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HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Regisseur Paul Hyett konnte schon im kontroversen Regiedebüt Interner Link"Seasoning House" aus seinen reichhaltigen Erfahrungen als früherer Effektspezialist schöpfen. Mit sicherer Hand führt er den Zuschauer in "Howl" durch ein klassisches Midnight-Monster-Movie mit großartigen Creature-FX. Der Film feierte seine Deutschlandpremiere auf dem Fantasy Filmfestival. Am 29.8.2015 waren Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett als Gäste in der Kölner Vorstellung anwesend. Wir konnten die beiden gutgelaunten Filmemacher für ein exklusives, knapp 90-minütiges, Interview gewinnen, welches wir euch jetzt ungekürzt und in voller Länge präsentieren wollen.

Fangen wir direkt mit der ersten Frage an: Warum Werwölfe? Warum keine Zombies, oder Vampire?
Paul: Um ehrlich zu sein, da habe ich mir nicht wirklich Gedanken drüber gemacht. Ich habe es auch anfangs überhaupt nicht als Werwolf-Film gesehen, sondern als eine Geschichte über eine Bedrohung von außen. Ich glaube, das ist auch der Grund, aus dem wir nicht voll auf den echten Werwolf setzten, also mit Vollmond, Silberkugeln und alldem. Und ganz ehrlich, man kann da draußen einfach keine Vampire haben. Wir dachten uns also: "Wir haben da diesen Wald, und was könnten da wohl für Monster hausen?". Und so kamen wir dann schließlich auf diese werwolfartigen Kreaturen.
War es dir, nachdem du den Werwolf gezeigt hat, auch wichtig, das menschliche Biest zu zeigen? Wir haben hier ja dieses Arschloch, das es die ganze Zeit auf Kate (Shauna Macdonald) abgesehen hat. Das erinnert ein wenig an Interner Link"Seasoning House", wo die wahren Monster ja auch in Menschengestalt daherkamen.
Paul: Ja, wir haben ziemlich viel über das Ende gesprochen, am Schnitt gesessen, und uns gefragt, was die Leute wohl gerne sehen wollen. Und in seinem Fall will der Zuschauer einfach sehen, dass der Typ kriegt, was er verdient. Das ist eine dieser Szenen, bei denen jeder lacht. Es war uns sehr wichtig, dass Ende so hinzubekommen. Wir haben lange überlegt, wie wir den Film enden lassen, zum Beispiel mit Ellen am Bahnhof, aber dann dachten wir uns: "Nein, das muss früher kommen, der Schluss muss sein Tod sein."
Das ist wahrscheinlich eine recht kniffelige Frage für einen Filmemacher, aber wenn Du nochmal zurück könntest, und irgendeine Sache an dem Film andern könntest – was wäre das?
Martin: Diese Frage ist unmöglich zu beantworten. Da gibt es einfach zu viele Sachen.
Paul: Lasst mich mal eben meine Liste mit all den Sachen herausholen, die ich gerne noch ändern würde. Weißt du, das ist das Problem. Du machst einen Film, schaust ihn dir an, und denkst dir: "Was könnte ich anders machen?" Wir haben da ehrlich gesagt oft drüber gesprochen, einfach ob es vielleicht ein wenig zu konventionell ist, wo man weiß, was passieren wird, oder soll man das radikal anders angehen? Also, wenn ich irgendwas ändern könnte ...
Ich weiß nicht, vielleicht würde ich ihn blutiger machen? Vielleicht würde ich den Angriff im Zug ein wenig früher bringen. Wir waren der Meinung, dass die Vorstellung der Charaktere recht langsam vorankommt, und dann dachten wir uns, vielleicht sollten wir das ein wenig schneller über die Bühne bringen. Wie habt ihr das gesehen? Hat es euch zu lange gedauert, bis die Geschichte in Fahrt kommt?
Nein, ich finde, es war genau die Zeit, die die Story brauchte, um uns die Charaktere ein wenig näher zu bringen. Denn ziemlich oft, und vor allem in amerikanischen Filmen, läuft das ganze mehr nach dem Muster "Okay, das hier ist das Sport-Ass, das hier ist das Arschloch, das hier ..." ab. Und Du hattest hier zum Beispiel diese kleine Szene mit Shauna, wo sie anfangs da sitzt, und einfach nur ihre Arbeit machen will, und ein wenig später erfahren wir dann von ihrer Tochter. Oder der eine Junge, der, als wir ihn zuerst sehen, grade dabei ist, seine Klamotten in den Mülleimer zu stopfen. Anfangs ist er noch ein Charakter, bei dem man nicht genau weiß, was er ist. Denn die ganze Art, wie er eingeführt wird, wie er sich verhält, was er sagt, "Ich weiß viel über Motoren", da denkst du dir zunächst: "Okay, der hat bestimmt grade ein paar Autos geklaut". Und wenn sich dann später herausstellt, dass er sich tatsächlich richtig mit Motoren und Maschinen auskennt, da ist das wirklich überraschend. Wie gesagt, der Film verbringt exakt die Zeit mit den Charakteren, die man braucht, um sie kennenzulernen.
Paul: Als Filmemacher muss man sich erst einmal klar werden, wie die Grundstimmung des Films sein soll. Interner Link"Seasoning House" war natürlich extrem düster, und als wir darüber sprachen, war uns klar, dass wir einen Film machen wollen, der Spaß macht. Ein Film mit Charakteren, denen man die Daumen drückt. Im Nachhinein fragst du dich natürlich, ob du an gewissen Bereichen nicht hättest arbeiten sollen. Vielleicht hätte man den Film unberechenbarer machen sollen. Aber um ehrlich zu sein, es ist ziemlich schwer, alles richtig hinzukriegen. Vielleicht hätten wir ihn düsterer machen sollen, vielleicht hätte er mehr Humor vertragen. Ich glaube Martin sieht es genauso, wenn ich sage: Es ist verdammt schwer nur EINE Sache hervorzuheben. Was mich persönlich angeht, gibt es da eine ganze Reihe Sachen, bei denen ich mir denke "Hmm, vielleicht hätte ich dies oder das anders machen sollen. Vielleicht sollte alles schneller sein, oder vielleicht auch nicht. Vielleicht sollten wir das Monster früher zeigen, vielleicht mehr Gore haben ..."
Martin: Oder weniger ...
Paul: Ja, genau. Also, um ehrlich zu sein, die ganze Art und Weise, wie wir die Endsequenz gefilmt haben - vielleicht hätten wir da mehr Bäume gebraucht. Aber vielleicht hätten wir es auch besser nachts gedreht. Wir sind wirklich ein großes Risiko eingegangen, dadurch dass wir Tagsüber gedreht haben. Durch meine Erfahrungen im Bereich Spezial Effekte, weiß ich, dass man versuchen sollte, besser nicht zu viel von der Kreatur zu zeigen. Aber ich dachte mir, es gibt schon genug Filme, in denen die Monster immer im Dunkeln bleiben, einfach alles ist im Dunkeln, aber die Leute wollen sie sehen. Wir haben ursprünglich auch das Ende geändert, so dass es nachts spielt, weil wir einfach Angst hatten, dass sich das ganze nicht gut machen würde. Wir sagten uns dann aber, dass es inhaltlich einfach keinen Sinn macht, und dass es am Tag spielen muss. Es war eine endlose Diskussion. Ich denke mir, die Charaktere an sich funktionieren, und auch der Handlungsbogen funktioniert. Es sind mehr so Sachen, wie die Grundstimmung, das Tempo usw. Aber ich weiß genau, wenn ich alles anders gemacht hätte, hätten wir sicherlich trotzdem diese Unterhaltung. Naja, vielleicht hätte ich es doch anfangs ein wenig langsamer angehen lassen. Ich kann also nicht eine definitive Sache heraussuchen, die ich ...
Martin: Um mal eben eine Sache zu unterstreichen, die Du gesagt hast, Paul. Ich glaube es war Coppola, der gesagt hat "Filme sind niemals wirklich fertig, sie werden nur irgendwann aufgegeben".
Paul:Ja.


