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Tod und Spiele (Technikhilfe)

Vorm Monitor hört dich keiner schreien!



Beim Versuch, alte DOS-Titeln wieder anzuspielen, wird man mitunter auf zwei Probleme treffen:


1. Beschaffung vs. -skriminalität

Während einige Spiele damals mit Preisen an die 100 Mark das Budget des durchschnittlichen Schülers schnell sprengen konnten, lieh man sich die Disketten (bzw. auch CD-ROMs) eben untereinander aus, um doch noch in den Genuss der Klassiker zu kommen. Mittlerweile hat es sich eingebürgert, dass aktuelle Spiele schnell ins Nice-Price-Segment fallen und dort für 10 € oder weniger erworben werden können, auch wenn sie manchmal grad ein Jahr alt sind. Doch 10 Jahre und ältere Spiele bekommt man im Laden wohl noch selten und selbst für Spielesammlungen sind diese Titel längst nicht mehr attraktiv.
Abhilfe schaffen eBay und Co., bei denen man mitunter einige Sachen zum Mindestpreis und, wenn man Glück hat, sogar in der Originalverpackung schießen kann. Aber selbst das ist selten geworden, denn wann kommt es schon mal vor, dass jemand seinen Keller entrümpelt, um ein "Maniac Mansion" mit Originalverpackung oder ein "Ultima 1" zu finden, das dann auch noch funktioniert? Die Möglichkeit tendiert gegen Null, vor allem da Disketten meist die Angewohnheit haben, ihre magnetischen Speicherfähigkeiten durch Witterungseinflüsse über die Jahre hinweg zu verlieren.
Selbst wenn man also sein Lieblingsspiel ergattern konnte, und dabei sämtliche anderen Sammler überboten hat, heißt das noch lange nicht, dass man es zuhause dann auch erfolgreich spielen kann, weil vielleicht ein CRC-Fehler auf der letzten Spur die Freude schnell in Frust umwandelt.

Glücklicherweise sind viele älteren Titel als sogenannte "Abandonware" mittlerweile frei erhältlich, weil die Lizenzen durch Konkurs verwirkt wurden oder die Entwickler ihre alten Schätze freiwillig der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Auf meist groß angelegten Fan-Seiten bietet sich die Möglichkeit, die Spiele direkt herunterzuladen und weitere Informationen und Meinungen dazu einzuholen. Bei einigen neueren Spielen ist das wegen der urheberrechtlich geschützten Lizenz leider nicht möglich, dann muss man wohl oder übel zu eBay greifen (falls man die Packung nicht schon im Schrank stehen hat).

Hier möchte ich ein paar Links anbieten, unter denen ihr einige der besprochenen Spiele und eine Vielzahl weiterer legal runterladen könnt bzw. euch Informationen dazu beschaffen könnt. Generell sind folgende Informationsseiten einen Blick wert. Bitte informiert euch über die jeweiligen rechtlichen Umstände vor einem möglichen Download!

Home of the Underdogs
The Legacy
MobyGames

2. Die Welt ist eine DOSe

Hat man endlich das Objekt der Begierde ergattert, stellt sich noch ein ganz anderes Problem: Die Unterstützung für 16Bit-Software mit direkter Hardware-Ansteuerung ist unter Betriebssystemen wie Windows 2000 und Windows XP nahezu unmöglich. Entweder die Spiele starten nicht, stürzen ab (und reißen dabei das gesamte System mit sich!), werden falsch dargestellt oder erkennen in den meisten Fällen keine Soundkarte, selbst im Kompatibilitätsmodus. Entweder man hat nun noch einen alten Rechenknecht rumstehen, auf dem DOS installiert ist, oder man hat in den meisten Fällen schlichtweg Pech.
Aber selbst mit einer alten Zockermaschine darf man nicht gleich durchstarten: Hat man erstmal Soundkarten-, CD-ROM- und Maustreiber installiert, existiert immer noch der Fall, dass das System nach mehr Speicher giert im 640k-Bereich oder etwa erweiterten Speicher. Nach langen Umkonfigurieren mit "LoadHigh", geschickter Treibererneuerung und vielen anderen Technikfirlefanz stellt man dann vielleicht fest, dass man von den verlangten 620 kByte nur 619,5 frei bekommt.

