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Interview mit Tag Sakaguchi (Logo)
Actionchoreograph und Darsteller Tak Sakaguchi war zur Deutschland Premiere seines neuesten Actionfilms Interner Link"Death Trance" beim Fantasy Filmnights Festival in Hamburg und gab bereitwillig ein Autogramm nach dem anderen. Zwischendrin wurde die Zeit genutzt um Tak ein paar Fragen zu stellen. Uns gegenüber saß ein gut gelaunter, aber ein wenig redefauler Interviewpartner, dem wir aber dennoch ein paar Antworten entlocken konnten. Das Interview wurde von Michaela Brezezinka auf japanisch geführt und entstand in Zusammenarbeit mit Anolis Entertainment.


Erzähl doch mal etwas über dich und deine schulische Ausbildung.
Ich bin in der japanischen Provinz in die Schule gegangen. Ich war wirklich ein normaler Schüler.
Tag Sakaguchi beim Autogramm geben
Und nach der Schule?
Nach der Schule dann nach Tokio, um ein halbes Jahr auf der Action-Schule zu studieren. Aber ich wollte eigene Sachen machen, deshalb habe ich mit der Schule aufgehört.
Als Regisseur eigene Sachen?
Nein, ich wollte einen eigenen Stil entwickeln, den es bisher nicht gab. Mein eigenes Action, deshalb habe ich nach einem halben Jahr aufgehört. Seitdem entwickle ich meinen eigenen Stil.
Kannst du deinen eigenen Stil beschreiben?
Einen neuen Stil, den es bisher nicht gab. Also nicht Bruce Lee, Jackie Chan, sondern neu.
Ohne äußere Einflüsse?
Als Basis habe ich verschiedene Stile von anderen übernommen. Grundsätzlich mache ich reale Action. Mein Stil basiert auf echten Kämpfen.
Im Internet steht, dass du bereits gegen einen Bären und ein Krokodil gekämpft hast. Ist das wahr?
Ich will eigentlich nicht damit prahlen. Ich war einmal in den Bergen zelten. Vor dem Zelt waren Essensreste liegen geblieben. Als ich Morgens erwachte, hörte ich ein Geräusch. Ich trat aus dem Zelt und ein Bär stand vor mir. Wenn Bären sich auf die Hinterbeine stellen, dann sind sie gefährlich und nicht zu besiegen. Deshalb hatte ich wenig Zeit. Ich überlasse es eurer Phantasie, was ich tat.
Was das Krokodil angeht ... als ich jung war bin ich, weil keine Tiere zu sehen waren, im Zoo über einen Zaun geklettert. Da begegnete ich einem Krokodil.
Wie alt warst du etwa?
21 oder 22?!? Ich weiß es nicht mehr. Krokodile machen ihr Maul so auf. Bevor es das Maul aufreißen konnte, habe ich zugetreten.
Tag Sakaguchi und Dolmetscherin/Interviewerin Michaela Brezezinka
Regisseur Ryuhei Kitamura gibt an, dass er dich als Streetfighter auf der Straße gesehen hat, wie du gerade in einen Kampf verwickelt warst. Kannst du uns etwas darüber erzählen?
Bevor ich Kitamura begegnete, war ich völlig absorbiert von Real-Action. Ich war in echte Kämpfe verwickelt. Ich war sehr wild. Wenn man so kämpft, wird die Seele schlecht. Gerade im richtigen Moment habe ich Kitamura getroffen. Er sagte: "Mach mit in meinen Filmen, wenn du so wild nach echten Kämpfen bist." "OK", antwortete ich. So traf ich ihn.
In der Internet Movie Data Base steht, dass du und Kitamura bereits an dem Kurzfilm "Down to Hell", dem Vorgänger von Interner Link"Versus" zusammengearbeitet habt. Stimmt das?
Interner Link"Versus" war der erste Film mit Kitamura. Im "Down to Hell" habe ich nicht mitgewirkt. Bei der zweiten Verfilmung habe ich als Stuntman, nicht als Schauspieler mitgewirkt.
Bei Interner Link"Versus" gab es viele Verletzungen, oder?
Bei der Szene, wo ich den Felsen herunterrolle, habe ich mir zwei Rippen gebrochen. Dann beim Kampf einen anderen Bruch. Wie ich einige meiner Zähne verliere, seht ihr im Extrateil von Interner Link"Versus".
Habt ihr erwartet, dass Interner Link"Versus" ein derart großer, weltweiter Erfolg werden würde?