Szenenbild aus HOWL
Martin: Und ich glaube, das ist genau das, was passiert. Du filmst, und filmst, und filmst. "Oh nein, wir können das nicht machen, und wir können das nicht machen, und das auch nicht." Es ist ein Berg an Kompromissen, die man eingehen muss. Während die Realität um dich herum auf dich einschlägt, hoffst du, das diese Ideen fruchten. Und Paul hatte so viele Ideen für den Film, aber er schaffte es nicht, alle auf die Leinwand zu bringen. Und es gab so viele glückliche Zufälle, bei denen man sich dachte "Oh, da bin ich überhaupt nicht drauf gekommen!", und dann baut man das direkt ein. Das ist Filmemachen, es ist ein sehr organischer und natürlicher Ablauf. Da ist immer dieses Glückselement beim Filmemachen. Dieses kleine Fitzelchen Glück, wo man für eine Sache plötzlich ein wenig mehr Zeit hat. Oder aber das Unglück, wenn irgendwas daneben geht. Ich stimme Dir da absolut zu, es ist schwer, nur eine Sache hervorzuheben. Das ist einfach Film. Es ist, wie es ist. Irgendwann muss man einfach aufhören. Ansonsten würde Paul wahrscheinlich immer noch daran arbeiten. (lacht)
Paul: Oh ja, ich würde immer noch filmen. (lacht)
Martin: Aber irgendwann kommt einfach der Punkt, an dem die Leute, die alles finanziert haben, IHREN Film wollen, und dann muss man ihnen diesen auch geben. So einfach ist das.
Paul: Ich wollte einen anderen Film als Interner Link"Seasoning House" machen. Nicht einfach nur vom Inhalt und dem Ton her, sondern auch visuell, und was die Charaktere angeht. Ziemlich viele Leute machen leider immer wieder den gleichen Film, wieder und wieder. Und ich glaube, wenn man meine beiden Filme hintereinander zeigt, dann denkt man sich nicht sofort "Oh, die sind vom gleichen Kerl", weil sie sich so unterschiedlich anfühlen, und unterschiedlich aussehen. Als Filmemacher denke ich mir einfach, dass man immer versuchen sollte, verschiedene Dinge auszuprobieren.
Um nochmal kurz darauf zurückzukommen, dass du dir nicht so sicher warst, ob du das Ende im Tageslicht drehen solltest. Ich glaube, das war eine gute Entscheidung, weil sie einfach zum Ton des Films passt. Normalerweise hat man diese ganze Werwolf-Mythologie, dass man sie nur mit einer Silberkugel töten kann, und dass sie sich am Tag zurückverwandeln. Aber hier können die Werwölfe auf ganz konventionelle Art und Weise getötet werden, von daher passt es also ganz gut, dass du sie auch bei Tageslicht herumlaufen lässt.
Martin: Ja, Paul's ursprüngliche Idee war es, dass es einen Moment geben sollte, an dem sie denken, dass sie am Tag sicher sind. Aber sie sind es nicht! Das ist auch wieder einer der Sachen, die es nicht in den Film geschafft haben ...
Paul: Oh ja, absolut. Wir haben ja schon darüber gesprochen, ob der Film humorvoller sein sollte, oder nicht, und wir waren da auch immer hin und hergerissen. Ganz ehrlich Freunde, plant euren Film im voraus, überlegt euch, was für eine Grundstimmung er haben soll. Wir haben oft darüber diskutiert, ob wir mehr komödiantische Anteile einbauen sollen, und es gab auch eine Version des Skripts, in der mehr Comedy enthalten war, aber das passte nicht so wirklich. Und dann haben wir uns das nochmal genau angesehen, und uns gedacht, "Naja, vielleicht braucht es doch ein paar lustige Einsprengsel", aber dann dachten wir uns "Nein, reiner Comedy-Horror funktioniert nicht so wirklich". Es geht halt immer um die Grundstimmung. Und es ist auch recht schwer, einen solchen Film zu machen. Wenn man einen Haufen verschiedener Drehorte hat, dann kann man viel planen, und einige Einstellungen blocken. Aber hier filmen wir in einer großen Blechdose, und dann hast du auch noch Schauspieler, die an Klaustrophobie leiden. Da musst du dann ganz natürlich rangehen, und sie einfach ihr Ding machen lassen. Aber dadurch können sich natürlich auch Sache ändern, und du denkst dir - "Moment, ändert das, was sie grade spielen vielleicht die Geschichte?". Und dann fragst du dich, ob du jetzt vielleicht die Szene, die am Dienstag gedreht wird, geändert werden muss, weil dieser Charakter jetzt eine Sache macht, die Einfluss auf einen anderen hat. Du denkst Dir "Ich habe kein Problem, dass wir von A nach D kommen, nur – wie erledigen wir B und C?"
Martin: Ich glaube, das ist auch eine von zwei Sachen, über die wir noch nicht gesprochen haben. Denn Paul bestand darauf, alles chronologisch zu filmen. Also, dieses Gefühl der Eskalation, der Klaustrophobie, das ist echt! Die Schauspieler haben das wirklich gefühlt, sie waren in dieser Metalldose, es war heiß, es war feucht, es war aufreibend. Es stand alles irgendwie unter Druck, und das kann man auch sehen. Ein anderes Problem war, dass alles furchtbar beengt war. Wir hatten ein paar ausbaubare Fenster, Falltüren für die Kameras, aber letzten Endes war es nur eine lange Metallröhre. Und Paul musste da mit neun Schauspielern zurecht kommen. Es war wirklich extrem schwierig. Und das alles fünf Wochen lang. Das war sehr hart.
Paul: Oh ja, wenn Du in einem Zug bist, und ... Also, die Zuschauer bemerken das nicht, denn sie sind von der Story abgelenkt, aber als Regisseur musst die ganze Zeit darüber nachdenken, was für eine Kameraeinstellung man nimmt, wie man es hinkriegt, dass man die ganze Action ins Bild bekommt. Man kann sich nicht einfach sagen "Ich nehme jetzt das, und das, und langsame Zooms, und Steadicams ...". Versucht mal mit Steadicams in einer langen, engen Röhre zu arbeiten! Es war letzten Endes ein reines "Schnitt!", "Schnitt!", "Schnitt!". Man muss die ganze Zeit versuchen, die Zuschauer optisch bei der Stange zu halten, ihr Interesse an den Charakteren zu halten. Es war ein wirklich interessanter Dreh.


HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Wenn ich an moderne britisches Werwolf-Filme denke, denke ich natürlich zuerst an Interner Link"Dog Soldiers", war das eine Inspiration? Oder hattest Du irgendeine andere Inspiration für den Film?
Paul: Ich bin ein großer Fan von John Carpenter, und hier haben wir unter anderem den Nebel, die leuchtenden Augen, und all das. Aber um ehrlich zu sein – inhaltlich? Nicht wirklich. Ich habe natürlich auf ein paar andere Filme geschielt, wenn es darum geht, Stimmung aufzubauen und zu halten, so Sachen wie "Das Boot"zum Beispiel. Wie haben sie es geschafft, das alles in dieser Sardinenbüchse so gut aussehen zu lassen? Aber wir saßen jetzt nicht da und waren am überlegen, was wir nehmen könnten. Es gibt natürlich immer ein paar kleine Sachen, bei denen ich überhaupt nicht drüber nachgedacht habe, die andere aber als Referenzen gesehen haben. Die Szene, in der das Monster mit seinen Krallen den Wagen entlang läuft? Als ich das gedreht habe, habe ich da überhaupt nicht dran gedacht, aber dann kamen plötzlich Leute und sagten "Oh, ich liebe diese Anspielung auf Freddy Krueger", und ich nur "Oh, äh, yeah?"
Martin: Das ist schon ziemlich unheimlich.
Paul: Ich denke mir, unterbewusst hatte ich das sicherlich irgendwie im Kopf. Du denkst Dir "Okay, jetzt kommt die Szene mit den Krallen", aber ich habe wirklich nicht gedacht jetzt eine neue Version von dieser und jener Sache zu machen. Wir haben das Skript geschrieben, besser gesagt, ich habe das Skript erst einmal bekommen, und dann willst Du als Regisseur dem Skript auch deinen eigenen Stempel verpassen. Aber um ehrlich zu sein, nein, ich bin nicht direkt von irgendwelchen anderen Filmen beeinflusst worden. Wir haben da auch nicht drüber gesprochen, oder?
Martin: Nein, und um mal ein wenig auf den Hintergrund des Skripts einzugehen. Ursprünglich spielten wir mit der Idee einer mystischen Kreatur aus Südostengland, ich glaube sie heißt Blackchuck. Einer der Autoren ist aus Suffolk, was in der Gegend liegt, und der ursprüngliche Plan war, dass es dieses Blackchuck-Ding ist. Aber dann stellten wir fest, dass sie im Skript zuviel Zeit damit verbrachten sich zu fragen "Was ist das für ein Wesen? Was kann es? Was für Grenzen hat es?". Und dann dachten wir uns "Ach was, lasst es einfach einen Werwolf sein!". Und das ist auch viel einfacher. Die Leute hören Werwolf, und hören auf Fragen zu stellen. Das war also so ein Fall von Entscheidungsfindung. Und um nochmal auf eine frühere Frage zurückzukommen: Ich glaube, der Werwolf muss, wie ich finde, erst noch wirklich gut im Film umgesetzt werden. Also, abgesehen von Landis natürlich ...
Paul: Interner Link"An American Werewolf in London" ist einfach unglaublich!
Martin: Stimmt, den kannst Du Dir auch heute noch anschauen, und er ist immer noch gut.
Paul: Das alles am Tag zu drehen, das war eine der Sachen an die wir auch gedacht haben "Landis hat das alles im Tageslicht gedreht!", und ich hatte Schiss das irgendwie nicht so hinzukriegen. Er hatte Nebel, wir hatten Nebel und Bäume, einfach nur phänomenal. Ich liebe aber auch Interner Link"The Howling" ...
Martin: Nein, der geht überhaupt nicht. Im TV-Studio, wenn sie sich verwandelt, das ist so schlecht gealtert. Das funktioniert absolut nicht mehr, sorry.
Paul: Also, nee, Interner Link"The Howling", diese Szene, wo der Werwolf richtig rauskommt, das war für mich nur ... Oh mein Gott, so gut ...
Martin: Aber um zum Thema zurückzukommen ...
Paul: Oh, wir schweifen grade ein wenig ab, was?
Martin: Es gab eine Regieanweisung in der Paul zu Ryan sagte "Schmeiß einfach alles weg, das dir im Weg ist!" und das ist mehr oder weniger Interner Link"The Howling". Er spielt einfach absolut verrückt, und ...
Paul: Ja, die Szene habe ich auch immer irgendwie im Hinterkopf.
Hauptsache es ist Interner Link"The Howling" und nicht Interner Link"Howling 2".
Paul: Oder 3, oder 4, oder 5 ...
Martin: Ich glaube, ich habe nach Teil 2 aufgehört.


