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"Operation Dance Sensation" beschnuppert hatte und in meinem an diesem Abend alkoholunterlegten Hirn der Wunsch eines Interviews vorgetragen wurde, ereignete sich ziemlich schnell dieses amüsante Treffen, welches ich jetzt mal ganz forsch als "Clash of the Titans" bezeichnen möchte. Und ja, der Wahnsinn spricht aus mir, aber sind wir nicht alle Untertanen des Wahnsinns in jeglicher erdenklicher Form, der die Wirklichkeit verzerrt und mitunter teils die Grenzen der Realität einreißt, um ... - hier breche ich jetzt mal das philosophische Weltbild des Korsakow'schen Kreuzzugs ab, da sonst dieser Artikel unhaltbar abdriften würde und wir nach Genuss dieses Textes uns in der Welt von Übermorgen wiederfinden würden, welcher Herrscher ja die allmächtige Katze wäre (Schrödinger habe sie selig).
Gosejohann mit der Begründung, 3 Tage hintereinander denselben Rotz zu konsumieren, vorerst abwinkt. Das erste lange Gespräch beider Parteien dreht sich wieder Erwarten noch nicht um Filme, sondern um politische Korrektheit und bedenkenswerte Entgleisungen der Gesellschaft. Schnell sind sich beide über Sinn und Unsinn einig und Gosejohann bestellt nun doch zwei Burger zweifelhafter Herkunft. Paffendorf erzählt von seinem Aufgabengebiet bei dem Online-Magazin und sein Gesprächspartner bringt seine Anerkennung lobend mit der Aussage zu Tage, dass er es sehr schätzt, dass es Leute gibt, die sich entsprechend unentgeltlich engagieren. Des imperialistischen Bratschuppens überdrüssig wandern sie nun in ein nahe gelegenes Bistro um ihre Unterhaltung in Ruhe fortzuführen. In entspannter Atmosphäre verrät Gosejohann nun etwas über seinen derzeitigen Job und über den sensationell erfolgreichen
"Operation Dance Sensation". Während Paffendorf durch enormen Zigarettenkonsum seine Lunge zu Höchstleistungen zwingt, werden interessante Fakten ans Tageslicht gebracht: Das derzeitige Tätigungsfeld von Thilo Gosejohann ist die Kameraarbeit zur Pro7-Sendung "Der Streetworker", welche die erste Hälfte der quotenstarken Sendung um die Jugendberaterin Margid Tietz einnimmt. Plötzlich wirft der Neverhorstler die Frage in den Raum, welche Retortenband wohl das "Popstars"-Finale gewonnen hätte und erklärt sogleich das Erfolgskonzept jener inhaltlich trivial daherkommender Abendunterhaltung: Seiner Meinung nach ist der Schnitt der Show maßgeblich am Erfolg beteiligt, da man schon nach kurzen Anschauen weiß, wie die Protagonisten heißen und so Popstars schnell nebenbei aufgesogen werden könnte.
"OPDS". In einer Tour prasselt es danach Informationen: Die Idee zum Film stand schon 1996 als Fortsetzung zum Werk "Operation Beauty". Über die Jahre hinweg schrieben Thilo und sein Bruder Simon am Drehbuch bis das Projekt in Produktion ging. Geldgeber für das Mammutwerk fanden sich in Form vom Filmlabel Legend und der FH Dortmund, wo
"OPDS" Thilos Abschlussfilm darstellt, welcher erwartungsgemäß auch die Note 1 einheimste.
"Comedy Street" wird nach der extrem erfolgreichen 2. Staffel nachgelegt und die Dreharbeiten beginnen schon ab März 2003. Nebenbei erfährt der nun simultan rauchend und biertrinkende Paffendorf auch, die berüchtigte Serie "Craven", die die ersten filmischen Gehversuche der Neverhorst Company darstellt, noch bei Thilo im Archiv einlagert ohne je eine Veröffentlichung erleben zu werden. Nun geht's ab: Angepeitscht durch ein Gespräch über Tarantinos
"Kill Bill", einigen sich die beiden Filmjunkies Dortmunds DVD-Angebote zu sichten und brechen auf in einen Laden, der Genrekennern im Ruhrgebiet wohl vertraut sein müsste.
