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Kapitel 1:

Die FSK

Ja, die gute alte FSK, ich werde hier nur auf die neueren Irrsinnsentscheidungen der freiwilligen Verstörten eingehen. Fangen wir einmal mit einem sehr guten Beispiel an: mit Interner Link"Die Killerhand"! Dort wird verschiedensten Leuten auf ziemlich derbe Art und Weise das Lebenslicht ausgelöscht. Da werden Stricknadeln in Köpfe gebohrt, Leute geköpft oder auch ganz einfach skalpiert, zwar ist alles witzig gemeint, aber Interner Link"Bad Taste" hat ja auch keine Freigabe ab 16 Jahre.

Solche Urteile wie im Falle von Interner Link"Die Killerhand" machen die FSK nicht nur unglaubwürdig sondern schlicht und einfach peinlich. Ich persönlich begrüße es wirklich, dass der Film diese Freigabe bekommen hat, dennoch könnte man meinen, die FSK weiß nicht so ganz, was sie da tut. So bekommt der lachhaft harmlose Interner Link"Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" ein vernichtendes FSK18-Siegel, doch wenn 2 Sekunden(!!!) geschnitten werden, ist der Film ab 16.
In diesen 2 Sekunden sieht man in nebeliger Umgebung undeutlich wie der Fischer jemanden seinen Haken von unten in den Kiefer schlägt. In Teil 2 der Serie kommen noch viel härtere Morde vor, so wird der dicke Animateur erst mit einer Hand auf dem Tisch festgestochen und danach kaltblütig mit einer Gartenschere erstochen. Dabei ist dieser Film ab 16, obwohl er viel härter zu Werke geht als der 1. Teil.
Dieser Freigabenirrsinn erhält durch "Lethal Weapon" eine ganz neue Dimension: die Kinofassung wurde auf ein FSK 16 herunter geschnitten, aber der längere Dir. Cut, welcher neben einigen Minuten mehr Handlung auch alle Gewaltszenen enthält, bekommt eine FSK16. Und zwischen diesen Freigaben liegen nicht einmal 8 Jahre. Alle anderen Freigabesysteme rechtfertigen ihre Ergebnisse wenigstens, siehe die BBFC in England, nur unsere heimische Freiwillige Selbstkontrolle hat so etwas anscheinend nicht nötig, hier wird man einfach stehen gelassen und muss sich damit abfinden, dass die Freigaben unberechtigt und - was fast noch schlimmer ist - immer unberechenbar sind!



Kapitel 2:

Die BPjS

Die BPjS ist die Hauptursache wieso wir Horrorfans uns wie Kriminell efühlen, wenn wir solche Perlen wie Interner Link"Dawn of the Dead" oder Interner Link"Braindead" kaufen wollen. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat es sich anscheinend in letzter Zeit zur Aufgabe gemacht, den Horrorfans das Leben und vor allem die Liebe zum Film streitig zu machen, ja, wenn nicht sogar ganz zu verbieten.
So werden Filme, die in Amerika im National Museum of Art stehen, bei uns verboten und totgeschwiegen, als da seien Interner Link"Texas Chainsaw Massacre" und Interner Link"Dawn of the Dead". Auch viele andere Perlen hat dieses ewig wütende Monstrum schon vernichtet. Anfang der 80er Jahre war die Blütezeit dieser an das 3. Reich erinnernde Hetze gegen den fantastischen Film. Da wurden sogar von der BPjS Filme indiziert, die eine FSK16-Freigabe hatten und somit eigentlich tabu waren, sogar für einen solchen Staatsapparat. So wurden viele Filme zum Sammlerstück, ich weiß nicht wie viel Geld Sammler heute für eine ungeschnittene 1. Auflage von Interner Link"Tanz der Teufel" ausgeben!

