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Leone, Price und Kippenstummel

Scientology im Rausch des Kochschinkens

oder:

Paffendorf meets Gosejohann
Schöne guten Tag, liebe Leser!
Wir schreiben nun den 5. November 2003, ich höre gerade L7 (welch göttliche Band) und lasse mein gestriges Treffen mit einem der kreativen Köpfe der Neverhorst Company, Thilo Gosejohann, Revue passieren. Nachdem man sich schon bei der fulminanten Premierenfeier zu Interner Link"Operation Dance Sensation" beschnuppert hatte und in meinem an diesem Abend alkoholunterlegten Hirn der Wunsch eines Interviews vorgetragen wurde, ereignete sich ziemlich schnell dieses amüsante Treffen, welches ich jetzt mal ganz forsch als "Clash of the Titans" bezeichnen möchte. Und ja, der Wahnsinn spricht aus mir, aber sind wir nicht alle Untertanen des Wahnsinns in jeglicher erdenklicher Form, der die Wirklichkeit verzerrt und mitunter teils die Grenzen der Realität einreißt, um ... - hier breche ich jetzt mal das philosophische Weltbild des Korsakow'schen Kreuzzugs ab, da sonst dieser Artikel unhaltbar abdriften würde und wir nach Genuss dieses Textes uns in der Welt von Übermorgen wiederfinden würden, welcher Herrscher ja die allmächtige Katze wäre (Schrödinger habe sie selig).
Da durch die rasante Geschwindigkeit, in der das Treffen nun zu Stande kam, konventionelle Methoden der Berichterstattung versagten (Hätte man alles auf Band, könnte man das gesamte Ausmaß der Geschehnisse am Besten nachvollziehen), habe ich mich dazu entschlossen alle relevanten Informationen in diesen Erlebnistext zu transportieren. Der Besuch der Site www.Neverhorst.de, auf der zum Beispiel auch Presseartikel von lokalen Postillen anzutreffen sind, brachte mich auf eine Idee: Was wäre, wenn die ganze Zeit über ein Lokalzeitungsredakteur anwesend gewesen wäre, der das Geschehen nun an sein Käseblatt geben muss?? Richtig, einer jener unsäglicher Schmierfinken, die völlig motivationslos um ihre Butter aufs Brot zu bekommen einen äußerst objektiven, von eigenen Ansichten entfernten Bericht zu Papier bringen müssen! Hier nun zum spektakulären Bericht unseres imaginären Schreiberlings Julius Precox:

