soldat laufen anstatt ihm den Gnadenschuss zu geben. Während sich Jampang erholt, werden seine Freundin und deren Vater ermordet, und so was schreit geradezu nach Rache. Die dann auch prompt folgt. In diversen hervorragenden Kämpfen schlagen sich Jampang & Freund durch die Reihen der Gegner, bis zum äußerst tragischen Finale.
Wow! Regisseur M. Abnar Romli packt in die 77-minütige Laufzeit so viele Kampfszenen wie nur irgend möglich, ohne die Story zu beeinträchtigen. Dass diese sehr gut choreographiert und verdammt spektakulär sind, habe ich schon erwähnt. Aber auch die Kamera ist toll und fängt die atemberaubenden und nicht gerade unblutigen Fights gut und übersichtlich ein. Darüber hinaus runden schöne Landschaften und ein ins Ohr gehender Soundtrack das Martial Arts-Erlebnis ab. "Jampang" (spricht sich übrigens 'dschampang') bietet beste Unterhaltung, die nur durch die fehlenden Untertitel etwas getrübt wird. Und am Ende bleibt eigentlich nur eine Frage offen: Wieso wird so einem gelungenen Film keine weltweite Veröffentlichung zuteil?
Jampang (Szenenfoto 1)
Jampang (Szenenfoto 2)
Jampang (Szenenfoto 3)
Jampang (Szenenfoto 4)
Jampang (Szenenfoto 5)
Jampang (Szenenfoto 6)
Jampang (Video-CD-Cover 2)

Krokodilmenschen zerschnetzeln ... ein Teufelsspaß!

Im 1984 entstandenen Interner Link"The Devil's Sword" von Regisseur El Badrun begegnen wir einmal mehr dem umtriebigen The Devil's Sword (VHS-Cover 1)Barry Prima, der sich damals über Arbeitsmangel ganz gewiss nicht beklagen durfte. Hier bekommt er es nicht mit bösen Holländern zu tun, sondern sieht sich in einer recht wirren und abstrusen Geschichte einer Krokodilkönigin, den ihr untergebenen Krokodilmenschen, und einigen bösen Kriegern gegenüber. Nach einem Meteoritenabsturz fertigt ein alter Magier (der entfernt Gandalf dem Grauen ähnlich sieht) ein mächtiges Schwert aus dem außerirdischen Material, und nun wollen alle dieses Teufelsschwert in ihre gierigen Griffel bekommen. Mandala (Barry Prima) muss dies verhindern, denn sollte das Schwert in falsche Hände fallen, könnte dies mal wieder das Ende der Welt bedeuten. Mit einer Frau an seiner Seite (die ihren Beinahe-Ehemann aus den Krallen der geilen Krokodilkönigin befreien möchte) hat Mandala allerlei Abenteuer zu bestehen, bis er am Ende in der Höhle der Krokodilkönigin ebendieser gegenübersteht. Man kann dem Film ja viel unterstellen, aber langweilig ist er ganz bestimmt nicht, denn dafür hat er viel zu viele Verrücktheiten anzubieten, wie z.B. sechs Enthauptungen, explodierende Pilze, abgetrennte Gliedmaßen, Unterwasser-Sex, Kung-Fu kämpfende Krokodilmenschen, Fußamputationen, hässliche Hexen, bescheuerte Dialoge, Laserstrahlen und Kannibalen. Ach ja, und die fliegende Guillotine schaut mal eben auch kurz vorbei. Durch diese Attraktionen zerfällt "The Devil's Sword" zwar in mehrere Episoden, die irgendwann mal im Showdown enden - nichtsdestotrotz ist das blutige Spektakel deutlich unterhaltsamer als Interner Link"Conan" oder ähnliche Fantasyware. Da macht es auch nichts, dass die Spezialeffekte lächerlich und die diversen Kämpfe recht hölzern The Devil's Sword (Szenenfoto 1) choreographiert sind, um nur ja keinen zu verletzen. Barry Prima gibt eine Variation seiner Jaka Sembung-Rolle zum Besten, inklusive Stirnband und grimmigem Gesichtsausdruck. Die Frauen sind allesamt sehr hübsch, ziehen aber leider (wie in wohl allen indonesischen Filmen) niemals ihre Bikinis aus. Absolutes Highlight dieses Streifens sind aber die recht blöden Krokodilmenschen, die in jeder Szene etwas anders aussehen, am Ende aber immer blutigst das Zeitliche segnen (leider glänzt eine diesbezügliche Szene im deutschen Tape durch Abwesenheit). Angereichert mit viel unfreiwilligen Humor bietet dieses Trash-Epos 97 billige, blutige und vergnügliche Minuten, und das obwohl "The Devil's Sword" um zwei bis drei Stufen tiefer anzusetzen ist als indonesische Meilensteine wie "Jaka Sembung" oder "Mystics In Bali".
The Devil's Sword (Szenenfoto 2)
The Devil's Sword (Szenenfoto 3)
The Devil's Sword (Szenenfoto 4)
The Devil's Sword (Szenenfoto 5)
The Devil's Sword (VHS-Cover 2)