Interner Link"Tanz der Teufel" ist auch ziemlich bezeichnend für die fanatische Filmvernichtung die von der BPjS ausgeht! So wurden die ersten 3 (!!!) Schnittfassungen beschlagnahmt, bis endlich zugegeben wurde, dass der berüchtigte §131, schon von jeher ein Gummiparagraph, zu weit benutzt wurde, also wurde die 3. Schnittfassung wieder freigeben.
Aber an die ungeschnittenen Fassung kam man immer nur noch heran, wenn man das alte Tape hatte.

Auch der allseits beliebte Funsplatter Interner Link"Braindead", sogar die sonst pingelige BBFC hat ihn VOR ihrer Neuregelung ungeschnitten freigegeben: "weil ihn bei besten Wille niemand ernstnehmen könnte"! Von so einem Standpunkt sind wir hier in Deutschland noch immer meilenweit entfernt. Hier wurde die ungeschnittene Fassung sofort beschlagnahmt und bis es auch die geschnittene EuroVideo-Fassung erwischt, ist es sicherlich nur noch eine Frage der Zeit.
So wurde sogar die komplett aller Goreszenen beraubte ab18-Fassung von Interner Link"Dawn of the Dead" am Anfang diesen Jahres von der BPjS beschlagnahmt, wegen dem Paragraphen §131. Nur, was ist denn dabei menschenverachtend? Die Schnitte vielleicht, aber alles andere sicherlich nicht!

Regisseur, Videothekar und einer der führenden Leute auf dem Gebiet der uncut-Veröffenlichungen (neben Astro, Laser Paradise, cmv und Dragon), Andreas Bethmann, will der FSK auch bald eine Interner Link"Dawn of the Dead"-Fassung vorlegen, die eine FSK 16 bekommt, vielleicht kann man das Überleben einiger Klassiker nur noch so retten, aber es ist toll, dass es noch Menschen gibt, denen die Materie so vie bedeutet.
Ich persönlich hoffe auch eine Neuregelung des Jugendschutzes, so wie es auch in GB der Fall war. Dort kann man Interner Link"Tanz der Teufel" ungeschnitten genießen, nur in unserem Land wird noch eine so strikte Zensurpolitik betrieben.



Auch kann man diesen Irrsinn sehr schön an dem Beispiel der Beschlagnahmung der ungeschnittenen Fassung von Interner Link"Braindead" aufzeigen:

Braindead

Videofarbfilm
Vertrieb: ACME-Video, München
Ausgabe: 1995


Der Film ist inhaltsgleich mit dem als Laserdisc durch Beschluss des AG Tiergarten 350 Gs 2816/99 und 350 Gs 3064/99 bundesweit beschlagnahmten gleichlautenden Film. Der Film enthält gewaltverherrlichenden Charakter durch folgende Szenen:

6. Min.
Im Vorspann des Films wird einem am Boden liegenden Mann die rechte Hand und dann der linke Arm mit einer Axt abgetrennt. Die Gliedmaßen sind in Nahaufnahme zu sehen.

18. Min.
In einem Zoo wird einem Affen der Arm durch ein undefinierbares exotisches Tier abgerissen und danach verspeist. Dies ist in Nahaufnahme zu sehen.

19. Min.
Das gleiche Tier beißt Lionels Mutter in den Nacken. Die Wunde ist in Nahaufnahme zu sehen. Anschließend wird das Tier zertreten bis nur noch ein Brei zu sehen ist.

(Lionels Mutter wird in den Arm gebissen und danach tritt sie dem Rattenaffen einfach auf den Kopf, von wegen "blutiger Brei"!)

29. Min.
Am Esstisch fällt der Mutter von Lionel das blutige Ohr ab. Aus dem Pudding wird es herausgeholt und dann von der Mutter genüsslich verspeist.

34. Min.
Die Mutter reißt einer Krankenschwestervon hinten die Wangen auseinander und den Kopf nach hinten, so dass eine klaffende Halswunde zu sehen ist. Unmittelbar danach wird diese Krankenschwester durch Lionel gefüttert, indem er ihr Brei in den geöffneten Hals gibt.

58. Min.
Ein entstelltes Zombie-Baby wird in einen Mixer gesteckt. Dieser wird angestellt, bis das Baby nur noch ein blutiger Brei ist.