Dortmund.
Um ca. 12.35 Uhr treffen sich wie verabredet der Online-Redakteur Fabian Paffendorf und der Regisseur und Kameramann Thilo Gosejohann an einem geheimen Ort um nach diesem Tag fundierte Ergebnisse zu präsentieren. Nach einer kurzen aber herzlichen Begrüßung verschwinden beide in der Dortmunder Innenstadt um einen ruhigen Ort für Gespräche zu finden. Gemeinsam festgestellter Harndrang führt die beiden zuerst in eine Filiale eines großen Bulettenbrater-Konzerns. Nach erledigter Blasenentleerung bestellt Paffendorf etwas zu essen während Die Gosejohann-Brüder am Set zu 'Operation Dance Sensation'Gosejohann mit der Begründung, 3 Tage hintereinander denselben Rotz zu konsumieren, vorerst abwinkt. Das erste lange Gespräch beider Parteien dreht sich wieder Erwarten noch nicht um Filme, sondern um politische Korrektheit und bedenkenswerte Entgleisungen der Gesellschaft. Schnell sind sich beide über Sinn und Unsinn einig und Gosejohann bestellt nun doch zwei Burger zweifelhafter Herkunft. Paffendorf erzählt von seinem Aufgabengebiet bei dem Online-Magazin und sein Gesprächspartner bringt seine Anerkennung lobend mit der Aussage zu Tage, dass er es sehr schätzt, dass es Leute gibt, die sich entsprechend unentgeltlich engagieren. Des imperialistischen Bratschuppens überdrüssig wandern sie nun in ein nahe gelegenes Bistro um ihre Unterhaltung in Ruhe fortzuführen. In entspannter Atmosphäre verrät Gosejohann nun etwas über seinen derzeitigen Job und über den sensationell erfolgreichen Interner Link"Operation Dance Sensation". Während Paffendorf durch enormen Zigarettenkonsum seine Lunge zu Höchstleistungen zwingt, werden interessante Fakten ans Tageslicht gebracht: Das derzeitige Tätigungsfeld von Thilo Gosejohann ist die Kameraarbeit zur Pro7-Sendung "Der Streetworker", welche die erste Hälfte der quotenstarken Sendung um die Jugendberaterin Margid Tietz einnimmt. Plötzlich wirft der Neverhorstler die Frage in den Raum, welche Retortenband wohl das "Popstars"-Finale gewonnen hätte und erklärt sogleich das Erfolgskonzept jener inhaltlich trivial daherkommender Abendunterhaltung: Seiner Meinung nach ist der Schnitt der Show maßgeblich am Erfolg beteiligt, da man schon nach kurzen Anschauen weiß, wie die Protagonisten heißen und so Popstars schnell nebenbei aufgesogen werden könnte.
Paffendorf nestelt schon an der nächsten Kippe und fragt beim Inhalieren genaueres zu Interner Link"OPDS". In einer Tour prasselt es danach Informationen: Die Idee zum Film stand schon 1996 als Fortsetzung zum Werk "Operation Beauty". Über die Jahre hinweg schrieben Thilo und sein Bruder Simon am Drehbuch bis das Projekt in Produktion ging. Geldgeber für das Mammutwerk fanden sich in Form vom Filmlabel Legend und der FH Dortmund, wo Interner Link"OPDS" Thilos Abschlussfilm darstellt, welcher erwartungsgemäß auch die Note 1 einheimste.
Auch recht überraschend verlief die Tour mit dem Film durch verschiedene Städte: Sage und schreibe schon 1300 Zuschauer genossen den Zwist zwischen Atlas und Jackson in komplett ausverkauften Vorstellungen. Kaum jemand hätte mit diesem, für einen Independent Film unglaublichen Erfolg gerechnet und eine Fortsetzung der Tournee durch deutsche Kinos ist vor der DVD-Veröffentlichung schon beschlossene Sache. Auch in Sachen Interner Link"Comedy Street" wird nach der extrem erfolgreichen 2. Staffel nachgelegt und die Dreharbeiten beginnen schon ab März 2003. Nebenbei erfährt der nun simultan rauchend und biertrinkende Paffendorf auch, die berüchtigte Serie "Craven", die die ersten filmischen Gehversuche der Neverhorst Company darstellt, noch bei Thilo im Archiv einlagert ohne je eine Veröffentlichung erleben zu werden. Nun geht's ab: Angepeitscht durch ein Gespräch über Tarantinos Interner Link"Kill Bill", einigen sich die beiden Filmjunkies Dortmunds DVD-Angebote zu sichten und brechen auf in einen Laden, der Genrekennern im Ruhrgebiet wohl vertraut sein müsste.
Angekommen wird das Ausliegende akribisch begutachtet und Paffendorf (schon wieder mit Kippe im Mundwinkel!) erlebt orgastische Höhenflüge als er Asia-DVDs der legendären Shaw Brothers-Filme erblickt. Das für Unkundige schwer zugängliche fachsimpeln der beiden reicht dabei über Jess Franco, Dyanne Thorne, Clint Eastwood sowie die Sehgewohnheiten von Bela B. Felsenheimer. Der nächste Gang führt sie dann in die Technikabteilung eines Kaufhauses, wo sie mit manischen Glitzern in den Augen vor einem Interner Link"Indiana Jones"-Pappaufsteller halt machen, um die neu veröffentlichte DVD-Box zu beäugen und dabei ausschauen wie Teenager nach ihrem ersten Kuss. Gosejohann stellt fest, dass Steven Spielbergs Interner Link"Soldat James Ryan" als Antikriegsfilm nichts taugt, da hier ja unverdrossen der Krieg verherrlicht wird und es überall kracht und knallt. Interner Link"Starship Troopers" hingegen würde in dieser Funktion besser funktionieren, da schonungslos karikiert dargestellt wird, welcher Mist mit einem abgezogen wird in der Armee. Paffendorf stimmt ihm 100%ig zu und unterrichtet ihn des weiteren über die Indizierung jenes Verhoeven-Films, welche bei Thilo Entsetzen auslöst. Auch die bevorstehende FSK-Prüfung von Interner Link"OPDS" kommt zu Wort und Gosejohann klärt auf, dass bei einer Verwährung der Jugendfreigabe wohl auch mit einerDie Premierenfeier von 'Operation Dance Sensation' geschnittenen jugendfreien Fassung zu rechnen sei. Allerdings steht bei dieser Entscheidung des Regisseurs im Vordergrund, dass man so den Film einem breiterem Publikum zugänglich macht und nicht nur eingeschworenen Börsenbesuchern und Filmgelehrten. Als Gosejohann eine "Dr. Phibes"-DVD in die Hände fällt, beginnt eine Diskussion über die Wertungskriterien der FSK, prangt doch auf dem Cover die völlig überraschende 12er Plakette. An Hand von einer vermuteten Neuprüfung scheint das Rätsel dann gelöst, aber nicht nachvollzogen. Auch in der Audioabteilung des Kaufhauses treiben sich der Journalist und der Sergio Leone-Fan auf der Suche nach der neuen CD der Bochumer Band Die Kassierer herum. Und ebenfalls besteht beidseitiges Einverständnis über die Wertschätzung jener Band. Als Thilo Gosejohann die neue Ärzte-CD "Geräusch" findet, zeigt er Paffendorf das Booklet, in dem er auch gegrüßt wird. Paffendorf stellt postum die Frage, ob er denn schon oft auf der Straße erkannt wird und zurück kommt ein gewitzeltes "Klar, die sagen dann immer: Hey, du bist doch der der in der Ärzte-CD gegrüßt wird." Kurz darauf naht auch schon der Abschluss der 3stündigen Exkursion. Die zwei Filmfans verabschieden sich mit dem Versprechen, sich wohl in Zukunft noch öfter zu kontaktieren und Thilo Gosejohann fährt mit der S-Bahn zur Schule um das Making Of zur Interner Link"OPDS"-DVD zu schneiden. Beschließen wir nun diesen Beitrag mit seinem Kommentar zum Mainstream und Underground: "Erst wenn der Mainstream wieder unerträglich wird, schlägt wieder ein Ruck durch die Underground Szene."