Ihre Bazooka vernichtet sie alle

Exploitation pur ist angesagt, wenn sich Eva Arnaz aufmacht, ihre Feinde zu exterminieren! Interner Link"Commando Wild Cat" nennt sich die deutsche Version dieses niederträchtigen Machwerks, das ich mal unter der Kategorie 'Guilty Lady Exterminator (VHS-Cover)Pleasures' einreihen möchte. Maman Firmansjah wurde als der Schuldige identifiziert, der für diesen Streifen aus dem Jahre 1983 verantwortlich ist. Im Original heißt der Film übrigens "Barang Terlarang", aber die englischen Alternativtitel sind da schon etwas aufschlussreicher: "Lady Exterminator", "Violent Assassin", oder "I Want To Get Even". Da spielt die Phantasie doch sogleich verrückt, nicht wahr? Doch was da letztendlich abgeht, ist viel verrückter! Eva Arnaz ist Irma, glücklich verheiratet mit Rudy, der allerdings nur einen hochkriegt, wenn er sie schlägt. So weit, so schlecht. Dann gibt es da einen miesen Charakter namens Cobra, der wohl der lokale Gangsterboss ist und gerne vergewaltigt. Bald läuft ihm auch Irma (die noch dazu schwanger ist) vor die Rute, und die ganze Gang vergewaltigt die hilflose Frau. In solchen Situationen hofft man auf Verständnis und Hilfe vom Ehemann, der jedoch ziemlich sauer ist und sie auffordert, das Baby abzutreiben, da es ja jetzt nicht mehr 'rein' ist. Als sie diesen Vorschlag ablehnt, wirft er sie aus einem fahrenden Taxi. Danach legt er sich mehr schlecht als recht mit den Gangstern an und endet ziemlich ramponiert auf der Straße, nachdem ihn ein Motorrad ein paar hundert Meter mitgeschleift hat. In der Zwischenzeit hat Irma eine Fehlgeburt, woraufhin sie sich eine Bazooka schnappt und Jagd auf die Schuldigen macht, um sie zu sprengen!
Für solche Filme wurde der Ausdruck 'Exploitation' wohl erfunden, oder? Was man da vorgesetzt bekommt, ist schon extrem fies, weshalb es mich wundert, dass das deutsche Tape fast komplett ist; nur der Vorspann (inkl. Prolog) und die End Credits wurden weggelassen. Gewalt am laufenden Band ist angesagt: Vergewaltigung, Folter, Mord ... alle fünf Minuten Lady Exterminator (Szenenfoto 1)passiert etwas. Darüber hinaus sind die Charaktere (mit Ausnahme von Irma) dermaßen unsympathisch, dass man ihnen schon nach Minuten einen grausamen Tod wünscht. Aber was schlägt dem Fass den Boden aus? Ja, es ist Rudi, der noch unsympatischer portraitiert wird als die schlimmsten Gangster! Ein Arschloch, wie es im Buche steht. Doch wenn der geneigte Zuschauer die Grausamkeiten der ersten Stunde durchsteht, so wird er doch noch mit explosiver Action belohnt, auch wenn der Ausspruch 'Tausend Tode Overkill' auf dem deutschen Tape um einen Hauch übertrieben ist. Und ja, ein paar Leute werden tatsächlich zu Fetzen geschossen. "Commando Wild Cat" ist ganz bestimmt kein guter Film, aber er sorgt für gute Unterhaltung, wenn man auf Exploitation steht. Und selbst dann fühlt man sich nach Sichtung dieses Streifens so schmutzig, dass man am liebsten ein Bad nehmen möchte. Wer zur Abwechslung mal eine kompromisslose Tour-de-Force in Sachen Niederträchtigkeit, Gewalt und Sleaze durchstehen möchte, der ist hier genau richtig. Bon Appetit!
Lady Exterminator (Szenenfoto 2)Lady Exterminator (Szenenfoto 3)Lady Exterminator (Szenenfoto 4)

Come with me if you want to live!