68. Min.
Einem jungen Mann wird ein Rechen in den Kopf gerammt. Dies ist in Nahaufnahme zu sehen.

72. Min.
Einem jungen Mann wird der Brustkorb aufgerissen und das Rippengerüst herausgeholt. Einem weiteren jungen Mann wird die Kopfhaut vom Kopf gerissen. Einer jungen Frau werden Stücke aus dem Hals gebissen und einer anderen jungen Frau werden die Gedärme aus dem Bauch gezogen. Diese Handlungen sind jeweils in Nahaufnahme zu sehen.

(Diese Szenen sind eindeutig SO überspitzt, dass es sehr an den Film: "Der Tot steht ihr gut" erinnert, dieser Film war dann aber ab 12 Jahren freigegeben, auch werden der Frau nicht die gesamten Gedärme aus dem Bauch gezogen!)

74. Min.
Ein Mann wird durch ein Fenster gezogen, wobei das Unterteil skelettiert wird.

75. Min.
Ein Zombie stößt einer Frau die Faust in den Nacken. Die Faust tritt durch den Mund wieder aus.

78. Min.
Ein Mann trennt einem Zombie den Kopf mittels einer Zange vom Rumpf. Der Kopf wird als Fußball benutzt.

(Zange? Ne, Gartenschere, ja! Auch wieder ein Fehler in der "Beweisführung"!)

87. Min.
Lionel zerstört alle Zombies mit einem Rasenmäher. Diese werden klein gemetzelt, wobei einzelne Körperteile wahllos herumfliegen.
(Auch wieder schön! Wie schon in Kapitel 1 beschrieben, hat sogar die ansonsten überpingelige BBFC mitbekommen, dass der Film als übertriebene, surreale Komödie zu verstehen ist und nicht als blutig brutaler Metzelfilm allererster Kajüte! Noch dazu sind einige Szenen falsch beschrieben, wobei eine Szene sogar anscheinend komplett für den Beschlagnahmungsbeschluss erfunden wurde, sie kommt nicht in dem Film vor! Und hier noch ein gutes Beispiel in Form von dem Beschlagnahmungsbescheid zu Interner Link"Zombie":

Zombie - Dawn Of The Dead

Videofarbfilm
Vertrieb: Astro, Kassel
Ausgabe: 1998
Regie: George A. Romero
Darsteller: David Emge, Ben Foree, Scott H. Reiniger, Gaylen Ross u.a.


Der Film ist inhaltsgleich mit dem Aufgrund des AG Bochum 32 Ds 39 Js 275/91 bundesweit beschlagnahmten Film Interner Link"Zombie" sowie mit dem aufgrund des AG Tiergarten vom 22. Januar 1999 bundesweit beschlagnahmten gleichnahmigen Film - 351 Gs 242/99.
Es wird auf die Beschlüsse des AG Bochum und des AG Tiergarten Bezug genommen. Der Film erhält durch folgende Szenen gewaltverherrlichenden Charakter:

9. Min.
Zu Anfang des Filmes werden durch angreifende militärische Einheiten Bewohnereines Hauses wahllos erschossen und getötet. Durch Zombies, welche sich im Keller befinden, werden die einzelnen Körperteile gegessen. Dabei ist sehen,wie die Zombies aus Körperteilen das Fleisch herausreißen und genüsslichverzehren.

(Die Bewohner werden nicht wahllos erschossen, die Zombies werden getötet, am Anfang der Szene beginnteine Razzia die auch nicht mehr Gewalt enthält als jeder normale Actionfilm.)

24.- 74. Min.
Die nachfolgenden Szenen spielen sich in einem Supermarkt-Komplex ab. Hierbei sind immer wieder viele Zombies zu sehen, die teilweise Menschen angreifen und Fleischstücke aus dem Körper beißen. Im Gegenzug werden auch die Zombies durch die Menschen meist durch Schüsse hingerichtet. Bei dem Töten ist zusehen, wie die Zombies and en einzelnen Körperteilen getroffen werden. Das jeweils spritzende Blut ist ebenfalls in Nahaufnahme zu sehen.
Zum Schluss der Handlung wird eine menschliche Person von einem Zombie mehrfach verletzt. Diese wird dann selbst zum Zombie. Dieser jetzt entstandene Zombie wird zum Schlussgetötet.