Aber viele Wege führen nach DOS und so gibt es mehrere Möglichkeiten, um die alten Schätze doch noch mal zum Laufen zu bringen. Eine DOS-Installation auf einem aktuellen Computer würde sicherlich schnell das ganze System kippen, denn MS-DOS war nie sonderlich für den Einsatz unter mehreren Betriebssystemen geeignet.

Abhilfe schaffen sogenannte Virtualisierungstools wie VirtualPC) oder VMware). Durch diese installiert man innerhalb des aktuellen Systems ein Untersystem, welches simuliert wird und seine Ressourcen vom Hauptsystem gestellt bekommt. So lässt sich beispielsweise leicht ein Linux unter einem Windows XP installieren - oder aber ein MS-DOS unter einem Windows! Hauptprobleme hierbei sind die nötige Zusatzsoftware: Während beispielsweise mehrere freie DOS-Varianten zur Verfügung stehen, wird es unter Umständen beim Suchen der Treiber etwas schwierig.

Für einige Adventures, z.B. die LucasArts-Serie oder auch spezielle Text-Adventures von Sierra, gibt es Emulatoren, beispielsweise ScummVM, die einen direkten Einsatz versprechen.

Wer Linux installiert hat, kann evtl. sofort mit DOSEMU) durchstarten, welches zwar auch eine DOS-Installation benötigt, sonst aber durch die direkte Hardware-Ansteuerung respektable Ergebnisse liefert.

Für Windows-Kisten eignet sich der Emulator DOSBox, der auch für die Spiele in diesem Artikel ausführlich bemüht wurde. Dieser emuliert nicht nur die DOS-Umgebung, sondern gleich Soundkarten-Treiber mit. Das einfach zu installierende Programm kann also sofort ausgeführt werden. Nachteil: Die eigene Hardware muss sehr viel Leistung bereitstellen, da der Emulationsprozess Ressourcen verschlingend ist. Während Adventures noch problemlos ablaufen, kann es bei Ego-Shootern wie "Blood" oder anspruchsvollen Spielen wie "Carmageddon" zu Rucklern kommen - selbst mit Athlon 64 2.0-Prozessor! Dicke 3D-Grafikkarten oder großen Hauptspeicherreserven nützen da wenig, es kommt schlicht auf die Leistung der CPU an.
Zuätzlich bietet DOSBox die Möglichkeit, während des Spielens Screenshots zu machen, Musik als WAV aufzunehmen oder sogar Videos mitzuschneiden.

3. DOSBox tiefer gelegt

Im Internet schwirren einige Tutorials herum, wie man die Leistung von DOSBox zur Spielbarkeit verbessert. Dies geschieht mittels einer Configuration, die als "dosbox.conf"-Datei im DOSBox-Verzeichnis mittels Texteditor bearbeitet werden kann.

Hier einige Tuningmaßnahmen:

output=surface Die Standardeinstellung ist eine sehr rechenintensive Anzeige der Grafikdaten auf der Grafikkarte. Hier eignet es sich meist, den Parameter auf "overlay" zu stellen, was beispielsweise bei modernen 3D-Spielen für dicke Performance-Gewinne sorgt. Bei einigen älteren Spielen bleibt dann aber auch der Bildschirm schwarz, dann heißt es zurückstellen.
Weitere Einstellungsmöglichkeiten sind "opengl" oder "ddraw" für die beiden großen 3D-Grafik-APIs, diese haben in meinem Fall aber bei keinem Spiel funktioniert.

memsize=16 Hier gibt man den Wert in Megabyte an, die DOSBox für die Ausführung der Spiele zur Verfügung stehen. Größere Werte als "64" eignen sich für die wenigsten Spiele, einigen benötigen tatsächlich nur 1 Megabyte. Zu hohe Werte können sogar dazu führen, dass das Spiel nicht oder nicht stabil läuft. Für Spiele wie "Blood" oder "Carmageddon" empfehlen sich hier "64".

