Ästhetische Grenzgänge am 06.08.2005 im Metropolis Bochum
Ästhetische Grenzgänge - Die kontroversen Klang- und Bilderwelten des Jörg Buttgereit

Jörg Buttgereit: Biographie



Der 1963 in Berlin geborene Jörg Buttgereit begann als Vierzehnjähriger mit einer Super 8-Kamera eigene Kurzfilme zu inszenieren, die zunächst von seiner Liebe zu Horrorfilmen und der kreativen Aufbruchstimmung der damaligen Punk-Bewegung West-Berlins geprägt waren. Von den Avantgarde-Filmen Kenneth Angers – und anderen – inspiriert, folgten ab 1987 schließlich ambitionierte Spielfilme im Stile des "Cinema Of Transgression" über Serienkiller oder über "die Liebe zum Menschen und was davon übrig bleibt...": Die Filme "Nekromantik" (1+2), "Der Todesking" und "Schramm" erhoben ihn zur Ikone des deutschen Underground-Kinos, erfuhren aber durch die selbsternannte Kultur-Obrigkeit nur wenig Anerkennung.

So stellte das TV-Kultur-Magazin "Aspekte" damals noch fest, dass eine Würdigung solcher Werke gleichbedeutend mit dem Vorhaben wäre, vollgerotzte Gardinen als Kunst anzuerkennen. Und da die Staatsanwaltschaft diese Meinung wohl teilte, wurde Buttgereits "Nekromantik 2" die zweifelhafte Ehre einer bundesweiten Beschlagnahmung zuteil. Die damals beispiellose Verfolgung eines Jörg Buttgereit Künstlers sorgte - auch bei den intellektuellen Kulturschaffenden - für entsprechendes Aufsehen. In einem Gerichtsbeschluss wurde schließlich der künstlerische Wert des Filmes "festgestellt" und die Beschlagnahmung aufgehoben. Seit dem sind die vollgerotzten Gardinen auch im öffentlichen "Kunstbetrieb" keine gemiedenen Exponate mehr.

Ihr Schöpfer – Buttgereit - ist gern gesehener Gast im nächtlichen Kulturprogramm Alexander Kluges, der ihn als subversiven Romantiker des deutschen Horrorfilms bezeichnete; er wird von Roger Wilhelmsen zu philosophischen Betrachtungen in Talk-Shows eingeladen; und Hochschulen, die ihn einst abgelehnt hatten, engagieren ihn als Gastdozent. Darüber hinaus machte er sich als Jury-Mitglied einiger Filmfestivals, als Filmkritiker diverser Magazine (z.B. Splatting Image; epd-Film) und als Autor der Bücher "Monster aus Japan" und "Nightmares in Plastic" einen Namen. Er inszenierte Musikclips (z.B. für die Gruppen "Shock Therapy", "Die Krupps", "Dance Or Die" u.a.), eine Folge der Science-Fiction-TV-Serie "Lexx", mehrere Fernsehdokumentationen (Die gläsernen Sarkophage, Die Monsterinsel) und zeichnete sich bei den Filmen "Kondom des Grauens" und "Die Reise ins Glück" als Special Effects Supervisor verantwortlich.

Für den WDR schrieb und inszenierte er mehrere Radio-Hörspiele (Sexy Sushi, Frankenstein in Hiroshima, Video Nasty) und dramatisch aufbereitete Hör-Dokus (Ed Gein, Bruce Lee – Der kleine Drache). Zur Zeit legt er in diversen Szene-Clubs auf und inszeniert die deutsche Version des Ramones-Musicals "Gabba Gabba Hey".


Buttgereits Schaffenswelt


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