Szenenbild aus HOWL
Wo wir vom Drehbuch reden, ich glaube Deine Frau kannte die Autoren? Als ich nachschaute, was die Jungs vorher gemacht haben, dachte ich mir nur "Wie zur Hölle haben sie diesen Job bekommen?". Das meiste, das sie gemacht haben, sind Kindersendungen, wie "Thomas the Tank Engine", und das ist dann doch ein ziemlicher Sprung. Gut, es gibt auch andere Autoren, die zunächst eher kinderfreundliches gemacht haben, James Gunn hat auch vorher "Scooby Doo" geschrieben, aber wenn man sich ihre Vita ansieht – nur Kinderserien, und dann plötzlich "Howl"!
Martin: Also, ich kenne die Autoren seit 15 Jahren, so lange wie ich meine Frau kenne. Und als sie noch komplett unbekannt, und am Anfang ihrer Karriere standen, schrieben sie nur SciFi und Horror. Wir haben immer wieder mal über ihre Ideen gesprochen, und während ich in der Filmindustrie so vor mich hin arbeitete, hieß es oft "Hey, wir sollten mal einen Film zusammen machen", oder "Woran arbeitest du gerade?" - "Ach, ich arbeite hier dran, und da dran" ... Und sie hatten immer diese großartigen Drehbücher und diese tollen Konzepte, aber sie waren alle sehr stark im Genre eingebunden. Ich glaube, sie sind in diese Kindersache einfach irgendwie reingestolpert, sowas passiert schon einmal. Sie haben da reingefunden, und angefangen zu arbeiten, und sie haben unter anderem "Peter Rabbit" und "Thomas the Tank Engine" gemacht, und jetzt machen sie grade "Danger Mouse". Sie machen das schon wirklich gut. Aber sie haben demnächst auch einen Film namens "Dont Knock Twice", von Caradog James, mit Katee Sackhoff aus Interner Link"Battlestar Galactica" in der Hauptrolle. Und sie haben ein weiteres Genre-Skript, das kommen wird. Sie haben also eine ziemlich schizophrene Karriere, mit Kinderserien auf der einen, und Horror auf der anderen Seite. Aber ich finde das ist großartig, sie haben wirklich ziemliches Glück.
Es ist aber auch ein ziemlich britisches Skript, und ein ziemlich britischer Film. Für mich ist das ganze Setting, mit dem Horrorfilm in einem Zug, ziemlich britisch. Einer der besten britischen Horrorfilme, "Die Todeskarten des Dr. Schreck" spielt zum Beispiel auch in einem Zug – und er hat ebenfalls einen weiblichen Werwolf. Das ganze ist mir noch ziemlich gut im Gedächtnis, weil ich momentan eine Dokumentation über den Film untertitele, und da gibt es eine Filmkritikerin die sagt, "Wenn sie diesen Film sehen, wissen sie, dass er britisch ist, weil die Leute hierzulande nicht miteinander in öffentlichen Verkehrsmitteln reden!"
Paul und Martin: Oh ja.
Man macht das einfach nicht.
Martin: Es braucht schon eine Werwolfattacke, damit wir das tun!
Und genau das haben wir hier ja auch. Es ist also auf diese Weise irgendwie urbritisch. Und auch die Art, wie die Wagons aufgebaut sind. In Deutschland haben wir nur diese Abteile für mehrere Personen, und nicht diese lange Metallröhre. Und das ist auch eine der Sachen, die ich an dem Film sehr mag, denn es ist immer schön, etwas zu sehen, das ein wenig von dieser Hollywood-Norm abweicht. Die meisten amerikanischen Filme laufen oft nach derselben Formel ab, während sich britische Filme meist ein paar mehr Freiheiten nehmen. Es ist hier meist ein wenig mehr wie im echten Leben. Hier halt, dass die Leute nicht miteinander reden, und alle ihr eigenes Ding machen. Und das gefällt mir sehr gut. Und ich finde, dass es nicht nur ein guter britischer Film, sondern auch ein guter Werwolf-Film geworden ist. Ich mag, dass du hier die Gratwanderung schafft, wie auch bei deinem Erstling, denn beide hätten sehr leicht in pure Exploitation abdriften können. Du stehst damit also momentan 2 von 2, da du es beide Male geschafft hast, nicht in die genretypischen Fettnäpfchen zu treten. Besonders bei Werwolf-Filmen stellt sich immer die Frage, zeige ich jetzt zuviel von der Kreatur, oder zu wenig, und auch die Balance von Humor und Blut passte sehr gut.
Paul: Oh danke, das freut mich zu hören.


HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Ich glaube, man kann auch sagen, dass du ein ziemlich britischer Filmemacher bist, weil du sehr viel mit Leuten arbeitest, mit denen du auch schon vorher zu tun hattest. Hier haben wir zum Beispiel, Sean Pertwee, Shauna MacDonald, Rosie Day, ich glaube es ist auch der gleiche Komponist, Paul Francis?
Paul: Ja, ist er.
Und auch die gleiche Kostümdesignerin, und ebenso deine Cutterin, Agnieszka Holland. Und diese Treue ist es, die man vielen britischen Regisseuren nachsagt. Leuten wie Freddie Francis zum Beispiel, der sehr viele Hammer-Filme gemacht hat, stand immer sehr treu zu seinen Darstellern und seiner Crew. Klar, es ist erst dein zweiter Film als Regisseur, aber es ist heutzutage schon etwas besonderes zu sehen, dass jemand auf die gleichen Leute setzt.
Paul: Ich denke mir, dass das auch mit meinem eigenen Hintergrund zusammenhängt. Es gab so einige Regisseure, mit denen ich gearbeitet habe, die immer wieder auf mich zurückkamen. Das ist einfach eine Sache, die beidseitig funktioniert, Du freundest Dich mit den Leuten an, arbeitest mit ihnen, entwickelst eine Beziehung, und sie schätzen Deine Freundschaft, und kommen deshalb immer wieder zurück. Das ist jetzt natürlich nur die freundschaftliche Ebene, aber die professionelle funktioniert ebenfalls so. Paul, mein Komponist, weiß einfach, was ich will. Ich sage zu ihm "In dieser Szene, da will ich eine Referenz an ...", und er weiß genau, was ich meine. Und ihn nicht dabei zu haben, ist ehrlich gesagt eine schreckliche Vorstellung. Er weiß einfach genau was ich mag, und versteht alle meine Anspielungen auf Filme und Komponisten. Und dann plötzlich mit jemand neuem zu arbeiten? Oh mein Gott, das wäre wirklich furchtbar. Ja, ich würde gerne mit den gleichen Leuten weiterarbeiten, denn alles geht schneller, wenn man sich blind versteht, vor allem, weil sie wissen, was Du willst. Egal ob Makeup, Production Design, Kostüme, sie verstehen was Du magst, und wie Du arbeitest. Es ergänzt sich also alles irgendwie.


HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Wo wir bei den Effekten sind – wie hoch war eigentlich das Budget, und wie lange wurde gedreht? Ihr sagtet was von fünf Wochen?
Martin: Ja, das Budget lag so um 2 Millionen Pfund, so etwa 2,7 Millionen Euro, und wir hatten ...
Paul: Fünf Wochen und einen Tag!
Martin: Genau, fünf Wochen und einen Tag. Insgesamt 30 Werktage.
Paul: Was schon ziemlich knapp ist.
Martin:Ja, ziemlich knapp.
Paul: Es war nichtmals nur die Zeit, die wir gedreht haben, wir hatten einfach nicht soviel Vorbereitungszeit. Denn wenn man alles richtig vorbereitet, also seine Drehorte kennt, und alles, dann kann man auch sofort loslegen. Wenn man aber nicht viel Zeit hat, und dann neun Schauspieler am Set, und man versucht alles zu klären, und blockt eine Szene. Dann musst Du neun Schauspielern zuhören, und jeder hat seine eigenen Ideen für seinen Charakter, und wenn Du grade was geklärt hast, kommt wieder einer mit was an, und auf einmal hast Du keine Zeit mehr.
Martin: Ja, das war ein ziemliches Problem. An so einem Set, wie unserem Zug, da kann man zu Beginn der Dreharbeiten noch von Wagen zu Wagen gehen, aber irgendwann kommt der Punkt, an dem sie sich in einem Wagen einbunkern. Und wenn es so weit ist, bedeutet jedes Set-Up, dass Du in diesem Wagen bist. Du kannst nicht sagen "So, geht mal an die Seite, und dreht im anderen Wagen weiter, während wir hier arbeiten". Es hat das alles also ziemlich ausgebremst, es wurde immer langsamer, als in einem Wagen angelangt sind. Wenn zum Beispiel was kaputtgegangen ist, hieß es "Stop! Alle raus!", dann kam das Art Department rein, machte alles wieder fertig, und erst dann konnten wir wieder rein und weiterdrehen. Während es anfangs noch so war - !Oh, wenn die in dem Wagen hier grade drehen, können wir ja den anderen schonmal vorbereiten". Man konnte also hin und her springen.
Paul: Und dann hast Du ja auch noch Deine Crew da drin, und dann die Kreaturen. Und in dem Moment, in dem die Kreaturen auch noch dazu kamen, war es absolut vollgestopft.
Martin: Ich weiß nicht, ob es auf der Leinwand auch so rüberkommt, aber Ryan, der Haupt-Werwolf, in diesem Wagen ... Das war einfach unglaublich. Er füllte alles aus.
Paul: Du kamst nicht mehr an ihm vorbei!
Martin: Kein vorbeikommen. Und das war auch wieder gutes Denken von Pauls Seite. Denn ursprünglich wollten wir diese normalen Abteile haben haben, die es in den meisten Zügen gibt. Diese Art von Sitzordnung, die wir im Film haben, findet man normalerweise in Londoner Bahnen, aber wir sagten uns, wir brauchen soviel Platz wie nur möglich, also lasst uns diese Wagen nehmen. Aber selbst so – Ryan kommt rein, und füllt alles aus! Er ist einfach nur gewaltig. Also, er ist so schon ein verdammt großer Kerl, aber so war es wirklich extrem eng zu arbeiten.
Um mal ein wenig auf die Besetzung zu kommen – war es nicht ein wenig komisch, den armen Sean Pertwee so früh, gleich als ersten zu töten?
Martin: * lacht * Ich meine, ich liebe den Kerl, er ist einer der MVP dieses Festivals, es gibt kaum ein Jahr, an dem er nicht dabei ist. Und deshalb dachte ich mir auch "Oh, Sean Pertwee ist drin! Der Film kann nicht schlecht werden!", und dann ...
Paul: … wird er gekillt!
Genau! Obwohl, ich dachte mir schon irgendwie, dass seine Rolle nicht allzu groß sein wird, weil es im Vorspann "und Sean Pertwee" heißt.
Martin: Sean wollte eigentlich überhaupt nicht genannt werden! Er hat uns angefleht - "Nennt mich nicht!" Es sollte eine Überraschung sein.
Also so ähnlich, wie Neil Marshall in Interner Link"Seasoning House"?
Martin: Ja, er wollte das ursprünglich so haben. Und vielleicht hätten wir das auch machen sollen.
Paul: Aber die Leute aus dem Verkauf sagten "Nein!"
Martin: "Rein mit ihm, es ist Sean Pertwee!". Und schwupps, war er drin, aber egal.
Paul: Sean und ich sind gute Freunde, wir kennen uns schon viele Jahre, und ich sagte zu ihm "Du musst einfach in diesem Film dabei sein!". Das ganze ist so ein wenig wie in Interner Link"Einsame Entscheidung", als Steven Seagal stirbt. Ich dachte mir, die Leute denken sich, da kommt noch mehr, und plötzlich ist er tot. "Oh. Oh. Okay, er ist tot!"


HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Ich fand es war mehr wie Interner Link"Deep Blue See", als Samuel Jackson, grade was erzählt, und plötzlich wird er von einem Hai gefressen. Man denkt sich auch erst, daß da noch mehr mit Sean kommt, daß er etwas sieht, zum Zug zurückläuft und sagt "Da draußen ist was!", aber dem war nicht so.
Paul: Ein paar Tage darauf musste er auch in die USA um "Gotham"zu drehen.
Das war sicherlich auch ein Faktor, dass er nicht soviel Zeit hatte.
Paul: Er sagte mir: Ich habe nur jetzt Zeit, nächste Woche muss ich in New York sein. Aber das ist halt Sean, ein absolut wunderbarer Kerl."
Ich muss zugeben – ich hoffe, dass "Gotham"abgesetzt wird.
Martin: Damit er wieder mehr Filme drehen kann, yeah.
Nichtmals das, aber ich will, dass er der nächste Interner Link"Doctor Who" wird, wenn Peter Capaldi aufhört.
Martin: Oh ja, das wäre eine großartige Wahl! Der erste Second Generation Doctor.
Um beim Casting zu bleiben. Wer hatte die Idee, Ed Speleers zu besetzen? Er hat ja vor ein paar Jahren mit "A Lonely Place to Die" schon einmal einen Horrorfilm gemacht. Man kennt ihn aber am ehesten aus Interner Link"Eragon" und natürlich "Downton Abbey". Von daher hat es mich ziemlich überrascht, dass er nach "Downton Abbey", wieder zu so einer Art Film zurückkehrt.
Martin: Ja, wir haben lange überlegt, wer Joe spielen könnte. Wir brauchten einen wirklich guten Schauspieler, einen, der sich die Rolle eigen machen kann und dabei wie der Junge von Nebenan rüberkommt. Mein Produktionspartner Ed King hatte ihn in "Plastic"gesehen, und fand ihn darin richtig gut. Er war also unsere erste Wahl. Wir hatten ziemliches Glück, dass wir ihn kriegen konnten. Er hat viel zu tun und jeder will ihn haben! Es hat aber ein wenig Überzeugung gebraucht um ihn für die Rolle zu gewinnen. Paul hat sich mit ihm getroffen und beide haben stundenlang gesprochen. Er ist ziemlich da ziemlich pingelig. Er mochte die Rolle, war sich aber nicht so wirklich über uns sicher, und über das, was wir machen wollten..
Paul: Ja, er befürchtete irgendwie, dass es ein alberner Film werden könnte. Und ich sagte ihm, nein, es wird nicht albern, nicht ironisch gemeint, es wird einfach gradlinig, mit ein wenig dunklem Humor, aber es wird definitiv nicht albern. Er hatte nämlich einen Film gemacht, der mehr in diese Richtung tendierte, und das mochte er absolut nicht. Ich musste ihn davon überzeugen, dass es hier nicht der Fall wäre.