Wir schreiben das Jahr 1988, als H. Tjut Djalil. unter seinem Pseudonym Jalil Jackson den wohl kontroversesten indonesischen Film auf die heimischen Zuschauer loslies. Interner Link"Lady Terminator" basiert (wie auch einige andere indonesische Filme) auf der Legende der "South Sea Queen". Im Gegensatz zu früheren Werken jedoch mixt Regisseur Djalil. jede Menge Sex in den unglaublichen Gewaltcocktail. Das fanden die indonesischen Zensurstellen gar nicht witzig und veranlassten, dass der immens erfolgreiche Film nach nur neun Tagen aus den Kinos verschwand. Zwar wurde er später wiederveröffentlicht, doch die goldenen Zeiten der Exploitation waren leider vorbei und der Film fand kaum Beachtung. "Lady Terminator" wurde komplett in Indonesien gedreht, aber die Nachbearbeitung fand im Ausland statt (vermutlich Amerika). Da sich der Regisseur auch stark an erfolgreichen US-Vorbildern orientierte, könnte der Film Lady Terminator (Plakat 1)fast als amerikanische B-Film-Ware durchgehen. Wenn er nur nicht so verflucht extrem wäre ...
In der Pre-Credit-Sequenz erleben wir die South Sea Queen beim Sex. Als ihr Partner den Höhepunkt erreicht, beginnt Blut zu spritzen: die Gute hat dem Mann den Penis abgebissen! Um ganz genau zu sein ist der schuldige Beißer wohl eine Schlange (oder ein Aal), der in der South Sea Queen lebt. Ihr nächster Liebhaber scheint Bescheid zu wissen, denn als die Queen in sexueller Ekstase mal eben nicht aufpasst, fasst er zwischen ihre Beine und entfernt die Schlange. Der Queen gefällt das gar nicht und so schwört sie bittere Rache. Wechsel ins Hier und Heute. Tanya, eine hübsche Anthropologin, erforscht die Legende der South Sea Queen und findet in einem alten Buch Hinweise auf ihren Aufenthaltsort im Meer. Flugs wird ein Boot gechartert, und es dauert nicht lange und Tanya findet sich im unterseeischen Palast wieder, wo sie Bekanntschaft mit der Schlange macht, die sogleich in ihrer Vagina verschwindet. Und als Tanya nackt den Fluten entsteigt, ist nichts mehr so wie es mal war. Auf der Suche nach Erika (eine Verwandte des Liebhabers, der die South Sea Queen einst besiegte) wandert Tanya als "Lady Terminator" durch die Stadt und tötet alles, was sich ihr in den Weg stellt.
WAHNSINN! Und das gleich aus zweierlei Gründen. Zum einen habe ich noch nie einen Film gesehen, der so dreist bei einem anderen Film klaut. Hier ist das Opfer James Camerons "The Terminator". Ganze Szenen werden kopiert (die Schießerei in der Disco, das Massaker in der Polizeistation, die Augenoperation, die Verfolgungsjagd, der Showdown)... da klappt einem die Kinnlade runter ob dieser Unverfrorenheit! Und zum zweiten erscheint der Interner Link"Terminator" im Vergleich zur "Lady Terminator" tatsächlich harmlos. Der Bodycount wird dank Tanyas Maschinengewehr mal eben locker potenziert! Ja, es wird gekillt, als ob es kein Morgen gäbe. Und selbst die Toten haben noch keine Ruhe. Beispielsweise wird ein ganzes MG-Magazin in einen eben Getöteten entleert, nur um sicherzugehen, dass er auch wirklich nie mehr aufsteht. Zwischen all den Massakern, Verfolgungsjagden und Explosionen findet Tanya selbstverständlich auch noch Zeit für etwas Sex... Kastration inbegriffen. Yummy. Würde ich "Lady Terminator" einen guten Film nennen, so würde ich lügen (Himmel, er ist Mega-Trash!), aber er macht so einen unfassbaren Spaß, dass man ihm seine ganzen Mängel gerne verzeiht. Darüber hinaus ist Tanya um Längen attraktiver als Arnold Schwarzenegger, und es macht einfach mehr Freude, wenn eine hübsche Lady Leute abschlachtet - und nicht ein Bodybuilder-Cyborg. Mein nicht ganz offizielles Tape trägt übrigens den Titel "Nasty Hunter" und ist uncut. Hurra! Eine freigegebene deutsche Fassung würde bei der aktuellen Lage wohl auf ein 60-Minuten-Tape passen. Bester Spruch des Mega-Action-Trash-Knallers: 'Yeah! Eat it, you bitch!' Gott, ich liebe diesen Film!
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Auf den Spuren der Hexe von Blair