Recht hat er, und wer seinen aktuellen Film Interner Link"Operation Dance Sensation" noch vor der DVD-Premiere sehen möchte, dem sei das Splatter Day Night Fever-Filmfestival am 14. November in Saarbrücken empfohlen.

2003 Fabian Paffendorf





Jawohl liebe Leser, die allmächtige Katze ist zurück! Egal ob man sie jetzt mag oder nicht. In unserer heutigen Folge um den Zusammenhalt des Universums geht es darum, rauszufinden welche Farbe sie hat, an wessen Bein sie sich gern reibt und ob Paul Verhoeven von ihr inspiriert wird. Kurzum: "MIAU, wo is mein Teller?" Aber erst mal der Reihe nach! Nachdem das Treffen mit Thilo Gosejohann in seiner schriftlichen Aufarbeitung verschiedene Reaktionen zwischen berauschtem Taummel bis hin zu totalen Unverständnis hervor rief, trat die Wicked-Vision-Redaktion an mich heran und forderte mehr rund um die werte Neverhorst-Truppe.
Gesagt, tun, getan! Meine Nackenhaare stellten sich katzengemäß auf und ich machte mich an die Arbeit um mehr aufzutun. Also mal flugs den Simon Gosejohann gefragt ob er Zeit und Lust hätte Rede und Antwort zu stehen. SCHNINGGG!!!-Hatte er! Hier nun der Bericht zum Treffen in Köln.