Szenenbild aus HOWL
Eine Sache, die mir bei "Howl" aufgefallen ist, ist dass die Besetzung ziemlich weiß ist.
Paul: Oh, hat sich da jemand drüber beschwert?
Nein, aber es fiel mir nur auf. Klar, es gibt einen Charakter, der Inder ist, aber über die letzten Jahre hat man sich daran gewöhnt, dass es in britischen Filmen immer wenigstens einen Schwarzen gibt, einen Moslem und einen Asiaten, und von daher war es ziemlich komisch einen Film zu sehen, der zum größten Teil einfach nur homogen weiß ist.
Martin: Ja, da muss ich schon zustimmen.
Paul: Ich muss sagen, es war ziemlich schwer, als wir den Film besetzten ...
Martin: Also, als wir den Film machten – wir bekamen grünes Licht, und machten den Film keine fünf Wochen später, und unser Casting wurde komplett in diesen fünf Wochen gemacht. Und wie man sieht, bin ich ein Mann afrikanisch-karibischer Herkunft, und daher stark der Multikulturalität in Besetzungen verpflichtet. Als ich aufwuchs, konnte ich mich nicht wirklich im Filmgeschäft wiederfinden, also, zumindest nicht in den interessanten Rollen. Und damit meine ich nicht unbedingt die Hauptrollen, sondern einfach interessante Rollen. In Horrorfilmen ist es doch zum Beispiel immer so, dass der Schwarze zuerst stirbt. Damit bin ich aufgewachsen. Und dann denkt man sich "Oh, das wäre toll, auch mal nicht-weiße Charaktere in interessanten Rollen zu sehen". Und das hatten wir auch vor. Wir wollten eigentlich eine kulturell gemischte Besetzung haben, aber wir sagten uns auch, wir wollen nur die besten Leute für die Rollen. Der Beste, der hier durch die Tür kommt, der kriegt auch die Rolle.
Paul: Ja, und wir sprachen auch darüber mehr verschiedene ...
Martin: Die Rolle des Matthew wurde zum Beispiel nicht als Inder geschrieben, Ahmet war einfach der beste, der durch diese Tür kam, also bekam er die Rolle. Und irgendwann kam der Punkt, an dem wir feststellten, dass die Besetzung dich sehr weiß geworden ist. Also, ja, zu einem gewissen Grad gebe ich Dir recht. Es ist etwas, das ich, als schwarzer britischer Filmemacher, wirklich bedauere. Allerdings ist jeder, der besetzt wurde, die beste Person für den Job. Da ist also diese Sache, mit der ich bei diesem Film ein wenig zu kämpfen hatte. Ich hätte wirklich gerne eine etwas mehr gemischtere Besetzung gehabt, aber jeder der durch diese Tür kam, war einfach genau richtig.
Ich denke mir, dass das den meisten Leuten, die den Film schauen, auch nicht wirklich auffallen wird.
Paul: Oh nein, nein, die werden sich nur für die Charaktere interessieren.
Martin: Nein, das wird ihnen auch nicht auffallen. Aber mir fällt es halt auf. Ich kenne Paul, und ich kenne meinen Partner Ed, und wir hätten es gerne ein wenig gemischter gehabt. Aber die Leute sind alle richtig für die Rollen. Ich denke mir, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wäre es vielleicht ein wenig bunter geworden. Aber so haben wir eben wirklich nur die besten Leute genommen.
Paul: Das ist einfach so, wenn man ein offenes Vorsprechen hat, und dein Casting Director dir sagt: "Das ist die heutige Szene.", und du hast da draußen vor der Tür 30 Leute, und von denen könnten vielleicht zehn ...
Martin: Für die Rolle der Ellen hatten wir ursprünglich ein chinesisches Mädchen im Auge, aber Holly war einfach die beste für die Rolle. Auch Ed (Speleers) war einfach der beste Darsteller. Wir haben uns immer nur gefragt "Wer ist der beste für die jeweilige Rolle?", Billy war ursprünglich als Schwarzer geschrieben, oder besser gesagt, wir dachten uns ursprünglich, dass das ein schwarzer Charakter sein könnte. Aber die beste Person, die durch die Tür kam, war Sam Gittins, und wir wären verrückt gewesen, wenn wir ihm die Rolle nicht gegeben hätten.
Paul: Manchmal denkt man sich halt nicht: "Ed ist weiß und blond, Shauna ist weiß und blond, Sam ist weiß und blond usw.".
Martin: Du besetzt sie einfach, und stellst dann plötzlich fest, dass sie alle blond sind.
Paul: Und dann wunderst du dich, dass es dir nicht aufgefallen ist. Aber beim Casting achtest du darauf, jemanden zu bekommen, der in die Rolle passt. Und ich hatte wirklich sehr viel Glück bisher, dass ich eine gute Besetzung und somit gute Darsteller hatte.


HOWL - Produzent Martin Gentles und Regisseur Paul Hyett
Billy war der Junge, der den Motor repariert hat, oder?
Martin: Ja.
Ich denke mir, wenn er, wie ihr es ursprünglich vorhattet, wirklich von einem farbigen Darsteller gespielt worden wäre, dass viele Leute die Rolle zu sehr als Klischee aufgefasst hätten. Der Straßenjunge im Hoodie ...
Martin: Ja, das kann gut sein, aber wie gesagt, bei einem offenen Casting hätte jeder die Rolle bekommen können, Und ich glaube auch nicht, dass das jedem so auffällt. Letztenendes kommt es nur darauf an, dass die Leute die Figuren nicht als Schauspieler sehen, sondern als Charaktere, als echte Personen. Und nicht als Kanonenfutter, wie all diese quirligen amerikanischen Teenager, die man sonst immer in Horrorfilmen hat. Und ich glaube, das ist ein großer Verdienst des Skripts, der Regie, und auch des Castings.
Eine andere Sache, die mir gut gefallen hat, ist, dass Du Shauna MacDonald mit ihrem schottischen Akzent sprechen lässt, was sie in den beiden Interner Link"The Descent" nicht gemacht hat.
Paul: Ja, darüber haben wir auch im Vorfeld gesprochen. Ich sah keinen Grund darin, warum sie nicht schottisch sein sollte. Shauna fand, dass es nett wäre, wenn es alles ein etwas keltisches Feeling hätte ...
Martin: Sie ist halt eine sehr, sehr stolze Schottin.
Paul: Und deshalb dachte ich mir, dass sie mit ihrem Akzent sprechen sollte. Wenn überhaupt, würde das eher dem Charakter zuträglich sein.
Martin: Genau, sonst würde sich alles gleich anhören, und so gibt das dem ganzen noch ein wenig Struktur.
Da Shauna und Sean, genau wie du, früher mit Neil Marshall gearbeitet haben, fühlt sich das ganze irgendwie ...
Paul: Es fühlt sich wie eine Familie an, und so sehe ich das auch. Ich kenne Shauna, ich kenne Sean - ich habe Sean schon so einige Male gekillt. Es ist einfach schön Leute zu haben, die du kennst, und auch Horrorfans sind. Wir mögen diese Verbindungen untereinander.
Wir können also damit rechnen, in einigen Deiner nächsten Projekte wieder ein paar bekannte Gesichter zu sehen.
Martin: Wir werden sehen, man weiß es nie im Vorfeld. Es wäre aber toll, ich weiß ja, dass Paul gerne mit ihnen arbeitet.
Paul: Ich LIEBE es, mit ihnen zu arbeiten! Und ich werde auch garantiert wieder mit ihnen arbeiten, sowohl mit Shauna als auch Sean. Wenn es möglich ist, auf jeden Fall. Es kommt halt immer darauf an, ob die Rolle passt.
Du arbeitest ja auch mit Rosie. Ist sie nicht 20 oder 21 Jahre alt? Da ist also noch ziemlich viel Zeit, in der Du mit ihr arbeiten kannst. Also mehr als genug Zeit, mit der "Familie" zu arbeiten.
Martin: Das bringt auch einiges an Erfahrung mit sich, so wie Paul bereits sagte. Es entwickelt sich eine Art von Kurzschrift, in der man miteinander kommuniziert. Wenn jemand neues am ersten Drehtag dazu kommt, muss man erst eine neue Beziehung aufbauen und alles ausloten. Man weiß nicht, ob es beim ersten Mal was wird. Aber wenn Paul schon mit ihnen gearbeitet hat, dann wissen sie genau was er will. Es ist soviel einfacher mit Leuten am Set zu arbeiten, die man kennt. Du hast so oft stressige Situationen, und in jeder Minute in der du nicht drehst, verbrennst du Geld. Jemanden zu haben, der auf ein Fingerschnippen reagiert und abliefert was du brauchst, das ist wunderbar.
Paul: Und das gute an Shauna, Sean und Rosie – Du weißt einfach, dass sie sich voll reinknien und eigene Ideen mit einbringen. Es ist toll zu wissen, dass du mit Leuten zusammenarbeitest, die sich zu 100% einbringen. Du denkst an die Kameras und die Beleuchtung, und sie denken an ihre Charaktere. Sie wissen, was Du willst, Du weißt, was sie wollen. Ja, das ist verdammt gut.
Was steht als nächstes für euch an? Ihr habt ja bereits erzählt, was die Drehbuchautoren als nächstes machen, aber was kommt als nächstes für euch selbst?
Paul: Ich habe ein paar Filme in Vorbereitung, weiß aber nicht, was ich schon alles verraten darf. In einem geht um ein paar Teens auf einer Party. Ihr Pudel bekommt Tollwut ... Ein Survival-Thriller. Ein anderer ist "Swimming Hole" über ein junges Mädchen, das in einer Badegrotte gefangen ist. Purer Survival-Horror! Wir sind auch grade dabei einen weiteren Film zusammenzustellen, der aber mehr ein post-apokalyptischer Thriller ist.
Martin: Da können wir nicht viel zu erzählen, aber es ist wirklich cool. Das wird nochmal eine Stufe über "Howl" sein, ein größerer Film, aber er verspricht ziemlich packend zu werden. Paul hat Interner Link"Seasoning House" gemacht, der ziemlich düster war, und dann "Howl" , der mehr Spaß macht, und der nächste wird da irgendwie in die Mitte passen. Viel Spaß, aber auch ziemlich düster.
Paul: Wirklich, wirklich düster!
Martin: Und ich bin verdammt gespannt, wie Paul das machen wird. !
Du hast ja ursprüngliche als FX-Mann angefangen. Ist es nicht irgendwie komisch, dass Du jetzt Leute hast, die Deine Arbeit für Dich machen? Juckt es Dich nicht manchmal in den Fingern, wenn Du etwas siehst, und Dir denkst "Oh, das könnte ich viel besser machen!"?
Paul: Bei Interner Link"Seasoning House" hat es mich wirklich geschmerzt, das nicht zu tun. Es gab mehr als einen Moment, wo ich etwas gesehen habe, und anfing, es einfach selber zu machen. Meine Leute sagten zu mir: "Lass es, wir machen das schon", und ich meinte nur zu ihnen: "Ja, aber bis ich euch erzählt habe, was ich will, bin ich schon fertig, das ist doch viel schneller!". Manchmal muss man einfach loslassen können.

