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und Regisseuren (Ferdiando Baldi, Bruno Corbucci, Michele Lupo u.a.) vor und/oder hinter der Kamera. In Michele Lupos unterhaltsamer Westernkomödie
"Amico, stammi lontano almeno un palmo" agierte Luigi nicht nur mit Giuliano Gemma, sondern schrieb zudem auch das Drehbuch und kam unterdessen mit Kameramann Aristide Massaccesi in Kontakt, der später als Joe D'Amato berühmt wie berüchtigt wurde. Dieser Zusammenarbeit entwuchs sowohl eine feste Freundschaft als auch eine Zusammenarbeit, die bis zu Massaccesis Tod im Jahre 1999 andauern sollten. Zwischenzeitlich schaffte es Luigi auch in Federico Fellinis kinematographischem Kunstwerk "Satyricon" (1969) den Minotaurus zu geben. Neben seinen genrefremden Ausflügen in Ken Annakins internationalem Abenteuerfilm "Call of the Wild" (1972) oder Pupi Avatis politisch wie moralisch inkorrektem, aber humoristischen Musical "Bordella" (1976), blieb er allerdings weiterhin dem Exploitation-Kintopp treu.
"Cani arrabbiati", einer der letzten Streifen vom italienischen Meister, in dem der ehemalige Catcher seine physische
Präsenz von 2,06 Metern Körpergröße sehr gut zur Geltung bringen konnte; sein Protagonist hört sogar auf dem Namen "Trentadue" (Zweiunddreißig), und wie man sich denken kann, bezieht sich die Länge nicht auf seine Füße. Ob dies eine Tatsache ist oder nur ein machogleiches Merkmal innerhalb des Drehbuchs, werden wir wohl nie erfahren. Im gleichen Jahr schrieb er auch das erste Drehbuch für seinen Freund Aristide Massaccesi, das dieser für seinen Western "Giubbe rosse" verwendete, und zwei Jahre später das Skript für Enzo G. Castellaris apokalyptischen Western-Kultfilm
"Keoma" mit Franco Nero in der Titelrolle.
"Emanuelle nera"-Filmen weltbekannt wurde. Sie lernten sich am Set von "Emanuelle - perché violenza alle donne?" kennen und wurden ebenfalls gute Freunde wie Filmpartner. Es hält sich das Gerücht, daß die beiden mittlerweile verheiratet sind, aber das ist fragwürdig und nie bestätigt worden. Zuvor kam es mit "Emanuelle e Françoise le sorelline" zur ersten richtigen Zusammenarbeit mit Aristide Massaccesi, in dem Luigi einen Macho spielt, der von der Schwester seiner Exfreundin, die sich wegen Liebeskummer das Leben nahm, gefangen und mit den eigenen "Waffen" mißhandelt wird. Als Exploiter inszeniert, entwickelt der Film eine intensive Stimmung, die dank des überzeugenden Spiels von Montefiori und seinem weiblichen Gegenpart Rosemarie Lindt immer gesteigert wird. Mit Sicherheit der beste Film des Montefiori-Massaccesi-Gespanns.

"Sesso nero, "Hard Sensations",
"Le notti erotiche dei morti viventi" und
"Porno Holocaust", die sogar Hardcore-Elemente beinhalten. Die beiden letztgenannten Streifen dreh(t)en aufgrund der Zombie-Thematik auch beim Horrorpublikum ihre Runden, wenngleich ziemlich erfolglos. Denen folgte die vielleicht bekannteste Zusammenarbeit:
"Antropophagus". Dieser ziemlich reißerische Touristenschocker zeigt Luigi als wahnsinnigen Eremiten mit Appetit auf Menschenfleisch und landete in Deutschland auf der Verbotsliste und erhielt damit über all die Jahre einen gewissen Kultstatus. Zwei Jahre später setzte das Gespann mit
"Rosso sangue" effekthascherisch noch eins drauf, sodaß der Film - anfangs war die Geschichte um einen genetisch mutierten Amokläufer als Fortsetzung zum "Menschenfresser" angedacht - den gleichen Schicksalsschlag erfuhr.
"Caligola: La storia mai raccontata" und die Endzeit-Reißer
"Endgame - Bronx lotta finale" und "Anno 2020 - I gladiatori del futuro", für den er sogar in Eigenregie einige Szenen nachdrehte. Diese
"Mad Max"-Ripp-Offs waren für kurze Zeit in Italien beliebt und sie gefielen Montefiori so gut, daß er gleich noch in ein paar weiteren Streifen gleichen Kalibers mitwirkte. Die da wären Enzo G. Castellaris
"1990: I guerrieri del Bronx" und
"I nuovi barbari" sowie Sergio Martinos
"2019 - Dopo la caduta di New York", in dem Luigi als bizarr aussehender "Big Ape" zu sehen ist. Letztgenannter ist übrigens ein herrlich unterhaltsamer Abklatsch von John Carpenters Zukunftsthriller
"Escape from New York".

"Conan"-Epigonen war er zu sehen, wovon nur Umberto Lenzis "Ironmaster - La guerra del ferro" etwas herausragt, zeigt sich Luigi doch als finsterer Steinzeitmensch, der seinen Stamm verrät und mit der Erfindung des Eisenschwertes die Stammesherrschaft an sich reißen will. Neben ein paar Spezialeffekten und Muskelmann Sam Pasco, hat der Streifen qualitativ aber nicht viel zu bieten. Das gleiche gilt für seinen anderen Ausflug in die Vorzeit, "I barbari" von Ruggero Deodato, in dem er nur eine klitzekleine Rolle als Armdrücker hat. Da rückt die Erinnerung an Sergio Martinos "Mani di pietra" ins Gedächtnis (hier ließ er sich von Billig-Cyborg Daniel Greene die Knochen verdrehen).
"Le foto di Gioia", Michele Soavis
"Deliria", für das er das Drehbuch verfaßte, und schließlich sein Regiedebüt "DNA formula letale" heraus. Letztgenannter befaßt sich mit einem Genforscher, der durch einen Selbstversuch sich in der Evolution unaufhörlich zurückentwickelt - eher ein schlechtes als rechtes Filmchen. Seitdem ist Luigi Montefiori lediglich fürs italienische Fernsehen aktiv, in erster Linie als Drehbuchautor, aber auch als Schauspieler in seriöseren Rollen. Stellt sich nur die Frage, ob seine kritische (teils negative) Meinung gegenüber seinen Exploitation-Filmen haltbar ist, denn mit ihnen gewann er ein größeres Fan-Publikum als mit seinen nationalen TV-Arbeiten. Aber trotz allem bleibt er in den Herzens seiner Fans und deshalb wünsche ich ihm an dieser Stelle alles Gute.
