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Interview mit Andrew Thomas Hunt
Im Zuge der Veröffentlichung des Revenge-Filmes "Sweet Karma" dürfen wir an dieser Stelle ein exklusives Interview mit Regisseur Andrew Thomas Hunt präsentieren, der sich mit uns über seinen neuen Film und seine Vorliebe für Revenger-Filme im Allgemeinen unterhalten hat.


In seiner Machart erinnert "Sweet Karma" sehr stark an die alten Revenge-Filme aus den 70er und 80er Jahren. Wie ist die Idee dazu entstanden, solch einen Old School Revenge-Film in Szene zu setzen?
In meinen Jugendjahren war ich ein großer Fan dieser Art von Filmen. Interner Link"Ms. 45" (dt. "Die Frau mit der 45er Magnum") war sogar lange Zeit mein absoluter Lieblingsfilm. Auch heute entstehen noch Revenge-Film, die mir sehr gut gefallen. Ich mag z.B. sehr "The Limey" und die Art, wie sich Regisseur Steven Soderbergh damit diesem Genre angenähert hat. Die Idee zu "Sweet Karma" ist schon sehr alt, ich hatte sie vor 5 oder 6 Jahren. Wir haben uns damals gesagt, es wäre an der Zeit, ein paar Ideen und Stilistiken der alten Revenge-Filme wie z.B. Interner Link"Ms. 45" oder auch Interner Link"Thriller – They call her one Eye" wieder aufzugreifen und innerhalb eines aktuellen Filmes zu verarbeiten.
Revenge-Filme sind momentan sehr angesagt. Filme wie "The Brave one" oder auch Interner Link"Death Sentence" schaffen es sogar ins Kino. Aus deiner Sicht gesehen, was ist der Grund dafür, wieso sich Revenge-Filme momentan sozusagen in einem Trend befinden?
Es ist lustig, aber als wir "Sweet Karma" anfingen zu planen, da war das noch nicht der Fall. Aus diesem Grund ist es auch nicht so, dass wir mit "Sweet Karma" auf dem aktuellen Trend mitschwimmen wollen. Die anderen Filme, die du erwähnt hast, haben uns schlicht und einfach überholt (lacht). Der Grund, wieso dieses Film-Genre so beliebt ist, ist wohl der, dass schon jeder sich in einer Situation wiederfand, in welcher er sich an jemandem rächen wollte. Jeder hat schon das Gefühl verspürt, sich für ein zugefügtes Unrecht rächen zu wollen und gewissermaßen mit Gewalt für Recht und Ordnung zu sorgen. Jedoch wissen wir alle, dass Gewalt zu nichts führt. Revenge-Filme fungieren wie eine Art von Katalysator für diese von uns unterdrückten Gefühle und haben deswegen einen ganz besonderen Platz in den Herzen der Zuschauer (lacht).
Ich mag die Idee, dass es sich bei Karma um eine stumme Frau handelt. Kannst du bitte erklären, wieso du dich dazu entschieden hast, Karma im ganzen Film kein einziges Wort sprechen zu lassen?
Nun, dafür gibt es verschiedene Gründe. Zum einen handelt es sich dabei offensichtlich um eine Hommage an die Filme Interner Link"Ms. 45" und Interner Link"Thriller – They call her one Eye", welche beide auch eine stumme Hauptfigur besitzen. Ein weiterer Grund ist, dass Shera Bechard keine Schauspielerfahrung hat und vor dem Film nur als Model gearbeitet hat. Aufgrund ihres Berufs als Model kann sie ihre Emotionen jedoch sehr gut nur mit Gesten und Blicken zum Ausdruck bringen, weswegen wir uns dafür entschieden haben, diese Fähigkeit von ihr verstärkt im Film zum Einsatz zu bringen. Es hat einfach keinen Sinn gemacht Dialoge für jemanden zu schreiben, der nicht exakt gelernt hat, wie man in einem Film mit Dialogen arbeiten muss, um sie richtig zur Geltung zu bringen. Auch sind die Dialoge in den Revenge-Filmen irgendwie immer die gleichen und fallen entsprechend nach dem gleichen klischeehaften Schema aus. Wer möchte schon zum tausendsten Mal einen Dialog wie "Du hast meinen Bruder getötet. Jetzt werde ich dich töten" hören? Für mich als Regisseur und auch für das ganze Team wäre es keine Herausforderung gewesen, solche Dialoge in Szene zu setzen. Ein weiterer Vorteil einer stummen Hauptfigur ist, dass sich jeder, egal welche Sprache er spricht, damit identifizieren kann. Du siehst also, es gab viele Gründe dafür, aus Karma eine stumme Figur zu machen abseits der Tatsache, dass es sich beim Film um eine Hommage handeln soll.
