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"The Necro Files" (1997) und dessen Fortsetzung, die er selbst inszenierte, einen gewissen Namen im internationalen Amateursektor gemacht. Mit seiner insgesamt drei Teile umfassenden "Faces of Gore"-Reihe sorgte er zeitgleich für Aufsehen bei Publikum und Zensur, die ihm allerorts auf den Leib rückte. Mit dem Bewusstsein, die Zuschauer zu spalten, kokettiert der Regisseur auch in unserem exklusiven und ausführlichen Interview, geführt von Olaf Brinkmann. Dass dabei ebenso Skurriles wie Polarisierendes zu Tage tritt, sollte dem Leser mit auf den Weg gegeben werden. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

"Die Nacht der lebenden Toten" gesehen hatte. Angst vor Konformität, assimiliert zu werden, total die Kontrolle zu verlieren - deshalb liebe ich Zombie-Filme - und deshalb, weil man, wenn sie erst einmal Zombies sind, besonders die, die man nie leiden konnte, straffrei killen kann. Hahahaha! Aber es ist nicht nur der blutige Aspekt, wobei Zombie-Filme ja wohl zum Blutigsten gehören, was je gemacht wurde, sondern zu sehen, wie sich die Charaktere in extremen Situationen verhalten. Was passiert, wenn Recht und Ordnung zusammenbrechen? Was ist, wenn man töten muss, um zu überleben? Werden wir zusammenarbeiten? Wie im realen Leben ist da immer ein Arschloch in der Gruppe, welches dafür sorgt, dass alles ruiniert wird.
Andere Filme, die ich sehr mag, sind
"The Texas Chainsaw Massacre", "Bloodsucking Freaks", "Quills",
"Blood Diner",
"Cannibal Apocalypse", "Lady In A Cage",
"Race With The Devil", "Rosemary's Baby",
"Mark Of The Devil",
"I Drink Your Blood",
"Audition" und
"Oldboy". Ich mag Filme, die mir den Kopf verdrehen und mich fragen lassen "hab ich das gerade gesehen?". Im Low-Budget-Bereich würde ich gerne mal mit Eric Stanze (
"Scrapbook"), Richard Griffin ("Feeding The Masses") und Ronnie Sortor ("Sinyster", "Ravage") arbeiten. Deren Arbeiten waren sehr vielversprechend und haben bewiesen, dass sie unkommerziell denken. Außerdem waren Horror-Comics ein wichtiger Teil meiner Kindheit. Ich besitze die Serien "Creepy", "Weird" und die EC Comics ("Tales From The Crypt" etc.) fast komplett. Während ich in der High School war, schrieb, illustrierte und veröffentlichte ich das Splatter Magazine, eine Sammlung von Horror Comics (....). Als ich aufwuchs waren meine Lieblings-Horror-Autoren Stephen King, Clive Barker und Shaun Hutson. In den letzten Jahren habe ich mich mehr auf mein eigenes Schreiben konzentriert. Ich wurde Fan der Pulp Fiction-Magazine der 30er Jahre, wie "Horror Stories", "Terror Tales" und "Spicy Mystery Stories". Hinter den schrillen Covers steckten überraschend wilde Geschichten über entführte nackte Frauen, die von Monstern gefoltert und ermordet wurden, die sich dann als Leute in Gummi-Kostümen entpuppten, wie in einer perversen "Scooby-Doo"-Folge. Hugh B. Cave, 
"The Necro Files" (1997), "Misled" (1998), "Faces Of Gore" (1998), "Anti-Hero" (1999), "Faces Of Gore 2", "Faces Of Gore 3", "Best Of Faces Of Gore" (alle 2000) und "Necro Files 2: Lust Never Dies" (2003). Man kann meine Filme in zwei Kategorien einteilen: In Mainstreamfilme mit größerem Budget, die auf 16mm gedreht werden und eher komödiantische Mondos und Kurzfilm-Videoproduktionen mit minimalem Budget. Ich bevorzuge letztere, da sie ehrlicher sind und man dort Fehler eher verzeihen kann.
"Die Nacht der lebenden Toten" gespielt wird, erschafft eine Truppe aus kybernetischen, untoten Meuchelmördern, die das Verbrechen bekämpfen sollen. Ein wirklich surrealer Moment dabei war mit meinem alten Schreckgespenst aus Kindertagen, Bill Hinzman, in den Ruinen des alten Detroit in einer Limousine zu sitzen. Eigentlich habe ich nur darauf gewartet, dass er mir ein Stück Fleisch aus dem Arm beißt, was er allerdings nicht getan hat. Der Film hat 100000 Dollar gekostet und eine Viertel Million eingespielt. 1998 habe ich ihn noch mal umgeschnitten und umbenannt in "Dead City".
