Wicked-Vision-Index

Login 18er Bereich

Registrieren

Startseite und Neuigkeiten Reviews
• Filmberichte
• DVD/HD-Reviews
• Bildvergleiche
• Literatur
• Hörspiele Weitere, medienbezogene Informationen
• Hidden Features
• Schnittvergleiche
• Videocover

Der Geheimnisvolle Filmclub Buio Omega - Keine kurze 15



Ein Ausflug zum geheimnisvollen Filmclub Buio Omega stand schon lange auf meinem Plan. Ja, genau der Filmclub mit dem Namen des garstigen Amato-Klassikers. Allein das war schon immer ein Argument.

Nun sollte das Vorhaben endlich realisiert werden und dann noch ausgerechnet zum 15-jährigen Geburtstag des geheimnisvollen Filmclubs. Geheimnisvoll sind auch ein paar Regeln, denn man sollte Filme nur mit dem Originaltitel erwähnen und über Gesehenes und Erlebtes im besten Fall kein Wort verlieren. Einen Teil dieser Regeln brechen wir an dieser Stelle mit der freundlichen Genehmigung des Komitees. Mit einem Freund und Kollegen unseres kleinen Kölner Filmclubs Retronativ brachen wir am Samstagmorgen von Köln nach Gelsenkirchen auf. Volles Kulturprogramm an einem Samstagmittag. Wir wussten, dass uns das erschlagen würde. Und das hat es, aber es war ein positiver Schlag ...


Als wir in Gelsenkirchen aus dem Auto stiegen, liefen wir auf ein unscheinbares Kino zu, das sich zwischen einem Gebäude der Volkshochschule und einer Apotheke quetschte. Das Kino Die Schauburg, das es seit 102 Jahren gibt (inkl. Wiederaufbau nach dem Krieg), verbirgt ein Geheimnis – innere Schönheit. Dies wird einem dann bewusst, wenn man dem Gang folgt und in die Vorhalle gelangt. Dort erwarten einen Wände, verkleidet mit dunkelbraunem Holz. Alt, edel und nicht (mehr) alltäglich. Wenn man dann an die Decke schaut, sieht man ein Dach aus Milchglas, das mich sofort an Dario Argentos Filme denken ließ.


Positiv war auch der Andrang, den man dort erlebte. Menschen aus ganz Deutschland fanden den Weg hierher, um den großen Buio-Geburtstag zu feiern. Man spricht von knapp 200 Besuchern, was für eine relativ kleine Szene sicher schon eine Masse bedeutet. Sind wir froh, dass wir keinen Mainstream bevorzugen! Freuen wir uns über die kleinen (fast vergessenen) Schätze, die irgendwann unwiderruflich verloren gehen. Hier wird man noch Zeuge von echtem 35mm-Kino.

Nach einem kleinen Fragebogen, den Erstbesucher des Clubs ausfüllen müssen, ging es dann auch schon los. Die Saaltüren wurden geöffnet, und von weitem sah man schon einen wunderschönen roten Vorhang. Der sehr großzügig bemessene Saal ließ auch endlich mal eine gewisse Beinfreiheit zu, die man leider von vielen Kinos nicht kennt.


Dann ging es los. Mitgründer Heinz Klett eröffnete die Geburtstagsrede, ließ die Vergangenheit Revue passieren und sprach auch über die Gegenwart. Nach dieser Eröffnungsrede machte er Platz für den Filmgelehrten und "Über-Buio" Christian Keßler, der schon vor 15 Jahren am gleichen Ort aufwartete. Auch er sprach über die vergangenen Tage des Clubs und leitete dann den ersten Film ein, dessen Titel hier natürlich nicht erwähnt werden soll. Nur eins darf man wohl sagen: Der Großteil dürfte sich an Kindheitstage erinnert gefühlt haben, als man noch sorgenfrei auf der Couch saß, das TV-Programm zu schätzen wusste und abends früh zu Bett musste. Vorher gab es noch eine Handvoll alter Trailer zu bewundern, und dann startete der erste Film. Mit großem Applaus ging die erste Vorstellung zu Ende, und eine kleine Pause wurde eingelegt. Hier kam man mit Leuten ins Gespräch, und ich freute mich über viele strahlende Gesichter. Gut zehn Minuten später ging es dann weiter ...

Nach einer weiteren Einführung von Christian Keßler, bei der Amüsement und Kompetenz stets Hand in Hand gingen, folgte die Filmbombe schlechthin. Was wir hier zu sehen bekamen, werden wir in dieser Form vielleicht nie wieder sehen. Aber auch hier muss ich leider wieder den Titel unter den Teppich kehren, auch wenn es verdammt schwer fällt. Ich erhoffe mir einfach ganz geheim eine DVD von diesem Film, und zwar in dieser Fassung. Nach der bebenden Vorstellung, ging es dann rüber ins Museums-Café, wo eine spezielle Buio Omega–Geburtstagstorte wartete. Hier wurde dann fleißig gequatscht, gegessen und getrunken.


Für den ersten Buio-Ausflug haben wir wohl direkt ins Schwarze getroffen, denn wann kann man schon mal von einem nahezu perfekten Samstag sprechen? Ich jedenfalls selten. Herzlichen Glückwunsch Buio Omega und bis zum nächsten Mal!

Ein besonderer Dank geht an Eva Hardebeck und Kai Krick, die uns den Weg zu den Buios ermöglichten.

Zur Bildergalerie (24 Bilder)




Alle Bilder und Texte sind Eigentum des jeweiligen Rechteinhabers

Copyright by Wicked-Vision 2000-2013/Designed by Daniel Pereé 2000-2013.