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Fantasporto 2007: Festival-Tagebuch von Ivo Scheloske
 



Samstag, 24. Februar 2007
Eigentlich wollte ich ja bereits gestern einen Beitrag reinreichen, aber wie der Teufel es will, bin ich zwar in einem der schönsten und luxuriösesten Hotels von Oporto untergebracht - dem 5-Sterne Hotel Infante de Sagres (www.hotelinfantesagres.pt) - das jedoch leider nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist, wenn es um Technik geht. Also kein Wireless-LAN auf dem Zimmer. Allerdings hat das Kino, in welchem das Festival stattfindet, eine Bar die kostenfrei einen Wireless-Zugang anbietet. Da meine "Arbeit" immer erst um 15:00 Uhr anfängt (dazu später mehr), werde ich den frühen Nachmittag dazu nutzen, den Blog zu schreiben und Paule und Daniel zu mailen (inkl. Fotos, soweit es sich machen lässt).

Porto im Februar

Aber nun zurück zum Samstag.

Das schlimmste an dem Tag war für einen Morgenmuffel wie mich, dass ich um kurz nach 5:00 aufstehen musste, um meinen Flug um 9:30 zu kriegen. Die ganze Reise nach Oporto verlief unspektakulär, was mir logischerweise ganz recht war.

Am Flughafen wurde ich zusammen mit einem weiteren Gast abgeholt: Karim Hussain, der sicherlich jedem im Forum als Regisseur des provokanten Arthouse-Streifens "Subconscious Cruelty" bekannt sein dürfte. Viele waren nach Sichtung des Streifens der Meinung, dass dahinter nur ein abgedrehter Irrer stecken kann. Well, think again. Karim ist unheimlich nett, hat immer einen Witz auf den Lippen und stellt sich schon gleich als interessanter Gesprächspartner heraus. Er wurde nach Oporto eingeladen, um auf dem Festival seinen 3. Spielfilm (nach "Subconscious Cruelty" und "Ascension") namens "La Belle Bête" ("The Beautiful Beast") vorzustellen. Trotz dem seine beiden ersten Filme auf dem Fantasporto Festival gezeigt wurden, ist er - wie ich auch - das erste Mal in Portugal und zeigt sich ganz begeistert von der hiesigen Architektur.

Im Hotel angekommen, treffen wir auch gleich einen weiteren Gast des Festivals: Colin Geddes, der wie ich in der internationalen Jury sitzt. Colin stellt jährlich die Midnight Screenings für das berühmte Toronto Filmfestival zusammen. Eine Reihe, in der schon solche Higlights wie Interner Link"Hellraiser 2", Interner Link"Hardware", Interner Link"Opera" oder auch Interner Link"Haute Tension" liefen. Da Colin sich mit nur wenigen Sätzen als Genreliebhaber und Filmfreak outet, bilden wir auch gleich ein gutes Team.

Ich komme gar nicht richtig dazu, ins Zimmer einzuziehen, da Mario Dorminsky alle Jury-Mitglieder zum Lunch eingeladen hat, bei welchem wir untereinander vorgestellt werden und er uns mitteilt, was das Festival von uns erwartet.

Die Fantasporto 2007-Juries in der ersten Besprechung

Neben Colin und mir sitzen noch der portugiesische Regisseur Fernando Lopez (bekannt aus der Cinema Novo-Bewegung), die spanische Produzentin Carmen de Miguel (von der Firma Continental aus Galicien) und Luis Hernandez Roma, Filmkritiker aus Catalunien, in der internationalen Jury und unsere Aufgabe besteht eigentlich "nur" darin, alle Wettbewerbsbeiträge anzusehen und am Ende die folgenden Preise zu vergeben:
  • Bester Regisseur
  • Bester Schauspieler
  • Beste Schauspielerin
  • Bestes Drehbuch
  • Die besten Special-Effects
  • Spezialpreis der Jury
Da die Vorführungen erst um 15:00 Uhr beginnen (Ausnahme bildet der kommende Donnerstag, wo Nacho Cerdas Interner Link"Los Abandonados" bereits um 10:00 Uhr morgens läuft) und ich außerdem schon einen guten Teil des Programms gesehen habe, ist zumindest dieser Part als locker einzustufen. Könnte man meinen ...

The Abandoned  The Host

Denn schließlich erwartet man von mir am Ende der Woche fundierte Aussagen darüber, welche Filme und Personen ich für welche Preise vorschlage. Das heißt, ich bin "gezwungen", die Filme mit anderen Augen zu betrachten, als wenn ich dies zu meinem eigenen Vergnügen tun würde. Ein bisschen unwohl ist mir dabei schon, schließlich habe ich noch immer das Gefühl, zu diesem Job gekommen zu sein wie die Jungfrau zum Kind.

Da hilft es dann auch nicht, wenn gleich der erste Film, den ich mir gestern angeschaut habe (Interner Link"The Host") nur in Koreanisch mit portugiesischen Untertiteln läuft. Als Vorprogramm zeigte man übrigens den irischen Kurzfilm "The Faeries Of Blackheath Woods", den ich nur jedem ans Herz legen kann, dem überlaute kleine Kinder genauso auf die Nerven gehen wie mir :-))))

Renaissance  La Hora Fria

Da ich die übrigen Wettbewerbs-Filme des Tages ("Rennaissance", "La Hora Fria", Interner Link"Isolation" und "The Woods") bereits gesehen habe, beschließe ich, mir aus Spaß einen Beitrag aus dem Beiprogramm anzuschauen: "Komma". Aus Spaß wird schnell Ernst, wenn sich diese französische Produktion als Schlafpille par excellence herausstellt, bei der gerade mal 2-3 Szenen zum Schmunzeln einladen (zum Beispiel, wenn ein fetter Franzose absolut tuntig ein chinesisches Volkslied auf Mandarin in einem China-Restaurant zum Besten gibt).

Das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut und gegen 1:30 gehe ich ins Hotel zurück, um mich erst einmal auszuschlafen.

Morgen geht es dann weiter, mit meinen Erlebnissen von heute (Sonntag).

Viele Grüße,
Euer Ivo Scheloske
Zum Bericht vom Freitag, 23.02.2007  Zum Bericht vom Sonntag, 25.02.2007


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