"The Necro Files" ist mein bekanntester Film, an den sich die meisten erinnern wird. Er handelt von einem kannibalischen Vergewaltiger, der umgebracht und von Satanisten reanimiert wird, woraufhin er zu einem sexgeilen Zombie mit einem ein Meter langen Pimmel wird. Nach all dem Mist mit der Produktion von "Legion Of The Night" hatte ich entschieden, sollte ich je wieder einen Film machen, dann so, wie ich will und so wie ich ihn sehen will. Das Script für den Film hatte ich seit 1993 unter dem Titel "Psycho Zombie Love Butcher" bereitliegen. Es unterschied sich aber sehr vom Endergebnis. Der Subplot um den Satanskult war viel ausführlicher, es gab mehr Figuren, das Dämonenbaby war ein Typ im Gummianzug mit animatronischen Tentakelpenissen ... Und was anders war, war die Motivation des Zombies seine Opfer zu vergewaltigen und zu fressen, denn ursprünglich sollte jedes Opfer dazu führen, das mehr Fleisch an seinen Knochen entsteht und er so wieder leben könnte, kein Untoter mehr sein müsste. Aber wegen Zeit- und Budgetproblemen konnte das so nicht gedreht werden. Ich bin eigentlich ganz zufrieden mit der Version, die wir letztendlich gedreht haben, aber ich würde einige der ursprünglichen 
"Faces Of Death"-, "Traces Of Death", "Shocking Asia"-Filme sehe. Das Konzept war einen Mondo-Film mit einem verrückten Sinn für Humor zu machen, eine Parodie auf die anderen, die sich nur auf den Gore-Gehalt beschränken. Die Aufnahmen des Moderators Dr. Vincent van Gore wurden auf demselben Friedhof gemacht, wo auch
"The Necro Files" gedreht wurde. Im Nachhinein hätte ich vielleicht den Doktor spielen sollen, denn ich konnte ihn nicht dazu bringen so zu spielen, wie ich es haben wollte. Er wurde in den Fortsetzungen immer schlechter, konnte sich nichts merken (die Dialoge wurden ihm auf riesigen Pappkarten aufgeschrieben, die er ablesen musste, während 
"Freitag der 13." vorzuspulen um die langweiligen Szenen zu umgehen und nur zu sehen, wie ein barbusiges Mädchen eine Axt in den Kopf bekommt. Nicht ganz mein Ding, aber - whatever floats your boat! So ist Amerika. Ich erspare dir die Arbeit, so dass du eher an dir spielen kannst, als an der DVD-Fernbedienung. Aber auch bei diesen Arbeiten, die echt brutal sein können, versuche ich meinen Humor einzubringen, sofern der Kunde nichts dagegen hat (...). Immerhin kann ich dabei mit Pornostars wie Taylor St. Claire, Sarah Blake und Rod Fontana arbeiten, was eine echte Freude ist. Mir macht es Spaß diese verrückten Auftragsvideos zu drehen und ich bin dabei ebenso sorgfältig wie bei meinen richtigen Filmen (...). Das schöne daran ist, dass ich nicht nur verdiene, sondern auch das Copyright habe. So verdiene ich vom ersten Moment an (ich werde im Voraus bezahlt). Viele zufriedene Kunden kommen ja auch wieder. Ich habe 28 solcher Videos für denselben Kunden gedreht, der nimmt mich bestimmt in sein Testament auf (...).
"The Necro Files" noch in fast zwanzig Episoden von "The Adventures Of Emma Steel" als Schurke zu sehen. Emma ist eine sexy Agentin, die die Feinde der USA in BH und Höschen stranguliert. Ich mache so zehn Episoden im Jahr für einen Privatkunden und nutze dabei Pseudonyme wie Rod Surly und Vladimir Getovski. Ich liebe meinen Job.
"Necro Files" nur Darsteller....
"Necro Files" funktionieren lies, nämlich nackte Frauen, Zombie-Gore und verrückte Comedy-Elemente, mit den "Death Fetish"-Elementen zu vermengen, als Experiment und kosten- und zeitsparende Maßnahme. Alle diese langen, langwierigen Close-ups von Mordszenen, Folter und Nekrophilie haben dem Film eher geschadet. Sich in der ersten Hälfte nur auf den Skullface Killer zu konzentrieren war ein anderer Fehler, da er den Film einfach nicht trug. Diese Fehler würde ich nicht noch einmal machen!
