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Biografie George Eastman
George Eastman, bekannter Schauspieler und Drehbuchschreiber der italienischen Filmlandschaft, wurde am 16. August 1942 in Forte dei Marmi (Lucca) unter dem bürgerlichen Namen Luigi Montefiori geboren. Leider ist über diesen Mimen nur wenig bekannt, sodaß ich mit nur sehr wenigen biographischen Quellen arbeiten konnte, die sich nur auf das oberflächliche Wesentliche beschränken. Nun ja, schauen wir mal, was so zusammen kommt. Zu den Familienverhältnissen - er ist verheiratet und hat wohl eine Tochter - und seinen verbrachten Jugendjahren gibt es soweit nichts zu vermerken, aber er arbeitete bis Mitte der 60er Jahre als Designer für Werbeagenturen in Genua.
Im Jahre 1966 wechselte er seinen Aufenthaltsort und zog nach Rom, um weiter an seiner künstlerischen Karriere zu arbeiten und schnupperte dank verschiedener Leute innerhalb des metropolischen Treffpunktes Cinecittà die Luft des Filmbusiness. Seine Schnupperpunkte als Darsteller folgten mit Maurizio Lucidis "Due once di piombo" und "Il cobra" von Mario Sequi. Währendessen studierte er 18 Wochen in den Experimental Film Studios und schwelgte in der neuen Leidenschaft des Drehbuchschreibens. Allerdings sollte es noch bis 1970 dauern, bis er ein erstes Skript an den Mann bringen konnte - und jener war Enzo Barboni (Regisseur vieler Terence Hill/Bud Spencer-Filme, besser bekannt als E.B. Clucher) mit seinem Italowestern "Ciakmull - L'uomo della vendetta", in dem Luigi auch agiert.

Django - Der Tag der Abrechnung  Zwei Himmelhunde im Wilden Westen  Django - Die Nacht der langen Messer

Das Genre des Italowesterns war es auch, in dem Luigi Montefiori in den ersten Jahren in erster Linie als Schauspieler sehr aktiv war und stand gemeinsam mit vielen namhaften Akteuren (z.B. Terence Hill, Bud Spencer, Horst Frank, Giuliano Gemma etc.) Szene aus 'Absurd'und Regisseuren (Ferdiando Baldi, Bruno Corbucci, Michele Lupo u.a.) vor und/oder hinter der Kamera. In Michele Lupos unterhaltsamer Westernkomödie Interner Link"Amico, stammi lontano almeno un palmo" agierte Luigi nicht nur mit Giuliano Gemma, sondern schrieb zudem auch das Drehbuch und kam unterdessen mit Kameramann Aristide Massaccesi in Kontakt, der später als Joe D'Amato berühmt wie berüchtigt wurde. Dieser Zusammenarbeit entwuchs sowohl eine feste Freundschaft als auch eine Zusammenarbeit, die bis zu Massaccesis Tod im Jahre 1999 andauern sollten. Zwischenzeitlich schaffte es Luigi auch in Federico Fellinis kinematographischem Kunstwerk "Satyricon" (1969) den Minotaurus zu geben. Neben seinen genrefremden Ausflügen in Ken Annakins internationalem Abenteuerfilm "Call of the Wild" (1972) oder Pupi Avatis politisch wie moralisch inkorrektem, aber humoristischen Musical "Bordella" (1976), blieb er allerdings weiterhin dem Exploitation-Kintopp treu.
1974 agierte er in Mario Bavas spannungsgeladenem Roadmovie-Thriller Interner Link"Cani arrabbiati", einer der letzten Streifen vom italienischen Meister, in dem der ehemalige Catcher seine physische KeomaPräsenz von 2,06 Metern Körpergröße sehr gut zur Geltung bringen konnte; sein Protagonist hört sogar auf dem Namen "Trentadue" (Zweiunddreißig), und wie man sich denken kann, bezieht sich die Länge nicht auf seine Füße. Ob dies eine Tatsache ist oder nur ein machogleiches Merkmal innerhalb des Drehbuchs, werden wir wohl nie erfahren. Im gleichen Jahr schrieb er auch das erste Drehbuch für seinen Freund Aristide Massaccesi, das dieser für seinen Western "Giubbe rosse" verwendete, und zwei Jahre später das Skript für Enzo G. Castellaris apokalyptischen Western-Kultfilm Interner Link"Keoma" mit Franco Nero in der Titelrolle.
Im Jahr darauf folgte eine bekanntermaßen schicksalhafte Begegnung mit dem indonesischen Model Moira Chen, die unter ihrem Künstlernamen Laura Gemser und mit Joe D'Amatos Interner Link"Emanuelle nera"-Filmen weltbekannt wurde. Sie lernten sich am Set von "Emanuelle - perché violenza alle donne?" kennen und wurden ebenfalls gute Freunde wie Filmpartner. Es hält sich das Gerücht, daß die beiden mittlerweile verheiratet sind, aber das ist fragwürdig und nie bestätigt worden. Zuvor kam es mit "Emanuelle e Françoise le sorelline" zur ersten richtigen Zusammenarbeit mit Aristide Massaccesi, in dem Luigi einen Macho spielt, der von der Schwester seiner Exfreundin, die sich wegen Liebeskummer das Leben nahm, gefangen und mit den eigenen "Waffen" mißhandelt wird. Als Exploiter inszeniert, entwickelt der Film eine intensive Stimmung, die dank des überzeugenden Spiels von Montefiori und seinem weiblichen Gegenpart Rosemarie Lindt immer gesteigert wird. Mit Sicherheit der beste Film des Montefiori-Massaccesi-Gespanns.