(Die Zombies versuchen natürlich die Menschen zu töten, dagegen müssen sich die Menschen natürlichverteidigen, wer gibt schon freiwillig den Löffel ab. Wird hier etwa der menschliche Erhaltungstrieb verurteilt???)

Der Film enthält keine durchgehende Handlung. Vielmehr steht im Vordergrund das wahllose gegenseitige Töten mit der Zielsetzung, diese Handlungen in Nahaufnahme zu zeigen. Der Film erhält durch die vorgenannten Szenen gewaltverherrlichenden Charakter, so dass seine Verbreitung gemäß §131 StGB zu verbieten sein wird.

(Keine durchgehende Handlung? Hat die BPjS den Film eigentlich gesehen? Anscheinend NICHT!
Der Film bietet natürlich eine Handlung, mitsamt Charakterentwicklung und die menschlichen Protagonisten stehen eindeutig im Vordergrund der Geschichte. Das Menschen im Film sterben ist sicherlich nicht zu vermeiden, wird aber auch nicht in irgendeiner Form verharmlost,hier wird auch gezeigt wie Traurig und Erschüttert die anderen über solche Verluste sind, die Emotionen stehen auch hier wieder im Vordergrund!
Wiedereinmal zeigt die BPjS hiermit, dass jeder Film mit sinnlosen Anschuldigungen und Unterstellungen klein gekriegt werden kann. Das ganze vorgehen der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften ähnelt verblüffend der Inquisition im Mittelalter ...)



Kapitel 3:

Die breite Öffentlichkeit

Die breite Öffentlichkeit? Die wird leider dermaßen durch die Medien manipuliert das es nicht mehr schön ist. Geht doch mal auf einen Bekannten zu und sagt, dass ihr euch vorhin Interner Link"Braindead" angeschaut habt. Dann werdet ihr sicherlich angeschaut als ob ihr grad gestanden habt, 3 Kinder misshandelt zuhaben.
Das ist leider nach wie vor so! Einige großen Geschäfte (Spitzenbeispiel: Media Markt) verkaufen noch nicht einmal mehr indizierte Titel. Und falls diese DVDs oder VHS dort wieder erwartend doch verkauft werden, wird man oft angeschaut als sei man ein gefährlicher Gewaltverbrecher, wie oben halt schon erwähnt.
Dafür liegen meist bei solchen Geschäften wie Karstadt, in denen die Angestellten eh nicht was sie verkaufen, viele FSK18-Titel aus und können auch sehr einfach von Minderjährigen erworben werden, die Kassiererinnen juckt das meistens überhaupt nicht! Wenn darauf geachtet würde, wer welche Titelbekommt, bräuchte man gar nichts indizieren oder gar beschlagnahmen!
Dann könnte Interner Link"Braindead" friedlich neben Bambi liegen und würde nur an Volljährige abgegeben werden. Natürlich düften die Cover dann auch nicht mehr ganz so martialisch und blutrünstig daherkommen, da sie ja auch von Kindern in der Hand gehalten werden, aber ich glaube das ist eigentlich kein wirkliches Problem!

Da die Öffentlichkeit so wenig über das Medium Film im Gesamten und den Horrorfilm im Besonderen weiß, ist es auch nicht verwunderlich, dass es nicht viele Leute bemerken, wenn auf einmal 30 Splatterfilme mehr aus den Videotheken wegen "offensichtlich schwerer Jugendgefährdung" verschwunden sind.



Schade, armes Deutschland kann man da nur sagen, aber vielleicht ändert sich die Lage ja eines Tages.
Aber das ist leider, leider noch immer Zukunftsmusik!


2001 Seth



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