"Der Herr der Ringe" oder eine Space Opera wie
"Star Wars" machen ... also ich meine jetzt nicht diese Sequel-Scheiße mit Jar-Jar Binks!
"Reservoir Dogs" und
"Pulp Fiction" den Killer spielen und habe jede Szene gestohlen, in der ich zu sehen war. Schade, dass nur so wenige Leute den Film gesehen haben.
"Haus der 1000 Leichen", aber
"The Devil's Reject" ist viel versprechender. Ich denke, sein nächster Film wird noch besser werden.
"Nekromantik" ist ein internationaler Erfolgsfilm und hat auch den Weg für
"The Necro Files" geebnet. Jörg hat die Türen für viele junger Filmmacher geöffnet, gerade für die, die sich mit extremeren Themen befassen, so wie ich. Außerdem hat er echt Mut bewiesen sich gegen deutsche Zensoren zu stellen.
"Premutos" gehört, aber als ich mir "Legion Of The Dead" ausgeliehen habe, konnte ich ihn nicht bis zu Ende ansehen. Vielleicht hat er ja unter der Synchronisation ins Englische gelitten, aber ich wollte mein Geld zurück!
"Audition" ist einer der besten, schockierendsten Filme, die ich jemals sah. Takashi ist echt furchtbar! Ich frage mich oft, ob ich den japanischen Markt knacken kann, wenn ich hier ein gewisses Erfolgslevel erreicht habe, was wieder dazu führen würde, hier noch mehr Erfolg zu haben.
"Necro Files" gekümmert hat, wurde verhaftet, weil er Filme ohne BBFC-Zertifikat vertrieben hat. Der Typ von Bad Boy Movie, dem deutschen Vertrieb von "Faces Of Gore", wurde inhaftiert und die Polizei hat 300 Videotheken ausgeräubert und alle Kopien des Filmes mitgenommen. Da haben die Bochumer Behörden wohl gesagt: "Wir sind sicher, dass der Film moralische und ethische Grenzen überschreitet." Das ist es, was ich tun will. Filmemacher müssen den Bogen überspannen. Nicht jeder Film kann "sicher" sein, sonst gibt es keinen Platz für progressive Kunstformen. Ich zensiere mich nicht selber und mag es gar nicht, wenn ich von anderen zensiert werde. Auf jeden Fall sind Bad Boy Movie ganz gut aus der Sache rausgekommen, mussten den Film aber kürzen. Über eine Stunde haben sie geschnitten. Dieses Fiasko führte dann dazu, dass sie Teil 3 und "Best Of Faces Of Gore" gar nicht lizenziert haben, was für mich zu finanziellen Einbußen führte. Ich bin stolz darauf, dass meine Filme als so schockierend angesehen werden, dass sie es wert sind, verboten zu werden, aber leider werde ich davon nicht reich ...
"Necro Files" machen. In nächster Zeit werde ich weiter Custom Videos für Privatkunden drehen. Außerdem arbeite ich an ein paar Horror-Kurzfilmen und würde gerne eine Novelle schreiben. Ein Gothic/Vampir-Magazin will mich als Herausgeber haben, die veröffentlichen sehr extreme Horrorstories, die oft in den S/M-Bereich gehen. Ich denke, die kennen meine "Brutal Tales"-Kurzgeschichte "Make Your Own Hole" über einen Typen mit einem riesigen Pimmel, der in einer Irrenanstalt sitzt (...). Noch was: es gibt eine Firma, die mein Leben in einer Reality-TV-Serie zeigen will. Wer weiß, vielleicht werde ich ja noch ein Star.
"The Necro Files" verstehen manche Leute meinen Humor und lieben ihn, andere nicht und hassen ihn. Zumindest bekomme ich nie lauwarme Reaktionen, so mache ich meinen Job als Filmmacher. Sie lieben es, sie hassen es - aber sie vergessen es nicht - und darum geht es im großen Kino doch, oder? Ich meine, wie oft bist du aus dem Kino gekommen, nachdem du den neuesten Multimillionen schweren Hollywood-Blockbuster gesehen hast und hattest den Film gleich wieder vergessen? Ich garantiere dir, dass du, wenn du meine Filme siehst, dich immer wieder an sie erinnern wirst, als den schlechtesten oder den besten Film, den du jemals gesehen hast.