Wir wollten alle mit Interner Link"Versus" Erfolg haben. Das Feeling war wichtiger als das Budget. Wir alle wussten, dass, wenn wir daran glauben, es ein Erfolg weltweit wird.
Du hast sehr viele Filme mit Kitamura zusammen gedreht. Kannst du uns etwas über die Zusammenarbeit mit ihm erzählen?
Für mich ist Kitamura wie ein Vater. Auch wenn ich nicht bei ihm bin, denke ich an ihn. Es ist seltsam, er ist wie ein Blutsverwandter. Immer wenn ich nach einer anderen Arbeit zu ihm komme, ist es wie Nach-Hause-Kommen.
Hat sich die Zusammenarbeit verändert?
Die Art der Arbeit bleibt im Verlauf etwa gleich.
Zuletzt hast du mit Kitamura Interner Link"Godzilla: Final Wars" gedreht. War es für dich etwas besonderes, in dem Abschluss der Filmserie über das legendärste Monster Japans mizuspielen?
Tag Sakaguchi beim Posen
Natürlich kenne ich Godzilla, seit ich klein bin. Ich wollte schon immer mit Godzilla kämpfen. Ein Mensch und ein Godzilla ... Bei dem Film Interner Link"Godzilla: Final Wars" beauftragte Kitamura mich, die Action-Choreografie zu übernehmen. Da habe ich zum ersten Mal Godzilla-Mensch-Action ausprobiert.
Das als Action-Regisseur?
Ja ...
Auch als Schauspieler?
Bei diesem Film ist die Action-Regie viel mehr in Erinnerung geblieben als die Schauspielerei.
Aber du hattest eine Rolle ...
Ja.
Wie begannen die Arbeiten zu Interner Link"Death Trance"? Auch hier bist du Action-Regisseur und Schauspieler.
Wir wollten einen realen Samuraifilm machen. Interner Link"Death Trance" ist Fantasy aber ich wollte einen kompakten Samuraifilm. Interner Link"Death Trance" ist für mich erst der Anfang. Akira Kurosawa hat auch Samuraifilme gemacht, aber diese waren sehr formal, nicht real. Ich wollte unbedingt in Eigenregie einen Actionfilm machen. Das Schwert benutze ich nicht wirklich diesmal, aber alles andere ist mit echtem Körperkontakt. Die Schauspieler sind immer ein wenig bedrückt zum Dreh erschienen, weil sie wirklich geprügelt wurden. Ich wollte nicht nur eine unechte Form, sondern echte Körper, die aneinander geraten. Eben echte Kämpfe in einem realen Samuraifilm.
Kannst du etwas zu dem Speed der Schläge sagen? Ist es "real time"?
Weil der Schlag die Schnelligkeit hat, treffe ich. Es soll real sein. Zur Zeit schaffe ich drei Punches in einer Sekunde. Diesmal sind alle Schläge echt und wirklich ins Gesicht. Das ist ja auch eine Technik. Wenn der Andere sich verletzt, dann ist das keine Action mehr. Das ist dann Prügelei oder ein Unfall. Wir gehen nur bis zu dem Punkt kurz vor der Verletzung. Man muss präzise sein. Es geht eben nicht nur um Schnelligkeit. Es ist super-schwer, eben bis zu dieser Grenze kurz vor der Verletzung zu punchen. Man muss es trainieren, bis der Körper es automatisch beherrscht. Das Sparring muss man auch oft wiederholen.
Ist es nicht schwierig, gleichzeitig Regie und Schauspiel zu machen?
Ja, aber diesmal waren wir zwei Action-Regisseure. Ich habe die Choreografie nicht am Drehort gemacht. Bei dem Dreh habe ich mich dann zurückgehalten. Da habe ich ihn machen lassen. Hätte ich mich noch eingemischt, dann wäre es langwierig geworden. Am Drehort war ich nur Schauspieler. Das hatte ich mit dem Regisseur abgesprochen. Normalerweise mache ich Action-Regie vor Ort, aber diesmal nicht. Deshalb war es einfacher.
Wer war denn der zweite Regisseur?
Der zweite Regisseur hieß Yo Ohara.
Kannst du näheres zu dem Charakter vom Hauptdarsteller sagen? Woher kommt er?
Tag Sakaguchi im Interview
Einfach gesagt, ist er ein Charakter, der nicht viel nachdenkt. Er ist wie ein Fünfjähriger. Er ist von Kraft und Stärke fasziniert. So wie ich früher. Er wird getrieben von der Gier nach Kämpfen mit noch Stärkeren. Er lebt mit diesem Trieb. Er ist ein simpler Typ.