Als ich noch selbst Effekte machte, und der Regisseur dir sagte was du tun sollst, dachte ich oft, dass das keine gute Idee ist. Aber es ist das was der Regisseur will und sie bezahlen mich nicht für meine Meinung. Aber ich würde es so nicht machen, wenn sie nicht drauf bestehen würden. Es gab oft Momente wo ich die Ideen einfach Scheiße waren und meine Jungs meinten zu mir: "Wirklich? Wir machen das?". Man hat halt keine Wahl, wenn es der Regisseur so will. Ich war immer der Meinung, dass diese Leute nicht das beste aus mir herausholen würden. Die Regisseure die das Optimum aus mir herausgeholt haben, waren die, die mich nach meiner Meinung fragten und ich ihnen offen sagen konnte, wie ich die Sache sehe.

Mit unseren FX-Designer Christian habe ich z. B. schon sehr oft zusammengearbeitet und bei "Howl" sagte ich ihm, dass wir nur fünf Wochen Zeit haben, um all das Zeug zu bauen. Ich glaube, er machte acht Bodysuits, den ganzen Gore und was noch alles anstand. Es war eine ganze Menge Arbeit und er hatte nur fünf Wochen Zeit! Ryans Kostüm war z. B. So dick, dass wir einen Weg finden mussten, einen dermaßen dicken Abdruck zu gießen. Christian und ich machten einige Design-Entwürfe zusammen und ich sagte zu ihm: "Christian, das ist was ich will! Aber lass Deine Jungs ihren Spaß damit haben. Zeig mir, was sie sich einfallen lassen, aber innerhalb dieser Vorgaben, das hier sind die Sachen und Features, die ich mag, das hier sind die Referenzen, die ich mag." Ab und zu sagte ich dann auch mal "Nein, das mag ich nicht!" "Hier bitte mehr Venen, hier weniger Venen ..." Sowas in der Art halt. Sobald du mit einem anderen Künstler zusammenarbeitest, bekommst du auch gute Ergebnisse. Ich mich ein Stück von Christian zurückgezogen und ihn weitgehend machen lassen. Das gefiel ihm und seine Crew sehr. Und ich mochte was er ablieferte.

Was ich also bei Interner Link"Seasoning House" gelernt habe – sei nicht zu penibel auf Deine Vorstellungen bedacht, lass die Leute einfach machen. Wenn sie gut in ihrem Job sind, werden sie auch wirklich hart arbeiten, denn dann ist es mehr eine Kollaboration, mehr von ihnen selbst, als ein reines "Ich will diese Farbe, und ich will dies, und ich will das.", denn sie fühlen, dass sie sonst nur liefern, statt etwas mit Dir zusammen zu kreieren. Ich weiß, dass ich es den Leuten nicht leicht gemacht habe, bei Interner Link"Seasoning House", weshalb ich ihnen diesmal viel mehr Raum geben wollte.


Szenenbild aus HOWL
Ich habe gelesen, dass Dein Second Unit Regisseur Steve Barker war, der "Outpost" gemacht hat. Wie kam es dazu?