Andrew Thomas Hunt und Shera Bechard
Es war also von Anfang an geplant, aus Karma eine stumme Frau zu machen?
Nein. Diese Entscheidung ging eher Hand in Hand mit der Verpflichtung von Shera Bechard für die Hauptrolle. Shera war von Anfang an meine erste Wahl für die Rolle der Karma, jedoch kam uns die Idee, aus Karma eine stumme Figur zu machen, erst dann, als Shera schon fest für die Rolle besetzt war.
Was kannst du über die Arbeit mit Shera Bechard berichten?
Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit ihr zu arbeiten. Sie hat sich mit Karma regelrecht identifiziert und hat Karma nicht nur gespielt, sondern sie ist regelrecht zu Karma geworden. Sie hat einen sehr professionellen Zugang zu ihrer Rolle gefunden, weswegen ich abermals mit ihr an einem anderen Film, in welchem sie auch Dialoge haben wird (lacht), arbeiten werde.
Karma ist nicht nur der Name der Hauptfigur, sondern auch der Name eines indischen Glaubens, der auf dem Konzept von Action und Reaktion aufbaut, der davon ausgeht, dass jede Action auch eine Gegenreaktion zur Folge hat. Hast du dich unter anderem deswegen für den Namen Karma entschieden, als Anlehnung an diese indische Glaubensbewegung?
Der Name verweist auf alle Fälle auf diesen Glauben und das Konzept von Aktion und Reaktion. Der Gedanke, dass das illegale Sexgewerbe und die damit verbundenen Personen, sich jemandem gegenübersehen, welches sie für alle schlechten Sachen zur Rechenschaft zieht, hat auf alle Fälle etwas mit Aktion und Reaktion zu tun.
Wobei du im Film darauf achtest, dass alles seinen Sinn hat. Sprich, du arbeitest in "Sweet Karma" zwar mit Sex und Gewalt, aber nie auf eine sinnlose Art und Weise. Wie schwer fiel es dir im Bezug auf Sex und Gewalt die richtige Balance zu finden?
Ich bin ein großer Fan von David Cronenberg und kann mich noch gut an ein Interview erinnern, welches ich von ihm einmal gelesen habe. In diesem Interview hat er gesagt, dass er gerne Dinge zeigt, die die Zuschauer so noch nie gesehen haben. Auf der anderen Seite möchte er diese Dinge nicht aus einem Selbstzweck heraus zeigen, sondern immer innerhalb einer funktionierten Story und zum Wohle der Story. Für "Sweet Karma" versuchte ich, genau nach dieser Regel zu arbeiten. Sex und Gewalt sollten sich der Story unterordnen und nicht zum Selbstzweck geraten. Ich finde auch, gerade im Bezug auf Gewalt gegen Frauen, braucht man in einem Film nicht ins Explizite zu gehen, da dieses Thema heutzutage leider allgegenwärtig ist und nicht zur Unterhaltung dienen sollte.
Das bringt mich auf den von dir mehrmals erwähnten Film Interner Link"Thriller – They call her one Eye", der gerade in der Gewalt gegen Frauen sehr viele Grenzen überschreitet und diesbezüglich sogar mit pornografischen Szenen arbeitet. Ich denke, in "Sweet Karma" irgendwelche Porno-Szenen einzubauen stand bei dir nie zur Überlegung?
Nein, weil zu viel des Guten kann einem Film oftmals auch schaden. Man muss nicht alles zeigen, vor allem würden mir solche Szenen auch gar nicht als notwendig erscheinen, da pornografische Szenen längst nichts mehr Provokatives an sich haben. Filme wie Interner Link"Thriller – They call her one Eye" oder "Baise-Moi" haben dieses Gebiet längst beschritten und ausgelotst.
Letzte Frage: Wenn nun Hollywood auf dich zukommen würde und dir vorschlagen würde, ein Remake von "Sweet Karma" zu drehen. Mit welchem großen, weiblichen Hollywood-Star würdest du die Hauptrolle besetzen?
Ich würde die Rolle mit Shera Bechard besetzen (lacht). Die Rolle der Karma gehört ganz und gar ihr und ich könnte mir keine bessere für diese Rolle vorstellen.
Vielen Dank für das Interview.


Interview geführt von Nando Rohner.


Andrew Thomas Hunt, Shera Bechard und die Sweet Karma Crew




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