frameskip=0 Jedes Spiel läuft je nach Leistung des Computers mit einer bestimmten Anzahl von Bildern pro Sekunde. Je mehr Bilder (bzw. "frames") anzeigt werden, umso flüssiger sieht das Spiel aus, wobei die im Filmbereich genutzten Raten von 24 bzw. 25 Bilder/s meist bei einem Spiel nicht ausreichen. Jeder Frame, der angezeigt werden soll, muss auch berechnet werden. Für langsamere Maschinen ist es denkbar, jeden x-ten Frame bei der Darstellung zu überspringen. Bei einem Wert von "1" lassen sich nur unwesentlich nicht ganz flüssige Animationen erkennen. Höhere Werte sollten am jeweiligen Spiel getestet werden, denn der hohe Performance-Gewinn geht stark zu Lasten der Spielbarkeit. Dieser Wert kann während des Programmablaufs per Hotkey angep werden.

fullscreen=false DOSBox ist am schnellsten im Vollbildmodus. Setzt man diesen Wert auf "true", sollte man den Scaler abschalten. Alternativ lässt sich der Vollbildmodus auch im Programm an- und ausschalten.

scaler=normal2x DOSBox wird per Standard in einem Fenster angezeigt. Auf modernen Monitoren mit Auflösungen bis 1600x1200 Pixel ist dann das Spielfenster mit einer Auflösung von 320x200 Pixel so verschwindend klein, dass der Spielspaß darunter leiden würde. Mittels Scaler wird die Originalgrafik von DOSBox vergrößert. "normal2x" bedeutet eine Verdopplung der genutzten Bildfläche durch den einfachsten zur Verfügung stehenden Algorithmus, der gleichzeitig die geringste Rechenzeit benötigt. Wer noch etwas mehr benötigt, kann "normal3x" probieren oder einen der anderen Modi testen, die das Bild nicht nur durch Verdopplung bzw. Verdreifachung der Pixel vergrößeren, sondern es mit komplizierten Algorithmen verbessern.
Wer den Vollbild-Modus nicht scheut, kann den Scaler hier auf "none" stellen und noch etwas Leistung herausholen. Aber Vorsicht! Der Vollbild-Modus ist bei alten Spielen wegen der Pixeligkeit oft etwas gewöhnungsbedürftig.

core=normal Dieser Wert gibt an, wie DOSBox das Programm emuliert. Die Standardeinstellung "normal" ist gleichfalls die langsamste, aber auch stabilste. Bei zu langsam laufenden Spielen empfiehlt es sich, diesen Wert auf "dynamic" umzustellen, denn dadurch kann die Leistung enorm verbessert werden. Andererseits kann dadurch auch das Programm abstürzen bzw. gar nicht erst starten.

cycles=30000 Gibt an, wieviel CPU-Zyklen DOSBox pro Sekunde zu emulieren versucht. Je höher dieser Wert, umso besser für das Spiel. Einige wenig rechenintensive Spiele benötigen hier nur die Standardeinstellung von "30000" oder darunter, andere wiederum sind erst mit Werten um "120000" zufrieden. Wird der Wert zu hoch gestellt, verlangsamt sich die Systemleistung und das System scheint einzufrieren. Dieser Wert lässt sich innerhalb des Spiels durch HotKeys verändern.

rate=22050 Dies gibt die Samplerate der emulierten Soundkarte an. Meist wird man den Unterschied zwischen 22kHz und dem qualtitativ besseren 44kHz nicht hören, aber diese Einstellung kann schon bewirken, dass das Soundstottern aufhört.

sbtype=sb16 Es wird empfohlen, für die Soundkarte hier "sbpro1" bzw. "sbpro2" einzutragen.

gus=true Wer das Gravis Ultrasound-System nicht im Spiel benötigt, der sollte es hier mittels Option "false" abschalten.