Zum Abschluss des kleinen Streifzuges durch indonesische Gefilde wäre ein zeitgenössischer Film keine schlechte Idee, dachte ich mir, und Jelangkung (Video-CD-Cover)deshalb ende ich diesen Artikel mit dem großartigen Interner Link"Jelangkung". Dieser Low-Budget-Streifen weist einige Ähnlichkeiten zum amerikanischen Interner Link"The Blair Witch Project" auf, und obwohl ich diesen Film sehr mag, so finde ich "Jelangkung" doch um dieses kleine, entscheidende Bisschen besser. Die beiden Regisseure Rizal Mantovani und Jose Poernomo (beide haben eine erfolgreiche Vergangenheit als Regisseure von Musikvideos; Mantovani hat im Jahr 1995 sogar einen MTV-Award gewonnen) drehten "Jelangkung" im Jahr 2001 in und um Jakarta sowie in den Regenwäldern von Angkerbatu auf Digital Video. Später wurde der 40,000 US-Dollar billige Streifen auf 35mm aufgeblasen und in den Kinos gezeigt ... mit beachtlichem Erfolg, versenkte er doch James Camerons "Titanic" im heimischen Box-Office! Die Geschichte dreht sich um vier Studenten, deren Hobby es ist, Geister aufzuspüren. Kein verwunschenes Haus ist vor ihnen sicher, doch der Erfolg lässt meist auf sich warten. Doch dann erfahren sie von der Legende eines Jungen, der in den 1940er Jahren ermordet wurde und dessen Seele keine Ruhe findet. Also auf nach Angkerbatu, West Java, um diesem Gerücht auf den Grund zu gehen. Einer der Studenten bringt jedoch unvorsichtigerweise einen Jelangkung mit (das ist eine seltsame Puppe, der man nachsagt, dass sie böse Geister heraufzubeschwören vermag), und die Folgen sind fatal. Kaum zu Hause angekommen, werden die vier Helden von unheimlichen Erscheinungen heimgesucht, die sie in den Wahnsinn zu treiben drohen. Was tun? Sie bitten einen Experten auf dem Gebiet des Übersinnlichen um Hilfe, der ihnen dringend rät, sich den Geistern dort gegenüberzustellen, wo sie erstmals auf sie getroffen sind. Doch was sie in Angkerbatu begegnen ist schlimmer als ihre schlimmsten Alpträume ...
"Jelangkung" ist einer dieser Gruselfilme, der fast nichts zeigt und alles der eigenen Phantasie überlässt. Sekundenkurze Bilder von verkrüppelten Gestalten oder unheimlichen Kindern, die entweder vorbeihuschen oder mit Jelangkung (Szenenfoto 1) beängstigender Langsamkeit dahinkrabbeln sorgen für ein ständiges Gefühl des Unheimlichen, lassen Gänsehaut erscheinen, die Nackenhaare zu Berge stehen oder jagen den einen oder anderen Schauer über den Rücken. Zwar wird auf einige gelungene Schocks nicht verzichtet, doch die düstere Gruselstimmung steht eindeutig im Vordergrund und funktioniert meiner Ansicht nach hervorragend. Natürlich gibt es bei einem Projekt dieser 'Größenordnung' einige Schwachstellen (vor allem die Schauspieler sind nicht immer überzeugend), doch eine tolle Kamera (unglaublich atmosphärische, stimmungsvolle Bilder), gute Musik (auch die Rocksongs funktionieren) und eine gespenstische, ungewisse Atmosphäre (Motto: alles kann passieren) machen die Schwachpunkte mehr als wett. Also lasst euch keinesfalls von der flashigen, stylishen Eröffnungssequenz abschrecken; "Jelangkung" ist ein herausragender Vertreter des 'leisen' Horrors, der mit Bildern aufwartet, die man nur schwer wieder aus dem Kopf kriegt. Wenn ihr Filme wie "The Blair Witch Project", Interner Link"Ring" oder Interner Link"Dark Water" mögt, dann solltest ihr "Jelangkung" lieben. Über ein amerikanisches Remake wird schon gemunkelt (angeblich hat Michael Bay die Rechte gekauft). Zur Zeit ist "Jelangkung" jedoch nur als malaysische VCD ohne Untertitel erhältlich. Ich habe trotzdem das Risiko auf mich genommen und den Film geguckt, ohne ein Wort zu verstehen, und wurde mit einem Schauerstück sondergleichen belohnt. Wer wagt, gewinnt!
Jelangkung (Szenenfoto 2)Jelangkung (Szenenfoto 3)Jelangkung (Szenenfoto 4)



Ich hoffe, dass es mir mit diesem Artikel gelang, dem ein oder anderen etwas Appetit auf indonesische Filme zu machen. Auf jeden Fall sind sie eine wunderbare Alternative zu all den neuen Hollywood Blockbustern, an denen man nicht vorbeizukommen scheint. Der Unterschied ist wie Tag und Nacht, wie schwarz zu weiß ... Ich weiß, wofür ich mich entscheide. Bis zum nächsten Mal.

Uzumaki


PS: Ausführliche Reviews zu allen diesen Filmen (und natürlich noch zu vielen mehr) gibt es bereits (bzw. wird es in absehbarer Zeit geben) auf meiner Website Weird Asia. Aufgelockert werden meine Eindrücke mit zahlreichen Bildern wie Poster Art, Video- bzw. VCD-Cover und Screenshots.



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