Lüdenscheid um 6.50Uhr: Schnee! Das Haar sitzt! Gähnenderweise wird nu mit dem allseits beliebten Verkehrsmittel namens Omnibus Richtung Iserlohn getuckert um meine Fahrgelegenheit nach Köln zu treffen. Die einstündige Fahrt nach I-Town bringt einige neue Erkenntnisse mit sich, die ich aber auch schnell wieder verdrängen möchte. Besonders ins Gewicht fallen da dauerdummschwätzende technoide Berufsschüler, denen man mit voller Inbrunst das Maul stopfen möchte. Mein Vorhaben wird leider durch die völlige Überfüllung des Viehtransporters vereitelt. Endlich in der Stadt meiner Verachtungen und Alpträume angelangt, kommt auch schon der Olli vorgefahren, der an diesem Tag den Fahrer und Atlas und Jackson - Helden des KriegesBegleiter mimt. Gerade als der neue Laptop für seinen heutigen Dienst als Werkzeug des Typisten vorbereitet wird, stellt sich heraus, dass der Akku nen Haumich hat! Danke! Ein nutzloses Stück Technik im Gepäck findet man sich dann doch wie verabredet am Treffpunkt ein. Kaffeeschlürfend empfängt uns Simon und weist uns in das Handbuch für Pressevorführungs-Anfänger ein. Am Metalldetektor angekommen wird der brutale Terrorrist Oliver dann überführt und gebeten sein Handy an der Garderobe abzugeben. Grund genug ihn erstmal auszulachen! HA,HA! Nachdem ich mir die Hände am Kaffee-Pott verbrannt habe, setzt man sich ins Kino und harrt der Dinge die da kommen mögen. Als der Vorhang aufgeht gibt's lecker "The First Samurai"in der Originalfassung. Meine Kritik hierzu findet man im Kinobereich. Was der werte Herr mit dem Namen Zwick uns hier so nett in Szene gesetzt hat, sieht arg nach dem unehelichen Bruder von Costners Wolfsgetanze aus und schmeckt auch ähnlich. Tom cruised sehr gut und überzeugend durch die gesamte Filmzeit und die Männers vonne Academy stehen schon mit dem Goldjungen inne Pfote in den Startlöchern.
Nur das Sitzfleisch leidet ungeahnte Qualen und so häufen sich auch lustige Kommentare über das Treiben auf der Leinwand. Alles in allem kein Highlight, aber fast 3 Stunden nette Unterhaltung. Der Magen ruft nach Essen und um diesem Bedürfnissen nachzugehen finden wir uns in einem gemütlichen Bistro ein. Nachdem wir was bestellt haben, macht man sich an die Entlockung von Simons Geheimnissen. In lockerer Atmosphäre flutscht das Interview richtig gut. Selbst wenn von eigentlichen Themen mal abgekommen wird, findet man schnell wieder Anschluss. Als die Bedienung den Mampf anschleppt bemerkt sie noch, dass heute ihr erster Tag hier wäre. Kaum sind ihre Worte verklungen fällt mir auf, dass mein Frühstück auf Simons Teller liegt und ich gar keinen hab. Genau so wenig wie ein Messer! Mgff!! Grrr! Na egal, dann hol ich mir mal noch das Zeug. Brötchen mit Kochschinken sind schon der Oberruler! Als wir uns vom Hof machen ist Olli immer noch hungerig, da der bestellte Gratin nich kam. Die Erkenntnis, dass Simon auch Paul Verhoeven toll findet rundet das Deja Vu-Erlebnis ab. Simon will uns noch einen guten DVD-Shop zeigen, der dann allerdings nicht mehr in den bekannten Räumlichkeiten residiert. Zum Abschluss der Exkursion tapert man noch zu einer Videothek um deren Programm abzuchecken. Simon verabschiedet sich, da er noch verabredet ist und Olli und ich rödeln noch in der Vidde rum. Kurzum: Danke an Simon Gosejohann für nen tollen Tag.

2003 Fabian Paffendorf

Dr. Herbert Ost - der doch eigentlich Schweizer ist!


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