Paul: Ich kenne Steve schon seit Jahren, ich habe mit ihm bei "Outpost 2" gearbeitet. Wir dachten uns, wegen der knappen Zeit, die wir haben, dass es gut wäre, wenn wir jemanden für die 2nd Unit hätten. Nur für den Fall, dass wir dem Plan hinterherhinken, aber letzten Endes haben wir ihn überhaupt nicht gebraucht. Er hatte also ein paar ruhige Wochen. Wir dachten einfach, dass wir mehr Zeit hätten, aber ich brauchte alle Kameras selbst.
Martin: Wir hatten einige Kameras am Set, und dachten wir könnten eine zweite Crew haben, aber dazu kam es nie. Aber Steve war cool.
Paul: Ja, er war cool. Er hat dann einfach am Set abgehangen, und seinen Spaß gehabt.
Als ich im Vorfeld dieses Interviews nachschaute, wer alles an dem Film mitgearbeitet hat, und dann las "Assistant Director: Steve Barker", dachte ich mir, "Der Name kommt Dir doch bekannt vor!"
Paul: Ich glaube, Steve steht nichtmals im Abspann.
Martin: Ja, ich glaube nicht.
Paul: Nur in den Thanks.
Die Stabangaben in der IMDB waren auch ein wenig wirr, denn da steht immer noch "Regie: Paul Hyett (im Gespräch)", und der Film immer noch als "in Produktion".
Martin: Ach, wirklich?
Paul: Ich glaube, da sollten wir vielleicht mal ein wenig durchwischen. Danke, dass Du das erwähnt hast.
Martin: Vor allem dieses "im Gespräch". Sag mal Paul, wirst Du diesen Film machen?
Hey, so lange der Film noch keinen richtigen Kinostart hat, und sich noch in Produktion befindet, kannst Du ja noch daran arbeiten.
Paul: Oh ja, das sollte ich machen. Und hey, wenn sie es mich ließen, ja, ich würde direkt weitermachen. Ich würde wahrscheinlich niemals aufhören!
Martin: Aber irgendwann ist es einfach notwendig. Also, komm, gib auf! Aber das ist das tolle an Paul, wenn ich ihm hier mal noch ein paar Komplimente machen darf, er hat dem Film alles gegeben, einfach alles reingesteckt.
Paul: Aber ihr Jungs habt mich als Produzenten auch richtig unterstützt.
Martin: Vielen Dank!
Paul: Ich habe mit vielen Produzenten gearbeitet, und viele von ihnen wollen nur, dass es ihnen gut geht. Martin und Ed (King) ließen es aber mir gut gehen. Sie haben mich in allen meinen Vorstellungen unterstützt. Oft ist es nur ein: "Wir wollen das so, und wir wollen das so", oder "Du machst das zu düster". Sie hätten mich in meine Schranken weisen können, aber ich habe mich zu keiner Zeit irgendwie in meiner Vorstellung eingeschränkt gefühlt, und deshalb sage ich auch UNSER Film, und nicht MEIN Film. Wir haben das gemeinsam gemacht. Mit manchen Produzenten ist es wirklich schwer zusammenzuarbeiten, weil sie schlechte Ideen haben, und wieder andere Produzenten hingegen sind toll. Und gute Produzenten ... man redet immer über die Regisseure, aber man braucht auch einen guten Produzenten, um seine Vorstellungen umzusetzen. Und ich hatte das Glück, sehr gute Produzenten zu haben.
Martin: Danke.
Wie sieht die Situation in Großbritannien aus, wird der Film einen Kinostart bekommen, oder Direct-to-DVD gehen?
Martin: Wir werden einen sehr kleinen Kinostart haben, aber wir wissen noch nicht, mit wie vielen Kopien. Aber das werden wir noch hören. Auf jeden Fall in diesem Jahr. USA und UK zeitgleich, im Oktober. Erst Kino und dann DVD.
Weisst Du schon, ob Du einen Audiokommentar machen wirst?
Paul: Oh, ich glaube ja. Also, ich würde es gerne machen.
Martin: Da haben wir aber noch nicht genauer drüber gesprochen.
Ich frage wegen dem deutschen Release bei Capelight.
Paul: Ist auf der deutschen Version von Interner Link"Seasoning House" ein Kommentar drauf?
Ja, da ist einer drauf.
Martin: Wir würden gerne einen machen, aber wie gesagt, da müssen wir noch sehen.
Paul: Aber es kommt auch immer drauf an. Wenn ich grade einen Film gesehen habe, schaue ich ihn mir nicht direkt mit Kommentar noch einmal an. Ich warte erst einmal ein paar Monate, bevor ich ihn mir mit einem Kommentar anschaue.
Martin: Oh, da bin ich das komplette Gegenteil von. Und ich finde auch, dass ein Kommentar nur wirklich zählt, wenn es ein großartiger Film ist. Ich meine, man hört nie einen Regiekommentar bei einem schrecklichen Film, oder? Also, ich bin der Meinung, egal was man von ihm hält, aber Ridley Scotts Kommentare sind Meisterklasse. Und man sollte sich jeden Kommentar den er gemacht hat, anhören.
Paul: Also, ich würde mir gerne einen Kommentar eines schlechten Films mit einem schlechten Regisseur anhören.
Martin: Meinst Du jetzt "So schlecht, dass er wieder gut ist", oder einfach nur schlecht?
Paul:Ich glaube man verpasst einfach etwas, wenn man sich nur die Großen wie Ridley Scott anhört. Ich glaube sich andere anzuhören wäre sehr unterhaltsam. Ridley Scott ist sicherlich sehr informativ.
Martin: Okay, ich sehe Kommentare mehr wie eine Filmschule. Ich bin da mehr so ein Fan von David Fincher.
Paul: Also, ich sehe das mehr als Unterhaltung.
Martin: Nein, nein, das will ich nicht. Der Film selbst ist die Unterhaltung.
Paul: Also, nee, ich finde das muss unterhalten. Was denkt ihr?


HOWL - Produzent Martin Gentles, Regisseur Paul Hyett und Marco Erdmann
Ich glaube, dass es beides kann.
Martin: Oh, natürlich kann es das sein, es interessiert mich nur nicht. Ich schaue "Fight Club" ja auch nicht, um Brad Pitt und Edward Norton zu hören. Es ist mehr ein "Hey, David, wie hast Du das gemacht?". Das ist mehr mein Ding.
Paul: Was ich an Kommentaren mag ist, wenn sie einem erzählen, dass sie ja eigentlich eine Sache machen wollten, das aber nicht klappte weil grade etwas anderes passierte ...
Martin: Genau, und das ist eben Filmemachen.
Paul: Aber das ist keine technische Sache, keine technische Anekdote.
Martin: Ja, aber es hat auch irgendwie mit der Technik des Filmemachens zu tun. Mit der Realität des Filmemachens, und das ist dann lehrreich. Das finde ich an Ridley Scott so toll, der gesagt hat "Einfach filmen". Er hat einfach gefilmt, und dann im Schnitt passte alles. "Einfach filmen, denn wenn du's nicht machst, hast du nichts. Aber wenn du's machst, hast du vielleicht was", das ist so eine richtig Yoda-mässige Weisheit, Mann ...
Es gibt einen deutschen Filmemacher, Uwe Boll, dessen Kommentare sind pures Gold, man sitzt da, und lacht über alles, was er sagt.
Paul: Genau, und das ist wie ich finde auch das beste. Ein Kommentar darf dich nicht einfach mit Kram zuwerfen, denn dann sitzt du da, und das prasselt einfach auf dich ein, wenn es aber lustig ist, dann denkst du dir "Haha, ah, so haben die das gemacht", was viel besser ist.
Martin: Ich sehe das halt anders. Ich höre mir den Kommentar an, weil ich den Film einfach gut finde, und ich alles über ihn wissen will.
Ich glaube, das war's dann auch. Danke für das tolle Gespräch.
Martin: Oh ja, das hat Spaß gemacht, aber ihr müsst mich hier jetzt einfach stoppen.
Paul: Das könnte jetzt noch bis 3 Uhr weitergehen, und ihr würdet hier in der Ecke hängen, und Martin immer noch reden.
Ich trinke keinen Alkohol, von daher könnten wir von mir aus gerne weitermachen.
Martin: Und ich trinke, und gerade deshalb könnte das hier ewig weitergehen. Nochmals, vielen Dank, Leute, dieses Gespräch war toll.


Das Gespräch führte Marco Erdmann



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