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... immer mitten in die Fresse rein!

Makita war erfolgreich. In den Ruinen von Bahamut fand sie die Rote Zauberin Maya Antares und gab ihr den Brief, den sie von ihrem Vater bekommen hatte. Mayas verblichener Mann Markus schrieb ihr aus dem Jenseits. So ermöglichte er es der Roten Frau mit Maya und Urik in Verbindung zu treten.

Von ihr erhielten sie einen Auftrag, mit dem Ziel "Erzengel" zu zerstören. Erzengel ist ein Gefängnis für die Seelen der gefallenen Soldaten der V.R.R.S.. Imbohl knechtet sie dort und bezieht aus der Energie ihrer Seelen seine Macht. Die Seelen zu befreien hieße auch Imbohl selbst zu schwächen. Urik, Maya und die anderen schöpften neuen Mut, meuterten und suchten einen Weg sich abzusetzen.

Am Ende des zweiten Bandes verfolgte ein Flottenverband unter dem Kommando von Taras Volkov die Konstantinov, als sie durch ein Portal in einen Seelensturm und damit direkt in die Geistersphäre flog. Nun müssen sich unsere Helden zunächst Volkov und seiner Flotte stellen bevor sie sich zum Erzengel aufmachen können. Und die Chancen stehen denkbar schlecht.

Zeitgleich taucht Troika, Imbohls rechte Hand in der Geisterwelt auf, und in der realen Welt zeigt sich, dass eine weitere Partei dafür sorgt, dass die Karten neu gemischt werden ...

Im Westen nichts Neues?

Auch Band drei ist wieder ein optischer Genuss. Die Schlachtpanoramen nehmen wieder reihenweise Doppelseiten ein und das Tempo wurde noch mal um einen Zacken angezogen. "Das Gefängnis der Seelen" wird vom Katz-und-Maus-Spiel zwischen Volkov und Urik bestimmt, das natürlich in einer "Alles-oder-Nichts-Schlacht" enden muss. "Das Gefängnis der Seelen" ein spannender Armlehnenkraller. Einmal begonnen, werdet ihr den Band erst nach der letzten Seite weglegen.

Jedoch: So unterhaltsam und kurzweilig die dritte Geschichte auch ist, so sehr hat man am Ende den Eindruck, dass man nicht allzu viel Neues erfahren hat. Allerdings ist das auch nicht so ganz richtig. Wir sehen beispielsweise Markus, der nun als erfahrener Kämpfer, ganz in weiß gekleidet, Imbohls versklavte Seelen in der Geistersphäre bekämpft. Aber er ist nicht allein. Einige Geister haben sich unter Samsonovs Kommando zusammen geschlossen, um gegen Imbohl eine gemeinsame Front zu bilden.

In der wirklichen Welt führt Gossett eine dritte Partei im Konflikt ein. Die Trans-Nationale Allianz führt einen Kalten Krieg gegen die V.R.R.S., aber der geradezu freundschaftliche Besuch des TNA-Offiziers Rogers macht deutlich, dass die TNA nicht das klischeehafte gute Gegenstück zur bösen Diktatur Imbohls darstellt, sondern ebenso korrupt ist. Die TNA beabsichtigt nämlich Erzengel ebenfalls zu schützen, um ein Gleichgewicht der Weltökonomie zu bewahren. Zwar lehnt Luftmarschall Brusilov - Uriks ehemaliger Vorgesetzter und dessen Vorgänger als Kommandant der Konstantinov – ab, aber Rogers wird uns in Zukunft sicherlich noch das ein oder andere Mal begegnen.

Dem sehr langwierigen Produktionsprozess ist der Umstand geschuldet, dass neue Bände nur in sehr großen Abständen erscheinen. Dadurch geraten kurze Szenen, wie die zwischen Rogers und Brusilov leicht in Vergessenheit. Wer kein allzu gutes Gedächtnis hat, sollte sich also nicht vor einer erneuten Lektüre drücken, wenn ein neuer Band erscheint. Wer will, kann das als Kritikpunkt auffassen. Ich für meinen Teil mag Geschichten lieber eng verflochten als zusammenhangslos.

Aufgrund der Tatsache, dass der Hersteller in Amerika nicht mehr alles Material im hochauflösenden Bildformat hatte, sind leider eine Hand voll Seiten nicht in der gewohnten Cross Cult-Qualität, was man dem Verlag allerdings schlecht ankreiden kann. Sonst ist alles wie gehabt: gute Übersetzung, stabiles Hardcover und ausreichend Zusatzmaterial sind mit an Bord.

Im Trüben gefischt

Natürlich habe ich auch wieder Einiges zu den Namen im dritten Band heraus gefunden. Luftmarschall Brusilovs Name bezieht sich wohl schlicht auf drei hochrangige Angehörige des Russischen Militärs, die um die Jahrhundertwende lebten (Alexej, Georgy und Lev Brusilov, siehe auch: "Brusilov Offensive" im Ersten Weltkrieg). Auch für den Anführer der Geister hat sich Gossett wohl beim Militär bedient: Alexander Wassiljewitsch Samsonow war russischer General zu Zeit des Zaren.

Der brutale Kommandant des Wolkenbrüters Taktarov, der einfach so eines von Uriks Bataillonen auf dem Schlachtfeld füsilierte, um einige nokgorkische Feindeinheiten auszuschalten zu können, heißt Taras Volkov und nimmt am Ende des zweiten Bandes Uriks Verfolgung auf.

"Taras" stammt ursprünglich aus dem Griechischen und war ein Sohn des Poseidon. Hier haben wir wieder einen Verweis auf die Mythologie der Antike. "Volkov" ist eine Variante des russischen Wortes volk (Wolf). Wie der Wolf ist auch Volkov ein Raubtier, das nur im Rudel erfolgreich jagt. Als Alpha-Männchen stürzt er sich auch sogleich mit der gesamten anwesenden Flotte auf die abtrünnige Konstantinov. Zynisch könnte man ihm daher keinen guten Schlachtausgang prophezeien, als er mit der Taktarov plötzlich allein kämpfen muss. Allerdings ist er letzten Endes nicht besiegt, da er Troika bereitwillig seine Seele hergibt, damit sie in dessen Schwert weiterlebt und ihm hilft Imbohls Feinde zu vernichten.

Und dieses Schwert ist kein geringeres als "Das Schwert der Lügen", das auch Titelgeber des vierten Bandes ist. Man darf also auf ein Wiedersehen mit Volkov gespannt sein.

Lars Conrad





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