Porno Holocaust  Man-Eater  In der Gewalt der Zombies

1980 entstanden gleich mehrere Filme von Massaccesi, in denen Montefiori die Hauptrolle bzw. eine Rolle übernahm. Vorweg sind die sogenannten Karibik-Filme zu nennen, die alle auf Santo Domingo mit demselben Team abgedreht wurden. Dazu gehören solch illustren Sex-Flicks wie Interner Link"Sesso nero, "Hard Sensations", Interner Link"Le notti erotiche dei morti viventi" und Interner Link"Porno Holocaust", die sogar Hardcore-Elemente beinhalten. Die beiden letztgenannten Streifen dreh(t)en aufgrund der Zombie-Thematik auch beim Horrorpublikum ihre Runden, wenngleich ziemlich erfolglos. Denen folgte die vielleicht bekannteste Zusammenarbeit: Interner Link"Antropophagus". Dieser ziemlich reißerische Touristenschocker zeigt Luigi als wahnsinnigen Eremiten mit Appetit auf Menschenfleisch und landete in Deutschland auf der Verbotsliste und erhielt damit über all die Jahre einen gewissen Kultstatus. Zwei Jahre später setzte das Gespann mit Interner Link"Rosso sangue" effekthascherisch noch eins drauf, sodaß der Film - anfangs war die Geschichte um einen genetisch mutierten Amokläufer als Fortsetzung zum "Menschenfresser" angedacht - den gleichen Schicksalsschlag erfuhr.
Danach folgten Drehbucharbeiten für Massaccesi, u. a. der unglaubliche Interner Link"Caligola: La storia mai raccontata" und die Endzeit-Reißer Interner Link"Endgame - Bronx lotta finale" und "Anno 2020 - I gladiatori del futuro", für den er sogar in Eigenregie einige Szenen nachdrehte. Diese Interner Link"Mad Max"-Ripp-Offs waren für kurze Zeit in Italien beliebt und sie gefielen Montefiori so gut, daß er gleich noch in ein paar weiteren Streifen gleichen Kalibers mitwirkte. Die da wären Enzo G. Castellaris Interner Link"1990: I guerrieri del Bronx" und Interner Link"I nuovi barbari" sowie Sergio Martinos Interner Link"2019 - Dopo la caduta di New York", in dem Luigi als bizarr aussehender "Big Ape" zu sehen ist. Letztgenannter ist übrigens ein herrlich unterhaltsamer Abklatsch von John Carpenters Zukunftsthriller Interner Link"Escape from New York".

Emanuelle around the World  Bronx Warriors  Absurd

Auch in zwei barbarischen Interner Link"Conan"-Epigonen war er zu sehen, wovon nur Umberto Lenzis "Ironmaster - La guerra del ferro" etwas herausragt, zeigt sich Luigi doch als finsterer Steinzeitmensch, der seinen Stamm verrät und mit der Erfindung des Eisenschwertes die Stammesherrschaft an sich reißen will. Neben ein paar Spezialeffekten und Muskelmann Sam Pasco, hat der Streifen qualitativ aber nicht viel zu bieten. Das gleiche gilt für seinen anderen Ausflug in die Vorzeit, "I barbari" von Ruggero Deodato, in dem er nur eine klitzekleine Rolle als Armdrücker hat. Da rückt die Erinnerung an Sergio Martinos "Mani di pietra" ins Gedächtnis (hier ließ er sich von Billig-Cyborg Daniel Greene die Knochen verdrehen).

Ende der 80er Jahre ebbte die Flut an brauchbarer Italo-Filmware immer stärker ab, sodaß sich Luigi mit Kurzauftritten oder weniger bedeutsamen Nebenrollen abgeben mußte oder gänzlich hinter die Kulissen verschwand. Als nennenswerte Genrebezüge fallen nur Lamberto Bavas Interner Link"Le foto di Gioia", Michele Soavis Interner Link"Deliria", für das er das Drehbuch verfaßte, und schließlich sein Regiedebüt "DNA formula letale" heraus. Letztgenannter befaßt sich mit einem Genforscher, der durch einen Selbstversuch sich in der Evolution unaufhörlich zurückentwickelt - eher ein schlechtes als rechtes Filmchen. Seitdem ist Luigi Montefiori lediglich fürs italienische Fernsehen aktiv, in erster Linie als Drehbuchautor, aber auch als Schauspieler in seriöseren Rollen. Stellt sich nur die Frage, ob seine kritische (teils negative) Meinung gegenüber seinen Exploitation-Filmen haltbar ist, denn mit ihnen gewann er ein größeres Fan-Publikum als mit seinen nationalen TV-Arbeiten. Aber trotz allem bleibt er in den Herzens seiner Fans und deshalb wünsche ich ihm an dieser Stelle alles Gute.
© 2005 Björn Thiele
Eastman im Interview 2004



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