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The Walking Dead - The Art Of The Living Dead

Ein Thema, welches heute aktueller denn je zu seien scheint, ist nicht etwa eine mögliche Atomkatastrophe oder ein auf die Erde stürzender Asteroid, selbst ein Tsunami oder eine Flutwelle liest sich dagegen wie ein Kindergedicht. Die Rede ist von den lebenden Toten, Zombies, oder eben THE WALKING DEAD ...


Nein, eurer Rezensent hat nicht zu viele Horrorfilme in den letzten Jahren gesehen um zwischen morbider Fiktion und ebenso düsterer Realität nicht mehr unterscheiden zu können und ich bin auch nicht aus einem der unzähligen Alpträume, welche mich nach der letzten "Resident Evil 4"-Nacht heimsuchten, mit einem bleibenden Schaden aus dem Land meiner - zugegeben ziemlich morbiden - Träume zurückkehrt.
Nachdem das Zombie - Genre in all den Jahren immer und immer wieder für tot erklärt wurde, scheint es in den letzten Jahren bel(i)ebter denn je zu sein. Nach Filmen wie dem grandiosen und meist unterschätzten Interner Link"Dawn of the Dead"-Remake aus dem Jahre 2003, unzähligen Low-Budget Movies und George A. Romeros Rückkehr zum Genre, welches er prägte, scheint ein wahrer Zombie-Boom ausgebrochen. Die lebenden Toten sind überall. Sie sind in den Filmen, in den PC- und Videospielen, in Brettspielen und Comics, ja selbst in deiner Lieblingsmüsliverpackung wirst du sie finden - morbide und ekelerregende Dinge, aber ich glaube das ist eine andere, viel schlimmere Geschichte ...

Aber was macht denn nun die Faszination an den "lebenden Toten" aus? Warum fürchten wir uns in unseren heimischen Kinos viel eher vor einer Horde Untoter, als vor den Nachrichten auf N-TV? Nun, dass für viele Menschen der Tod alleine schon faszinierend genug ist, steht außer Frage und Regisseure, welche bei den Zuschauern Herzrasen und Panikattacken mit ihren Filmen auslösen, gibt es nicht erst seit Romero und seinem Interner Link"Night of the Living Dead" [1968]. Viel mehr ist es die Vorstellung allein zu sein, niemanden auf der Welt mehr zu haben außer sich selbst und im Idealfall eine 45er Magnum, mit der ihr euch zur Wehr setzten könnt. Die Panik vor dem "was wäre wenn", löst mit Sicherheit nicht nur bei mir als "abgehärteter" Konsument solcher "Schmuddelfilme" (für die Mehrheit leider immer noch ein weitverbreiteter Begriff) ängste aus, die ich nur allzu gerne unterdrücken würde. Allein die Vorstellung morgens aufzuwachen und sein Kind vorzufinden, wie es anstatt mit Puppen, lieber mit Mamis Leber spielt, ist ein Szenario, welches die Menschen beängstigt und zu gleich fasziniert. Der Tod und das Dasein danach. Die Vorstellung einer neuen Weltordnung, der Wandel der Macht, die Herrschaft der Toten.
Politisch gesehen kann man zwar schon von solch einem Wandel sprechen, denn wenn wir ehrlich sind, werden wir von einer Armee des Bösen kontrolliert und wir sind die hirnlosen Zombies, die alles fressen was man ihnen vor die Füße wirft. Im übrigen ist Politisierung und Sozialkritik oftmals ein großer Bestandteil des Subgenres, was man gerade bei deutschen Behörden von jeher übersehen hatte.

Zombiefilme vom Kaliber eines Interner Link"Night of the Living Dead" oder Interner Link"Dawn of the Dead" [1978] funktionieren auch ohne Blut und das Herausreißen von Innereien. Vielmehr spielt die Politik eine übergeordnete Rolle in den "besseren" Zombiefilmen und sozialkritische Elemente machen sich zwischen den brutalen Attacken der Untoten breit, wurden aber bis zum jüngst erschienenen Interner Link"Land of the Dead" von George A.Romero kaum bis gar nicht mit der Holzhammermethode angegangen. In Filmen wie z.B. Interner Link"Invasion der Zombies" [1974] prangert Regisseur Jorge Grau mit seinem Zombies die stets wachsende Umweltverschmutzung an, ohne dabei aufdringlich zu erscheinen, in dem etwas humoristischen Interner Link"Return of the Living Dead" [1985] von Dan O'Bannon sind es militärische Kampfstoffe, welche die Toten zurückkehren lassen, sowie die Angst vor der Atombombe und George A. Romero sagte damals zu seinem umstrittenen und in vielen Ländern stark zensierten und sogar verbotenen Interner Link"Dawn of the Dead": "Leider gilt in Amerika Gewalt als Lösung für bestimmte Probleme. Das ist für mich ein wichtiger wie erschreckender Aspekt unserer Realität. In Interner Link"Dawn of the Dead" habe ich versucht, diese furchtbare Funktion der Gewalt deutlich zu machen. Und ich hoffe, dass es klar wird, dass ich mich mit dieser Gewalt nicht identifiziere. Um Gewalt zu kritisieren, muss man sie zeigen. Die Distanz herauszuarbeiten ist die Schwierigkeit, vor der man als Regisseur und Autor steht".

Wie man sieht ist die Zombie-Mythologie gar nicht so banal und nichts sagend, wie viele Kritiker und Moralapostel versuchen den gutgläubigen Bürgern weiß zumachen. Hier steckt eindeutig mehr als bluttriefender Guts & Gore hinter und auch wenn die meisten sich die Zombiefilme wegen überspitzten, aber perfekt inszenierten Splatterszenen (Interner Link"Braindead", 1992) anschauen, oder aber wegen einer einmaligen Atmosphäre, die Lucio Fulcis Interner Link"Die Geisterstadt der Zombies" aus dem Jahre 1981, neben expliziten Gewaltdarstellungen, berühmt und berüchtigt machte. Anstatt sich mit einer "intelligenten" Geschichte abzugeben, möchte man nach einem langen und harten Arbeitstag nicht sein Gehirn einschalten, sondern sich lieber dem wahren Freund, dem Fernsehen zuwenden, denn dieser sagt einem nicht, dass man sein Zimmer aufräumen muss, dass man sich nach dem Pinkeln die Hände zu waschen hat, oder dass wir am Tisch nicht rülpsen sollen. Nun, was wäre wenn es plötzlich kein Fernsehen mehr gäbe, wenn man wieder zurück zu seinen verkümmerten Wurzeln kehrt und den Alltag wieder für sich realisiert und erst einmal sieht, was um einen herum in der Welt alles so vor sich geht? Ich glaube dann würde für viele der wahre Horror beginnen: die Begegnung mit sich selbst ...




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