Hast du die Idee zu dem Charakter gehabt?
Nein, der Regisseur.
Im Vergleich zu Interner Link"Versus" ist Interner Link"Death Trance" viel unblutiger. War das der Wunsch des Produzenten?
Wahrscheinlich mag Yuji Shimomura nicht so gerne Blut.
Am Ende verwandelt sich das Blut in Blumen ...
Ja, er mag wahrscheinlich Fantasy. (lacht)
Einige haben Fragen zu den Charakteren im Film. Was bedeuten die Zwillinge beispielsweise?
Ich bin nicht der Regisseur, deshalb kann ich nicht so viel sagen ...
Was bedeuten sie für dich?
Wahrscheinlich haben sie sich in den Hauptdarsteller verliebt und folgen ihm deshalb. Weil sie dies nicht auszudrücken vermögen, bringen sie am Ende das Essen.
Und das kleine Kind?
Ich glaube, dass es die Göttin der Zerstörung ist, die am Ende vorkommt. Die dafür geopferten Menschen repräsentieren ihren Charakter. Auch die Göttin der Zerstörung sucht nach einer noch größeren Macht. Größer als ihre eigene. Deshalb suchen sie sich gegenseitig. Am Ende kämpfen sie zwar, aber es ist hocherotisch.
Was war die größte Herausforderung bei Interner Link"Death Trance".
Den eigenen Action-Stil zu zeigen. Nach Interner Link"Versus" ist es der zweite Actionfilm, bei dem ich Regie geführt habe. Es ist Zeit, meinen eigenen Actionstil zu zeigen. Das bedeutet so real wie möglich, auch blutig. Ich denke, dass ich es diesmal gut zeigen konnte.
Du kennst Yuji Shimomura seit Interner Link"Versus"?
Schon von früher.
Als Regisseur ist es das erste Mal. Wie ist er als Regisseur?
Normalerweise ist er ein sehr netter Mann, aber als Regisseur ist er sehr streng und kann dämonisch sein. Er verlangt viel. So ist er. Ich versuche seinen Erwartungen zu entsprechen, aber als Regisseur kann er eigensinnig sein. Privat ist er freundlich und nett.
Was ist deine Beziehung zum Underground-Film?
Es gibt hier keine Begrenzungen, wenn man etwas Interessantes schaffen will. Nur weil etwas eine große Produktion ist, bedeutet es noch lange nicht, dass es automatisch ein guter Film wird. Teure Produktionen genauso wenig. Ein guter Schauspieler garantiert auch nicht immer einen guten Film.
Alles muss seine Balance haben, damit es gut wird. Wenn alle engagiert sind, dann kann etwas Tolles, Neues entstehen. Diesen Grundsatz möchte ich nicht verlernen. Wieviel Geld auch involviert ist, mein Ziel ist die Qualität des Filmes.
Tag Sakaguchi im Interview
Bis jetzt hast du immer einen schweigsamen Charakter gespielt. Spielst du auch etwas anderes?
Beim Regisseur Yuda Yamaguchi von "Battlefield Baseball" mache ich überhaupt keine Action. Es ist Komödie. Ich ziehe keine Grimassen. Bei "Battlefield Baseball" gibt es wahnsinnig viel Text, außerdem singe ich. Das ist eine völlig andere Arbeit. Es hängt also vom Regisseur ab.
Was sind deine zukünftigen Projekte?
Interner Link"Death Trance" ist der Anfang. Ich möchte ab jetzt noch konzentrierter an echten Samuraifilmen arbeiten. In Anlehnung an den von mir geachteten Akira Kurosawa möchte ich nach meinem Stil reale Samuraifilme machen.
Als Regisseur?
Ja, als Regisseur. In diesem Jahr ist ein Film mit mir als Regisseur geplant. Ich möchte weiter Regie führen und die Mischung aus realem Action und Samuraistücken weiterentwickeln.
Wir sind am Ende angelangt. Willst du noch etwas zu deinen Kämpfen sagen?
Nein, ich glaube nichts mehr.
Danke für das Gespräch.
Das Interview wurde von Michaela Brezezinka auf Japanisch geführt und ins Deutsche übersetzt.
Mit freundlicher Unterstützung von Anolis Entertainment.
Frederike Dellert und Rudi Fürstenberger von Rosebud Entertainment mit Tak Sakaguchi



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