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Interview mit Media Station-Inhaber Bernhard Waldmann
Statt einem Filmschaffenden Gründer und Chef Bernhard Waldmann im engeren Sinne möchten wir euch diesmal die Möglichkeit bieten, einem Filmvertreibenden über die Schulter zu schauen:
Bernhard Waldmann darf als Urgestein der Szene bezeichnet werden, denn er ist seit über 30 Jahren im Geschäft und mit seiner Media Station nicht nur im Internet und auf Börsen vertreten, sondern bietet dem Kunden auch ein Ladengeschäft in Gladbeck an, das zum Stöbern einlädt.


Erzähle unseren Lesern doch bitte etwas kurz zu Deiner Person.
Ich bin mittlerweile ein Mann im besten Alter und habe drei erwachsene Söhne, wovon zwei in meiner Firma arbeiten. Da ich so langsam den Gedanken hege mich zur Ruhe zu setzen (oder wenigsten teilweise), bin ich Moment grad dabei meinen Söhnen zu lehren, wie man eine Firma führt und welche Aufgaben es dort gibt.
Wie verlief Dein Werdegang von der ersten Videothek bis hin zur Media Station?
Vor mehr als 30 Jahren saß ich mit einem guten Freund beim Essen und er
Fassade des Lagerverkaufs Media Station
Wer diese Fassade erblickt, ist sehr nah dran
an der Media Station, die auch Lagerverkauf
anbietet.
erzählte mir, dass er sich einige Videotheken angesehen hätte und Verdienstprognosen erstellt hätte. Durch eigene Erkundungen und Prognosen haben wir dann schnell unsere erste eigene Videothek eröffnet.
Wir fingen damals unter dem Namen "Der aktuelle Videoprofi" an. Die ganze Arbeit, die dahinter steckt, möchte ich jetzt gar nicht im Detail erwähnen, nur soviel: Es ist Stress pur!
Nach einigen Jahren trennte ich mich dann von meinem damaligen Partner und machte unter Eigenregie weiter unter dem Namen "Großvideothek Enterprise". Ich spezialisierte mich dann nur noch auf Großraum-Videotheken, um meinen Kunden immer eine große Vielfalt an Filmen und Games und diverse andere Sachen anbieten zu können.
Nach einigen Jahren hatte ich dann aber keine Lust mehr auf Videotheken. Da ich damals schon einen Namen in der Branche hatte, war ein Käufer schnell gefunden.
Nach fast einjähriger Pause gründete ich dann einen Games-Großhandel. Ich verkaufte an andere Händler und selber auf dem Flohmarkt.
Dann ging ich ganz schnell rüber in den DVD-Bereich. Da ich aber immer schon ein Typ war, der die besten Preise haben musste, und dementsprechend auch die Stückzahlen pro Titel kaufte, kam ich auf die Idee, es mal auf einer DVD-Börse zu versuchen. Es fing im ganz kleinen Stil an, wurde dann aber logischerweise zum Bestandteil meiner Firma. Zum heutigen Zeitpunkt kann ich behaupten, dass ich auf jeder Börse vertreten bin. Da ich mich selber aus dem Börsenleben zurück gezogen habe, ist dieser Teil direkt an meine Söhne Michael und Patrick übergegegangen.
Wie kamst Du in Kontakt mit dem Medium Film und was interessiert davon besonders?
Wahrscheinlich war das bei mir wie bei vielen anderen auch: Zuerst war da das Kino und dann gab es ja damals noch die Raubkopien (lacht). Besondere Genres bevorzuge ich nicht, es kommt mir dabei immer auf die Handlung an. Deswegen hab ich auch keinen bestimmten Lieblingsfilm, ein guter Film muss einfach eine interessante Handlung und nicht so viel Gemetzel haben.
Was zeichnet die Media Station aus? Berichte doch mal bitte über den Laden und was den Kunden dort erwartet.
Die Frage wodurch sich die Media Station auszeichnet, sollten vielleicht lieber die Kunden beantworten. Aber meiner Meinung nach zeichnen wir uns dadurch aus, dass wir neben dem eBay, Amazon und anderen Plattformen jedem Kunden, der zu uns kommt ein täglich wechselndes Angebot an Boxen-DVDs und BluRays bieten. Unsere Kunden wissen mittlerweile, dass sie nicht nur jede Neuheit an Filmen bei uns bekommen, sondern wir auch versuchen, ihre Wunschtitel zu besorgen.