"Indiana Jones"-Pappaufsteller halt machen, um die neu veröffentlichte DVD-Box zu beäugen und dabei ausschauen wie Teenager nach ihrem ersten Kuss. Gosejohann stellt fest, dass Steven Spielbergs
"Soldat James Ryan" als Antikriegsfilm nichts taugt, da hier ja unverdrossen der Krieg verherrlicht wird und es überall kracht und knallt.
"Starship Troopers" hingegen würde in dieser Funktion besser funktionieren, da schonungslos karikiert dargestellt wird, welcher Mist mit einem abgezogen wird in der Armee. Paffendorf stimmt ihm 100%ig zu und unterrichtet ihn des weiteren über die Indizierung jenes Verhoeven-Films, welche bei Thilo Entsetzen auslöst. Auch die bevorstehende FSK-Prüfung von
"OPDS" kommt zu Wort und Gosejohann klärt auf, dass bei einer Verwährung der Jugendfreigabe wohl auch mit einer
geschnittenen jugendfreien Fassung zu rechnen sei. Allerdings steht bei dieser Entscheidung des Regisseurs im Vordergrund, dass man so den Film einem breiterem Publikum zugänglich macht und nicht nur eingeschworenen Börsenbesuchern und Filmgelehrten. Als Gosejohann eine "Dr. Phibes"-DVD in die Hände fällt, beginnt eine Diskussion über die Wertungskriterien der FSK, prangt doch auf dem Cover die völlig überraschende 12er Plakette. An Hand von einer vermuteten Neuprüfung scheint das Rätsel dann gelöst, aber nicht nachvollzogen. Auch in der Audioabteilung des Kaufhauses treiben sich der Journalist und der Sergio Leone-Fan auf der Suche nach der neuen CD der Bochumer Band Die Kassierer herum. Und ebenfalls besteht beidseitiges Einverständnis über die Wertschätzung jener Band. Als Thilo Gosejohann die neue Ärzte-CD "Geräusch" findet, zeigt er Paffendorf das Booklet, in dem er auch gegrüßt wird. Paffendorf stellt postum die Frage, ob er denn schon oft auf der Straße erkannt wird und zurück kommt ein gewitzeltes "Klar, die sagen dann immer: Hey, du bist doch der der in der Ärzte-CD gegrüßt wird." Kurz darauf naht auch schon der Abschluss der 3stündigen Exkursion. Die zwei Filmfans verabschieden sich mit dem Versprechen, sich wohl in Zukunft noch öfter zu kontaktieren und Thilo Gosejohann fährt mit der S-Bahn zur Schule um das Making Of zur
"OPDS"-DVD zu schneiden. Beschließen wir nun diesen Beitrag mit seinem Kommentar zum Mainstream und Underground: "Erst wenn der Mainstream wieder unerträglich wird, schlägt wieder ein Ruck durch die Underground Szene."
"Operation Dance Sensation" noch vor der DVD-Premiere sehen möchte, dem sei das Splatter Day Night Fever-Filmfestival am 14. November in Saarbrücken empfohlen.
Begleiter mimt. Gerade als der neue Laptop für seinen heutigen Dienst als Werkzeug des Typisten vorbereitet wird, stellt sich heraus, dass der Akku nen Haumich hat! Danke! Ein nutzloses Stück Technik im Gepäck findet man sich dann doch wie verabredet am Treffpunkt ein. Kaffeeschlürfend empfängt uns Simon und weist uns in das Handbuch für Pressevorführungs-Anfänger ein. Am Metalldetektor angekommen wird der brutale Terrorrist Oliver dann überführt und gebeten sein Handy an der Garderobe abzugeben. Grund genug ihn erstmal auszulachen! HA,HA! Nachdem ich mir die Hände am Kaffee-Pott verbrannt habe, setzt man sich ins Kino und harrt der Dinge die da kommen mögen. Als der Vorhang aufgeht gibt's lecker "The First Samurai"in der Originalfassung. Meine Kritik hierzu findet man im Kinobereich. Was der werte Herr mit dem Namen Zwick uns hier so nett in Szene gesetzt hat, sieht arg nach dem unehelichen Bruder von Costners Wolfsgetanze aus und schmeckt auch ähnlich. Tom cruised sehr gut und überzeugend durch die gesamte Filmzeit und die Männers vonne Academy stehen schon mit dem Goldjungen inne Pfote in den Startlöchern.