[autoexec] Zeilen unterhalb dieser Zeile werden sofort nach dem Start von DOSBox eingegeben. Da man ein virtuelles Laufwerk benötigt, von dem aus die Spiele eingebunden wird, eignen sich hier folgende Zeilen, falls eure Spiele sich unter "c:\DosSpiele" befinden:
mount c: c:\DosSpiele
c:


Weitere Tips zum Tuning könnt ihr auf der Herstellerseite von DOSBox nachlesen. Dort werden auch mögliche Konfigurationen und Tipps zum Starten von Spielen gegeben.

4. Von Windows 95 nach Windows XP

Nicht jedes PC-Spiel verlangt "lediglich" ein DOS. Manchmal bekommt man schon Schwierigkeiten, wenn man ein für Windows 95 oder Windows 98 entwickeltes Spiel auf einem neueren Betriebssystem antesten will. Die daraus entstehende Problematik sind meistens Spiele, die mit einem blauen Bildschirm oder einer Debug-Fehlermeldung ins Datennirwana saußen, weil beispielsweise die internen Differenzen zwischen einem installierten Windows XP und einem benötigten Windows 95 größer sind, als es das Spiel verkraften kann.

Abhilfe schaffen zwei Lösungen:

4.1. Der Kompatibilitätsmodus

Dies ist die einfachere der beiden Varianten, um einem Spiel vorzugaukeln, es würde in einer anderen Windows-Umgebung laufen. Dazu drückt man einfach mit der rechten Maustaste auf die Startdatei bzw. den Startlink, klickt auf
Eigenschaften
und dort die Karteikarte
Kompatibilität
anwählen. Hier stehen verschiedene Betriebssysteme zur Auswahl, die emuliert werden sollen. Meistens reicht es aus, das entsprechend verlangte Betriebssystem anzuwählen.

Achtung: Es kann vorkommen, dass die Startdatei nur ein Link auf die eigentliche Startdatei ist. Zur Sicherheit sollte man also alle ausführbaren Dateien des Spiels in den Kompatibilitätsmodus schalten.

4.2 Die virtuelle Maschine

Mit der oben bereits erwähnten Möglichkeit lässt sich im aktuellen Betriebssystem ein Subsystem installieren, das Ressourcen von der aktuellen Konfiguration nutzt, um dieses Subsystem laufen zu lassen. Voraussetzung dafür sind natürlich, dass man die nötige Rechenpower besitzt, denn unter einem Windows XP mit 512 MB Hauptspeicher noch eine virtuelle Maschine mit einem Windows 95 laufen zu lassen, das sich beispielsweise 128 MB vom RAM "klaut", bringt reichlich wenig.
Außerdem benötigt man natürlich das Installationsmedium für das zu entsprechend zu emulierende Betriebssystem und im schlechtesten Falle noch jede Menge alter Treiber (z.B. altes Direct3D oder OpenGL), die das Windows 95 oder 98 noch installieren kann.

Wer allerdings die Strapazen des Einrichtens hinter sich gebracht hat, wird im Allgemeinen mit der sichersten und absturzfreiesten Variante zum Spielen beglückt, denn ein Kompatibilitätsmodus kann durchaus auch mitten im Spiel noch für unvorhergesehene Fehler sorgen.

5. Mit Lichtgeschwindigkeit gegen die Mauer fahren

Ein weiteres Problem einiger Spiele ist die zu hohe Geschwindigkeit. Was damals für einen Pentium 100 programmiert wurde, kann (muss aber nicht) auf einem aktuellen Rechner viel zu schnell ablaufen, so dass man entweder kaum noch Möglichkeiten hat, zu reagieren, oder Asnychronitäten zwischen Steuerung, Audio und Video auftreten.

Um die eigene Maschine ein wenig zu drosseln, empfiehlt sich der Einsatz von nützlichen Tools wie "CPU Killer" (www.CpuKiller.com), mit der sich praktisch stufenlos die Prozessorgeschwindigkeit herunterregeln lässt, bis man an der gewünschten Spielgeschwindigkeit angelangt ist.



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