Siehst du die Tendenz, dass das Internetgeschäft den Verkauf im Laden bzw. den Verleih übernimmt? Was bedeutet das für die MediaStation?
Ich bin damals aus der Verleih-Branche ausgestiegen, weil der Preisverfall zwischen einer Leih- oder Kauf-DVD nicht mehr erwähnenswert waren. Als Videothekeninhaber war man immer mehr oder weniger gezwungen die Preise der Firmen zu akzeptieren. Obwohl der gleiche Titel wenige Tage später schon zu sogenannten "Hammerpreisen" verramscht wurde und somit kein Verdienst mehr über den Verleih zu erzielen war.
Auf das Internetgeschäft haben wir uns natürlich eingestellt. Neben den oben genannten Plattformen, auf denen wir vertreten sind, haben wir z.B. einen Shop unter www.media-station24.de.
Wie hat deine Kundschaft die neue FSK-Plakette aufgenommen? Wie stehst du selbst zu dieser Umsetzung?
Dadurch, dass meine Söhne im Lager sowie auf den Börsen ganz nah an der "Front" sind, berichten sie mir immer, wie sich fast jeder zweite Kunde darüber aufregt, dass sich das FSK-Zeichen in dominanter Größe auf der Vorderseite eines Covers befindet.
Ich glaube, dass gerade deswegen schon einige Firmen dazu übergegangen sind, sogenannte Wendecover für die Filme zu machen, was ich nur begrüßen kann.
Verfolgst du das Kino und evtl. TV über die Grenzen deines Geschäftes hinaus? Oder gibt es in der Freizeit lieber ein Buch?
Um einen Kinobesuch zu machen, muss es wirklich schon ein sehr guter Film sein. Ich war gerade zum Beispiel in dem Film "Die Päpstin", von dem ich sagen muss, dass er mich sehr angesprochen hat.
Ansonsten werden natürlich Neuerscheinungen im Kino verfolgt, weil wir aus Erfahrung wissen, dass, wenn ein neuer Teil einer Serie im Kino anläuft, die Kunden immer nach den Teilen davor fragen.
Beim Fernsehen bin ich abends meist froh, wenn ich die Tagesschau noch schaffe bevor ich einschlafe (lacht)
Thema Zensur Deutschland: Wie sehr beeinflusst es deine Tätigkeit?
Ich finde es schon richtig, dass es eine Zensur gibt, so dass sich nicht jeder Jugendliche
Media Station-Team inklusive ihrer 'Spürhunde'
Das Media Station-Team hat sozusagen mehrere, speziell
ausgebildete "Spürnasen" dafür, Wunschtitel der Kunden zu finden.
die Filme kaufen kann, die er gern möchte. Andererseitsmuss ich leider sagen, dass man theoretisch ja nur ein paar Kilometer ins Nachbarland fahren muss, um sich dort seine in Deutschland verbotenen Titel zu kaufen.
Ist der deutsche Kunde aufgeschlossen gegenüber Neuen?
Gegenüber anderen Ländern muss ich leider sagen, dass wir Deutschen ein sehr misstrauisches Volk dem Neuen gegenüber sind. Wir brauchen immer einige Zeit, um Neues zu akzeptieren, aber wenn wir es einmal akzeptiert haben, dann setzt es sich auch durch bei uns.
Was macht dir mehr Spaß, die Hektik einer Börse oder die vermutlich etwas ruhigere Atmosphäre des Ladenverkaufs?
Zwischen einem Börsentag und einem Lagerverkaufstag besteht eigentlich nicht viel Unterschied. Ok, Börsen sind ein wenig anstrengender, weil man dort noch die Anfahrtszeiten hat. Man muss ja teilweise nachts schon losfahren, um zu einer Börse zu kommen.
Von der Hektik im Lager bekomme ich dagegen nicht viel mit, weil ich in meinem Büro sitze und andere Arbeiten zu erledigen habe.



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